Gebärmutterentfernung

Re: Gebärmutterentfernung

Postby tilda on 27 Oct 2017, 00:38

Ich kann dich gut verstehen, mir geht es auch so(( Seit einigen Jahren hatte ich mehrere Myome in der Gebärmutter, von denen ich hoffte, sie durch verschiedenste Körpertherapien zum Verschwinden bringen zu können. Die Myome sind aber nicht verschwunden und dass es so viele sind, weiß ich erst seit kurzem. Also ich habe entschlossen, meine Gebärmutter zu entfernen weil ich keine Kraft mehr hatte, diese Schmerzen und Blutungen zu ertragen. Da war ich 25. Jetzt bin ich fast 44 und habe keine Kinder. Weiß nicht warum, ich habe den Richtigen nicht gefunden. Ich weiß, dass ich jeden Mann mit meinem Kinderwunsch unter Druck gesetzt habe. Ich weiß auch, dass ein Partner, der zu mir passt, zunächst viel wichtiger wäre, als ein Kind, aber in den letzten Jahren lief meine Uhr einfach immer schneller ab und es kam wohl eine Art von Panik auf.
Die Hysterektomie beendet also körperlich den Wunsch. Doch wie kann ich mich von meinem Kinderwunsch auch psychisch verabschieden, denn ich habe das Gefühl, dass, wenn ich es nicht tue, mein Körper weiter Krankheit erzeugen wird, auch nach der Hysterektomie? Eine Psychotherapie möchte ich nicht machen, da ich nach den vielen Jahren der alternativen Körpertherapien machte, wo ich vieles aus der Kindheit aufgearbeitet habe, merke, dass ich einfach keine Lust und Kraft mehr habe, meine Kindheit weiter zu bearbeiten, sondern endlich damit abschließen möchte.
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby Ruth on 08 Nov 2017, 02:27

Es tut mir sehr leid( Ich habe keine persönlichen Erfahrungen, aber eine gute Freundin von mir hatte solche Operation nach der Gestose und ich kann deine Gefühle verstehen. Es ist überhaupt nicht saublöd und du musst sich keineswegs doof vorkommen! Bestimmt hast du bereits einen Nachsorgetermin? Neben den körperlichen Beschwerden muss dort auch dem seelischen Wohlbefinden, Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es ist völlig normal, dass man nach einer Krebsbehandlung körperlich und seelisch stark belastet ist. Auch wenn eine Frau mit dem Kinderwunsch längst abgeschlossen hat, kann der Verlust der Gebärmutter erhebliche Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl haben. Schäme dich nicht, deine behandelnden Ärzte darauf anzusprechen. Es geht um deine Lebensqualität! Vielleicht hilft es dir, einer Selbsthilfegruppe beizutreten und sich mit Frauen auszutauschen, denen es ähnlich ergeht wie dir. Denke auch daran, deinen Partner mit einzubeziehen, denn diese leiden oft still mit. Ich wünsche dir viel, Kraft und Mut, für diese Zeit!
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby Ruth on 15 Nov 2017, 23:29

Es tut mir sehr sehr leid für dich! Ich habe vor einem halben Jahr mein Sohn zur Welt gebracht. Mein Bauch war riesig und es hieß dass es ein kräftiges Kind sein wird. Mir wurde mittels Bändchen eingeleitet, am Nachmittag hatte ich erste Wehen, aber der Muttermund ging nicht auf. Immer wieder Wehen, aber der Muttermund wollte nicht und nicht aufgehen. Die Hebammen hatten schon alles Mögliche versucht. Nachdem ich die Nacht am CTG gehangen war, war ich mit den Nerven komplett am Ende und hab nur noch geheult. Mein Mann kam dann und gemeinsam beschlossen wir dass wir jetzt einen Kaiserschnitt wollen. Der Oberarzt hatte sich in der Zwischenzeit nochmals die CTG der Nacht angesehen und gemeint, er will jetzt noch einen Ultraschall. Dort stellte sich heraus, dass unser Baby mit dem Kopf zwar nach unten liegt, aber Richtung Bauchdecke schaut. Also wir sagten, dass wir einen Kaiserschnitt wollen. Es ging dann alles recht schnell und auf einmal war unsere Tochter auch schon auf der Welt. Mein Mann war im OP mit dabei und hat die kleine gleich mit der Hebamme und dem Kinderarzt begleitet. Nach der OP bin ich 6 Std später aufgewacht. Mein Mann erzählte mir nachher, dass sich meine Gebärmutter nicht zusammengezogen hat und der Arzt sie deshalb entfernen musste. Ich habe auch ziemlich viel Blut verloren und hab insgesamt 5 Blutkonserven bekommen. Mein Mann und ich hatten noch im Krankenhaus ein Gespräch mit einer Psychologin und ich muss es auch immer wieder erzählen. Wir wollten zwar immer zwei Kinder und denken schon an Leihmutterschaft…Liebe Grüße
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby Nala on 07 Dec 2017, 23:28

Ich habe in meinem Bekanntenkreis ein Paar, das auf natürlichem Weg kein Kind bekommen kann und für eine Adoption schon etwas zu alt ist. Dennoch haben sie einen nachvollziehbar starken Kinderwunsch und denken jetzt darüber nach, sich ihren Lebenstraum doch noch mit einer Leihmutter in der Ukraine oder Indien zu erfüllen. Im Unterschied zu Deutschland lässt die Rechtslage in diesen Ländern diesen Weg zu. Ist es moralisch vertretbar, diesen Weg zu gehen? Die Leihmutter soll relativ großzügig entlohnt werden, ist es aber nicht trotzdem eine Ausnutzung von deren Notlage, wenn man diesen Weg geht? Wie soll man sich verhalten, wenn die Leihmutter während der Schwangerschaft eine derart enge Bindung zu dem Kind aufgebaut hat, dass sie das Kind nach der Geburt nicht mehr abgeben will? Oder ist es zum Nutzen beider Seiten - schließlich könnte die Leihmutter auf anderem Weg niemals so viel Geld verdienen... Also, du musst selbst entschieden. Aber ich denke, wenn du schon 2 Kinder hast, dann kannst du deinen Wunsch unterdrücken
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby Louisa1998 on 12 Dec 2017, 01:54

Ich halte eine Leihmutterschaft für moralisch nicht in Ordnung. Wenn eine Frau ihren Körper oder ihre Eizelle gegen Geld zur Verfügung stellt, tut sie das ja nicht aus Nächstenliebe, sondern gegen Bezahlung. Da sie das Geld aus existenzieller Not heraus braucht (was ich mir in z.B. Indien gut vorstellen kann) wird hier mit einem Kind als Ware gehandelt. Und das kann nicht richtig sein. Während einer Schwangerschaft wird eine Bindung zum Kind und umgekehrt aufgebaut. Und das kann man nicht wegkaufen. Ich frage mich bei solchen Themen nur wo die Grenzen sind. Ist dann auch ok wenn Leihmütter eingesetzt werden, damit reiche Frauen sich ihre Figur in der Schwangerschaft nicht versauen? Ich kann verstehen, dass ein unerfüllter Kinderwunsch sehr schwer ist und man diverse Optionen durchdenkt. Aber irgendwo muss es doch ethische Grenzen geben und man sich damit abfinden das es eben nicht klappt.
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby Nala on Yesterday, 02:19

Es tut mir sehr sehr leid für dich! Ich habe vor einem halben Jahr mein Sohn zur Welt gebracht. Mein Bauch war riesig und es hieß dass es ein kräftiges Kind sein wird. Mir wurde mittels Bändchen eingeleitet, am Nachmittag hatte ich erste Wehen, aber der Muttermund ging nicht auf. Immer wieder Wehen, aber der Muttermund wollte nicht und nicht aufgehen. Die Hebammen hatten schon alles Mögliche versucht. Nachdem ich die Nacht am CTG gehangen war, war ich mit den Nerven komplett am Ende und hab nur noch geheult. Mein Mann kam dann und gemeinsam beschlossen wir dass wir jetzt einen Kaiserschnitt wollen. Der Oberarzt hatte sich in der Zwischenzeit nochmals die CTG der Nacht angesehen und gemeint, er will jetzt noch einen Ultraschall. Dort stellte sich heraus, dass unser Baby mit dem Kopf zwar nach unten liegt, aber Richtung Bauchdecke schaut. Also wir sagten, dass wir einen Kaiserschnitt wollen. Es ging dann alles recht schnell und auf einmal war unsere Tochter auch schon auf der Welt. Mein Mann war im OP mit dabei und hat die kleine gleich mit der Hebamme und dem Kinderarzt begleitet. Nach der OP bin ich 6 Std später aufgewacht. Mein Mann erzählte mir nachher, dass sich meine Gebärmutter nicht zusammengezogen hat und der Arzt sie deshalb entfernen musste. Ich habe auch ziemlich viel Blut verloren und hab insgesamt 5 Blutkonserven bekommen. Mein Mann und ich hatten noch im Krankenhaus ein Gespräch mit einer Psychologin und ich muss es auch immer wieder erzählen. Wir wollten zwar immer zwei Kinder und denken schon an Leihmutterschaft…Liebe Grüße
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