zieht ihr das überhaupt in Betracht

Engeline
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Beitrag von Engeline »

In den USA und Ukraine ist das genauso wie hier Adoption ein ganz normales Unterfangen. Gerade Leihmütter müssen sich Tests unterziehen die auf Psyche und körperliche Gesundheit beziehen. Vertraglich (Anwalt und Notar) wird mit den Leihmüttern ein Vertrag unterzeichnet, in denen genau hervorgeht, dass Eltern dann eben die Dame und der Herr sind und da ist es nicht mit nicht getan, da sie es lediglich wie ein Brutkasten ausgetragen hat. Dafür bekommen Leihmütter ca. 10000 Dollar. Klar gibt es Gesellschaften, die das günstiger machen und wie bei einem Kinderhandel aussieht, doch es gibt wirklich gute Organisationen für sowas.
Außerdem warum sollten Frauen und Männer nicht ein eigen Fleisch und Blut haben, auch wenn es eine andere austrägt? Adoption hier in Deutschland und auch im Ausland kann man fast knicken. Mein Mann und ich wollten vor einigen Jahren adoptieren und immer passte irgendwas nicht. Der deutsche Staat fördert Adoptionen nicht wirklich, sondern behindert solch eine Prozedere und daher wollen Paare dann eben ins Ausland wegen Adoption oder Leihmütter. Es ist aber nichts Verwerfliches daran, denn diese Leihmütter machen sowas meist, da sie helfen wollen, damit ihr Lebensunterhalt beziehen oder da sie selber kein Kind behalten wollen, doch mal die Erfahrung machen wollen. Es gibt Mittel und Wege über das Ausland und damit einzureisen, doch das ist ein komplizierter, aufwendiger und teurer Prozess. Soll Frau mit einem Samenspender ins Bett um SS zu werden? Ist sowas besser?
paprik_a
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Beitrag von paprik_a »

Also ich selber könnte nie als Leihmutter arbeiten, könnte mir aber, unter den von dir genannten Umständen, vorstellen so eine Möglichkeit zu nutzen. Meine Befürchtung wäre zwar auch, dass diese Frau plötzliche Muttergefühle für mein Kind entwickelt aber ein Recht auf das Kind hätte diese Person letztendlich doch trotzdem nicht. Ich würde wahrscheinlich auch am liebsten wollen, dass jene Frau rund um die Uhr in meinem Blickfeld ist damit ich kontrollieren kann ob sie sich auch verantwortungsvoll verhält. Adoption kann ich auch nicht vorstellen.
Weil es nie so mein Kind werden würde, wie ein leibliches, das ich in meinem Bauch gespürt habe und geboren habe. Ich finde das man schon während der Schwangerschaft eine sehr sehr enge Bindung aufbaut, und wenn dieser Teil fehlen würde, hätte ich nicht das 'mein Kind Gefühl'. Denke ich. Außerdem hätte ich auch Angst dass die Mutter sich doch noch entscheidet das Kind zu behalten, gibts ja öfters. Ich kann mir aber vorstellen, dass jemand der noch keine Schwangerschaft hatte schon eine sehr enge Beziehung aufbauen kann, wie zu einem leiblichen Kind.
Pika4u
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Beitrag von Pika4u »

Wenn ein Paar ungewollt kinderlos bleibt, dann kann das eine Beziehung stark belasten. Manche Paare, die sich Kinder wünschen, denken deshalb über eine Leihmutter nach.
Bei einer Leihmutterschaft trägt eine Frau in ihrer Gebärmutter ein fremdes Kind aus und übergibt es danach an seine genetischen Eltern. Kann ein Paar keine Kinder bekommen, weil entweder der Mann oder die Frau unfruchtbar ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Befruchtung. So kann die Eizelle der genetischen Mutter mit den Samen eines fremden Mannes befruchtet werden, falls das Sperma ihres Partners das Problem ist.
Umgekehrt kann auch die Eizelle einer fremden Frau mit dem Samen des Vaters befruchtet und einer Leihmutter eingesetzt werden. Es wird dabei aber unbedingt dazu geraten, keine Eizelle der Leihmutter zu verwenden, damit ihre Bindung an das Kind nicht zu stark ist.
In vielen Ländern auf der Welt sind Leihmutterschaften grundsätzlich verboten. Legal sind sie allerdings in einigen Staaten der USA und in Ländern wie Indien oder der Ukraine.
Wenn ein Paar keine Kinder bekommen kann, gibt es zwar grundsätzlich auch die Möglichkeit, ein Kind zu adoptieren. Die Anforderungen dafür sind aber hoch – und die Nachfrage ist sehr groß.
Außerdem ist ein adoptiertes Kind nicht mit seinen Eltern verwandt. Und so einige Paare entscheiden sich deshalb für eine Leihmutterschaft.
kühn
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Beitrag von kühn »

Man muss moralisch nochmal unterscheiden zwischen Frauen, die keine Kinder bekommen können und welchen, die keine mehr bekommen wollen. Aber für die Leihmutter finde ich das auch völlig unerheblich. Egal aus was für Gründen jemand sich für eine Leihmutter entscheidet (und so traurig oder dramatisch oder egoistisch die Gründe sind), ich finde das geht einen Schritt zu weit.
Es geht hier darum, einer Mutter ihr Kind wegzunehmen (bzw. abzukaufen)! Ich kann nicht verstehen! Und wie man aus den Postings lesen kann, würden es zwar viele in Anspruch nehmen - selbst aber nie machen. Warum denn nicht? Weil es zu sehr schmerzt, richtig. Das ist es nämlich worum es geht. Um die Leihmutter. Das kann man einer Frau nicht zumuten. Glaubt ihr, die Leihmütter sind emotional so kalt, dass sie das schon wegstecken? Sie haben sich ja schließlich dafür entschieden es zu machen? Also müssense schon damit klarkommen?
Ich sehe das anders. Selbst wenn sich eine Frau entschieden hat, das zu machen, es ist und bleibt grausam einer Mutter ihr Kind wegzunehmen. Findet ihr das nicht? Nochmal: ich habe vollstes Verständnis für Kinderwunsch-Eltern. Aber ich sehe das Thema aus Sicht der Leihmutter. Deren Wohl sollte (nach meinen moralischen Vorstellungen) an dieser Stelle vor das der Kiwu-Eltern gestellt werden.
Pika4u
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Beitrag von Pika4u »

Ich weiß nicht, wie stark mein Kinderwunsch sein müsste, um das zu machen. Ich kann es mir absolut nicht vorstellen. Allerdings weniger, weil ich prinzipiell dagegen wäre, denn im Endeffekt ist es nichts anderes als eine Adoption.
Aber ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass eine Frau, die 9 Monate lang ein Baby in ihrem Bauch hatte, die Bewegungen gespürt hat und sich darum gesorgt hat, einfach so nach der Geburt dieses Wesen hergeben kann ohne einen psychischen Schaden davon zu bekommen. Dazu müsste die Mutter die ganze Schwangerschaft über verhindern eine Beziehung zum Ungeborenen herzustellen und das halte ich für unmöglich, wenn man psychisch gesund ist.
Ich habe eine Zeit lang mal darüber nachgedacht, ob ich Leihmutter sein könnte. Da es bei meinem Bruder mit dem Nachwuchs leider nicht so recht klappen will habe ich mir die Situation ausgemalt, ob ich ihm mein Baby schenken könnte. Und obwohl ich in der Schwangerschaft schwere Depressionen hatte und den Fötus erst sehr spät annehmen und eine Beziehung zu ihm aufbauen konnte (ab der 30. Woche etwa), hätte ich das nie gekonnt. Deswegen kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass es Frauen gibt, die nicht daran zerbrechen, dass sie kein Recht haben das Kind zu sehen, welches sie geboren haben.
yourAngel
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Beitrag von yourAngel »

Für mich selbst ist es ehrlich gesagt schwierig. Die Paare, die LM in Erwägung ziehen scheinen mir sehr verzweifelt zu sein.
Bei unserem ersten Kind haben wir problemlos schwanger geworden. Bei dem Geschwisterchen aber nicht und es hat mir seehr belastet. Wir wollten gerne noch ein Kind und es hat erst nicht geklappt. Jeden Monat zu hoffen und bangen ist einfach schrecklich, weil es einfach nichts passierte, 3 Jahre lang. Wir haben schon ein Kind und haben uns deshalb nicht so sehr unter Druck gesetzt, trotzdem war es nervlich, besonders für mich. Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich hätte noch kein Kind gehabt, hätte ich noch mehr darunter gelitten. Deshalb kann ich gut nachvollziehen, dass man jede Möglichkeit in Betracht zieht, einfach um den Wunsch zu verwirklichen. Ob es wirklich der richtige Weg ist, kann ich so pauschal sagen. Habe in andere Foren gelesen, dass es die Gefahr gibt, dass die Leihmutter das Kind behalten kann. Ich denke aber, in den seriösen Agenturen ist das unmöglich. Mir belastet dabei nur der Fakt dass man vielleicht keine Beziehung zum Kind hat, weil es schon sich in der Schwangerschaft bildet Da fällt es vielleicht schwerer, das Kind anzunehmen, denn bis dahin ist alles nur theoretisch. Vielleicht würde ich diesen Weg auch gehen, wenn ich keine Kinder bekommen könnte, wer weiss. Denn ein Adoptivkind zu bekommen, ist gar nicht einfach. Ein Pflegekind würde für mich niemals in Frage kommen, da ich wohl ohne eigene Kinder daran zerbrechen würde, wenn ich es nach einem Jahr wieder abgeben müsste. Das wäre für mich einfach nicht zu ertragen.
Dream
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Beitrag von Dream »

Die Frau des Bruders vom meinem Freund hatte schon 2 künstliche Befruchtungen, weil es bei ihnen auf natürlichem Wege auch nicht klappt. Sie hat gemeint es wäre schon sehr schmerzhaft und sie hatte ständig so ein Ziehen im Unterleib.
Aber sie war auch psychologisch ganz schön angeschlagen. Denn sie wollte unbedingt, dass es klappt. Beim zweiten Mal hat es ganz oft nicht unfunktioniert. Man bekommt, soweit ich sie verstanden habe, ja auch immer mehrere befruchtete Eizellen eingepflanzt. Zuletzt war sie dann mit Zwillingen schwanger. Also Laika, du solltest dich dann klar machen, ob sie gleich mehrere Babys aufeinmal will. Im Ernstfall.
Zuletzt geändert von Dream am 29 Mai 2020, 22:37, insgesamt 1-mal geändert.
LeonieR
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Beitrag von LeonieR »

Es ist wirklich schwer zu sagen.
Einerseits würde ich problemlos Leihmutterschaft in Betracht ziehen. Ich weiß zum Glück nicht, was kinderlose und verzweifelte Eltern fühlen. Kann aber gut nachvollziehen. Es ist wirklich unerträglich, wenn ein Paar einen starken Kinderwunsch hat und es klappt nicht. Noch unerträglicher aber ist, wenn ein Ausweg Leihmutterschaft ist, aber in unserem Land ist es doch illegal. Wie kann man so eine Enttäuschung erleben? Die Mehrheit weiß überhaupt nicht, dass es so eine Methode im Ausland gibt. Und diese Paare leben weiter ohne Kind und denken, dass sie nie Eltern werden können. Also würde ich aus gesundheitlichen Gründen keine Kids bekommen, dann würde die Leihmutterschaft in Frage kommen.
Andererseits weiß ich nicht Bescheid, wie schwer es für mich wäre zu wissen, dass nicht ich sondern andere Frau mein Kind 9 Monate lang im Bauch hatte. Das muss wirklich schwer sein. Was würde mein Mann fühlen? Was würden andere sagen (Eltern, Verwandte und Co.)?
Und was, wenn die Leihmutter 20 Jahre später dieses Kind sehen will? Das würde mich glaub ich umbringen.
Oder was wenn mein Kind in 20 Jahren erfährt, dass er dank Leihmutterschaft zur Welt gebracht wurde!?
Zu viele Pros und Cons. Also wirklich schwer zu sagen…
Schnecke
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Beitrag von Schnecke »

Hallo. Mein erstes Kind ist ein Spenderkind und das zweite auf natürlichem Wege entstanden. Kann sagen, dass ich keinen grossen Unterschied in meinen Gefühlen sehe. Nur denke ich manchmal, dass meine 2.Tochter besonders ist weil sie auf natürlichem Wege entstanden ist, trotz dass ich laut allen Ärzten und Untersuchungen keine Kinder bekommen kann. Der Weg zur EZS war lang. Die Ärzte konnten lange Zeit nicht verstehen, dass die Eizellenqualität sehr sehr schlecht ist obwohl ich damals nur 31 Jahre alt war. Uns wurde dann geraten eine ICSI mit PID machen lassen und ich habe mich sofort dafür entschieden, weil ich unbedingt ein Kind wollte. Und endlich sah ich eine Lösung die wirklich erfolgversprechend war. Bereut habe ich den Weg nicht, aber natürlich denke ich manchmal an die Zukunft. Ich kenne aber wirklich keiner der den Weg gegangen ist und es bis jetzt bereut hat. Wirst du dann bestimmt auch nicht.

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