leihmutter oder adoption?

leihmutter oder adoption?

Postby Pika4u on 03 Feb 2016, 16:14

Hallo zusammen,
da mein Mann an Azoospermie leidet, können wir leider keine eigenen Kinder bekommen. Nun überlegen wir uns, ob wir eine Leihmutter beauftragen oder ein Kind adoptieren sollen. Die Frage ist wirklich schwierig für uns. Nach zahlreichen gemeinsamen Gesprächen können wir uns vorstellen, solchen Schritt zu tun. Also wir fühlen uns beide bereit, Eltern zu werden und Verantwortung für ein Menschenleben zu tragen, weil ich schon 38 bin und mein Mann 43.
Ich habe mich schon auf verschiedenen Kinderwunsch-Foren umgeschaut und ein bisschen recherchiert. Es gibt genug Infos über beide Wege. Das Problem ist, wir sind bereit, Eltern für ein Kind zu werden ganz davon unabhängig, was das für ein Kind sein wird. Wir haben genug Liebe in uns eingesammelt, um ein Menschlein glücklich zu machen. Die Frage aber ist, welchen Weg wir am besten nehmen sollen - Adoption oder Leihmutterschaft. Ich möchte aber erst beide Möglichkeiten betrachten. Also: Am Mittwoch haben wir mit der Diakonie in unserer Stadt ein erstes Informationsgespräch. Bei uns in der Stadt ist es egal, ob man sich mit dem Jugendamt oder einer der beiden Kirchlichen Einrichtungen zusammen setzt, deshalb haben wir uns für die Diakonie entschieden. Außerdem sucht die Stadt bereits in den Zeitungen nach Pflegefamilien für Kinder. Nun meine Fragen an euch, die ihr bereits Erfahrungen gesammelt habt: Wie läuft so ein Verfahren im Allgemeinen ab? Worauf muss man sich einstellen? Gibt es Unterschiede in den Voraussetzungen für die Anerkennung als Adoptiveltern und Pflegeeltern?
Die Fragen an die, die schon solche Erfahrungen im Ausland gemacht haben: Wo? (Ukraine? Indien? USA?) Wie schwer so ein Verfahren sein kann? Kosten? Und das Letzte:
Selbstverständlich kann uns keiner sagen, welchen Weg wir nun gehen sollen, das müssen wir natürlich für uns selber entscheiden. Ich möchte aber gerne ein paar Gedanken (Ratschläge, Warnungen) bekommen von denen, die sich vielleicht in einer ähnlichen Situation befinden haben.
Pika4u
 
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Re: leihmutter oder adoption?

Postby paprik_a on 03 Feb 2016, 16:30

Hallo,
also für ein Deutsches Kind kannst du gut und gerne mal einige Jahre Wartezeit in Kauf nehmen.
Du wirst mehr Information über Adoption wissen. Bei Pflegekind nicht. Allerdings muss man bedenken, Pflegekinder kommen oft aus schwierigen Verhältnissen sind leider dann eben sehr fordernd. Sie benötigen viel seelische Arbeit und das muss man aus 100%Überzeugung tun.
Du bist 38 Jahre alt, ich kenne so viele Frauen die ihr erstes Kind mit 40 bekommen aus verschiedenen Gründen, zum Beispiel Karriere oder spät den passenden Partner gefunden. Letztendlich ist das eure Entscheidung welchen weg ihr geht. Aber eine Leihmutterschaft geht nur übers Ausland, ist in Deutschland leider verboten. Natürlich müsst ihr bei Adoption auch ein bestimmtes Einkommen nachweisen, das nicht zu knapp bemessen wird. Bei der Adoption im Ausland würde ich um einen Missbrauch vorzubeugen, den Kontakt über eine Agentur und Kontakt des Jugendamts machen und dass im Ausland mehr Geld kostet als man denkt.
Man kann nicht einfach vorbeikommen und sagen „hallo hier bin ich und dann nimmst du das Kind mit“. Was ist wenn das Kind nicht zu dir will. Das kann auch passieren.
in jedem Fall wünsche dir viel Erfolg bei jedem Weg
paprik_a
 
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Re: leihmutter oder adoption?

Postby Pika4u on 03 Feb 2016, 17:09

Hallo paprika,
Danke dir für die Antwort! Ich dachte mir schon, dass es bei deutschen Kindern ein bisschen länger mit Adoption dauern kann. Ein paar Jahre Wartezeit ist nicht so tragisch, wenn man am Ende ein Kind bekommt. Nur die Formalitäten und Termine und Ungewissheit können nervtötend sein. Und bei der Adoption im Ausland… ich denke mir jetzt, wenn wir schon so viele Flüchtlinge hier in Deutschland bekommen, wäre das nicht vernünftiger, ein Pflegekind zu nehmen? Wäre da nicht das ganze Prozedere für uns einfacher? Und vor allem schneller? Platz haben wir ja genug sogar für 2 Kinder. Das Haus ist groß und im Garten kann man sogar Fußball spielen. Eigentlich sind wir bereit schon heute mit der Elternschaft anzufangen. Geht leider nicht. Da hast du recht. Klar haben solche Kinder manches hinter sich, da muss man mit psychologischen Traumata rechnen und die Sprachbarriere, und die Mentalität… Aber das Elternsein ist doch keine Party. Bin vielleicht nicht bereit, schwanger zu werden, aber Mutter schon. Das weiß ich ganz bestimmt.
Und mit der Leihmutterschaft kann ich wahrscheinlich bei manchen bestimmten Kliniken schriftlich anfragen, statt nur die Werbung im Internet anzuschauen (die 66jährige hat ihr Baby in der Ukraine bekommen. Vielleicht bei der Klinik anfangen?:)
Alles gute!
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Re: leihmutter oder adoption?

Postby Engeline on 03 Feb 2016, 17:21

Die Leihmutterschaft ist unter den deutschen unfruchtbaren Paaren häufiger geworden. So hat sich die Anzahl der Familien, die sich an die Leistungen von Leihmüttern in der Ukraine gewendet haben, im Vergleich mit dem vorigen Jahr verdoppelt. In Deutschland gilt Embryonenschutz, demgemäß ist es verboten, den genetisch fremden Embryo zu übertragen und gespendete Eizellen zu benutzen. Das Gesetz erlaubt auch keine Forschungen von den menschlichen Embryonen und beschränkt wesentlich die Fälle deren Kryokonservierung. Leihmutterschaft ist ebenso streng verboten. Viele deutsche Paare, die mit der Unfruchtbarkeit konfrontiert sind, fahren nach der Hauptstadt der Ukraine, Kiew. Die Ursachen sind einfach und begreiflich. Erstens, erlaubt die ukrainische Gesetzgebung alle Verfahren betreffs der Sterilitätsbehandlung durchzuführen. Zweitens, geht es um den Preis. In der Ukraine sind Dienstleistungen im Bereich der Hilfsfortpflanzungstechnologien qualitativ gleichwertig den europäischen Kliniken und preislich konkurrenzfähig. Die Behandlung in der ukrainischen Klinik BioTexCom kostet den Ausländern zwei- oder dreimal billiger als in den USA oder in Europa. Diese Klinik ist führend im Gebiet der Reproduktionsmedizin in der Ukraine.
Deutsche Paare bevorzugen eine Leihmutterschaft vor der Adoption, da sie in dem ersten Fall das genetisch leibliche Kind (oder mithilfe von dem Biomaterial einer von den Ehegatten) bekommen.
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Re: leihmutter oder adoption?

Postby Susi on 04 Feb 2016, 13:35

Auch wir haben nach jahrelangen IVfs überlegt eine Adoption anzustreben. In unserem Alter war auch nur noch eine Auslandsadoption möglich. Im Inland ist die Wartezeit einfach sehr hoch. Mehr oder weniger muss man eine Auslandsadoption selbst organisieren. Es wird einem nicht viel geholfen. Ich fand überhaupt die Ansprechpartner bzgl Adoption nicht sehr kooperativ und daher haben wir das Projekt relativ schnell auf Eis gelegt.
Außerdem werden vom Ausland auch nur ältere Kinder vermittelt u da ich selbst Pädagogin bin, weiß ich, was in den ersten Jahren alles kaputt gemacht werden kann.
Pflegeelternschaft wollte ich nicht. Allein schon der Gedanke, dass die richtige Mutter Anspruch auf das Kind hat... wäre für mich nicht vorstellbar gewesen.
Wir haben uns dann schlussendlich für eine Leihmutterschaft entschieden u das war der perfekte Weg für uns. Unsere Tochter ist nun ein Jahr alt u zuckersüß.
Wir haben es in Kiew bei Biotexcom gemacht. Die Kosten: Es kommt darauf an, welches Programm ihr wählt (zwischen 30.000 u 50.000€) plus Flugkosten.
Alles Gute!
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Re: leihmutter oder adoption?

Postby Ruth on 10 Feb 2016, 21:45

Eine Adoption sollte gut überlegt sein, denn schließlich ist es nicht nur wichtig, dass es Euch als Paar mit der Situation gut geht, sondern auch das Adoptivkind muss sich in der neuen Umgebung wohl fühlen. Die Schwierigkeiten sind abhängig vom Alter des Kindes, in dem die Eltern das Kind adoptieren. Das Kind kann verhaltensgestört sein oder eine Verhaltensstörung entwickeln, die Eltern ablehnen, ununterbrochen Aufmerksamkeit von den Eltern fordern oder straffällig werden. Es kann Schwierigkeiten mit den eigenen Kindern geben, z.B. dass diese sich benachteiligt fühlen oder sagen: "Du bist ja gar nicht unser Geschwisterchen". Das Kind droht, wegzulaufen, wieder ins Heim zu gehen, nimmt Drogen. In der Pubertät lehnt es die Eltern ab, weil es nicht die leiblichen Eltern sind. Das Kind betont immer wieder, dass die Eltern es nur aus Mitleid oder Egoismus adoptiert haben und nicht, weil sie es lieben. Das Kind zweifelt ständig an der Liebe der Eltern und die Eltern fühlen sich hilflos. Eine Alternative zu einer Adoption ist die Aufnahme eines Pflegekindes. Pflegekinder kommen aus Familien, in denen die Eltern sich nicht ausreichend um ihre Kinder kümmern. Sie leben zwar wie ein Adoptivkind in einer Pflegefamilie, sind aber rechtlich gesehen weiterhin Kinder der Herkunftsfamilien
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Re: leihmutter oder adoption?

Postby Louisa1998 on 13 Feb 2016, 19:36

Ich habe das heute auch gelesen und mir meine Gedanken gemacht. Für mich käme es nie in Frage, ein Kind von einer Leihmutter austragen zu lassen, denn ich würde mich immer so fühlen, als hätte ich einer Frau ihr Kind entrissen, auch wenn es aus einer befruchteten Eizelle von meinem Mann und mir entstanden wäre. Hätte ich nicht schwanger werden können, hätte ich alle Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung genutzt, egal was es gekostet hätte. Eine Adoption könnte ich mir auch vorstellen, ich hätte dann wahrscheinlich ein Waisenkind adoptiert, evtl. sogar Geschwister. Dieses Thema ist für mich auch noch nicht vom Tisch, aber das wäre nur möglich, wenn wir irgendwann ein großes Haus unser Eigen nennen könnten.
Ein Pflegekind aus einer zerrütteten Familie könnte ich mir jedoch nicht vorstellen, vor allem dann nicht, wenn das Kind traumatisiert wäre.
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Re: leihmutter oder adoption?

Postby Paula on 13 Mar 2016, 19:38

Hallo zusammen!
Es ist eine schwierige Frage, die man nicht eindeutig beantworten kann. Die Meinungen der Menschen können sehr unterschiedlich sein. Die einige Leute unterstützen die Adoption. Die Anderen sind die Gegner dieser Option.
Heutzutage entwickelt sich die Medizin sehr schnell. Deshalb sind solche Optionen wie Leihmutterschaft oder Eizellspende keine Überraschung. Solche Prozeduren geben den kinderlosen Ehepaaren die Möglichkeit das Kind zu bekommen. Persönlich ich bevorzuge die Leihmutterschaft.
Die Erblichkeit spielt eine wichtige Rolle. Ein adoptiertes Kind kann an verschiedenen Krankheiten leiden. Es kann auch verschiedene Folge für die Eltern verursachen. Die Leihmütter sollen eine große Menge der medizinischen Untersuchungen machen. Es kann die Risiken der Krankheiten minimisieren. Ich glaube, dass die beiden Optionen die Familie glücklicher machen können. Aber man soll die Entscheidung im Familienkreis besprechen, weil die Unterstützung der Verwandten eine wichtige Rolle spielt.
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Re: leihmutter oder adoption?

Postby Kelli on 14 Mar 2016, 22:09

Hallo zusammen!
Ich unterstütze die Meinung, dass man kaum diese Frage eindeutig antworten kann. So viele Menschen, so viele Meinungen. Aber jede Entscheidung hängt von der Situation ab. Für einige Menschen wird die Leihmutterschaft die beste Auswahl. Für die Anderen ist die Adoption die einzige passende Möglichkeit. Ich glaube, dass man solche Entscheidungen in dem Familienkreis treffen soll. Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass es eine große Verantwortung ist. Man soll die möglichen Folge auf Bedacht nehmen.
Als es gesagt wurde, kann das Kind an verschiedenen Krankheiten leiden. Die Adoptionseltern können über diese Probleme überhaupt nichts wissen. Es hängt sehr viel von der Erblichkeit ab. Das Kind kann auch irgendwelche Schwierigkeiten haben, die mit Entwicklung verbunden sind. Es ist sehr bedeutsam zu wissen, dass das Kind gesund und kräftig ist. Ich glaube, dass in diesem Sinn die Leihmutterschaft besser ist.
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Re: leihmutter oder adoption?

Postby Lisel1 on 18 Mar 2016, 00:28

Hallo!
Es versteht sich von selbst, dass diese Frage man nicht einfach antworten kann. Jede Entscheidung soll individuell sein. Sehr viel hängt von der Situation und den Bedingungen ab. Man soll sehr gut daran denken. Vielleicht kann man mit der Spezialist darüber sprechen. Die Unterstützung der Familie spielt auch eine wichtige Rolle.
Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich die Leihmutterschaft auswählen. Die Gesundheit des zukünftigen Kindes ist für mich das wichtigste. Ich glaube, dass zufällig ein adoptiertes Kind an verschiedene Krankheiten leiden kann. Nicht immer kann man mit Hilfe der medizinischen Untersuchungen alle Krankheiten finden. Die Gesundheit der Leihmutter ist sehr stark kontrolliert. Deshalb sind die Risiken der Krankheiten von zukünftigen Kindern sehr niedrig. Ich hoffe, dass alle kinderlosen Ehepaare, die einen starken Kinderwunsch haben, bald die Eltern werden.
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