Was eben?

Was eben?

Postby Engeline on 16 Sep 2016, 17:08

Hallo zusammen,
Seit langer Zeit interessiert mich eine Frage. Da ich schon Menopause habe und mein Mann dazu an Azoospermie leidet, können wir leider keine eigenen Kinder bekommen. Nun überlegen wir uns, ob wir eine Leihmutter beauftragen oder ein Kind adoptieren sollen. Also wir fühlen uns beide bereit, Eltern zu werden und Verantwortung für ein Menschenleben zu tragen. Ich habe mich schon auf verschiedenen Foren umgeschaut und ein bisschen recherchiert. Es gibt genug Infos über beide Wege. Das Problem ist, wir sind bereit, Eltern für ein Kind zu werden ganz davon unabhängig, was das für ein Kind sein wird. Wir haben genug Liebe in uns eingesammelt, um ein Menschlein glücklich zu machen. Die Frage aber ist, welchen Weg wir am besten nehmen sollen - Adoption oder Leihmutterschaft.
Die Fragen an die, die schon solche Erfahrungen im Ausland gemacht haben: Wo? (Ukraine? Indien? USA?) Wie schwer und riskant so ein Verfahren sein kann? Kosten? Und das Letzte:
Selbstverständlich kann uns keiner sagen, welchen Weg wir nun gehen sollen, das müssen wir natürlich für uns selber entscheiden. Ich möchte aber gerne ein paar Gedanken bekommen von denen, die sich vielleicht in einer ähnlichen Situation befinden haben.
Liebe Grüße
Engeline
 
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Re: Was eben?

Postby Agnes.frankes on 16 Sep 2016, 17:11

Du wirst genaustens durchleuchtet bei Adoption. Denkst du an Pflegekind nicht? Allerdings muss man bedenken, Pflegekinder kommen oft aus schwierigen Verhätlnissen, sind leider dann eben sehr fordernd. Sie benötigen viel seelische Arbeit und das muss man aus 100% Überzeugung tun. Ich kenn so viele die ihr erstes Kind mit 40 bekommen aus verschiedenen Gründen, zum Beispiel Karriere oder eben spät der passend Partner gefunden. Ich bin mir sicher ein Bauch steht dir gut und da Gefühl das Baby in dir wachsen zu spüren und Bande zu knüpfen würde dir nicht schwer fallen. Letztendlich ist das eure Entscheidung, welchen Weg ihr geht.
Aber eine Leihmutterschaft geht nur übers Ausland, ist in Deutschland verboten. Natürlich müsst ihr bei Adoption auch ein bestimmtes Einkommen nachweisen, das nicht zu knapp bemessen wird.
Bei einer Adoption im Ausland würde ich um einen Mißbrauch vorzubeugen, den Kontakt über eine Agentur und Kontakt des Jugendamts machen und das im Ausland kostet mehr Geld als man denkt. Mehrer Besuche des Kinds mit dem Flieger und Hotel etc. Man kann nicht einfach vorbeikommen und sagen hallo. Hier bin ich und dann nimmst du das Kind mit.
Was ist wenn das Kind nicht zu dir will. Das gibts auch und kann passieren.
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Re: Was eben?

Postby Bibolina on 16 Sep 2016, 17:15

Also für eine Adoption in Deutschland kommst du sowieso nicht mehr in Frage, dafür seid ihr schlicht und ergreifend zu alt. Pflegeeltern werden händeringend gesucht und dies kann man relativ schnell und einfach werden. Ich habe das durch, war selber Pflegefamilie und ich muss leider sagen, ich würde es nicht wieder machen. Eventuell mit einem sehr, sehr kleinen Kind, wo die Verhältnisse eindeutig geklärt sind.
Aber ältere Kinder oder ungeklärte juristische Verhältnisse sind etwas, dass man kaum mit normalen, menschlichen Nerven durchstehen kann. Ich spreche hier aus Erfahrung.
Willst du selber nicht schwanger werden z.B. mit Spendersamen? Oder Adoption aus dem Ausland.
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Re: Was eben?

Postby eva2Abel on 16 Sep 2016, 18:48

Wenn du in Deutschland ein Kind adoptieren möchtest, musst mindestens 25 Jahre alt sein. Eine Obergrenze für die Adoption kennt das Gesetz nicht, dennoch sinken die Chancen ein Kind zu adoptieren mit steigendem Alter. Die Altersdifferenz zwischen Adoptivkind und Eltern sollte nicht mehr als 40 Jahre betragen.
Ein paar Jahre in Kauf zu nehmen bis wir am Ziel sind, sind wir beide bereit: Hab so viele Berichte von verschiedenen Paaren gefunden, dass ich mich in den Infos, im Internet und sogar in der Zeit schon zu verlieren glaube. Also die Wartezeit ist für viele das deprimirendste von der ganzen Sache, das, was einen fertig macht. Deswegen hatte ich die Idee mit Flüchtlingskindern. Ob das vielleicht schneller und nichts so kompliziert wäre…
Und die Schwangerschaft… ich habe keine Angst dick zu werden (bin kein Modell), sondern Angst vor der Schwangerschaft. Genau vor dem, was sich so viele wünschen: wie es im Körper etwas wächst und ihn verändert. Ein Alptraum für mich. Ein Horror. Das ist mein persönliches Problem. Meinem Mann ist das letztendlich egal, wie alle meine Ängste. Schließlich hat jeder was.
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Re: Was eben?

Postby Engeline on 16 Sep 2016, 18:51

Dankeschön für eure Antworten! Also was Kinder angeht, natürlich sind wir bereit das zu nehmen, was kommt. Sogar 2 Kinder – Zwillinge, Geschwister. Ich dachte mir, wenn das Kind hier alleine ankommt, wird es sich bestimmt schrecklich einsam am Anfang fühlen. Zu zweit wird der Schock, nehme ich an, nicht so schwer zu bewältigen. So siehe ich das und dies ist der Weg, der mir besser gefällt.
Meinem Mann wäre es liebe, den anderen, den der Leihmutterschaft zu gehen. Gestern Nacht haben wir ein Dutzend Reproduktionszentren gesehen, bei denen das Angebot mehr oder weniger vernünftig ausseiht, ausgesucht, und heute kann ich mich mit dem Verschicken der Anfragen beschäftigen: Wir starten im Osten mit der Ukraine, wo die Preise am niedrigsten sind, und gehen gen Westen nach England, wo der teuerste Service in Europa angeboten wird. Die Auswahl ist riesig groß!
Und was die Schwangerschaft angeht muss ich sagen, dass mein Mann mit seiner Azoospermie der absolut richtige für mich ist. Besser könnten wir einander in diesem Sinne nicht passen. Deswegen habe ich an ein Gespräch mit Hebamme nie gedacht. So ist es…Alles Gute!
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Re: Was eben?

Postby Fuchs on 16 Sep 2016, 18:55

Das Thema Leihmutterschaft hatte ich auch schon einmal angesprochen. In einer Art stimmt es, dass es für die Bestelleltern einfacher wäre. Aber bedenke, dass in vielen Reportagen aus Amerika oder England bekannt geworden ist, dass auch die Leihmütter am Ende der Schwangerschaft ins Grübeln kommen und sogar nach der Entbindung die Kinder nicht mehr hergeben wollen, also auch dann heulend da sitzen. Gut es gibt einen Vertrag den sie abgeschlossen haben und sich danach richten müssen. Wenn der Leihmutter ein fertiger Embryo eingepflanzt wird, dann ist es tatsächlich so, dass sie zwar entbunden hat, aber wirklich nicht die leibliche Mutter ist, oder sehe ich das falsch, wie läuft denn das sonst ab? Wer wird in dem Fall die leiblichen Eltern sein? Wie wird dann der Stammbaum aussehen?
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Re: Was eben?

Postby kühn on 16 Sep 2016, 18:57

Ich denke, dass mit der Leihmutter sehr schwer ist. Denn man kann noch sehr Verträge abschliessen oder Absprachen treffen. Oftmals gibt es Krieg dann wenn das Kind da ist. Die Leihmutter liebt das Kind, was sie selbst getragen hat und möchte es am liebsten selbst behalten.
Das führt später zu einer extremen Verbalität und Kriegsführung. Schon sehr oft gelesen und selten ist dieses auch dann einfach so über die Bühne gegangen. Die Leihmuter ist die Mutter und hat eine feste enge Bindung an das Kind gewonnnen und lässt es einfach so auch nicht los.meistens kommt es zu herben streitereien und Zuständen. Ausserdem ist Leihmutterschaft verboten und das ist auch perfekt super so.
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Re: Was eben?

Postby Lisa_vogt on 16 Sep 2016, 19:01

Hallo,
wenn das so einfach ist, ist das nicht eine Verdienstmöglichkeit für Euch wäre? Und ja, in den USA, Ukraine und England ist vieles möglich. Und die auf Bestellung gezeugten Kinder haben in den USA die Möglichkeit, ihren Samenspender kennenzulernen, und irgendwie fühlt der sich auch als Vater, und da kommt dann doch wieder die Herkunftsfamilie ins Spiel - nur geht's dann wirklich kreuz und quer und kunterbunt durcheinander. Und das Ganze nur, weil man eine Adoption umschiffen will.
Im Grunde ist Leihmutterschaft fast mit Ehebruch gleichzusetzen. Der Mensch maßt sich an, sich egal wie, fortzupflanzen, koste es, was es wolle (was rauskommt und wie man damit umgeht ist haarsträubend und abartig!). Wenn eine Adoption korrekt abläuft (und davon gehe ich jetzt mal aus), ist dagegen nichts einzuwenden, sogar die alten Römer haben schon adoptiert - ich glaube nicht, dass Adoption jemals ausstirbt, so lange wie es Menschen gibt, auf jeden Fall nicht. Und das ist auch gut so. Immer noch besser, als sich den Samen aus der Samenbank auszusuchen, das Kind per Leihmutter zu zeugen, zig IVFs über sich ergehen zu lassen, oder was es sonst noch so gibt.
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Re: Was eben?

Postby Louisa1998 on 16 Sep 2016, 19:05

Für mich kommt eher Leihmutterschaft in Frage. Diese Kinder werden mit mehr Liebe aufgezogen, als andere Kinder, die nicht gewollt und in manchen Fällen mißhandelt werden. Sie sind laut dem Schreiben, doch wohlhabend. Also wo liegt denn das Problem? Nur weil eine Leihmutter, die Kinder ausgetragen hat? Ich bin der felsenfesten Meinung, dass deutsche Frauen, die keine Kinder bekommen können, dieses gerne in Anspruch nehmen würden, wenn es legal wäre. Warum nehmen deutsche Frauen denn so viele Strapazen auf sich um schwanger zu werden? Ich hätte keine Probleme damit und würde keine Frau dafür verurteilen. Diese Kinder sind gewollt, also was regt Ihr Euch denn so auf? Warum ist das krank, schwer gestört oder das die Kinder arm sind? Falsche Argumentation, denn den Kindern geht es doch wunderbar.
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Re: Was eben?

Postby majorka4 on 16 Sep 2016, 19:12

Ich würde mir wünschen, dass in Deutschland die Leihmutterschaft auch erlaubt ist. Mein Cousin und seine Frau wünschen sich von ganzem Herzen ein weiteres Kind. Da sie aber Probleme in der Schwagerschaft hatte und panische Angst davor hat, nochmals schwanger zu werden (was ich in ihren Fall wirklich verstehe) haben sie keine Möglichkeiten. Eine Adoption ist nicht erlaubt, weil sie bereits ein leibliches Kind haben und eine Leihmuttershcaft ist bei uns verboten. Ich selbst habe mein zwietes Kind durch eien Samenspende bekommen- der passende Partner war nicht da und ich habe lange genug gewartet, ein zweites Kind war mein größter Wunsch. Das Problem dabei war, dass ich als alleinstehende Frau in D nicht die Möglichkeit hatte zur Samenbank zu gehen… Das dürfen nämlich nur Paare.
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