Gebärmutterentfernung

Re: Gebärmutterentfernung

Postby Louisa1998 on 04 Oct 2016, 22:52

Ich verstehe dich gut, dass das sehr schwer zu akzeptieren ist. Aber vielleicht lässt du Zeit vergehen und findest dich damit ab. Ich gehöre zu den Menschen die glauben, dass alles so seinen Sinn hat im Leben. Warum die einen Kinder bekommen und andere nicht...vielleicht ja auch. Du hast ja schon ein Kind, manchen bleibt sogar das verwehrt.
Ich würde dann eher zu einer Adoption tendieren. Einem Kind ein schönes Zuhause geben, was vorher kein Schönes hatte. Ich denke, Frauen würden sowas aus Armut heraus tun und sonst für gar nichts. So was macht keiner für umsonst. Deswegen finde ich eine Adoption moralisch vertretbarer und damit ist wirklich wem geholfen.
Louisa1998
 
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby Lisa_vogt on 04 Oct 2016, 23:01

Leihmutterschaft ist zwar in Deutschland verboten, aber in vielen anderen Ländern nicht. Deutsche Familien können sich also problemlos eine Leihmutter im Ausland besorgen. Was mich am meisten daran stört, ist, dass eine Frau ihren Körper für 9 Monate benutzen lässt, und dies meist aus Armut tut. Ich wüsste nicht, warum sie es sonst tun sollte, wenn nicht für das Geld. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man gerne schwanger ist, wenn man danach nichts von dem Kind hat...Außerdem kann mir niemand erzählen, dass die Frau in den 9 Monaten keine Verbindung zu dem heranwachsenden Kind aufbaut...
Ich finde es einfach ethisch unvertretbar und würde eher eine Adoption in Betracht ziehen als eine Leihmutterschaft... denn bei einer Adoption tut man sich und dem Kind etwas gutes, und so viele Kinder auf der Welt brauchen Hilfe und ein dach über dem Kopf. Auch wenn es biologisch nicht das eigene ist, kann man es meines Erachtens genau so lieben wie ein eigenes Kind.
Liebe Grüße
Lisa_vogt
 
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby kühn on 04 Oct 2016, 23:18

Ich habe in meinem Bekanntenkreis ein Paar, das auf natürlichem Weg kein Kind bekommen kann und für eine Adoption schon etwas zu alt ist. Dennoch haben sie einen nachvollziehbar starken Kinderwunsch und denken jetzt darüber nach, sich ihren Lebenstraum doch noch mit einer Leihmutter in der Ukraine oder Indien zu erfüllen. Im Unterschied zu Deutschland lässt die Rechtslage in diesen Ländern diesen Weg zu. Ist es moralisch vertretbar, diesen Weg zu gehen? Die Leihmutter soll relativ großzügig entlohnt werden, ist es aber nicht trotzdem eine Ausnutzung von deren Notlage, wenn man diesen Weg geht? Wie soll man sich verhalten, wenn die Leihmutter während der Schwangerschaft eine derart enge Bindung zu dem Kind aufgebaut hat, dass sie das Kind nach der Geburt nicht mehr abgeben will? Oder ist es zum Nutzen beider Seiten - schließlich könnte die Leihmutter auf anderem Weg niemals so viel Geld verdienen... Also, du musst selbst entschieden. Aber ich denke, wenn du schon 2 Kinder hast, dann kannst du deinen Wunsch unterdrücken
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby eva2Abel on 04 Oct 2016, 23:21

Eine Leihmutterschaft ist für mich persönlich moralisch nicht vertretbar. Man stelle sich vor, die Leihmutter geht aus einer Not heraus oder einfach, weil sie keine eigenen Kinder will und es ihr nichts bedeutet, ein Kind auszutragen, dieses Geschäft ein - und entwickelt dann doch Gefühle für das Kind, was sehr wahrscheinlich ist und dann muss sie es abgeben, weil sie sich vorher vertraglich dazu verpflichtet hat.
Das ist für mich absolut unvorstellbar grausam, das würde ich niemals irgendeiner Frau zumuten wollen, denn ich selbst würde es niemals ertragen, ein Kind weggeben zu müssen, auch wenn ich es behalten will.
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby eva2Abel on 04 Oct 2016, 23:38

Eine Leihmutterschaft ist für mich persönlich moralisch nicht vertretbar. Man stelle sich vor, die Leihmutter geht aus einer Not heraus oder einfach, weil sie keine eigenen Kinder will und es ihr nichts bedeutet, ein Kind auszutragen, dieses Geschäft ein - und entwickelt dann doch Gefühle für das Kind, was sehr wahrscheinlich ist und dann muss sie es abgeben, weil sie sich vorher vertraglich dazu verpflichtet hat.
Das ist für mich absolut unvorstellbar grausam, das würde ich niemals irgendeiner Frau zumuten wollen, denn ich selbst würde es niemals ertragen, ein Kind weggeben zu müssen, auch wenn ich es behalten will.
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby Engeline on 04 Oct 2016, 23:51

Ich halte eine Leihmutterschaft für moralisch nicht in Ordnung. Wenn eine Frau ihren Körper oder ihre Eizelle gegen Geld zur Verfügung stellt, tut sie das ja nicht aus Nächstenliebe, sondern gegen Bezahlung. Da sie das Geld aus existenzieller Not heraus braucht (was ich mir in zb. Indien gut vorstellen kann) wird hier mit einem Kind als Ware gehandelt. Und das kann nicht richtig sein. Während einer Schwangerschaft wird eine Bindung zum Kind und umgekehrt aufgebaut. Und das kann man nicht wegkaufen. Ich frage mich bei solchen Themen nur wo die Grenzen sind. Ist dann auch ok wenn Leihmütter eingesetzt werden, damit reiche Frauen sich ihre Figur in der Schwangerschaft nicht versauen?
Ich kann verstehen, dass ein unerfüllter Kinderwunsch sehr schwer ist und man diverse Optionen durchdenkt. Aber irgendwo muss es doch ethische Grenzen geben und man sich damit abfinden das es eben nicht klappt.
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby Bibolina on 04 Oct 2016, 23:54

Nach meinen Erfahrungen mit meinen eigenen Schwangerschaften würde ich sagen, egal wo die austragende Frau wohnt, ich finde es schon eine sehr grenzwertige Sache. Ich denke eine Leihmutterschaft ist immer für die Leihmutter nur eine Notlösung, d.h. der Geldmangel muss schon eklatant sein damit man sich darauf einlässt sein Leben für 9 Monate dermaßen aus der Hand zu geben für etwas Geld. Als Frau setzt man mit einer Schwangerschaft immer in einem gewissen Maß sein Leben aufs Spiel. In den Monaten der Schwangerschaft wird man von Hormonen durchgeschüttelt, der Körper wird in eine Extremsituation gebracht, die bei den meisten mit mehr oder weniger Schmerzen verbunden ist ganz zu schweigen von der Geburt.
Natürlich ist eine Schwangerschaft bei einem eigenen gewollten Kind noch viel mehr, aber die Vorfreude, die Freude über die ersten Bewegungen, die Namenssuche, die Vorbereitungen auf das Baby fallen bei der Leihmutterschaft weg. Und was bleibt ist eben eine extreme körperliche Belastung die man für das Glück fremder Leute gegen Geld auf sich nimmt.
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby Agnes.frankes on 05 Oct 2016, 00:12

Ich möchte dir gerne meine Geschichte erzählen. Vor einem Jahr haben wir uns für das Leihmutterschaftsprogramm entschieden. Dieses Programm haben wir in Kiew durchgemacht. Wir haben zuerst die Leihmutter ausgesucht. Die Kindererwartung war quälend und aufregend gleichzeitig. Nach der Ultraschalluntersuchung haben wir erfahren, dass wir Zwillinge haben! Wir konnten das kaum glauben! Und schon am Mai sind die Kleinen auf die Welt gekommen! Zwei Mädchen. So glücklich waren wir mit meinem Mann noch nie. Natürlich mussten wir zuerst viele Dokumente ausstellen. Wir waren mit den Kindern in der Ukraine zusammen etwa drei Monaten. Das war natürlich ein bisschen anstrengend aber das war der Mühe wert. Vor eine Woche haben wir schon bei der Botschaft die Kinderpässe bekommen. Und jetzt sind wir alle vier schon zu Hause. Wir sind die glücklichste Familie der Welt!
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby tilda on 20 Jul 2017, 01:19

Ich bin 48 Jahre alt, vor rund einem Jahr wurden bei mir Gebärmutter und Eierstock entfernt. Der erste Eierstock musste bei mir schon wegen einer Riesenzyste entfernt werden. Das wurde damals per Bauchschnitt gemacht. Vor 12 Jahren hatte ich ein großes Myom an der Gebärmutter, dass per Bauchspiegelung entfernt wurde. Jetzt war wieder ein Myom gewachsen, viel zu groß. Der noch vorhandene Eierstock sollte eigentlich erhalten bleiben. Bei der OP wurde dann festgestellt, dass am Eierstock auch ein Tumor gewachsen war, und die Ärzte entschieden spontan, diesen auch zu entfernen. Das war für mich völlig in Ordnung. Die Gebärmutter mit dem Myom wog fast 2 kg. Der Befund war aber zum Glück negativ, also weder Gebärmutter noch der Tumor am Eierstock waren. Nach den 4 Wochen war dann die Abschlussuntersuchung beim Frauenarzt. Er meinte, alles sei gut verheilt, ich könne wieder arbeiten und alles ohne Einschränkungen machen, auch wieder Sport treiben. Er hat mir noch ein Hormonpräparat verschrieben, weil sich schon die ersten Hitzewallungen bei mir bemerkbar machten. Es tut mir natürlich sehr leid, dass du noch Kinderwunsch hast. Es gibt aber noch 3 Varianten, ein Kind zu bekommen: Gebärmuttertransplantation, Adoption und Leihmutterschaft. Also sei nicht so traurig und genieße dein Leben! Viele Grüße
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Re: Gebärmutterentfernung

Postby Agnes.frankes on 08 Oct 2017, 18:14

Es tut mir sehr leid( Ich habe keine persönlichen Erfahrungen, aber eine gute Freundin von mir hatte solche Operation nach der Gestose und ich kann deine Gefühle verstehen. Es ist überhaupt nicht saublöd und du musst sich keineswegs doof vorkommen! Bestimmt hast du bereits einen Nachsorgetermin? Neben den körperlichen Beschwerden muss dort auch dem seelischen Wohlbefinden, Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es ist völlig normal, dass man nach einer Krebsbehandlung körperlich und seelisch stark belastet ist. Auch wenn eine Frau mit dem Kinderwunsch längst abgeschlossen hat, kann der Verlust der Gebärmutter erhebliche Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl haben. Schäme dich nicht, deine behandelnden Ärzte darauf anzusprechen. Es geht um deine Lebensqualität! Vielleicht hilft es dir, einer Selbsthilfegruppe beizutreten und sich mit Frauen auszutauschen, denen es ähnlich ergeht wie dir. Denke auch daran, deinen Partner mit einzubeziehen, denn diese leiden oft still mit. Ich wünsche dir viel, Kraft und Mut, für diese Zeit!
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