Gebärmutterentfernung

Re: Gebärmutterentfernung

Postby Pika4u on 19 Jun 2018, 00:55

Mir ist die Gebärmutter laparoskopisch entfernt worden. Grund waren ausgedehnte Myome, die normale körperliche Abläufe voll aus dem Gleichgewicht gebracht haben und sich z.B. der Monatszyklus auf ein Verhältnis 1 zu 3 verschoben hat, was soviel bedeutet, dass ich drei Wochen mit Blutungen zu kämpfen hatte und mir mit viel Glück eine Woche Ruhe gegönnt wurde. Die Schmerzen nahmen zu und mein damals behandelnder Arzt gab mir Fakten für die Entscheidungsfindung auf den Weg, so dass ich gleich am nächsten Tag entsprechende Maßnahmen einleiten konnte. Die Eierstöcke wurden belassen um weiterhin eine Hormonproduktion zu sichern. Natürlich ist die OP kein Glück und ich hab mich selten so kraftlos und am Boden zerstört erlebt, aber das Resultat, ich würde mal denken schon 14 Tage später, ist einfach eine wirklich neue Lebensqualität, die bis heute anhält und das Ganze ist jetzt 4 Jahre her. Lass dich nicht verrückt machen und verfalle nicht in grenzenloses Selbstmitleid, sondern sei einfach nur froh, dass einem so geholfen werden kann. Du wirst spätestens viele gleichgesinnte Frauen treffen
Pika4u
 
Posts: 645
Joined: 04 Jan 2016, 16:13

Re: Gebärmutterentfernung

Postby Pika4u on 20 Jun 2018, 21:51

Ich kann dich gut verstehen, mir geht es auch so(( Seit einigen Jahren hatte ich mehrere Myome in der Gebärmutter, von denen ich hoffte, sie durch verschiedenste Körpertherapien zum Verschwinden bringen zu können. Die Myome sind aber nicht verschwunden und dass es so viele sind, weiß ich erst seit kurzem. Also ich habe entschlossen, meine Gebärmutter zu entfernen weil ich keine Kraft mehr hatte, diese Schmerzen und Blutungen zu ertragen. Da war ich 25. Jetzt bin ich fast 44 und habe keine Kinder. Weiß nicht warum, ich habe den Richtigen nicht gefunden. Ich weiß, dass ich jeden Mann mit meinem Kinderwunsch unter Druck gesetzt habe. Ich weiß auch, dass ein Partner, der zu mir passt, zunächst viel wichtiger wäre, als ein Kind, aber in den letzten Jahren lief meine Uhr einfach immer schneller ab und es kam wohl eine Art von Panik auf.
Die Hysterektomie beendet also körperlich den Wunsch. Doch wie kann ich mich von meinem Kinderwunsch auch psychisch verabschieden, denn ich habe das Gefühl, dass, wenn ich es nicht tue, mein Körper weiter Krankheit erzeugen wird, auch nach der Hysterektomie? Eine Psychotherapie möchte ich nicht machen, da ich nach den vielen Jahren der alternativen Körpertherapien machte, wo ich vieles aus der Kindheit aufgearbeitet habe, merke, dass ich einfach keine Lust und Kraft mehr habe, meine Kindheit weiter zu bearbeiten, sondern endlich damit abschließen möchte.
Pika4u
 
Posts: 645
Joined: 04 Jan 2016, 16:13

Re: Gebärmutterentfernung

Postby sofi_e on 22 Jun 2018, 02:11

Es tut mir sehr leid( Ich habe keine persönlichen Erfahrungen, aber eine gute Freundin von mir hatte solche Operation nach der Gestose und ich kann deine Gefühle verstehen. Es ist überhaupt nicht saublöd und du musst sich keineswegs doof vorkommen! Bestimmt hast du bereits einen Nachsorgetermin? Neben den körperlichen Beschwerden muss dort auch dem seelischen Wohlbefinden, Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es ist völlig normal, dass man nach einer Krebsbehandlung körperlich und seelisch stark belastet ist. Auch wenn eine Frau mit dem Kinderwunsch längst abgeschlossen hat, kann der Verlust der Gebärmutter erhebliche Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl haben. Schäme dich nicht, deine behandelnden Ärzte darauf anzusprechen. Es geht um deine Lebensqualität! Vielleicht hilft es dir, einer Selbsthilfegruppe beizutreten und sich mit Frauen auszutauschen, denen es ähnlich ergeht wie dir. Denke auch daran, deinen Partner mit einzubeziehen, denn diese leiden oft still mit.
Ich wünsche dir viel, Kraft und Mut, für diese Zeit!
sofi_e
 
Posts: 352
Joined: 03 Jul 2016, 13:39

Re: Gebärmutterentfernung

Postby Engeline on 27 Jun 2018, 00:33

Du musst einfach verstehen, dass der Leidensweg oft sehr groß ist und Frau es sich sicherlich nicht leicht macht, mal einfach so ein wichtiges Sexualorgan entfernen zu lassen. Sicherlich sollte man alle Stimmen hören und sich gut informieren aber schlussendlich kann jeder nur aus seinen Erfahrungen sprechen.
Und die Erfahrung der Frauen sind nun mal nicht immer schlecht. Viele - mich eingeschlossen - haben über Jahre einen langen Leidensdruck aushalten müssen. Da sehnst Du Dich einfach nach einer Lösung, die Dir Schmerzfreiheit gibt. Ich persönlich war soweit, dass meine Lebensqualität so gering war, dass ich mich aus meinem sozialen Leben völlig verabschiedet habe und kurz davor stand auch berufliche Probleme zu bekommen (hohe Fehlzeiten). Wenn mich heute jemand fragt, wie ich meine Operationen bislang bewerten würde, kann ich wirklich nur betonen, dass es MIR sehr gut getan hat und ich nicht bereue. Natürlich kann ich nicht in die Zukunft sehen und weiß nicht, was noch kommen kann. Aber ich sehe dem gelassen entgegen, denn ich bin mit meinen OP-Entscheidungen im Reinen.
Engeline
 
Posts: 815
Joined: 04 Jan 2016, 16:07

Re: Gebärmutterentfernung

Postby paprik_a on 07 Jul 2018, 20:46

Ich habe keine persönlichen Erfahrungen, aber eine gute Freundin von mir hatte solche Operation nach der Gestose und ich kann deine Gefühle verstehen.
Es ist überhaupt nicht saublöd und du musst sich keineswegs doof vorkommen! Bestimmt hast du bereits einen Nachsorgetermin? Neben den körperlichen Beschwerden muss dort auch dem seelischen Wohlbefinden, Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es ist völlig normal, dass man nach einer Krebsbehandlung körperlich und seelisch stark belastet ist. Auch wenn eine Frau mit dem Kinderwunsch längst abgeschlossen hat, kann der Verlust der Gebärmutter erhebliche Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl haben. Schäme dich nicht, deine behandelnden Ärzte darauf anzusprechen. Es geht um deine Lebensqualität! Vielleicht hilft es dir, einer Selbsthilfegruppe beizutreten und sich mit Frauen auszutauschen, denen es ähnlich ergeht wie dir. Denke auch daran, deinen Partner mit einzubeziehen, denn diese leiden oft still mit.
Ich wünsche dir viel, Kraft und Mut, für diese Zeit!
paprik_a
 
Posts: 499
Joined: 20 Jan 2016, 11:14

Re: Gebärmutterentfernung

Postby sofi_e on 12 Jul 2018, 20:27

Ich bin 48 Jahre alt, vor rund einem Jahr wurden bei mir Gebärmutter und Eierstock entfernt. Der erste Eierstock musste bei mir schon wegen einer Riesenzyste entfernt werden. Das wurde damals per Bauchschnitt gemacht. Vor 12 Jahren hatte ich ein großes Myom an der Gebärmutter, dass per Bauchspiegelung entfernt wurde.
Jetzt war wieder ein Myom gewachsen, viel zu groß. Der noch vorhandene Eierstock sollte eigentlich erhalten bleiben. Bei der OP wurde dann festgestellt, dass am Eierstock auch ein Tumor gewachsen war, und die Ärzte entschieden spontan, diesen auch zu entfernen. Das war für mich völlig in Ordnung. Die Gebärmutter mit dem Myom wog fast 2 kg. Der Befund war aber zum Glück negativ, also weder Gebärmutter noch der Tumor am Eierstock waren. Nach den 4 Wochen war dann die Abschlussuntersuchung beim Frauenarzt. Er meinte, alles sei gut verheilt, ich könne wieder arbeiten und alles ohne Einschränkungen machen, auch wieder Sport treiben. Er hat mir noch ein Hormonpräparat verschrieben, weil sich schon die ersten Hitzewallungen bei mir bemerkbar machten.
Es tut mir natürlich sehr leid, dass du noch Kinderwunsch hast. Es gibt aber noch 3 Varianten, ein Kind zu bekommen: Gebärmuttertransplantation, Adoption und Leihmutterschaft. Also sei nicht so traurig und geniesse dein Leben! Viele Grüße
sofi_e
 
Posts: 352
Joined: 03 Jul 2016, 13:39

Re: Gebärmutterentfernung

Postby tilda on 14 Jul 2018, 00:59

Es tut mir sehr sehr leid für dich! Ich habe vor einem halben Jahr mein Sohn zur Welt gebracht. Mein Bauch war riesig und es hieß dass es ein kräftiges Kind sein wird. Mir wurde mittels Bändchen eingeleitet, am Nachmittag hatte ich erste Wehen, aber der Muttermund ging nicht auf. Immer wieder Wehen, aber der Muttermund wollte nicht und nicht aufgehen. Die Hebammen hatten schon alles Mögliche versucht. Nachdem ich die Nacht am CTG gehangen war, war ich mit den Nerven komplett am Ende und hab nur noch geheult. Mein Mann kam dann und gemeinsam beschlossen wir dass wir jetzt einen Kaiserschnitt wollen. Der Oberarzt hatte sich in der Zwischenzeit nochmals die CTG der Nacht angesehen und gemeint, er will jetzt noch einen Ultraschall. Dort stellte sich heraus, dass unser Baby mit dem Kopf zwar nach unten liegt, aber Richtung Bauchdecke schaut. Also wir sagten, dass wir einen Kaiserschnitt wollen. Es ging dann alles recht schnell und auf einmal war unsere Tochter auch schon auf der Welt. Mein Mann war im OP mit dabei und hat die kleine gleich mit der Hebamme und dem Kinderarzt begleitet. Nach der OP bin ich 6 Std später aufgewacht. Mein Mann erzählte mir nachher, dass sich meine Gebärmutter nicht zusammengezogen hat und der Arzt sie deshalb entfernen musste. Ich habe auch ziemlich viel Blut verloren und hab insgesamt 5 Blutkonserven bekommen. Mein Mann und ich hatten noch im Krankenhaus ein Gespräch mit einer Psychologin und ich muss es auch immer wieder erzählen. Wir wollten zwar immer zwei Kinder und denken schon an Leihmutterschaft…Liebe Grüße
tilda
 
Posts: 586
Joined: 25 Feb 2016, 21:18

Re: Gebärmutterentfernung

Postby naDin on 18 Jul 2018, 20:48

Ich habe in meinem Bekanntenkreis ein Paar, das auf natürlichem Weg kein Kind bekommen kann und für eine Adoption schon etwas zu alt ist. Dennoch haben sie einen nachvollziehbar starken Kinderwunsch und denken jetzt darüber nach, sich ihren Lebenstraum doch noch mit einer Leihmutter in der Ukraine oder Indien zu erfüllen. Im Unterschied zu Deutschland lässt die Rechtslage in diesen Ländern diesen Weg zu. Ist es moralisch vertretbar, diesen Weg zu gehen? Die Leihmutter soll relativ großzügig entlohnt werden, ist es aber nicht trotzdem eine Ausnutzung von deren Notlage, wenn man diesen Weg geht? Wie soll man sich verhalten, wenn die Leihmutter während der Schwangerschaft eine derart enge Bindung zu dem Kind aufgebaut hat, dass sie das Kind nach der Geburt nicht mehr abgeben will? Oder ist es zum Nutzen beider Seiten - schließlich könnte die Leihmutter auf anderem Weg niemals so viel Geld verdienen... Also, du musst selbst entschieden. Aber ich denke, wenn du schon 2 Kinder hast, dann kannst du deinen Wunsch unterdrücken
naDin
 
Posts: 349
Joined: 14 Jun 2016, 18:25

Re: Gebärmutterentfernung

Postby yourAngel on 22 Jul 2018, 21:20

Nach meinen Erfahrungen mit meinen eigenen Schwangerschaften würde ich sagen, egal wo die austragende Frau wohnt, ich finde es schon eine sehr grenzwertige Sache. Ich denke eine Leihmutterschaft ist immer für die Leihmutter nur eine Notlösung, d.h. der Geldmangel muss schon eklatant sein damit man sich darauf einlässt sein Leben für 9 Monate dermaßen aus der Hand zu geben für etwas Geld. Als Frau setzt man mit einer Schwangerschaft immer in einem gewissen Maß sein Leben aufs Spiel. In den Monaten der Schwangerschaft wird man von Hormonen durchgeschüttelt, der Körper wird in eine Extremsituation gebracht, die bei den meisten mit mehr oder weniger Schmerzen verbunden ist ganz zu schweigen von der Geburt.
Natürlich ist eine Schwangerschaft bei einem eigenen gewollten Kind noch viel mehr, aber die Vorfreude, die Freude über die ersten Bewegungen, die Namenssuche, die Vorbereitungen auf das Baby fallen bei der Leihmutterschaft weg. Und was bleibt ist eben eine extreme körperliche Belastung die man für das Glück fremder Leute gegen Geld auf sich nimmt.
yourAngel
 
Posts: 722
Joined: 04 Jan 2016, 16:14

Re: Gebärmutterentfernung

Postby majorka4 on 25 Jul 2018, 01:51

Ich habe in meinem Bekanntenkreis ein Paar, das auf natürlichem Weg kein Kind bekommen kann und für eine Adoption schon etwas zu alt ist. Dennoch haben sie einen nachvollziehbar starken Kinderwunsch und denken jetzt darüber nach, sich ihren Lebenstraum doch noch mit einer Leihmutter in der Ukraine oder Indien zu erfüllen. Im Unterschied zu Deutschland lässt die Rechtslage in diesen Ländern diesen Weg zu. Ist es moralisch vertretbar, diesen Weg zu gehen? Die Leihmutter soll relativ großzügig entlohnt werden, ist es aber nicht trotzdem eine Ausnutzung von deren Notlage, wenn man diesen Weg geht? Wie soll man sich verhalten, wenn die Leihmutter während der Schwangerschaft eine derart enge Bindung zu dem Kind aufgebaut hat, dass sie das Kind nach der Geburt nicht mehr abgeben will? Oder ist es zum Nutzen beider Seiten - schließlich könnte die Leihmutter auf anderem Weg niemals so viel Geld verdienen... Also, du musst selbst entschieden. Aber ich denke, wenn du schon 2 Kinder hast, dann kannst du deinen Wunsch unterdrücken
majorka4
 
Posts: 634
Joined: 04 Jan 2016, 16:10

PreviousNext

Return to Leihmutterschaft