zieht ihr das überhaupt in Betracht

Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Postby Louisa1998 on 30 Oct 2016, 00:48

Man muss moralisch nochmal unterscheiden zwischen Frauen, die keine Kinder bekommen können und welchen, die keine mehr bekommen wollen. Aber für die Leihmutter finde ich das auch völlig unerheblich. Egal aus was für Gründen jemand sich für eine Leihmutter entscheidet (und so traurig oder dramatisch oder egoistisch die Gründe sind), ich finde das geht einen Schritt zu weit.
Es geht hier darum, einer Mutter ihr Kind wegzunehmen (bzw. abzukaufen)! Ich kann nicht verstehen! Und wie man aus den Postings lesen kann, würden es zwar viele in Anspruch nehmen - selbst aber nie machen. Warum denn nicht? Weil es zu sehr schmerzt, richtig. Das ist es nämlich worum es geht. Um die Leihmutter. Das kann man einer Frau nicht zumuten. Glaubt ihr, die Leihmütter sind emotional so kalt, dass sie das schon wegstecken? Sie haben sich ja schließlich dafür entschieden es zu machen? Also müssense schon damit klarkommen?
Ich sehe das anders. Selbst wenn sich eine Frau entschieden hat, das zu machen, es ist und bleibt grausam einer Mutter ihr Kind wegzunehmen. Findet ihr das nicht? Nochmal: ich habe vollstes Verständnis für Kinderwunsch-Eltern. Aber ich sehe das Thema aus Sicht der Leihmutter. Deren Wohl sollte (nach meinen moralischen Vorstellungen) an dieser Stelle vor das der Kiwu-Eltern gestellt werden.
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Postby majorka4 on 30 Oct 2016, 00:49

Ich selber stecke nun in der Kiwu-Geschichte mitten drin. Derzeit kann ich mir weder eine Adoption noch eine Leihmutter nicht vorstellen. Mein Wunsch ein Kind selber auszutragen ist einfach zu groß dafür und auch moralisch könnte ich es derzeit nicht vertreten. Ich muss aber ehrlich gestehen, dass ich niemals nie sagen würde. Ich habe keine Ahnung, was meine Gefühle in 10 Jahren sagen, wenn ich dann noch immer kein eigenes Kind haben sollte. Ich könnte mir jedoch nie vorstellen, dass meine Schwester, Mutter oder beste Freundin ein Kind für mich austrägt. Warum auch immer, würde ich es dann lieber von einer fremden Frau austragen lassen wollen!
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Postby Maria Waldfogel on 30 Oct 2016, 00:53

Louisa, es ist völlig okay, dass Du persönlich die Leihmutterschaft unmoralisch findest und für Dich ablehnst. Es muss nicht jeder eine identische Meinung vertreten. Allerdings ist es auch relativ egal, ob Du selbst ein Kind, dass durch eine fremde Eizelle und fremde Spermien entstanden ist, als Dein eigenes betrachten würdest - viele Leihmütter sehen das nämlich anscheinend anders und sind in der Lage, ihren Körper lediglich als Mittel zum Zweck zur Verfügung zu stellen. Ob das nun gegen Geld oder aus reiner Nächsatenliebe geschieht, ist unerheblich, solange sich diese Frauen der Konsequenzen bewußt sind und diese freiwillig tragen. Es ist nun nicht so, als würde man 15-jährige Mädchen aus der Dritten Welt per finanzielle Nötigung dazu zwingen (bewußte Übertreibung meinerseit). Oft handelt es sich hierbei um Frauen, die das schon öfter gemacht haben und sehr genau wissen, worauf sie sich da emotional und körperlich einlassen. Und solange das so ist, sehe ich persönlich kein moralisches Problem.
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Postby naDin on 30 Oct 2016, 00:59

Ich kann mir vorstellen, durch eine Leihmutter meine Kinder austragen zu lassen. Vorausgesetzt, es handelt sich um meine EZ und um das Sperma meines Mannes. Wenn es der einzige Weg für mich wäre, ein eigenes Kind zu bekommen, würde ich diesen Weg gehen. Allerdings möchte ich die Leihmutter auf jeden Fall eine Weile vorher ausführlich kennen lernen und sie muss mir sympathisch sein.
Ich kann mir auch vorstellen, eine Leihmutter zu sein. Allerdings auch hier wieder nur so, dass keine EZ von mir verwendet wird. Ich könnte mir vorstellen, das Kind anderen Menschen auszutragen, ja. Ich habe zwei gesunde Kinder und möchte keine weiteren Kinder. Dennoch finde ich den Gedanken, schwanger zu sein, nicht schlimm. Ich frage mich nur, wie man solch eine Leihmutterschaft im sozialen Umfeld erklären soll. Ich weiß nicht, ob ich die Kommentare der anderen Leute und die schrägen Blicke aushalten könnte.
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Postby Nala on 30 Oct 2016, 01:04

Für mich käme ein Leihmutterschaft wohl nicht in Frage, denn ich kann mir nicht vorstellen dass mein Kinderwunsch nach einem eigenen Kind so gross wäre, dass ich diesen Weg gehen würde. Ich weiss dass ich Kinder lieben kann ohne dass es genetisch meine sind, daher kann ich mir eine Adoption sehr gut vorstellen. Wie es wäre, wenn ich nicht adoptieren könnte, weiss ich nicht - ich gebe zu ich kann mir nicht vorstellen, dass ich persönlich so einen starken Kinderwunsch hätte das ich den Weg einer Leihmutterschaft gehen würde.
Aber, ich könnte mir vorstellen eine Leihmutter zu sein - zugegeben für sehr wenige Menschen, aber ja, für die würde ich das vermutlich machen.
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Postby Louisa1998 on 08 Nov 2017, 02:42

Ich weiß nicht, wie stark mein Kinderwunsch sein müsste, um das zu machen. Ich kann es mir absolut nicht vorstellen. Allerdings weniger, weil ich prinzipiell dagegen wäre, denn im Endeffekt ist es nichts anderes als eine Adoption.
Aber ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass eine Frau, die 9 Monate lang ein Baby in ihrem Bauch hatte, die Bewegungen gespürt hat und sich darum gesorgt hat, einfach so nach der Geburt dieses Wesen hergeben kann ohne einen psychischen Schaden davon zu bekommen. Dazu müsste die Mutter die ganze Schwangerschaft über verhindern eine Beziehung zum Ungeborenen herzustellen und das halte ich für unmöglich, wenn man psychisch gesund ist.
Ich habe eine Zeit lang mal darüber nachgedacht, ob ich Leihmutter sein könnte. Da es bei meinem Bruder mit dem Nachwuchs leider nicht so recht klappen will habe ich mir die Situation ausgemalt, ob ich ihm mein Baby schenken könnte. Und obwohl ich in der Schwangerschaft schwere Depressionen hatte und den Fötus erst sehr spät annehmen und eine Beziehung zu ihm aufbauen konnte (ab der 30. Woche etwa), hätte ich das nie gekonnt. Deswegen kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass es Frauen gibt, die nicht daran zerbrechen, dass sie kein Recht haben das Kind zu sehen, welches sie geboren haben.
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Postby eva2Abel on 21 Jan 2018, 01:08

Ich sehe da schon einen Unterschied zur Adoption, denn genetisch ist dieses Kind dann meines und meines Mannes. Natürlich ist es was völlig anderes, als das Kind selbst auszutragen. Aber bei einer Leihmutter kann man die Schwangerschaft wenigstens begleiten, was bei einer Adoption seltenste der Fall sein dürfte.
Ja, ich könnte es mir vorstellen, für den Fall dass ich, wie einige hier, auch ein Problem mit dem Schwangerbleiben hätte. Irgendwann kommt der Punkt, an dem eine weitere Schwangerschaft nur noch ein Risiko ist und nur noch Schmerz bedeutet, und irgendwann stellt man sich diesem Schmerz nicht mehr, denke ich. Und diese Qual, sich entscheiden zu müssen den Kinderwunsch aufzugeben oder den Schmerz eben doch immer wieder zu ertragen, stelle ich mir ganz furchtbar vor. Das könnte man dadurch umgehen.
Selbst Leihmutter sein könnte ich jedoch nicht, da bin ich mir sicher. Zum einen könnte ich das Kind nicht hergeben. Zum zweiten ist eine Schwangerschaft ja nicht unbedingt nur schön und doll. Für mein Kind tue ich das gern, das Verzichten auf einige Dinge, das Aushalten von Übelkeit, Müdigkeit usw. Aber nicht für Geld. Es ist wahrscheinlich auch nicht so, dass der Leihmutter die Eizellen eingesetzt wird und schwupps, ist sie schwanger. Ich denke mal, da gehören auch mehrere Versuche dazu. Und auch wenn für die Leihmutter die Hormonbelastung nicht so hoch sein dürfte, ist das Psychische wahrscheinlich auch hier noch hart genug.
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Postby Siri on 27 Jan 2018, 03:40

Warum denn nicht? Wenn ich einen Wunsch hätte, dann würde ich auch alles Machbare versuchen um meinen Wunsch zu erfüllen. Ich glaube nicht, dass ich meine Tochter anders lieben würde oder weniger lieben würde, wenn ich sie nicht ausgetragen hätte. Warum auch? Ich liebe meinen Mann auch und habe beide nicht ausgetragen)) Das eine ist für mich nicht unmittelbar mit dem anderen gekoppelt. Mutter zu sein, hat für mich nichts damit zu tun, wie das Kind entstanden ist.
Allerdings wäre ich sicher total kleinlich bei der Suche nach der potentiellen Leihmutter, entweder sie müsste während der Schwangerschaft bei uns wohnen und ich könnte sie den ganzen Tag kontrollieren oder erst hinter her das Baby in Empfang nehmen, sonst würde ich wahrscheinlich noch völlig kirre werden, was Ernährung etc. in der Schwangerschaft betrifft
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Postby majorka4 on 09 May 2018, 22:28

Das ist echt hart was du alles durchgemacht hast... Hut ab das du es immer und immer wieder versuchst und nicht aufgibst! Ich kann verstehen dass du Angst hast noch eine Niederlage zu erleben...
Ich habe bis jetzt in meiner allerersten IVF vor ca.3 Jahren Blastos zurückbekommen und es hat leider nicht funktioniert. Mein Sohn kam dann in einem Kryo-Versuch nach 3 Tagen zu mir zurück und hat sich gleich eingekuschelt. Also es kann so und so enden. Das kann man leider nie vorher wissen. Aktuell bin ich in meiner zweiten IVF für ein Geschwisterchen und stand auch vor der Frage Blasto oder nicht. Die Biologin meinte, wir können beides machen. Ich hatte von 10 Eizellen 3 über die gut waren und ich hab einfach mega Angst gehabt dass die 3 es nicht schaffen bis zu Tag 5. Die Biologin sagte dann zu mir, ich solle auf mein Bauchgefühl hören, meist sei es das richtige... und so hab ich sie mir wieder nach 3 Tagen zurückgeben lassen. Besprach das mit deiner Biologin! Guck, was sie dazu sagt und dann guck was dir dein Gefühl sagt. Lesen ist immer so eine Sache ... Weisst ja selbst wie das ist. Alles kann nichts muss :-( und jeder macht andere Erfahrungen und ist anderer Meinung!
Ich wünsche dir alles Gute und hoffe wirklich so sehr, dass du ein positives Ergebnis bekommst! Ich drück dir ganz doll die Daumen! Alles liebe
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Re: zieht ihr das überhaupt in Betracht

Postby Lisa_vogt on 10 Jun 2018, 02:27

Wie ist das denn überhaupt, darf denn eine Leihmutter im Falle eines psychischen Störungs ihrerseits das Kind behalten? Ich kann mir das einfach nicht vorstellen. Das sind doch eher die Fälle, wo man frisch von der Schwangeren weg adoptiert, wie man es manchmal in Serien oder Filmen sieht? Weiß da jemand was Rechtliches? Da ich eine große Abneigung gegen die Vorstellung einer Schwangerschaft habe, wäre eine Leihmutterschaft ein sehr reizvoller Gedanke...Allerdings hätte ich gerade nicht den Wunsch, dieses Frau gut zu kennen oder gar Kontakt zu halten! Im Gegenteil, dieser Kontakt wäre für der Antigrund schlechthin. Wenn ich mir vorstelle, die würde dann hinterher noch zu den Geburtstagen und so kommen - das wäre für mich irgendwie zu viel Eindringung in mein Leben.
Ich habe Reportagen über Leihmütter in der Ukraine in Kiew gesehen und habe seitdem viele Vorurteile verloren. In der Reportage waren es eben nicht die sozialschwachen oder Armen oder Teenie-Mütter ohne Perspektive, die so Geld verdienen müssen, um zu überleben. Nein, das waren alles ganz normale Frauen, meist selber bereits Mütter und Hausfrauen, die gerne Schwanger sind und entweder was Gutes tun wollen oder nebenher was verdienen. Ich persönlich sehe es nicht als Kind kaufen, sondern ich sehe es so, dass man der Austragenden selbstverständlich ihre Dienstleistung bezahlt. Ist doch klar, dass sie für 9 Monate Arbeit entsprechend Geld verdienen muss. Der Frisör bekommt auch Geld dafür, dass er mir die Haare schneidet, die Leihmutter bekommt dafür Geld, dass sie ein Kind für jemanden ausbrütet. Diese Frauen gingen von Anfang an auch ganz anders an die Sache heran. Die Ansicht ist so, dass es fremde Eizelle und fremdes Sperma ist und sie von Anfang an eben ein fremdes Kind ausbrüten.
Fazit: In der Theorie ein für mich sehr reizvoller Gedanke. Praktisch würde ich ihn allerdings nie umsetzen.
Lisa_vogt
 
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