Ja oder nein?

Re: Ja oder nein?

Postby omega on 22 Mar 2017, 23:50

Die Leihmutter müsste sich verpflichten, die 9 Monate der Schwangerschaft gesund zu leben auf sich zu achten, immer zum Wohle des ungeborenen Kinde und das wiederum müsste Überwacht werden. Dann muss sie sich immer vor Augen halten, dass es nicht ihr Kind ist, was sie da austrägt und darf so was wie Muttergefühle nicht entwickeln. Was ist aber wenn sie es doch tut und das Kind nicht mehr hergeben möchte, auch wenn sie genau weiß, das es nicht ihres ist. Es geht um Leben um Gefühle, Empfindungen und so was lässt sich nicht vorhersagen. Wie verzweifelt werden dann die Eltern sein, die 9 Monate auf ihr Kind gewartet haben und es nun doch nicht bekommen. Oder der Leihmutter wird es einfach weggenommen und sie leidet vielleicht ihr ganzes Leben darunter. Gut, das werden vielleicht nur Einzelfälle sein, doch man muss alle Möglichkeiten in Betracht ziehen und da denke ich nicht, das sich da per Gesetzt so schnell was ändern wird. Doch irgendwann wird es bestimmt auch in Deutschland erlaubt sein, war bis jetzt ja bei vielen Dingen so. Wenn man Mal bedenkt was es für heiße Diskussionen es gab um das Thema Abtreibung. Aber sollte Leihmutterschaft wirklich erlaubt werden, dann wird es auch von irgendeinem Gesetz geregelt und schon kommt da unsere schöne Bürokratie wo wieder Leute sitzen und entscheiden, wer hat Anspruch auf eine Leihmutter und wer nicht, wer ist überhaupt geeignet zum Eltern sein? Und sicherlich werden wieder solche Leute entscheiden, die selber keine Kinder haben und gar nicht so recht wissen, um was es geht. Leider ist es mit vielen Dingen in unserer Gesellschaft so, da werden über Schicksale entschieden wo nur noch nach irgendwelchen Vorschriften gehandelt wird und der Mensch, um den es eigentlich geht, bleibt auf der Strecke. So wird es dann, mit der Leihmutterschaft auch nicht viel anders gehandhabt werden wie bei einer Adoption.
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Re: Ja oder nein?

Postby tilda on 22 Mar 2017, 23:51

Ein Kind wird nie gefragt, wann es von wem unter welchen Umständen geboren wird. Daher steht es in dem Sinne wohl auch ausser Diskussion. Wichtig ist nur, dass man dem Kind die bestmögliche Obhut und Erziehung angedeihen lässt, die für die Eltern möglich sind. Die Art und Weise, wie sie zu dem Kind kommen ist im prinzip doch nebensächlich! Hauptsache, es wird niemandem geschadet. Und durch eine Leihmutterschaft schadet man dem Kind nicht mehr und nicht weniger als durch eine normale Zeugung, künstliche Befruchtung, Hormontherapie oder Adoption...Und selbst in europäischen Ländern, die Leihmutterschaft zulassen gelten strenge gesetze, die diese regelt, vor allem auch zum Schutz der Leihmutter.
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Re: Ja oder nein?

Postby Louisa1998 on 23 Mar 2017, 01:21

Ich bin da etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite sind ja die Menschen, die gern ein leibliches Kind haben möchten. Aber auf der anderen Seite steht ja die Frau, die das Kind austrägt. Ich kann mir nicht vorstellen, daß das alles Frauen sind, die das aus dem Grunde machen, weil sie helfen möchten. Die meisten werden es wohl eher aus finanziellen Gründen machen. Ich mein, jede Schwangerschaft ist eine Anstrengung für den Körper, man trägt ein Kind aus, was man abgeben muß. Aber man spürt dieses kleine Wesen monatelang, ernährt es. Ich glaube nicht, daß das so ganz ohne Gefühle abgeht. Ich gönne ja jedem, daß er Nachwuchs bekommt und daß einem da auch geholfen wird. Aber ich befürchte, daß es in diesem Fall oft auch zu Lasten der Leihmutter geht, daß die das eben nicht freiwillig macht, sondern eher machen muß, weil es ihr bzw. ihrer Familie hilft, über die Runden zu kommen. Für mich persönlich wäre es absolut nichts, auch wenn eine Geburt kein Spaziergang ist. Ich finde es aber dennoch eine akzeptable Sache für Eltern die sich sehnlich ein Kind wünschen und auf anderem Wege keins bekommen können. So ist es ja doch noch mehr eigenes Kind als ein adoptiertes. Ich kann verstehen, dass man das in Betracht zieht.
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Re: Ja oder nein?

Postby Agnes.frankes on 23 Mar 2017, 01:23

Ich finde es nicht in Ordnung, schon vom Grundsatz her. Menschenhandel ist das in meinen Augen, nichts anderes! Man macht ein Kind um damit Geld zu verdienen, wenn man es her gibt. Dabei wird ein Kaufvertrag unterschrieben. Widerlich! Wirklich widerlich alleine an so etwas zu denken. Ein Mensch ist keine Ware, die sich per Vertrag Handeln lässt. Sklavenhandel ist zum Glück vor vielen Jahren verboten worden, aber Babyhandel soll ok sein? Menschen, die keine Kinder bekommen können, können eines adoptieren! Aber nicht kaufen! Ehrlich gesagt schockiert es mich, dass so viele das ok finden. Bei Paaren, die aus gesundheitlichen Gründen "nicht können"schwanke ich grad. Wenn ich aber lese, dass schwanger sein schrecklich war, dann tut mir das leid für die betroffene Person, aber heruntergebrochen sprechen wir dann hier über ein Komfortproblem und das geht für mich eindeutig zu weit. Wer Kinder will und bekommen kann, der soll das bitteschön auch selber tun. Wie gesagt, wer welche will und nicht kann...da denk ich grad dran rum
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Re: Ja oder nein?

Postby Ruth on 23 Mar 2017, 01:27

Für mich persoenlich waere es nichts, aber ich maße mir deswegen nicht an ein moralisches Urteil über andere zu fällen. Ich seh ehrlich nicht das grosse Problem. Die Leihmutter kriegt Geld, die Eltern kriegen ihr lang ersehntes Wunschkind, das mit Sicherheit glücklicher aufwachsen wird als so mancher Unfall. Alle Parteien haben ein gegenseitiges einvernehmen und mit ihrem freien Willen entschieden. Aber über folgendes mache ich mir Gedanken: Es gibt so viele Waisenkinder die dringend ein zu Hause brauchen, warum nicht lieber adoptieren? Ich denke der Weg ist ähnlich kompliziert. Habe eine Bekannte die in Kiew (das ist Ukraine) eine Leihmutterschaft durch die Klinik gefunden hat. Adoption war für sie nicht in Frage gekommen. Jetzt ist sie sehr glücklich und wer hat Recht, dieses Glück wegzunehmen?
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Re: Ja oder nein?

Postby Siri on 23 Mar 2017, 01:29

Ich weiß das nicht, aber dazu eine Gegenfrage: Könnte man dieses Kind wirklich reinen Gewissens zu sich nehmen? Könnte man sich im Spiegel anschauen, wenn man wüsste, dass man einer Mutter, die das Kind 9 Monate in sich trug und dabei alles gefühlt hat, erlebt hat, deren Hormonhaushalt sich vollkommen auf Mutterliebe umgestellt hat usw...das Kind wegnehmen? Dem Menschen, der das Kind naturgegebenermaß mehr liebt, als jeder andere? Könnte man je wieder ruhig schlafen in dem Wissen, einer Mutter wegen einem wertlosen Wisch Papier ein Kind weggenommen zu haben? Und könnte man dem Kind in die Augen sehen bei einer Erklärung, wie das Kind in die Familie kam? Wäre man in der Lage diesem Kind zu erklären, dass man es seiner liebenden Mutter aus egoistischen Gründen für ein bisschen Geld weggenommen hat? Wer das könnte, ist ohnehin schon das Letzte :( So leid es mir tut, dass ich zu solch harten Worte greife, aber sollte die Leihmutter Liebe zu diesem Kind entwickeln wird diese Liebe um weites stärker sein als die, der Auftraggeberin. Diese hat einen sehnlichen, eventuell schmerzlichen kinderwunsch und den Wunsch nach Liebe, die Vorahnung von Mutterliebe, aber niemals wird sie das Kind schon bevor sie es hat so lieben, wie die austragende Frau.
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Re: Ja oder nein?

Postby paprik_a on 23 Mar 2017, 01:31

Bin mit einigen Meinungen einverstanden, aber Leihmutterschaft wird zumindest in viele Länder inzwischen praktiziert. Offensichtlich wird es nicht von jeder Gesellschaft derart abgelehnt und als moralisch verwerflich angesehen. Von daher kann ich mir nicht anmaßen, Menschen die diese Dienste in Anspruch nehmen zu verurteilen. Ich schätze in den meisten Fällen sind die Leute einfach arg verzweifelt. Schwarze Schafe gibt es immer, sind jedoch in Minderheit. Wäre dem nicht so, kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass solche Länder wie USA, Großbritanien, Spanien, Ukraine etc. ganz offiziell Mißbrauch dulden würden. Soviel Verstand haben die Menschen dort doch auch, oder? Ich sehe das so: ich finde es ok, eine Möglichkeit eben ein Kind zu bekommen. Vorausgesetzt bestimme Anforderungen werden erfüllt und Missbrauch minimiert. Pauschal, nein, habe ich kein Problem. Nur ich persönlich hätte vermutlich ein solches Dienst nie in Anspruch genommen. Denke ich. Keine Ahnung (ich wiederhole mich hier)
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Re: Ja oder nein?

Postby Lisa_vogt on 23 Mar 2017, 01:36

Leihmutterschaft an sich, in der Ukraine ist normal. Aber eine Leihmutter zu nutzen, nur weil man selbst kein Kind mehr austragen und gebären möchte? Kann ich nicht verstehen. Meine erste Schwangerschaft und Geburt war, soweit ich denke, normal und für mich in Ordnung. Die Zweite Schwangerschaft war anfänglich in Ordnung, ab der ca. 16.SSW ging es los, mit Wassereinlagerungen und Rückenbeschwerden etc. Es war echt fürchterlich und ich war ständig bei der Orthopädin zum Akkupunktieren, die Geburt selbst war entsetzlich anstrengend, Einleitung und durch die Unmengen an Fruchtwasser konnte sich die kleine nicht senken. Nach 27 h war sie dann endlich geboren. Aufgrund dessen, wollte ich kein weiteres Kind mehr - ich war echt bedient, obwohl das Geburtserlebnis hinterher betrachtet ich als nicht mehr so ganz furchtbar empfand. Und ich finde es ist schon ein Unterschied, ob ich meinem Kind erkläre, dass ich es adoptiert habe, oder ich ihm ihm erkläre, dass ich es gekauft hab! Das nicht im eigenen Leib aufgewachsen ist bei der Erklärung glaube ich nicht das große Problem...Für mich wäre eben eher die Kaufabwicklung das Problem.
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Re: Ja oder nein?

Postby yourAngel on 23 Mar 2017, 01:44

Ich habe hier einen eher ungewöhnlichen Vorgang, den es aber eigentlich schon häufiger gegeben haben müsste. Ein deutsches Ehepaar ist kinderlos. Es begibt sich in die USA. Dort wird mit dem Samen des Ehemannes die Eizelle einer Spenderin befruchtet und dann einer Leihmutter eingesetzt. 9 Monate später wird das Kind geboren und auf seiner Geburtsurkunde ist das deutsche Ehepaar als Eltern angegeben. Diese rechtliche Feststellung wird hier vom Standesamt nicht anerkannt, da nach deutschem Recht die "Leihmutter die rechtliche Mutter ist (Name etc. unbekannt) und er deutscher Vater mit dieser nicht verheiratet ist. Nunmehr beabsichtigt der deutsche Vater als biologischer Vater hier auf Festellung seiner Vaterschaft zu klagen. Der Kollege der Rechtsantragstelle, der diese Klage aufgenommen hat, hat ferner einen Antrag auf Bestellung eines Ergänzungspflegers für das Kind für das Klageverfahren aufgenommen. Ich hoffe, den Sachverhalt deutlich rübergebracht zu haben. Handelt es sich hier nicht um einen Fall einer Ergänzungspflegschaft, sondern um eine Vormundschaft, da doch derzeit niemand die elterliche Sorge für das Kind ausübt und auch nicht ausüben kann und auch sein Familienstand nicht zu ermittel ist. Liege ich damit richtig? Darf ich dem Jugendamt, das ich vor Bestellung eines Vormundes anzuhören habe, die eingereichte Klage übersenden?
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Re: Ja oder nein?

Postby Pika4u on 23 Mar 2017, 01:47

Das Kind kann rein nix für die etisch fragwürdige Familienplanung und braucht nun mal Eltern. Vielleicht sollte man das Kindeswohl hier nicht aus den Augen verlieren. Und zu seiner amerikanischen Leihmutter, die das Kind gar nicht kennt, kann es ja wohl nicht verfrachtet werden. Wie ich das verstanden habe, ist nicht nur dem Kind die Leihmutter unbekannt, sondern auch den Eltern, zumindest der Aufenthaltsort. Daher ist auf jeden Fall Vormundschaft notwendig. Wenn der Vater nun aber auf Feststellung der Vaterschaft klagt, braucht doch auch die Leihmutter einen Vertreter, oder? Wenn der Vater wirklich der biologische Vater ist, wäre es natürlich besser, wenn dieser Pfleger für die Mutter und der Vormund des Kindes einfach einer Vaterschaftsanerkennung zustimmen. Evtl. auch Sorgerechtserklärung. Über die moralische Fragwürdigkeit des Geschehens mag man hier diskutieren und geteilter Meinung sein, aber letztlich ist ausschlaggebend das Kindeswohl. Und wenn der Vater auch der biologische Vater ist und bereit ist für das Kind zu sorgen, wäre es erstmal sinnvoll, wenn die Vaterschaft auch festgestellt wird und das Kind bei ihm aufwachsen kann. Ob dann irgendwann Adoption durch die Ehefrau folgt und wie lange es dauert, bis die leibliche Mutter ermittelt wird, steht dann auf einem anderen Blatt.
Ich habe gelernt, die Mutter eines Kindes ist die, die das Kind geboren hat - also wurde die Geb.urkunde zu Recht nicht anerkannt, da die jetzt eingetragene Frau mit der Geburt nichts zu tun hat und Adoption auch nicht erfolgt ist. Und dadurch kann auch der Vater ohne Anerkennung und Zustimmung von Mutter und Kind nicht Vater sein, da nicht mit der unbekannten Mutter verheiratet, auch wenns umständlich sein mag.
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