Ja oder nein?

Re: Ja oder nein?

Postby naDin on 18 May 2018, 13:51

Ich finde es nicht in Ordnung, schon vom Grundsatz her. Menschenhandel ist das in meinen Augen, nichts anderes! Man macht ein Kind um damit Geld zu verdienen, wenn man es her gibt. Dabei wird ein Kaufvertrag unterschrieben. Widerlich! Wirklich widerlich alleine an so etwas zu denken. Ein Mensch ist keine Ware, die sich per Vertrag Handeln lässt. Sklavenhandel ist zum Glück vor vielen Jahren verboten worden, aber Babyhandel soll ok sein? Menschen, die keine Kinder bekommen können, können eines adoptieren! Aber nicht kaufen! Ehrlich gesagt schockiert es mich, dass so viele das ok finden. Bei Paaren, die aus gesundheitlichen Gründen "nicht können" schwanke ich grad. Wenn ich aber lese, dass schwanger sein schrecklich war, dann tut mir das leid für die betroffene Person, aber heruntergebrochen sprechen wir dann hier über ein Komfortproblem und das geht für mich eindeutig zu weit. Wer Kinder will und bekommen kann, der soll das bitteschön auch selber tun. Wie gesagt, wer welche will und nicht kann...da denk ich grad dran rum
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Re: Ja oder nein?

Postby sofi_e on 20 May 2018, 23:59

Deine moralischen Bedenken zum Wie des Entstehens des Kindes sind natürlich für mich nachvollziehbar. Aber dennoch kann man dem Mann doch sein Geeignetsein deswegen nicht absprechen. Welche Gründe ihn auch immer dazu bewogen haben mögen, das Kind durch eine fremde Frau austragen zu lassen (wer weiß schon, was das Paar vorher versucht haben mag, um überhaupt ein Kind zu bekommen?), warum sollte er nicht als biologischer Vater auch sein sorgeberechtigter Vater sein können? Wer will ihm denn die väterliche Liebe zum Kind absprechen, nur weil er es auf fragwürdigem Wege zeugte? Wer fragt denn bei normal gezeugten Kindern nach dem Geeignetsein der biologischen Eltern? Jeder darf nach Gutdünken Kids in die Welt setzen, ob er dafür sorgen will, oder nicht. Dieser Vater hier will für sein Kind sorgen. Ich kenne mich mit den rechtlichen Vorgaben beim besten Willen so gar nicht aus, schon erst recht nicht mit Vormundschaften und Betreuungen etc. Aber ich kann nicht verstehen, weshalb einem biologischen Vater nicht auch das Sorgerecht zustehen soll, wenn die gebärende Mutter es nicht will.
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Re: Ja oder nein?

Postby Siri on 24 May 2018, 02:14

Das Kind ist ausschließlich amerikanischer Staatsbürger, dessen Mutter und Vater nach der amerikanischen Geburtsurkunde Deutsche sind. Diese Geburtsurkunde ist, da sich die Geburt nach deutschem Recht richtet, falsch. Mutter ist unbekannte amerikanische Leihmutter, Vater unbekannt. Was passiert mit der Geburtsurkunde? Kann diese für unwirksam erklärt werden, schließlich setzt diese einen Rechtsschein und eine andere gibts ja nicht, oder ist sie doch bindend oder kann umgeschrieben werden. Gibts in Deutschland eine neue? Falsch trifft es bezüglich der Geburtsurkunde nicht ganz. Aus der Sicht der sie ausstellenden amerikanischen Behörde mag sie richtig sein, wenn eben eine Mutterschaft abweichend von dem Geburtsvorgang anerkannt wird. Einen besonderen Rechtsschein setzt die amerikanische Geburtsurkunde erstmal nicht. Allerdings ist ihr Beweiswert gleich null, weil ja bekannt ist, dass Abstammungs- und Sorgerechtsvorgänge international nicht einheitlich beurteilt werden (Ich bin ehrlich gesagt etwas erstaunt darüber, dass manche Beiträge von Familienrechtspflegern hier völlig überrascht von diesem Umstand erscheinen), und sie deswegen keinerlei Aussage zur Abstammung nach deutschem Recht gewährt, sodass sie von höchstens rechtsvergleichendem Interesse ist.Irgendetwas bezüglich der Geburtsurkunde zu veranlassen scheint mir nicht nötig.
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Re: Ja oder nein?

Postby Engeline on 26 May 2018, 03:17

Ich bin nun schon im dem Alter, wo Kinderkriegen ehe kein Thema mehr ist. Doch habe ich mit mir zu kämpfen gehabt, das zu akzeptieren. Ich fühlte mich irgendwie weniger als Frau, hört sich jetzt zwar blöd an, aber das war bei mir so. Aber ich glaube auch, dass es viele Frauen so geht. Ich will damit nur sagen, dass man als Frau da mit den Gefühlen ganz schön zu kämpfen hat, wenn man die Fähigkeit verliert ein Kind zu gebären. Nun ich habe drei tolle Kinder und könnte in ein paar Jahren sogar schon Großmutter sein. Aber eine Frau, die gar keine Kinder bekommen kann, das stelle ich mir von den Gefühlen sehr sehr schlimm vor. Wenn ein Kinderwunsch so groß ist das es schon weh tut, so richtig weh tut im Herzen weil man weiß, das es nie sein wird. Ich kann mir schon vorstellen, dass diese Frauen sich gerne eine Leihmutter mieten würden. Doch ist es bestimmt sehr schwer dafür eine gesetzliche Grundlage zu finden.
Wo sind dann da die Grenzen zu ziehen? Ein Ehepaar das unbedingt ein Kind haben möchte, ist manchmal bereit sehr viel dafür zu zahlen und überall wo Geld mit im Spiel steht, gibt es auch die ersten Kriminellen die daraus verdienen wollen. Ist zwar ein bisschen weit hergeholt, doch ich habe da bedenken dass es irgendwann so was wie Zuhälter für Leihmütter gibt. Wenn es aber Gesetzlich erlaubt sein würde bräuchte man sich nicht illegal eine Leihmutter suchen. Aber da würden dann wieder die gesetzlichen Richtlinien sehr streng sein. Es gibt soviel Kinder, die nur darauf warten Eltern zu haben, die sie lieben und ihnen ein zu Hause geben. Sicherlich ist es nicht dasselbe, als wenn man eigene Kinder hat. Doch es ist eine gute Möglichkeit seinen Kinderwunsch zu erfühlen.Ich bin aber auch dafür, dass nicht jeder einfach so ein Kind adoptieren kann, das man schon die Leute prüfen sollte und das man immer zum Wohle des Kindes entscheidet. Aber ein leibliches Kind zu haben, ist für viele das größte und wenn es Möglichkeiten dafür gibt und alle Beteiligten zufrieden sind und keine drunter leidet, sollte jeder für sich die beste Möglichkeit wählen.
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Re: Ja oder nein?

Postby Pika4u on 28 May 2018, 00:58

Ich weiß das nicht, aber dazu eine Gegenfrage: Könnte man dieses Kind wirklich reinen Gewissens zu sich nehmen? Könnte man sich im Spiegel anschauen, wenn man wüsste, dass man einer Mutter, die das Kind 9 Monate in sich trug und dabei alles gefühlt hat, erlebt hat, deren Hormonhaushalt sich vollkommen auf Mutterliebe umgestellt hat usw...das Kind wegnehmen? Dem Menschen, der das Kind naturgegebenermaß mehr liebt, als jeder andere? Könnte man je wieder ruhig schlafen in dem Wissen, einer Mutter wegen einem wertlosen Wisch Papier ein Kind weggenommen zu haben? Und könnte man dem Kind in die Augen sehen bei einer Erklärung, wie das Kind in die Familie kam? Wäre man in der Lage diesem Kind zu erklären, dass man es seiner liebenden Mutter aus egoistischen Gründen für ein bisschen Geld weggenommen hat? Wer das könnte, ist ohnehin schon das Letzte :( So leid es mir tut, dass ich zu solch harten Worte greife, aber sollte die Leihmutter Liebe zu diesem Kind entwickeln wird diese Liebe um weites stärker sein als die, der Auftraggeberin. Diese hat einen sehnlichen, eventuell schmerzlichen kinderwunsch und den Wunsch nach Liebe, die Vorahnung von Mutterliebe, aber niemals wird sie das Kind schon bevor sie es hat so lieben, wie die austragende Frau.
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Re: Ja oder nein?

Postby Pika4u on 10 Jun 2018, 01:43

Ich bin einverstanden, dass heutzutage es ein akutes Problem ist, ein Kind zu bekommen. Es tut mir wahnsinnig leid. Diskutieren alle, sogar Politiker, Kirche. So zu sagen so es viele Menschen auf der Welt gibt, so viele Meinungen vorhandet sind. In dem Moralischen versucht man das Unmoralische zu sehen und umgekehrt. Häufig werden Frauen, die Kinder für unfruchtbare Paare austragen, und selbst kinderlose Ehepaare, die die Leistung einer Leihmutter bezogen haben, der negativen Kritik ausgesetzt. Sehr oft die Leihmütter werden als Frauen gebrandmarkt, die ihre Kinder verkaufen. Man sagt: "Wenn Gott ein eigenes Kind nicht gibt - adoptiere ein Fremdes." Die Kirche bezeichnet Leihmutterschaft als widernatürlich und moralisch inakzeptabel. Ich finde auch eine Adoption eine mutige Entscheidung.
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Re: Ja oder nein?

Postby Pika4u on 10 Jun 2018, 01:43

Ich bin einverstanden, dass heutzutage es ein akutes Problem ist, ein Kind zu bekommen. Es tut mir wahnsinnig leid. Diskutieren alle, sogar Politiker, Kirche. So zu sagen so es viele Menschen auf der Welt gibt, so viele Meinungen vorhandet sind. In dem Moralischen versucht man das Unmoralische zu sehen und umgekehrt. Häufig werden Frauen, die Kinder für unfruchtbare Paare austragen, und selbst kinderlose Ehepaare, die die Leistung einer Leihmutter bezogen haben, der negativen Kritik ausgesetzt. Sehr oft die Leihmütter werden als Frauen gebrandmarkt, die ihre Kinder verkaufen. Man sagt: "Wenn Gott ein eigenes Kind nicht gibt - adoptiere ein Fremdes." Die Kirche bezeichnet Leihmutterschaft als widernatürlich und moralisch inakzeptabel. Ich finde auch eine Adoption eine mutige Entscheidung.
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Re: Ja oder nein?

Postby majorka4 on 11 Jun 2018, 02:26

Das Kind kann rein nix für die ethisch fragwürdige Familienplanung und braucht nun mal Eltern. Vielleicht sollte man das Kindeswohl hier nicht aus den Augen verlieren. Und zu seiner amerikanischen Leihmutter, die das Kind gar nicht kennt, kann es ja wohl nicht verfrachtet werden. Wie ich das verstanden habe, ist nicht nur dem Kind die Leihmutter unbekannt, sondern auch den Eltern, zumindest der Aufenthaltsort. Daher ist auf jeden Fall Vormundschaft notwendig. Wenn der Vater nun aber auf Feststellung der Vaterschaft klagt, braucht doch auch die Leihmutter einen Vertreter, oder? Wenn der Vater wirklich der biologische Vater ist, wäre es natürlich besser, wenn dieser Pfleger für die Mutter und der Vormund des Kindes einfach einer Vaterschaftsanerkennung zustimmen. Evtl. auch Sorgerechtserklärung. Über die moralische Fragwürdigkeit des Geschehens mag man hier diskutieren und geteilter Meinung sein, aber letztlich ist ausschlaggebend das Kindeswohl. Und wenn der Vater auch der biologische Vater ist und bereit ist für das Kind zu sorgen, wäre es erstmal sinnvoll, wenn die Vaterschaft auch festgestellt wird und das Kind bei ihm aufwachsen kann. Ob dann irgendwann Adoption durch die Ehefrau folgt und wie lange es dauert, bis die leibliche Mutter ermittelt wird, steht dann auf einem anderen Blatt.
Ich habe gelernt, die Mutter eines Kindes ist die, die das Kind geboren hat - also wurde die Geb.urkunde zu Recht nicht anerkannt, da die jetzt eingetragene Frau mit der Geburt nichts zu tun hat und Adoption auch nicht erfolgt ist. Und dadurch kann auch der Vater ohne Anerkennung und Zustimmung von Mutter und Kind nicht Vater sein, da nicht mit der unbekannten Mutter verheiratet, auch wenns umständlich sein mag.
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Re: Ja oder nein?

Postby Engeline on 14 Jun 2018, 20:57

Ich bin nun schon im dem Alter, wo Kinderkriegen ehe kein Thema mehr ist. Doch habe ich mit mir zu kämpfen gehabt, das zu akzeptieren. Ich fühlte mich irgendwie weniger als Frau, hört sich jetzt zwar blöd an, aber das war bei mir so. Aber ich glaube auch, dass es viele Frauen so geht. Ich will damit nur sagen, dass man als Frau da mit den Gefühlen ganz schön zu kämpfen hat, wenn man die Fähigkeit verliert ein Kind zu gebären. Nun ich habe drei tolle Kinder und könnte in ein paar Jahren sogar schon Großmutter sein. Aber eine Frau, die gar keine Kinder bekommen kann, das stelle ich mir von den Gefühlen sehr sehr schlimm vor. Wenn ein Kinderwunsch so groß ist das es schon weh tut, so richtig weh tut im Herzen weil man weiß, das es nie sein wird. Ich kann mir schon vorstellen, dass diese Frauen sich gerne eine Leihmutter mieten würden. Doch ist es bestimmt sehr schwer dafür eine gesetzliche Grundlage zu finden.
Wo sind dann da die Grenzen zu ziehen? Ein Ehepaar das unbedingt ein Kind haben möchte, ist manchmal bereit sehr viel dafür zu zahlen und überall wo Geld mit im Spiel steht, gibt es auch die ersten Kriminellen die daraus verdienen wollen. Ist zwar ein bisschen weit hergeholt, doch ich habe da bedenken dass es irgendwann so was wie Zuhälter für Leihmütter gibt. Wenn es aber Gesetzlich erlaubt sein würde bräuchte man sich nicht illegal eine Leihmutter suchen. Aber da würden dann wieder die gesetzlichen Richtlinien sehr streng sein. Es gibt soviel Kinder, die nur darauf warten Eltern zu haben, die sie lieben und ihnen ein zu Hause geben. Sicherlich ist es nicht dasselbe, als wenn man eigene Kinder hat. Doch es ist eine gute Möglichkeit seinen Kinderwunsch zu erfühlen.Ich bin aber auch dafür, dass nicht jeder einfach so ein Kind adoptieren kann, das man schon die Leute prüfen sollte und das man immer zum Wohle des Kindes entscheidet. Aber ein leibliches Kind zu haben, ist für viele das größte und wenn es Möglichkeiten dafür gibt und alle Beteiligten zufrieden sind und keine drunter leidet, sollte jeder für sich die beste Möglichkeit wählen.
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Re: Ja oder nein?

Postby majorka4 on 22 Jun 2018, 02:24

Heute ist Leihmutterschaft eine echte Rettung für die Frauen, die aus bestimmten Gründen nicht in der Lage sind, auf die übliche Weise schwanger zu werden. Diesem Verfahren liegt IVF zugrunde. Leihmutterschaft besteht darin, dass eine Frau freiwillig zustimmt, ein Kind auszutragen und zu gebären, dass mit ihr genetisch nicht verwandt ist. Dann wird es an die genetischen Eltern übergeben (aus rechtlicher Sicht sind sie solche). Im Übrigen ist die Einstellung der Europäischen Gesellschaft für menschliche Reproduktion zu diesem Verfahren durchaus akzeptabel. Der schwierigsten in Bezug auf die Organisation, Moralfrage und den Preis gelten Leihmutterschaft und Eizellspendeprogramm. Diese Programme werden oft mit Unberechenbarkeit, Konfliktsituationen und emotionalem Stress verbunden. Nichtsdestotrotz nimmt die Zahl der Frauen, die daran teilnehmen möchten, oder umgekehrt, die Hilfe einer Leihmutter oder Spenderin von Eizellen benötigen, jedes Jahr zu. Ideale Kandidatin für eine Leihmutter. Danach planen wir das Treffen mit den ausgewählten Kandidatinnen, die bereit sind, Leihmutter zu werden. Es ist wichtig, dass die beiden Seiten einen psychologischen Kontakt herstellen können. Wenn die Kandidatinnen alle medizinischen, psychologischen und andere Anforderungen erfüllen, beginnen die Parteien alle einzelnen Programme zu besprechen, einschließlich der rechtlichen und medizinischen Risikoaspekte, Gebühren, Organisation und anderer Fragen. Auf der letzten Etappe wird eine Vereinbarung mit der Leihmutter abgeschlossen.
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