Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby Louisa1998 on 03 Jun 2017, 23:23

Ich meine, wenn es auf natürlichem Wege nicht klappen sollte - was würdet ihr dann machen? Wäre eine erste Behandlung in Form von Zyklusmonitoring, starken Medis usw. für euch ok? Wie sieht es aus mit einer künstlichen Befruchtung - könnten bei euch beide Partner dem zustimmen oder wäre das zuviel für eure Nerven, Geldbeutel usw...? Käme für euch eine Adoption, Leihmutterschaft, Eizellspende oder Ähnliches in Betracht, wenn sich euer Wunsch nach einem eigenen Kind nicht erfüllen würde? Oder würdet ihr dann ganz mit dem Thema abschließen? Ja, ich weiß, das sind sicher alles eher hypothetische Fragen, die man nicht definitiv beantworten kann, wenn man in der Situation noch nicht war. Eure Meinung würde mich trotzdem interessieren. Bei meinem Mann und mir ist es so, dass wir aus verschiedenen Gründen einer künstlichen Befruchtung nicht zustimmen könnten - klar, ob wir es auch noch 100% so sehen würden, wenn man uns nichts mehr anderes in Aussicht stellen könnte, weiß ich nicht, aber im Moment ist das für uns beide schon so. Eine Adoption käme für uns in jedem Fall in Frage, wir haben sowieso immer schon mit dem theoretischen Gedanken gespielt, dass wir auch trotz eigener Kinder ein Kind adoptieren würden. Mein Mann ist selbst adoptiert worden. Wie sieht es bei euch aus?
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby Engeline on 03 Jun 2017, 23:26

Das ist tatsächlich sehr hypothetisch, solang man nicht in der konkreten Situation steckt. Ich habe schon öfter in meinem Leben meine Haltung revidieren müssen, als ich in einer bestimmten Situation steckte, die ich mir vorher ganz anders vorgestellt hatte...Ich denke aber, wir würden nichts von alledem machen. Von meinem Mann weiß ich definitiv, dass er niemals einer künstlichen Befruchtung zustimmen würde (den finanziellen Aspekt mal außen vor gelassen), ich würde das für mich auch nicht wollen und denke, ich wäre dem nicht so unwahrscheinlichen Misserfolg psychisch nicht gewachsen. Eine Adoption kommt nicht infrage. Mein kleiner Bruder wurde von meinem Vater und seiner 2. Frau adoptiert. Ich habe überhaupt keine geschwisterlichen Gefühle, und ich weiß von mir einfach, dass ich ein angenommenes Kind niemals so lieben würde, wie mein eigenes (das erlebe ich sehr konkret, da mein Stiefsohn auch in unserem Haushalt lebt). Ich denke also, wenn es zur Not mit medikamentöser Unterstützung nicht noch einmal klappen sollte, dann will mir das Leben damit vermutlich etwas mitteilen, was ich erst noch kapieren müsste. Ich würde also versuchen, mit dem Thema abzuschließen und dankbar zu sein für das gesunde Kind, was ich bekommen durfte - aber wie gesagt - sehr hypothetisch, das alles!
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby majorka4 on 03 Jun 2017, 23:29

Ich möchte auf jeden Fall dieses Gefühl kennen lernen, wie es ist, schwanger zu sein und wie das Baby tritt. Ich nehme gern in Kauf, dass es mir 9 Monate dreckig geht, liebend gern, Hauptsache ich werde bald Schwanger. Mein Mann und ich haben letztens drüber gesprochen wie es jetzt weiter geht, da wir am 5.17. Termin in der KiWu Klinik haben. Mein FA hat mir ja wenig Hoffnung gemacht, dass es auf natürlichem Weg klappt. Mir ist es total egal, wie es klappt, ich mache alles. Außerdem ist künstliche Befruchtung doch gar nicht so schlimm, das Ei muss sich immer noch von allein einnisten, also hilft man ja nur leicht nach. Mein Mann hat künstliche Befruchtung bisher total abgelehnt, kann sich aber mittlerweile damit anfreunden. Adoption kommt für ihn aber definitiv nicht in Frage. Ich weiß für mich, dass ich ohne Kinder nicht leben kann und will und mein Leben beenden werde, wenn ich meinen Kinderwunsch beenden muss.
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby Pika4u on 03 Jun 2017, 23:32

Also ich finde das ist eine sehr schwierige Frage (für mich!), denn wie weit ich gehe, kommt sicher darauf an, wie verzweifelt ich mir tatsächlich irgendwann ein Baby wünsche. Momentan ist es bei mir so: wäre total schön, aber eigentlich wäre es auch ok, wenn es erst nächstes Jahr klappt. Hab das Gefühl ich lerne in jedem Zyklus meinen Körper besser kennen und das finde ich schön. Was ich mir vorstellen könnte, ist das ich irgendwann einfach sage ok, dieses ewige Hibbeln macht mich irre, ich lass einfach die blöden Ovus weg, errechne nicht mehr meinen NMT und kümmere mich gar nicht mehr so tolle drum wie jetzt. Allerdings bin ich froh darüber Frau zu sein und will eigentlich auch nicht verpassen, wie es sich anfühlt schwanger zu sein und ein Kind zu entbinden, um ehrlich zu sein sind das momentan erstmal mit meine Hauptgründe für den KiWu: Schwanger sein mit allen Gefühlen, Emotionen und Beschwerden :) das Baby als Vollkommenheit unser Liebe und als wertvolles Mitglied unseres Beisammen seins das uns zur Familie macht
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby yourAngel on 03 Jun 2017, 23:34

Schwieriges Thema, ich befinde mich am Anfang der KiWu Behandlung und wir überlegen jetzt schon, ob wir es überhaupt in Deutschland angehen sollen oder lieber gleich nach Österreich gehen. Ich werde auf jeden Fall einen Versuch starten (läuft vermutlich auf IVF hinaus) und einfach schauen wie es mir dabei geht, physisch und psychisch. Ich werde mich nicht unnötig quälen, sollte es zu belastend sein, werden wir einen Adoptionsantrag stellen für eine Auslandsadoption. Sind also mit ca. 10.000 - 15.000 eur Kosten belastet (Adoption oder zwei - drei Versuche), Geld was wir nicht wirklich übrig haben, aber das Recht auf Familie besteht nicht bei verschlossenen Eileitern, somit müssen wir das Geld zusammen kratzen.
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby Lisa_vogt on 03 Jun 2017, 23:36

Bei uns wird es sich wohl Ende Juni entscheiden wie weit wir gehen werden. Weil im Moment kann ich es noch gar nicht sagen...Erst mal stehen wahrscheinlich noch einige Untersuchungen aus und danach werden wir wohl entscheiden müssen, wie weit wir dafür gehen wollen. Früher habe ich immer gesagt, wenn wir keine Kinder bekommen können, dann soll es eben so sein. Und wollte nie der Natur rein mischen. Doch nach 19 frustrierenden Monaten ändert man seine Sichtweise schon in wenig. Zu den Überlegungen einer künstlichen Befruchtung (die auch nicht zwangsläufig mit einer Schwangerschaft endet) haben wir auch immer noch die Gedanken, wie sieht unser Leben ohne Kinder aus... das ist für uns wichtig auch einfach die Vor- und Nachteile des Eltern seins zu sehen. Klar ist es keine Frage was uns lieber ist...
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby paprik_a on 03 Jun 2017, 23:37

Ich habe mir, bevor unsere Tochter geboren wurde, auch öfter darüber Gedanken gemacht. Dachte dann auch immer, sollten wir mal keine Kinder auf natürlichem Wege bekommen können, dann hätten wir eben keines. Da wir auch als Paar sehr, sehr glücklich waren und sind! Eine Bekannte hatte damals eine Hormonbehandlung gemacht, und ich dachte mir immer - ich würde sowas nie machen...Dann wurde ich zum Glück gleich nach einem Monat schwanger, und jetzt sieht alles ganz anders aus! Hätte mir vorher nicht vorstellen können, was man alles verpasst, ohne so ein kleines Wesen. Da würde ich auch bis zum äußersten gehen! Wenn einmal der Wunsch nach einem zweiten Kind da sein sollte, und es nicht klappt - dann werden wir es sicher darauf beruhen lassen. Denn eines haben wir ja, und wenn es nicht mehr sein soll, dann ist es eben so. Ich wünsche allen, die sich sehnlichst ein Baby wünschen, dass es ganz schnell klappt. Ob auf normalem Wege, oder mit Hilfe. Liebe Grüße
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby Siri on 03 Jun 2017, 23:39

Ich war eigentlich früher immer auf dem Standpunkt keine eigenen Kinder haben zu wollen. Stattdessen hätte ich gerne welche adoptiert, aber das kam für meinen Mann überhaupt nichts in Frage, von daher hat sich das leider recht schnell erledigt. Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass ein leibliches Kind zweite Wahl war, aber ich habe für mich vor der Schwangerschaft auch gesagt, wenn es nicht klappt, dann klappt es eben nicht. Pflegekinder in Bereitschafts- oder Dauerpflege wären für mich persönlich eine Alternative gewesen, ohne dass man sich selbst extremen psychischen Druck bei der künstlichen Befruchtung aussetzt. Inzwischen wo wir ja ein Kind haben sehe ich vieles anders als vorher. Seit ich meinen kleinen Schatz kenne, weiß ich, dass ich alles, aber auch alles dafür tun würde, irgendwann noch einmal dieses Glück eines eigenen Kindes erfahren zu dürfen.
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby Ruth on 03 Jun 2017, 23:41

Ich bin nach künstlicher Befruchtung schwanger geworden (zum Glück direkt beim 1. Versuch), und würde es jederzeit wieder tun. Ich hätte sicherlich auch mehrere Versuche in Kauf genommen, wenn es nicht sofort geklappt hätte, dafür ist der Kinderwunsch einfach zu groß. Mein Mann und ich haben das Glück, dass unsere beiden Eltern voll hinter uns stehen und von der Behandlung wissen. Wäre es bei mehreren Versuchen irgendwann finanziell eng geworden, hätten sie uns sofort ohne zu Zögern ausgeholfen und uns das Geld geliehen. Habe gestern Reportage gesehen. Was über die künstliche Befruchtung in Österreich bzw. Deutschland gesagt wurde, war teilweise völliger Unsinn: Zum Beispiel, dass die Erfolgsquote bei dem Arzt nur deshalb so hoch sei, weil man n Deutschland sich sofort am nächsten Tag die befruchteten Eier wiedereinsetzen lassen muss. Das stimmt einfach hinten und vorne nicht! Ich selbst habe mir die zwei Eier nach 3 Tagen einsetzen lassen (zwischen 2 und 3 Tagen ist die Regel), aber soweit ich weiss, ist es sogar möglich, bis zu 5 Tage zu warten. Wahrscheinlich hat der gute Doc die komplette Reportage bezahlt, damit jetzt alle wegen seiner angeblichen 70 % Erfolgschancen zu ihm rennen. Anders kann ich mir so einen hanebüchenen Unsinn, der da verzapft wurde, nicht vorstellen. Ich habe mich jedenfalls furchtbar darüber aufgeregt!
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby Agnes.frankes on 03 Jun 2017, 23:47

Ich würde sicherlich nicht sehr weit gehen für ein leibliches (von mir auf die Welt gebrachtes) Kind. Dieses Thema betrifft mich, weil ich ein PCO-Syndrom habe und meine Eierstöcke funktionieren nicht wirklich, Regelblutung? Menstruationsbeschwerden? Hab' ich noch nie gehört.... Aber ich muss dazu sagen, dass mein persönlicher Kinderwunsch eher schwach bis gar nicht ausgeprägt ist. Unser Plan ist daher folgender: wenn es nicht klappt, dann klappt es nicht. Ich persönlich bin jetzt nicht 100% gut informiert über dieses Thema, denke aber, dass bei mir das Problem wäre, das Kind zu behalten (die kritische Phase nach der Einsetzung zu überstehen), weil es an mir liegt und man alle Hormone künstlich zuführen müsste. Ich stelle mir das schwieriger vor, als eine künstliche Befruchtung mit lahmem Sperma. Gibt es darüber eigentlich Statistiken (also: wie oft Schwangerschaften nach 9 Monaten enden bei denen die IVF/ICSI aufgrund des Mannes gemacht wurden oder der Frau)? Meine persönliche Umfelds- Erfahrung ist nämlich die, dass es viel einfacher ist, wenn es am Mann liegt...( was mir auch logisch erscheint). Sollten wir irgendwann, wider Erwarten, doch ernsthaft einen Kinderwunsch haben kommt für uns nur eine Adoption in Frage. Vermutlich nur aus dem Ausland, weil wir, bis meine biologische Uhr mal in die Gänge kommt, aufgrund des Alters die deutschen Kriterien nicht mehr erfüllen könnten (es gibt da ziemlich unrealistische Voraussetzungen, ich wäre wohl schon zu alt, deswegen adoptieren viele aus dem Ausland, da sind u.a. die Altersgrenzen höher...). Ich persönlich denke, dass ich mich der psychischen Belastung, der Hormon-Stimulation und dem Erfolgsdruck nicht aussetzen wollen würde, denn es kann auch schief gehen und wenn wir ehrlich sind, geht es das in sehr vielen Fällen auch... Da würden wir dann den Eigentanteil, den man ja auf alle Fälle trägt und wer weiß, wie die Kassen es bis dahin ändern, lieber gleich für eine Adoption verwenden. Ein emotionales Problem hätte ich damit sicher nicht...ich würde dieses Kind genau so lieben können, wie ein biologisches, sehe da eigentlich keinen Unterschied (für mich ist ein Kind ein Kind, egal woher). Für meinen Partner ist das etwas anders, obwohl ich das nicht verstehe, er bekommt es sowieso fertig geliefert...
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