Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby sofi_e on 04 Jun 2017, 00:19

Es ist völlig okay, dass Du persönlich die Leihmutterschaft unmoralisch findest und für Dich ablehnst. Es muss nicht jeder eine identische Meinung vertreten. Allerdings ist es auch relativ egal, ob Du selbst ein Kind, dass durch eine fremde Eizelle und fremde Spermien entstanden ist, als Dein eigenes betrachten würdest - viele Leihmütter sehen das nämlich anscheinend anders und sind in der Lage, ihren Körper lediglich als Mittel zum Zweck zur Verfügung zu stellen. Ob das nun gegen Geld oder aus reiner Nächstenliebe geschieht, ist m.E. unerheblich, solange sich diese Frauen der Konsequenzen bewusst sind und diese freiwillig tragen. Es ist ja nun nicht so, als würde man 14-jährige Mädchen aus der Dritten Welt per finanzielle Nötigung dazu zwingen (bewusste Übertreibung meinerseits!). Oft handelt es sich hierbei um Frauen, die das schon öfter gemacht haben und sehr genau wissen, worauf sie sich da emotional und körperlich einlassen. Und solange das so ist, sehe ich persönlich kein moralisches Problem.
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby Nala on 04 Jun 2017, 22:06

Ich kann mir durchaus vorstellen, durch eine Leihmutter meine Kinder austragen zu lassen. Vorausgesetzt, es handelt sich um meine EZ und um das Sperma meines Mannes. Wenn es der einzige Weg für mich wäre, ein eigenes Kind zu bekommen, würde ich diesen Weg gehen. Allerdings möchte ich die Leihmutter auf jeden Fall eine Weile vorher ausführlich kennen lernen und sie muss mir sympathisch sein. Ich kann mir auch vorstellen, eine Leihmutter zu sein. Allerdings auch hier wieder nur so, dass keine EZ von mir verwendet wird. Ich könnte mir vorstellen, das Kind anderen Menschen auszutragen, ja. Ich habe zwei gesunde Kinder und möchte keine weiteren Kinder. Dennoch finde ich den Gedanken, schwanger zu sein, nicht schlimm. Ich frage mich nur, wie man solch eine Leihmutterschaft im sozialen Umfeld erklären soll. Ich weiß nicht, ob ich die Kommentare der anderen Leute und die schrägen Blicke aushalten könnte.
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby Engeline on 04 Jun 2017, 22:11

Ich halte nichts von Leihmutterschaft und bin erstaunt darüber, wie viele das hier in Anspruch nehmen würden. Natürlich kann ich verstehen, dass man bei starkem Kinderwusch alle medizinischen Möglichkeiten in Betracht zieht und ich finde es gut, dass es diese Möglichkeiten heutzutage gibt, aber sobald diese ausgeschöpft sind, ist für mich eine Grenze erreicht. Einer anderen Frau ein Kind im Endeffekt nach der Geburt abkaufen? Ihr Geld dafür geben, dass sie ihren Bauch für 9 Monate verkauft bzw. verliehen hat? Das ist für mich persönlich nichts anderes als der Handel mit der Ware Mensch. Es mag Situationen geben, wo ich es nachvollziehen könnte, dass man auf eine Leihmutter zurückgreift z.B. bei dem genannten Beispiel mit der Schwester, die das Kind austrägt. Aber sobald Geld dabei fließt - was ja in den allermeisten Fällen von Leihmütterschaften der Fall ist - hat das für mich einen ganz, ganz schalen Beigeschmack. Ich kann mir nicht vorstellen dass mein Kinderwunsch nach einem eigenen Kind so gross wäre, dass ich diesen Weg gehen würde. Ich weiss dass ich Kinder lieben kann ohne dass es genetisch meine sind, daher kann ich mir eine Adoption sehr gut vorstellen. Wie es wäre, wenn ich nicht adoptieren könnte, weiss ich nicht - ich gebe zu ich kann mir nicht vorstellen, dass ich persönlich so einen starken Kinderwunsch hätte dass ich den Weg einer Leihmutterschaft gehen würde. Aber, ich könnte mir vorstellen eine Leihmutter zu sein - zugegeben für sehr wenige Menschen, aber ja, für die würde ich das vermutlich machen.
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby majorka4 on 04 Jun 2017, 22:14

Das kommt ganz auf die Umstände an. Ich finde, wenn man in diesem Bereich diskutiert, muss man ganz genau auseinander klauben, was man wie sieht, wo die eigene Grenze ist... Diese Indien-Geschichte ist widerlich. Es ist widerlich, armen Frauen Geld zum Leben zu geben, weil man selber keine Lust auf die Mühen einer Schwangerschaft hat. Das geschieht noch dazu in einer Welt, in der die Armen von uns ja auch erfolgreich ausgebeutet werden. Wenn man selber keine Kinder kriegen kann... Ich weiß nicht, ob es für mich eine Option wäre. Jedenfalls finde ich es, sofern es um Kinderwunsch geht, alle Beteiligten freiwillig dabei sind, besprochen ist, was passiert, wenn die Frau das Kind nicht hergibt... also wenn da alles geklärt ist und gut geklärt ist, finde ich da überhaupt nichts Unmoralisches dabei. Stellt sich die Frage ob und wie das finanziell absegelten werden sollte, was mit bleibenden Gesundheitsschäden passiert, warum die Frau das tut... Spannendes Thema. Liebe Grüße
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby Pika4u on 04 Jun 2017, 22:17

Ich bin leider in der Situation aufgrund von Gebärmutteranomalien Kinder nicht problemlos austragen zu können. Inzwischen ist unklar, ob überhaupt eine Einnistung in meinem Uterus stattfinden kann. Reproduktionsmedizinische Möglichkeiten sind mehr oder weniger ausgeschöpft. Die Wahrscheinlichkeit ein leibliches Kind auszutragen ist auf Grund der Fakten eher als gering zu beurteilen. Eine Prognose kann mir aber kein Arzt geben. Ich könnte mir dennoch nicht vorstellen ein Kind durch eine Leihmutter austragen zu lassen, wenn es legal wäre. In einigen Punkten stimme ich anderen vollkommen zu. Eine Leihmutterschaft käme für mich zum Schutz der Leihmutter nicht in Frage. Ich finde es unmenschlich einer Mutter, das geborene Kind wegzunehmen. Da ich mir persönlich nur vorstellen kann, dass eine Frau diese Dienste aus einer finanziellen Notlage heraus anbietet, würde ich eben diese Notlage nicht ausnutzen wollen. Ich weiss rational aber schon, dass es Frauen zu geben scheint, die sich emotional total abspalten können und die Leihmutterschaft als reines Geschäft sachlich abwickeln können. Aber auch bei solchen Frauen hätte ich Bedenken, ob die hormonellen Veränderungen nicht zu einer emotionalen Bindung zum Kind führen würden und die Trennung dann wider Erwarten sehr schmerzvoll wäre. Kurz gesagt: da ich mir nicht vorstellen könnte ein Kind für jemanden auszutragen, möchte ich niemandem zumuten es für mich zu tun.
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby yourAngel on 04 Jun 2017, 23:19

Da ich eine große Abneigung gegen die Vorstellung einer Schwangerschaft habe, wäre eine Leihmutterschaft ein sehr reizvoller Gedanke...Allerdings hätte ich gerade nicht den Wunsch, dieses Frau gut zu kennen oder gar Kontakt zu halten! Im Gegenteil, dieser Kontakt wäre für der Antigrund schlechthin. Wenn ich mir vorstelle, die würde dann hinterher noch zu den Geburtstagen und so kommen - das wäre für mich irgendwie zu viel Eindringung in mein Leben. Ich habe Reportagen über Leihmütter in der Ukraine gesehen und habe seitdem viele Vorurteile verloren. In der Reportage waren es eben nicht die sozialschwachen oder Armen oder Teenie-Mütter ohne Perspektive, die so Geld verdienen müssen, um zu überleben. Nein, das waren alles ganz normale Frauen, meist selber bereits Mütter und Hausfrauen, die gerne Schwanger sind und entweder was Gutes tun wollen oder nebenher was verdienen. Ich persönlich sehe es nicht als Kind kaufen, sondern ich sehe es so, dass man der Austragenden selbstverständlich ihre Dienstleistung bezahlt. Ist doch klar, dass sie für 9 Monate Arbeit entsprechend Geld verdienen muss. Die Leihmutter bekommt dafür Geld, dass sie ein Kind für jemanden ausbrütet. Diese Frauen gingen von Anfang an auch ganz anders an die Sache heran.
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby paprik_a on 04 Jun 2017, 23:28

Ich habe keine eindeutige Meinung dazu. Mein Kinderwunsch war sehr groß, ich würde sehr weit gehen um ein Kind zu haben (und bin froh, dass der Weg zwar etwas steinig war, aber doch hat es gut geklappt). Bevor ich zu einer Leihmutter greifen würde, würde ich aber zuerst wirklich alles andere ausprobieren: diverse KiWu-Behandlungen, Eizellspende (falls es an mir liegen würde). Ob ich Adoption vorziehen würde, weiss ich nicht, mir ist es eigentlich ziemlich wichtig eigene Kinder zu haben. Und in der SS der Leihmutter hat man zumindest etwas Einfluss, bei Adoptionen haben die Kinder meistens keine so gute Vergangenheit. Organisatorisch wäre es sehr schwierig, denn man muss alle überzeugen, dass es eigene Kinder sind. Ich bin sehr froh, dass ich diese Entscheidung nicht treffen muss. Ich selbst würde nie als Leihmutter tätig sein, dafür ist es mir zu emotional. Ich könnte es mir aber theoretisch vorstellen, für eigene Schwester oder Bruder zumindest darüber nachzudenken, denn das Kind wäre dann in der Familie (dafür muss der Kontakt natürlich sehr gut und eng sein).
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby Siri on 04 Jun 2017, 23:31

Also ob ich es in Betracht ziehen würde, meine Kinder von einer Leihmutter austragen zu lassen kann ich nicht sagen. Das liegt aber sicherlich daran, dass ich bereits zwei Kinder unter meinem Herzen getragen habe, sie geboren habe und nie in der Situation war einen ungewollten Kinderwunsch zu haben. Ich war sehr gerne schwanger und gehöre auch zu den Frauen, die ohne weiteres nochmals eine Geburt erleben möchten. Wenn ich mir nun vorstelle, das gute Freunde von uns, oder meine Kinder mal ungewollt Kinderlos bleiben und ich ihnen helfen könnte ein eigenes Kind zu bekommen, dann glaube ich würde ich es tun. Aber einfach weil ich mit diesem Kind wahrscheinlich ein Leben lang begleiten kann bzw. sehen könnte wie es aufwächst etc. Es nach der Geburt niemals wieder zu sehen, stelle ich mir hingegen unendlich schwer vor. Ich glaube eine gewisse Bindung bleibt immer, allerdings sicher auch eine ganz besondere Dankbarkeit der leiblichen Eltern - ich glaube für mich als zweifache Mami wäre es sehr z.B. sehr hart eine Freundin durch eine ungewollte Kinderlosigkeit zu begleiten, zu sehen wie sie leidet, wenn ich ihr da helfen könnte - warum nicht!
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby tilda on 10 Sep 2017, 23:31

Wir haben beide immer gesagt, dass eine künstliche Befruchtung für uns nicht in Frage käme. Gott sei Dank mussten wir uns darüber keine Gedanken machen, denn es hat geklappt. Aber wir haben aus vielen diversen Gründen das für uns eigentlich immer ausgeschlossen. Unsere Alternative wäre eine Adoption gewesen und dafür wären wir dann auch beide bereit gewesen, viel Energie und Geld aufzuwenden. Denn für uns hieß es immer wenn wir nicht einem eigenen Kind Eltern sein können, dann wollen wir alles versuchen, um einem adoptierten Kind ein schönes Leben zu bieten. Daher wäre für uns sicher nur eine Adoption eines ausländischen Kindes in Frage gekommen. Nach wie vor, schließe ich für mich auch nicht aus, vielleicht später tatsächlich noch zusätzlich ein Kind zu adoptieren. Aber das ist sicher ein schweres Thema, denn niemand weiß wohl, was er wirklich macht, wenn es auf natürlichem Wege wirklich nicht klappt. Für mich wäre jedenfalls erstmal die Welt zusammen gebrochen. Liebe Grüße
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Re: Wie weit würdet ihr für ein Kind gehen?

Postby sofi_e on 27 Oct 2017, 00:37

Wir haben beide immer gesagt, dass eine künstliche Befruchtung für uns nicht in Frage käme. Gott sei Dank mussten wir uns darüber keine Gedanken machen, denn es hat geklappt. Aber wir haben aus vielen diversen Gründen das für uns eigentlich immer ausgeschlossen. Unsere Alternative wäre eine Adoption gewesen und dafür wären wir dann auch beide bereit gewesen, viel Energie und Geld aufzuwenden. Denn für uns hieß es immer wenn wir nicht einem eigenen Kind Eltern sein können, dann wollen wir alles versuchen, um einem adoptierten Kind ein schönes Leben zu bieten. Daher wäre für uns sicher nur eine Adoption eines ausländischen Kindes in Frage gekommen. Nach wie vor, schließe ich für mich auch nicht aus, vielleicht später tatsächlich noch zusätzlich ein Kind zu adoptieren. Aber das ist sicher ein schweres Thema, denn niemand weiß wohl, was er wirklich macht, wenn es auf natürlichem Wege wirklich nicht klappt. Für mich wäre jedenfalls erstmal die Welt zusammen gebrochen. Liebe Grüße
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