pro und kontra

Re: pro und kontra

Postby juni on 25 May 2010, 09:26

Ich bin für die Leihmutterschaft.... allerdings muss man erstmal klären, worüber wir reden....

1. Eine Frau trägt das Baby lediglich aus, Eizelle und Samen stammen von den biologischen Eltern. Ich bin absolut dafür - wenn eine Frau entscheiden kann, ein Kind NICHT auszutragen, muss sie auch entscheiden können, ein Kind auszutragen (sonst macht das ganze "mein Bauch gehört mir" keinen wirklichen Sinn). Warum sollte eine Frau, die einen Defekt an der GM, aber Eizellen hat, kein biologisches Kind haben dürfen, wenn eine andere Frau es für sie austragen möchte?
Ebenso würde ich den Fall beurteilen, in dem die Leihmutter ein Baby austrägt, dass durch den Samen des auftraggebenden Partners, aber durch die Eizellspende einer dritten Frau entstanden ist.
2. Eine Frau trägt das Baby aus, wobei auch die Eizelle von der Leihmutter stammt. Dieser Fall ist meiner Meinung nach ein wenig schwieriger, handelt es sich bei der "Leihmutter" ja um die biologische Mutter, die das Kind auch ausgetragen hat. In diesem Fall wird wahrscheinlich der Konflikt der Leihmutter zu groß, das Kind nach der Geburt behalten zu wollen. Hier würde ich sagen, dass dieser Fall grundsätzlich auch legal sein sollte, aber der "Leihmutter" nach der Geburt ausreichend Bedenkzeit gegeben werden sollte, ob sie das Kind behalten möchte.

Das ist ein wirklich schwieriges Thema, man möchte vermeiden, dass die Schwangerschaft zum Geschäft wird und sich Paare Eizellen, Leihmütter usw. zusammenstückeln können, um sich ihr Wunschbaby zu basteln. Es hat sich aber gezeigt, dass in Ländern, in denen ein liberalerer Umgang mit Eizellspenden und Leihmutterschaft herrscht, die ganze Sache auch nicht ausgeartet ist.
Mal im Ernst: sollte z.B. meine Schwester oder meine beste Freundin aus welchen Gründen auch immer kein eigenes Kind austragen können, dann wäre ich gerne (rechtlich) in der Lage, es für sie auszutragen.

Gruß!!!
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Re: pro und kontra

Postby elisa on 25 May 2010, 09:31

Hallo zusammen

Ich habe durch eine Leihmutterschaft in der Ukraine Zwillinge bekommen. Mein Mann und ich sind die genetischen Eltern und es ist das Wunderbarste, was uns passieren konnte. Ich konnte aus medizinischen Gründen nicht schwanger werden und somit blieb uns nur dieser Weg offen.

Nun sind wir hier um Gleichgesinnte zu beraten.
http://leihmutterschaft.com/

Viel Spass beim Lesen und auch Euch allen viel Glück.

Liebe Grüße
elisa
 
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Re: pro und kontra

Postby linda on 25 May 2010, 09:36

Männer geben in Samenbanken ihren Samen ab, das ist kein großer Akt, dauert nur ein paar Minuten, aber eine Schwangerschaft dauert Monate, ist mit vielen Hochs und Tiefs verbunden, und der Körper einer Frau leidet unter einer Schwangerschaft. Klar sagen bestimmt viele Leihmütter: Es macht mir nichts, es ist toll jemanden helfen zu können, ich kann das Geld gut brauchen für xy, usw. Aber sagen sie das nach 10 Jahren auch noch? Nach 20? Was bleibt da in der Psyche einer Frau tatsächlich hängen?

Dass zwei Männer Kinder ohne Frauen großziehen, ich denke das sind zwei verschiedene Paar Schuhe, das können Männer genau so gut/genau so schlecht wie Frauen auch. Und ob das Kind Schaden nimmt, keine Ahnung. Auf jeden Fall wächst es in viel Liebe auf.

Hier in so einem Fall finde ich es schon wichtig, dass irgendwie der Kontakt zur leiblichen Mutter gehalten wird, egal wie der auch aussehen mag (das denke ich übrigens auch umgekehrt bei den leiblichen Vätern) damit das Kind seine Wurzeln kennenlernen kann.
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Re: pro und kontra

Postby clemens on 25 May 2010, 09:39

Erst durch die Illegalität entstehen doch Probleme wie mangelnder Rechtsschutz, schlechtere medizinische Versorgung usw.
DANN sehen sich Männer und auch Heteropaare mit unerfülltem KiWu gezwungen, im Ausland nach Leihmüttern zu suchen.
Ich weiß nicht, ob ich das machen würde. Wenn mein eigener KiWu ausreichend erfüllt ist und ich den Männern nahe stehe, vielleicht schon. Allerdings könnte ich mir jetzt nicht vorstellen, das für ein fremdes Paare zu tun.
Ich würde dann auch gerne den Kontakt zum Kind halten, finde aber auch in diesem Fall nicht, dass das grundsätzlich so sein müsste und ein Kind unbedingt Schaden nimmt, wenn es die leibliche Mutter nicht kennt.
Bei Eizellspende hab ich sowieso überhaupt keine Einwände.
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Re: pro und kontra

Postby Tina T on 25 May 2010, 09:46

Wenn es sich eine Frau vorstellen kann (und das können anscheinend doch sehr viele), dann finde ich das völlig in Ordnung.

Ob das Kind später Kontakt zur Mutter haben sollte - auch das empfindet jeder anders (genauso, ob das Kind später seinen Vater kennenlernen soll/darf/kann).

Für mich persönlich käme es nicht in Frage, ich würde es behalten wollen *egoistisch sei*

Aber wenn sich z.B. eine Frau und ein schwules Paar so etwas vorstellen können - warum nicht.

Ich bin da völlig tolerant
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Re: pro und kontra

Postby daniel on 26 May 2010, 08:49

Absolut! Es wäre für mich die Methode der Wahl, wenn ich z.B. aus medizinischen Gründen nicht schwanger werden aber trotzdem gute Eizellen spenden könnte. Wenn wir gar keine Möglichkeit hätten, ein Kind zu bekommen, das mit meiner Frau oder mit mir leiblich verwandt ist, dann würde ich vermutlich eine Adoption vorziehen. Aber wenn das nicht ginge (und selbst Heteros schaffen es oft nicht, ein Kind im Inland zu adoptieren), dann wäre eine Leihmutter für mich auch eine gute Lösung.

Leihmutterschaft, legal, bei guter psychologischer und medinischer Betreuung, kann ich nur befürworten.
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Re: pro und kontra

Postby juni on 31 May 2010, 09:31

Du hattest ja wirklich keine leichte Schwangerschfaft, tut mir leid deswegen! Schön, dass sich alles noch zum Guten gewendet hat. Und ich muss sagen, ich möcht nicht tauschen, denn ich stelle mir das schon schrecklich vor, wenn es so lange Zeit nicht klappt und jeden Monat diese Enttäuschung.. toll, dass Ihr durchgehalten habt!

Das Schlimme an der ganzen Sache ist ja, jede Frau darf ein Kind zur Welt bringen, auch wenn es für die Kinder nicht immer das beste ist. Und Paare, die sich wirklich um ein Kind kümmern wollen, denen wird das verwehrt. Das ist für mich nicht logisch.

Da ist es ja beinahe klar, dass manche Paare eine Leihmutterschaft zumindest in Betracht ziehen, wenn der Kinderwunsch so gross ist.
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Re: pro und kontra

Postby marianne on 31 May 2010, 09:33

Ich finde auch dass diese Regelungen was Adoptionen angeht hier bei uns viel zu streng sind. Da wird es den Paaren unnötig schwer gemacht und andererseits wird gegen Mütter, die bereits 4 oder 5 Kinder haben und diese kaum ernähren können, nichts großartiges unternommen. Leihmütter sollte es auch hier geben, allerdings sollte es dann irgendwie geregelt werden, dass die Leihmütter während den Schwangerschaften eben eine gute Behausung und die entsprechende Verpflegung bekommen.
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Re: pro und kontra

Postby trino on 31 May 2010, 09:38

Ich stimme zu, dass Leihmüttern eine anständige Versorgung bekommen müssten, zumindest während der Zeit der Schwangerschaft. Und einen sicherlich nicht grad geringen Geldbetrag werden sie ja auch erhalten. Aber dann müsste es auch gut sein, eine weitere finanzielle Unterstützung später kann sich sicherlich nicht jedes Paar leisten.
Was vor allem wichtig wäre.. eine psychologische Betreuung der Leihmutter. Ein Kind so lange Zeit auszutragen und es dann abgeben zu müssen - das ist nicht so einfach. Diese Frauen müssten behutsam darauf vorbereitet werden, selbst wenn sie es im Grunde ja wissen.
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Re: pro und kontra

Postby eva on 31 May 2010, 09:42

Früher wars mir suspekt und irgendwie seltsam, da ich dachte, ein Kind muss von anfang an einer Verbundung zur Mutter haben; mittlerweile finde ich es aber eine recht gute Methode, wenn man das Kind nicht selber austragen will/kann, unter anderem auch wegen oben genannten Gründen.

Besonders erschreckend ist, dass noch heute davor kerngesunde Frauen bei einer Geburt sterben und man sich fragen muss, ob man dieses Risiko eingehen will. Meine Cousine brachte ihr erstes Kind im Januar 2008 zur Welt und hat dabei fast das Zeitliche gesegnet.

Ausserdem - hier kann ich aber nur für mich sprechen - finde ich den Vorgang der Schwangerschaft und Geburt widerlich und frage mich, was die Natur sich dabei gedacht hat. Es kommt mir immer wieder der Gedanke auf, dass da etwas in mir wächst, als hätte sich ein Alien (kein Scherz) in den eigenen Körper gefressen und den kugelrunden Bauch anzufassen finde ich einfach nur eklig.

Und da gar nicht so wenig Frauen sich heutzutage erst in Zeug legen müssen, um einen guten Beruf zu haben und finanziell abgesichert zu sein, muss der Kinderwunsch warten; und wenn man dann soweit ist, ist man Ende 30 und dann klappts oft nicht mehr, jedenfalls nicht auf natürlichem Weg.
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