einzige Chance

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unmatched
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Registriert: 30 Sep 2018, 18:23
einzige Chance

Beitrag von unmatched »

Hallo! Ich brauche den Rat. Ich bin jetzt 42 Jahre alt und als ich 36 Jahre alt war wurde es festgestellt, dass ich schon in Wechseljahre bin. Meine Eierstöcke produzieren keine Eizellen mehr… Leider habe ich mit meinem Mann erst mit 34 kennengelernt und schon seit langer Zeit haben wir einen grossen Kinderwunsch. Die Neuigkeit, dass ich keine Kinder bekommen kann war für mich sehr schockiert und ich habe viel Zeit gebraucht um das zu verarbeiten. Und bis jetzt bleiben wir ratlos. Der Arzt sagte uns wir müssen an Adoption denken und wir haben, aber sind beide zu dem Schluss gekommen das kommt für uns nicht ins Frage. Also der einzige Ausgang bleibt IVF mit Eizellspende. Mein Mann denkt positiv darüber und hat nichts dagegen. Aber ich selbst habe Zweifeln. Der Gedanke, dass das Kind genetisch nicht mein wäre, macht mir sprachlos. Mein Mann wird der Vater, die Eizellsprenderin wird eine Mama. Und ich? Wer bin ich? Brustkasten, dass das Kind ausgetragen hat? Und was wird in der Zukunft, soll das Kind überhauptüber seine Entstehung wissen? Es kann dann eigene Mutter suchen. Unsere Eltern beiderseits würden sowas wie Eizellspende nicht verstehen und man muss das ins Geheimnis halten. Sie fragen immer wieder, wann bekommen wir denn ein Kind? „Du bist schon zu alt, denkst du nicht so?“. Sowas beleidigt und drängt. Also Eizellspende ist meine einzige Chance, Mutter zu werden aber ich habe so viele Zweifeln! Werde ich das Kind lieben? Und wenn ich irgendwann den Mut haben werde, nach welchen Kriterien sucht man die beste Klinik aus? Danke im Voraus. Liebe Grüße!
Dream
Beiträge: 22
Registriert: 30 Sep 2018, 18:20
Re: einzige Chance

Beitrag von Dream »

Ich weiß sehr gut, wie du dich fühlst! Bei mir wurde seit einigen Jahren Diagnose Wechseljahre festgestellt. Ich habe mich lange Zeit behandeln lassen, Hormone, IVF, ICSI, trotzdem alles erfolglos. Also meine letzte Chance, Mutter zu werden, war auch Eizellspende. Ich hatte Zweifeln, hatte eben solche Gedanken, wie du jetzt. Die größte Angst war dass ich nie das Kind lieben würde, weil es nicht von mir stammt und ich würde ein fremdes Kind in mir tragen... Mein Mann hatte auch nichts dagegen, aber für Mann ist es viel leichter solche Situation zu erleben, weil er genetischer Vater ist. Obwohl dieser Gedanke schwer war, die Angst niemals Mutter zu werden war viel schlimmer und deshalb ich habe den Schritt gewagt. Die Kosten sind sehr hoch in den USA und Griechenland. Die Frage, welche Klinik zu wählen war vielleicht am schwierigsten, weil jeder Klinik hat sowie positive als auch negative Erfahrung. Für uns war Professionalität. Menschlichkeit und erreichbare Kosten wichtig. Wir haben mindestens 4 Monaten die Information über Kliniken gesammelt und am Ende haben wir endlich die Klinik BioTexCom in der Ukraine gewählt. Natürlich, wollte ich das Kind, das wie ich und mein Mann aussieht. Aber als der Doc Embryotransfer machte, konnte ich nur daran denken, dass die Schwangerschaft gut läuft und das Baby gesund zur Welt kommt.
Jetzt, wenn ich an meinen Ängsten, Gedanken und Zweifeln damals denke, will ich lachen. Meine Tochter schläft jetzt in meinen Händen und jedes mal wenn ich sie sehe, will ich vor Glück weinen. Die Spenderin sieht aus nach äußeren Merkmalen wie ich und deshalb ist meine Tochter mir sehr ähnlich. Unseren Eltern haben wir auch nichts gesagt. Sie denken, ich habe meine Tochter dank IVF Versuch mit eigenen Eizellen bekommen. Wenn du entschieden hast, Mutter zu werden, dann müssen keine Schwierigkeiten auf diesem Weg stehen! Ich will meiner Tochter nicht sagen, dass sie mit Hilfe von fremden Eizellen geboren ist. Ich denke, sie wird überhaupt darüber nicht fragen oder wissen. Wenn ich mich nicht irre, gibt es in der Klinik eine neue Methode, Mitochondrien Spende. Du kannst darüber im Internet lesen, aber ich denke das wird dir gefallen! Wünsche dir alles Bestes
unmatched
Beiträge: 21
Registriert: 30 Sep 2018, 18:23
Re: einzige Chance

Beitrag von unmatched »

Vielen Dank für deine Antwort! Es ist schön, wenn man die Leuten mit ähnlichem Problem trifft, weil es ist schwierig alles selbst zu entscheiden. Und die anderen nicht in derselben Situation befinden, ist es schwierig richtig zu verstehen. Du hast Recht, ich sehe gut, dass mein Mann kein Zweifeln und Gedanken hat. Er denkt, das ist die einzige Lösung in unserer Situation. Aber ich will wiederholen, das wird SEIN Kind und er kann nicht verstehen. Und ich weine einfach oft mit meinen Gedanken und Zweifeln. Allein. Das einzige, was mich hält, ist der Wunsch, Mutter zu sein. Ich versuche immer nur Positives in dieser Situation zu finden.
Ich weiss, es gibt viele Leute, die Kinder adoptieren und diese Kinder leben in Familien mit grosser Liebe. Ich denke, ich kann dieses Zweifeln und Gedanken nicht vertreiben, bis ich dieses Kind in meinem Bauch haben werde. Warum hast du die Klinik eben in der Ukraine gewählt? Es gibt bestimmt entscheidende Faktoren. Gab es etwas, was dir nicht gefällt? Diese Frage will ich seriös entscheiden. Alle Details zu wissen, um immer bereit sein, wenn etwas nicht gut läuft.
Schnecke
Beiträge: 14
Registriert: 30 Sep 2018, 18:31
Re: einzige Chance

Beitrag von Schnecke »

Wir waren das letzte Mal vor 2 Jahren in Biotexcom Klinik wg Eizellspende und sowohl die Kommunikation im Hilfe bei der Organisation der Reise waren sehr gut. Wir bekamen mehrere Hotelvorschläge (zügig per E-Mail oder auch am Telefon), Transfer- bzw. Flugverbindungen etc. Die deutsche Ansprechpartnerin ist da wirklich auf Zack! Was die Dolmetscherin anbelangt, hat sie sehr gut Deutsch gesprochen und auch alles vor Ort toll gemanagt. Also mit Dolmetscherin war das überhaupt kein Problem. Wir waren immer bei ein- und derselben Ärztin (sie haben ja auch ein größeres Team) und sie schien uns sehr kompetent zu sein bzw. stand auch immer im intensiven Austausch mit dem Embryologen, den wir ebenfalls kennenlernen durften. Er hat uns wirklich mit Engelsgeduld alles erklärt.
Wir hatten bei jedem Versuch mehrere befruchtete Eizellen guter Qualität, von denen uns jeweils zwei eingesetzt und noch 4-5 für spätere Kryo-Versuche eingefroren wurden. Alle haben das Auftauen überlebt und konnten transferiert werden. Einmal wurde ich biochemisch schwanger, die anderen Male blieben leider ohne Erfolg, aber ich kenne inzwischen auch mehrere Paare, bei denen es geklappt hat und die inzwischen glückliche Eltern sind. Meine Rahmenbedingungen sind wohl wirklich einfach heftiger und ich hatte auch nach mehreren Versuchen in renommierten tschechischen Kliniken keinen Erfolg.
naDin
Beiträge: 351
Registriert: 14 Jun 2016, 18:25
Re: einzige Chance

Beitrag von naDin »

Wir machen daran auch Gedanken. Nächstes Jahr starten wir unsere 5. IVF Versuch. Mein KiWu Arzt riet uns schon nach der 2.IVF bereits zur EZS und wir haben uns damit auseinandergesetzt und dann erst noch mal eine andere Meinung eingeholt. Da der Arzt in andere Kinderwunschklinik uns gesagt hat, wir haben noch Chancen haben wir uns entschieden noch einen Versuch zu machen. Mein Mann war aber am Anfang an gegen Eizellspende da er immer ein völlig genetisches Kind wünschte. Ich finde aber, da es in meinem Bauch heranwächst, wäre es eh mein Kind, da ich es ja auch auf die Welt bringe und so näherten wir uns dann diese Möglichkeit. Aber noch ist da nichts entschieden, wir wollen uns diese Möglichkeit nur offen halten. Die Finanzen müssen ebenfalls berücksichtigt werden, da EZS nur im Ausland durchgeführt wird und wir denken auch an Ukraine
tabea
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Registriert: 19 Nov 2019, 09:07
Re: einzige Chance

Beitrag von tabea »

unmatched hat geschrieben: 07 Dez 2020, 20:15 Hallo! Ich brauche den Rat. Ich bin jetzt 42 Jahre alt und...
Hey! Tut mir wirklich leid, dass es bei dir auf natürlichem Wege nicht geklappt hat. Aber hier sind wir alle mit gleichen Problemen. Einerseits verstehe ich, was du damit meinst. Aber in deinem Fall ist Eizellspende wirklich die beste Option. Und du bist nicht Brustkasten. Du bist eine echte Mama für das Baby. Das kann euer Geheimnis sein, welchen Weg ihr hattet bevor das Baby zur Welt kam. Ganz egal. Du wirst ihn vom ersten Tag an spüren und verstehst, wie glücklich du bist, Mama zu sein.
Bei mir war das anders. Seit 3 Jahren bin ich schon Mama, aber das Baby haben wir via Leihmutterschaft bekommen. Ja, sie ist genetisch meine Tochter, aber ich hab sie nicht getragen und andere Frau hat meine Tochter zur Welt gebracht. Aber das sind wirklich Kleinigkeiten. War mir egal. Wenn du diese kleine Prinzessin zum ersten Mal siehst, ist dir egal, wie ist sie auf diese Welt gekommen. Du verstehst einfach, dass du Mama dieser Prinzessin bist. Und dieses Glück lässt sich nicht mit Worten beschreiben.
Also lass diese Gedanken und sei Glücklich, dass du eine Möglichkeit hast, Mama zu werden.
AljungeF
Beiträge: 28
Registriert: 15 Jan 2019, 16:39
Re: einzige Chance

Beitrag von AljungeF »

Hallo!
Es ist nicht zu spät, mit 42 usw. die Mutter zu werden. Ich habe mein erstes Baby mit 44 bekommen. Das konnte dank der Eizellspende bei Biotexcom möglich. Darum glaube ich, es ist deine Entscheidung ;)
Für mich ist es wichtig mit dem Baby ehrlich zu sein und ich werde die Wahrheit unserem Baby erzählen. Ich habe keinen Angst und glaube, unsere Liebe war so groß und wir wollten so sehr unsere Kleine, darum wird sie alles mit der Zeit erfahren und uns verstehen.

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