Wie kann ich den Mann überzeugen?

Re: Wie kann ich den Mann überzeugen?

Postby Ruth on 23 Jan 2018, 23:12

Ich kann leider zum Thema nicht so viel beitragen, aber das wäre eine Frage, die mich auch interessieren würde: Ist das so? Wenn man sich in die Thematik etwas einliest, dann heißt es immer sinngemäß zitiert "In anderen Ländern rangiert die EZS zwischen Organspende und Blutspende. Die Frauen haben verschiedene Gründe. Fast alle dieser jungen Frauen wollen mit ihrer Spende auch helfen. Oft haben sie in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis ungewollt kinderlose Paare und Wissen um das Leid dieser Menschen. Eizellspenderinnen werden medizinisch gründlich durchgecheckt. Die Spende ist für die Frauen die Möglichkeit, kostenlos eine umfassende Vorsorgeuntersuchungen zu erhalten. Sie mögen Kinder und denken auch daran, irgendwann eine eigene Familie zu gründen bzw. sie haben evtl. schon ein Kind. Zum jetzigen Zeitpunkt möchten sie selbst aber nicht Mutter werden, haben jedoch kein Problem damit, ihre Gene weiterzugeben. Ohne zusätzliche finanzielle Motivation nimmt jedoch kaum eine Frau die Strapazen einer Stimulation und Punktion unter Narkose auf sich, wie der Überblick Europa zeigt. Also beides – humanitäre und finanzielle Motivation – kommt bei der Eizellspende zusammen
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Re: Wie kann ich den Mann überzeugen?

Postby Engeline on 25 Jan 2018, 02:25

Wie man an den bisherigen Antworten sieht, können die Bedenken in zwei Richtungen gehen. Entweder macht er sich Gedanken um die Situation der Spenderin oder es geht ihm um die Kinder, die aus der Spende entstehen. Oder Beides. Du wirst nur durch Nachfragen erfahren, was genau ihn beschäftigt. Dass er "irgendwie" Bedenken hat, weist eher darauf hin, dass er sich noch keine feste Meinung gebildet hat. Es kann also gut sein, dass er nach eurem Gespräch Zeit braucht und ihr noch ein paar Mal darüber sprechen müsst ehe seine Meinung fest steht.
Bezüglich der Kinder ist es auf jeden Fall wichtig, dass ihr vorher darüber sprecht, ob er Probleme damit hat, wenn die Kinder genetisch nicht mit dir verwandt sind und wie ihr damit umgehen wollt (aufklären des Kindes oder nicht, aufklären der Familie, Freunde, Bekannte...). Bezüglich der Aufklärung solltet ihr euch einig sein, sonst wird es später problematisch. Falls du dir selbst noch keine Meinung gebildet hast, dann schau dich mal in anderen Forums um (bei Samenspende gibt es ja ähnliche Fragen).
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Re: Wie kann ich den Mann überzeugen?

Postby Windchen210 on 08 Mar 2018, 23:10

Es gab ja, wenn ich mich recht erinnere auch Studien, die belegten dass Adoptivkinder die gleiche Mimik u Gestik hatten wie ihre Adoptiveltern. Vieles ist erlernt durch nachahmen, klar!
Mein größtes Problem ist, wie das Kind mit der Tatsache zurecht kommt. Hängt aber wahrscheinlich davon ab, ob man es schon als kleines Kind darauf vorbereitet oder ob man es irgendwann mal so nebenher beim Abendessen anmerkt, wie es entstanden ist. Dann kommt noch hinzu ob bzw. wenn von seinem Umfeld man damit in Erkenntnis setzt und ob diese Leute nicht mal ausversehen vor den Eltern was sagen und somit das Vertrauen vom Kind zu den Eltern gestört wird. Aller Voraussicht nach, sind meine Bedenken wahrscheinlich halb so wild und vieles ergibt sich automatisch.
Mag auch beruflich bedingt sein, da ich mit Menschen zusammen arbeite, die so gut wie alle traumatisiert oder milieugeschädigt sind. Ich denke, dass sich in einem normalen Umfeld (was wir ja wohl fast alle hier haben) die Sache halb so wild gestalten wird aber manchmal denkt man eben auch zu viel nach. Ich wollte nur mal so meine Gedanken via Brainstorming aufschreiben um ihr vllt Anhaltspunkte zu geben dass ihr Mann vielleicht diese Bedenken haben könnte.
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Re: Wie kann ich den Mann überzeugen?

Postby Engeline on 15 Apr 2018, 22:16

Hallo zusammen
Ich kann Euch nur ermutigen, diesen Weg zu gehen, wenn es anders nicht geht und der Kinderwunsch so groß ist. Nach langer Kinderwunschzeit hatten wir uns für die Eizellspende entschieden, in der Zwischenzeit haben wir unser Baby bekommen...ich kann Euch nur sagen, all die Bedenken, die man hat, sind verständlich, jedoch verfliegen sie wirklich, wenn man das erste Mal dann im Ultraschall das Baby sieht! Wenn Du die Kindsbewegungen spürst und Du weißt, dass dieses Baby nur durch Dein Blut versorgt wird. Du bist und bleibst die leibliche Mutter!!! Mein Baby sieht meinem Mann sehr ähnlich aus, wobei es auch interessanterweise auch Züge von mir hat. Und glaubt mir, es interessiert einfach nicht, wem es ähnlich aussieht, mich zumindest nicht!
Wir haben uns mit meinem Mann entschieden, das Kind nicht aufzuklären, wozu auch.....es wird niemals die Möglichkeit haben, zu erfahren, wer die genetische Mutter ist, wozu dann die Aufklärung. Mir sind die Gene egal, meinem Mann auch, wir werden das Kind so viel mit Liebe erziehen, da interessiert mich mehr die Epigenetik.
Eine von Euch schrieb, wir sehen es wie eine Organspende an - ja genauso sehen wir es auch. Durch diese Organspende bin ich auch geheilt worden. Wir sind der Spenderin dankbar, dass sie uns geholfen hat, unseren Traum zu verwirklichen. Manchmal denke ich, hätte ich doch die ganzen Strapazen, die ganzen Euros durch die zig-Versuche nicht auf mich nehmen sollen, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, hätte ich nach 4 bis max 5 Versuchen mit eigenen Eizellen, die EZSP gemacht!!
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Re: Wie kann ich den Mann überzeugen?

Postby majorka4 on 19 Apr 2018, 01:10

Wenn ich selbst die Antwort wissen könne…(( Nach vier ICSIs und drei IVFs gehe ich schon länger mit dem Gedanken schwanger, in der Ukraine eine Eizellspende zu empfangen. Mein Mann hat sich "grob" über das Thema informiert, aber so richtig habe ich das Gespräch noch nicht gesucht. Ich will richtig vorbereitet sein. Vor ein paar Tagen konnte ich ihm entlocken, dass er irgendwie ethische Probleme dabei hätte. (Ich habe nicht nachgehakt, weil ich Angst hatte, unvorbereitet in eine große Diskussion zu geraten.) Jetzt überlege ich, was das wohl genau heißen könnte und wie ich dann im Gespräch seine Bedenken entkräften könnte.
Wer hat eine Idee? Ich würde mich auch über Berichte von EZS freuen, die genauen Abläufe, Erfahrungen mit Kliniken. Ich habe mehrere Kliniken bereits angeschrieben und hole mir gerade persönliche Infos.
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Re: Wie kann ich den Mann überzeugen?

Postby Fuchs on 12 May 2018, 23:01

Es ist nicht ganz einfach solche Bedenken zu entkräften, weil man nichts über die Motivation der Spenderinnen erfährt (in Tschechien läuft es auch sehr anonym ab). Man könnte sich bei der Praxis erkundigen, wie viel Geld die Spenderinnen erhalten und könnte es vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation des Landes abwägen, ob dort wirklich Notsituationen ausgenutzt werden. Vorstellbar sind ja auch noch andere Motive für eine Spende. Wichtiger fände ich aber zu erfragen, wie bei den Spenderinnen stimuliert wird. Geht es um Masse oder um eine Risikominimierung für die Spenderin? Gibt es Begrenzungen bezüglich Häufigkeit und Abständen der Spende oder ähnliche Vorsichtsmaßnahmen? Eine Eizellspende kann man in diesem Punkt tatsächlich nicht eins zu eins mit einer Samenspende vergleichen, aber ich persönlich halte sie für ethisch vertretbar, solange die Gesundheit der Spenderin immer Vorrang hat.
Noch ein Hinweis, weil auch die Embryonenspende als Alternative erwähnt wurde: Das trifft nur auf die Embryonenspende zu, bei der es um überzählige Embryonen von Kinderwunschpaaren geht. In der Regel ist eine EMS jedoch eine Kombination von Eizellspende und Samenspende, so dass man die Probleme hierbei nicht umgeht.
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Re: Wie kann ich den Mann überzeugen?

Postby Agnes.frankes on 14 Jun 2018, 22:39

Es gab ja, wenn ich mich recht erinnere auch Studien, die belegten dass Adoptivkinder die gleiche Mimik und Gestik hatten wie ihre Adoptiveltern. Vieles ist erlernt durch nachahmen, klar!
Mein größtes Problem ist, wie das Kind mit der Tatsache zurechtkommt. Hängt aber wahrscheinlich davon ab, ob man es schon als kleines Kind darauf vorbereitet oder ob man es irgendwann mal so nebenher beim Abendessen anmerkt, wie es entstanden ist.
Dann kommt noch hinzu ob bzw. wenn von seinem Umfeld man damit in Erkenntnis setzt und ob diese Leute nicht mal ausversehen vor den Eltern was sagen und somit das Vertrauen vom Kind zu den Eltern gestört wird. Aller Voraussicht nach, sind meine Bedenken wahrscheinlich halb so wild und vieles ergibt sich automatisch.
Mag auch beruflich bedingt sein, da ich mit Menschen zusammen arbeite, die so gut wie alle traumatisiert oder millieugeschädigt sind. Ich denke, dass sich in einem normalen Umfeld (was wir ja wohl fast alle hier haben) die Sache halb so wild gestalten wird aber manchmal denkt man eben auch zu viel nach. Ich wollte nur mal so meine Gedanken via Brainstorming aufschreiben um ihr vllt Anhaltspunkte zu geben dass ihr Mann vielleicht diese Bedenken haben könnte.
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Re: Wie kann ich den Mann überzeugen?

Postby omega on 08 Jul 2018, 00:30

Bei uns ging es zwar nicht um EZS aber um Samenspende, kommt ja fast aufs Gleiche raus.
Mein Mann war anfangs dagegen - klar, kein biologischer Vater, dadurch die Angst das Kind nicht lieben zu können usw. Mittlerweile ist er von sich aus gekommen und hat gesagt, er will es versuchen aber jetzt habe ich Bedenken. Um jeden Willen ein Kind? Wann und wie sagt man es dem Kind? Wie wird es reagieren? Mir kamen da so Sachen in den Kopf wir ich als Teenie auf den neuen Partner meiner Mutter reagiert habe. Ich hab ständig gesagt, er hat mir keine Vorschriften zu machen, weil er nicht mein Vater ist, dabei meinte er es nur gut. Wäre das bei einem Spenderkind auch so? Oder wird das Spenderkind das anders sehen, weil eben die Eltern von Anfang an die Eltern waren und es somit in die Familie rein gewachsen ist? Wie reagiert man als Eltern, wenn das Kind die biologischen Eltern kennen lernen will (geht das bei EZS?) wenn nein, hat das Kind nicht das Recht darauf zu wissen wo es her kommt? Was passiert im Fall einer Trennung? Fühlt sich das Kind dann automatisch zum biologischen Elternteil gezogen? Oder kommt es auf die Beziehung zueinander an und den Charakter des Kindes?
Muss man so ein Kind besonders selbstbewusst erziehen? Das sind die Dinge, die mir so dabei durch den Kopf gehen, vllt. trifft sich das mit den Bedenken deines Mannes.
Ich glaube, dass Kind nicht lieben zu können ist absolut bescheuert, als Frau fällt es einem doch leichter ein Kind zu lieben das in einem wächst u der Mann ist ja auch von Anfang an dabei. Es ist ja nicht so wie wenn du ein Kind in eine Beziehung mitbringst. Er ist ja von Anfang an der Papa und fertig.
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Re: Wie kann ich den Mann überzeugen?

Postby majorka4 on 15 Jul 2018, 23:18

Die Probleme, die Dein Mann mit einer Eizellspende hat, sind zum Teil für mich nachvollziehbar. Das Problem, dass das Kind von einer anderen Frau stammt und damit genetisch nicht von Euch Beiden ist ein Punkt, den man meiner Meinung nach relativ schnell positiv beeinflussen kann. Neueste Studien aus Deutschland haben ergeben, dass die Gene nicht allein verantwortlich für die Entwicklung eines Kindes sind. Wichtig ist vor allem die Zeit während der Schwangerschaft, dort werden viele Grundsteine für das spätere Leben gelegt.
Kennt Dein Mann den Ablauf einer Eizellspende? Das Problem mit der Ethik, kann ich nicht nachvollziehen. Ihr wollt Euch doch kein Kind nach irgendwelchen Vorstellungen zusammensetzen. Die Eizelle stammt von einer ganz normalen Frau und wird ganz normal befruchtet, es werden keine Genmanipulationen vorgenommen. Im Prinzip ist alles so, wie bei einem normalen IVF.
Natürlich ist auch die Eizellspende für beide Partner eine Behandlung, welche nicht immer einfach ist. Es gibt da immer Höhen und Tiefen. Die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung sind schon ziemlich hoch. Es gibt viele Frauen, die nach der ersten Behandlung schwanger geworden sind und diese haben es mit Sicherheit nicht bereut. Allerdings gibt es keine Garantie für einen Erfolg bei der ersten Behandlung. Es gibt aber Kliniken, die auf Erfolge verweisen, die nach ein paar Versuchen bei über 90% liegen. Das Warten nach einem Transfer ist für alle wahrscheinlich eine ziemlich belastende Situation. Aber auch da sollte man versuchen positiv zu denken. Wie man bei der gesamten KiWu-Behandlung immer positiv denken sollte, auch wenn es halt nicht immer einfach ist.
Versuche nicht Deinen Mann unter Druck zu setzen, das bringt nichts. Du solltest eher probieren, ihn langsam für den Gedanken zu gewinnen. Eins ist aber immer, Ihr liebt Euch und diesen Weg werdet Ihr gemeinsam meistern. Wir drücken Dir auf jeden Fall ganz fest die Daumen, dass Dein Mann sich bald mit dem Gedanken an eine Eizellspende anfreunden kann.
Liebe Grüsse
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Re: Wie kann ich den Mann überzeugen?

Postby omega on 18 Jul 2018, 22:49

Bei uns ging es um Samenspende, kommt ja fast aufs Gleiche raus. Mein Mann war anfangs dagegen - klar, kein biologischer Vater, dadurch die Angst das Kind nicht lieben zu können usw. Mittlerweile ist er von sich aus gekommen und hat gesagt, er will es versuchen aber jetzt habe ich Bedenken. Um jeden Willen ein Kind? Wann und wie sagt man es dem Kind? Wie wird es reagieren? Mir kamen da so Sachen in den Kopf wir ich als Teenie auf den neuen Partner meiner Mutter reagiert habe. Ich hab ständig gesagt, er hat mir keine Vorschriften zu machen, weil er nicht mein Vater ist, dabei meinte er es nur gut. Wäre das bei einem Spenderkind auch so? Oder wird das Spenderkind das anders sehen, weil eben die Eltern von Anfang an die Eltern waren und es somit in die Familie rein gewachsen ist? Wie reagiert man als Eltern, wenn das Kind die biologischen Eltern kennen lernen will (geht das bei EZS?) wenn nein, hat das Kind nicht das Recht darauf zu wissen wo es her kommt? Was passiert im Fall einer Trennung? Fühlt sich das Kind dann automatisch zum biologischen Elternteil gezogen? Oder kommt es auf die Beziehung zueinander an und den Charakter des Kindes? Muss man so ein Kind besonders selbstbewusst erziehen? Das sind die Dinge, die mir so dabei durch den Kopf gehen, vllt. trifft sich das mit den Bedenken deines Mannes.
Ich glaube, dass Kind nicht lieben zu können ist absolut bescheuert, als Frau fällt es einem doch leichter ein Kind zu lieben das in einem wächst u der Mann ist ja auch von Anfang an dabei. Es ist ja nicht so wie wenn du ein Kind in eine Beziehung mitbringst. Er ist ja von Anfang an der Papa und fertig.
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