Eizellspenderinnen

Re: Eizellspenderinnen

Postby yourAngel on 27 May 2016, 21:45

Vielen Dank für deine Infos.
Ich theoretisiere jetzt mal: Jemand spendet für mich seine EZ, weil er Geld dafür haben möchte und nicht aus Idealismus. Eine Studentin, die ihr Urlaubsgeld aufbessern will, wäre mir da in jedem Fall lieber, als eine Frau, die aus der Not heraus diese Prozedur über sich ergehen lässt.
Obwohl die das Geld sicher besser gebrauchen könnte! Vielleicht glaube ich ja auch, dass eine Studentin besser beurteilen kann, auf was sie sich da einlässt? Und: sie hat keine Not. Die Institute legen sehr viel Wert darauf, dass die EZS nicht als Geschäft angesehen wird, zumindest thematisieren sie dies in ihren Internetauftritten. Man ist vielleicht naiv, wenn man das glaubt. Mir widerstrebt jedenfalls der Gedanke, dass es sich um eine reine Dienstleistung handelt. Deshalb ist mir auch die Idee sympatisch, EZ von ISCI-Frauen zu erhalten.
Ich bin mir nicht sicher, ob EZS nur etwas für Priviligierte ist. Ich denke, es hat auch etwas mit der Psyche und der seelischen Not zu tun, die einen bis zu diesem Schritt treibt. Dieses Jahr ist für mich z.B. der denkbar schlechteste Zeitpunkt - geldlich gesehen - eine EZS-ISCI durchführen zu lassen. Aber wenn ich mich dazu entschieden habe, werde ich alles Menschenmögliche dafür tun, um das Geld dafür zusammenzuraffen.
Übrigens habe ich gerade eine Geschäftsidee: wie wäre es, ein Institut zu gründen, in dem man armen, schönen, gesunden Frauen dazu verhilft unter medizinisch und psychologisch professionellsten Bedingungen ihre EZ zu spenden und dafür mehr Kohle zu kassieren als es bisher üblich ist. Oder gibt es sowas schon?
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Re: Eizellspenderinnen

Postby Pika4u on 27 May 2016, 21:52

Ruth, ich freue mich, dass die EZS geklappt hat und Du glückliche Mutter bist, obwohl Du Skeptikerin warst. Das erhöht die Chancen für uns alle.
Aber irgendwie ist Deine Aussage hart, dass EZS nur was für "Besessene" ist. Natürlich bist Du eine Insiderin und ich respektiere Deine Meinung und Deine Gefühle dazu, aber ich rede gegenüber Eltern immer dagegen an, dass KIWU-Frauen total besessen sind von ihrem Wunsch. Sowas wird uns ja dauernd unterstellt. Dass Frauen, die sich wirklich Kinder wünschen, leicht Abschied nehmen von dem Wunsch habe ich noch nie festgestellt. Wohl aber einige Frauen kennengelernt, die sich ganz bewusst gegen ein Leben mit Kind entschieden haben und ihr Leben in Fülle genießen.
Bin ich besessen weil ich einfach die bestmögliche medizinische Behandlung möchte - und EZS oder Embryonenspende diese darstellt?
Mir gehen ganz andere Gedanken durch den Kopf. Da wird debattiert darüber, dass diese Embryos Lebewesen sind, dass die eingefrorenen Embryos getötet werden sollen (nach 1 Jahr, nach 10 Jahren) oder zur Forschung hergenommen werden, oder zur Embryonenspende zugelassen, und ob man das überhaupt alles darf. Aber die fahrlässige Tötung wegen Einsetzens in einen Körper, der nicht optimal durchgecheckt ist, ist kein Thema. Von der Belastung für die Frauen ganz zu schweigen. Aber Untersuchungen kosten halt, und da will sich auch die Kasse möglichst was sparen.
Nicht nur die Frauen und Paare leiden dann sehr, auch die kleinen Embryos werden eigentlich fahrlässig und auf gut Glück eingesetzt. Manchmal zahlt sich "Besessenheit" aus. Ich würde es aber eher Konsequenz nennen. Wahrscheinlich müssen viele Paare viel zu früh aufgeben oder haben viele nutzlose Versuche hinter sich, aus o.a. Gründen.
Alles Liebe
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Re: Eizellspenderinnen

Postby paprik_a on 27 May 2016, 22:04

Ich habe viel auf verschiedenen Internetseiten von Kliniken gelesen. Ich habe auch mit Ärzten telefoniert und versucht etwas über die Spenderinnen herauszubekommen. Eigentlich überall habe ich erfahren dass z.B. übergewichtige Frauen gar nicht als Spenderin angenommen werden. Auch sonst sollen sie äusserlich "normal" "unauffällig" sein, eine gute Ausbildung bzw. Beruf haben. Manche Kliniken stellen angeblich sogar Nachforschungen über die Vorfahren an. Alle Frauen werden genetisch untersucht. In vielen Kliniken werden nur Frauen genommen, die bereits selbst gesunde Kinder geboren haben. Bei der Klinik für die wir uns entschieden haben, wollten sie meine Blutgruppe, Haarfarbe, Augenfarbe, Grösse und Gewicht wissen um die Spenderin entsprechend aussuchen zu können. Ausserdem sollte ich angeben was für Hobbies und Interessen sie haben sollte.
Klar, überprüfen kann man das im Ernstfall nicht und Papier sind geduldig. Andererseits glaube ich, dass im heutigen Informations-Zeitalter ein "Skandal" - wie auch immer geartet - sehr sehr schnell die Runde machen und den Ruf der entsprechenden Klinik ruinieren würde. Also auch wenn z.B. aufgrund EZS einer bestimmten Klinik lauter übergewichtige, potthässliche Kinder zur Welt kommen würden. Und was die Intelligenz angeht: ich glaube da werden die Gene gerne überschätzt. Neue Verbindungen im Gehirn werden sehr aktiv bis zum Ende des ersten Lebensjahres gebildet und was in diesem ersten Jahr passiert hat wohl sehr viel mehr Einfluss als die Gene.
Ich wünsche Dir dass Du für Dich die richtige Entscheidung treffen wirst.
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Re: Eizellspenderinnen

Postby omega on 27 May 2016, 22:33

Danke für deine Informationen zur Polkörperdiagnostik, jetzt weiss ich mehr und denke, ich hätte das damals bei meiner repromedizinischen Behandlung in Deutschland auch mal besser machen lassen, dann hätte ich vielleicht ein Jahr gespart.
Was fett und hässlich angeht, so relativieren sich die Normen im Lauf der Jahre. Als ich noch geraucht habe wie verrückt, hatte ich nie ernsthafte Probleme mit der Figur und ganz objektiv habe ich mit Mitte 20 noch wesentlich besser ausgesehen, als heute. Ich finde es einfach nicht so superwahrscheinlich, dass die Spenderinnen nicht zumindest ein Durchschnittsaussehen haben - so wie ich eben auch (mein Mann sieht natürlich super aus, das hätte uns in jedem Fall rausgerissen).
Und wenn die Intelligenz zu je einem Viertel von mütterlichen und väterlichen Genen und zur Hälfte von der Erziehung abhängt, so ist man auch hier nicht dem Schicksal wehrlos ausgeliefert. Ein IQ von 130 ist keine Garantie für ein glückliches und erfolgreiches Leben und zudem kann sich der IQ auch später wieder verringern (z.B. durch Stillen, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann).
Komischerweise hatte ich wirklich nicht das Gefühl, ein Risiko einzugehen, wenn ich mich auf fremde Gene einlasse - hängt aber vielleicht auch mit meiner Geschichte als Adoptivkind zusammen (wenn sich Leute mit einem solchen Kontrollzwang wie meine Eltern ihn hatten, auf mich einlassen konnten, warum sollte ich das nicht können?).
Liebe Grüße
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Re: Eizellspenderinnen

Postby Maria Waldfogel on 27 May 2016, 22:36

Die Frage nach dem "genetischen Erbe" der Spenderin macht mir leider auch zu schaffen.
Aber jetzt haben wir ja schon 2 große Kinder. "Leider" beide super sozial, nett, blond, groß und auch hochbegabt.
Ich habe Angst, dass ich vielleicht unbewußt vergleichen könnte. Meinem Mann kann das ja egal sein, seine Erbanlagen trägt das Kleine ja dann. Aber was ist mit mir? Wird mich seine leibliche Mutter dann begleiten (gedanklich)? Woher ist die tolle Stimme, die schlanken Beine, das Temperament...
Ich würde mir ehrlich gesagt gerne eine Spenderin aus dem Katalog aussuchen oder privat jemanden finden. In den Staaten gibt es da unendlich viele Vermittlungsagenturen, aber natürlich für normal Sterbliche nicht bezahlbar.Es gibt ja auch deutsche Frauen die im Ausland spenden.
Wäre eine private Spenderinnensuche eigentlich ungesetzlich? Andererseits liebt man sein Kind wahrscheinlich einfach grenzenlos. Bin halt erst seit kurzem hier angekommen.
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Re: Eizellspenderinnen

Postby majorka4 on 27 May 2016, 22:38

Ich bin auch bei einer TCM-Ärztin in Behandlung. Sie hat mir einen Kräutermix aus 25 Inhaltsstoffen (Wurzeln, Hühnerknochen...) verschrieben, schmeckt widerlich, hilft aber. Das erste Anzeichen ist das Abklingen meines Zahnfleischblutens. Der Trunk stärkt die Nieren-Energien. Meine Kollegen bemerkten gestern bessere Haut und nicht mehr ganz so tiefe Augenschatten.
Ich bim im TCM-Zentum in Berlin, es ist nicht billig, allein die Analyse hat 150 € gekostet, das Rezept 25 € und dann der Tee 24 €, der reicht für max 1 Monat, dann sind wieder 50 € fällig, aber wie gesagt, es wirkt. Dazu habe ich auch noch meine Ernährung bißchen verändert, wenig Kaffee und ein warmes Frühstück
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Re: Eizellspenderinnen

Postby tilda on 10 Sep 2017, 23:42

Nachdem ich jetzt eine Tochter mit EZS bekommen habe, glaube ich, dass da was dran sein könnte. Ich finde durchaus etwas von mir in ihr. Mag sein, das ist Zufall oder Wunschdenken - oder gute Auswahl der Klinik. Was mir jedenfalls in letzter Zeit noch mal so richtig klar wurde: auch genetische Eltern kriegen keinen Klon, und auch genetische Eltern stellen fest, dass ihr Kind nicht in allen Details so ist, wie sie sich es vielleicht erträumt haben. Jedes Elternpaar, egal wie es Eltern wurde, muss also das eigene Kind annehmen. So, wie es ist. Mit EZS Mutter zu werden, ist nachher nicht so schwer, selbst für eine EZS-Skeptikerin wie mich. Du denkst relativ schnell nicht mehr dran, stelle ich fest. Schwangerschaft und Stillen sowie das Miteinander-Leben, das verbindet stärker als der Austausch von Chromosomen. Aber vorher muss man diese Dinge halt wälzen, so wie du es grade tust. Zum Schweigen würde ich dir auch unbedingt raten, also dem Umfeld gegenüber. Polkörperdiagnostik halte ich auch für übertrieben. Die Erfolgsraten mit EZS sind sehr hoch. Ich wäre nicht in die Ukraine gegangen, weil ich dort Angst gehabt hätte, ob Spenderinnen irgendwie ausgenützt würden (z.B. auch von zuhause aus, noch nicht mal von der Klinik). Bei der Eizellspende kriegst du keine 2. Wahl. Aber alles hat seine Vor- und Nachteile. Leicht ist es nicht, dieses Thema. Also für diejenigen unter uns KIWulerinnen, die unbedingt ein Kind haben wollen. Es gibt ja auch Frauen, die sich mit dem Verzicht relativ leicht tun.
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