fremde Frau

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Postby yourAngel on 22 Oct 2016, 23:08

Hallo zusammen!
Ich habe hier viele Berichte über Eizellspende in der Ukraine gelesen aber ich müsste dafür nach Spanien, weil meine KiWu mit denen zusammenarbeiten. Ich weis auch nicht ob es dann wirklich soweit kommt, erstmal die Gentests abwarten. Meine Eizellen bei der ersten ICSI waren abnormal bis auf eine. Stimuliert habe ich mit Menopur 225 IU. Ausgelöst mit Ovitrelle. Mich würde einfach wundernehmen, wie das für euch war. Mein erster Gedanke war, dass dann mein Mann ein Kind mit einer fremden Frau hat. Bescheuert, ich weiss. Aber Fakt ist ja, dass es biologisch wirklich nicht mein Kind wäre. Oder doch weil es in mir wachsen würde? Ich möchte euch auf keinen Fall auf den Wecker gehen mit meinen Fragen…
Mein Mann zieht diese Methode nun doch in Betracht, nachdem er anfänglich dagegen war.
Vielen Dank für eure Antworten
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Re: fremde Frau

Postby Bibolina on 22 Oct 2016, 23:09

Das ist keine einfache Situation. Und sicher vielen hier bekannt, glaub mir)) Man muss zu 100% hinter diesem Weg stehen. Habt ihr Möglichkeit zu einer Psychologin zu gehen, die auf den Kiwu spezialisiert ist? Das würde ich euch gerne raten. Wir gehen einen ähnlichen Weg (aber Samenspende) und da ist ein psychologisches Gespräch vorgeschrieben und in meinen Augen absolut sinnvoll. Es hilft genau mit diesen Fragen umzugehen und eine Klärung herbei zu führen.
Alles Liebe und ganz viel Glück
Bibolina
 
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Re: fremde Frau

Postby Engeline on 22 Oct 2016, 23:13

Hallo! Du befindest dich wahrlich in keiner schönen Situation, tut mir leid für dich. Dieses für mich noch böse Wort schwirrt mir auch immer mal wieder durch den Kopf. Es kann auch gut möglich sein, dass ich mich noch ernsthaft damit beschäftigen muss, was ich nicht hoffe! Denn so wie bei dir, war auch mein erster Gedanke: mein Mann hat mit einer fremden ein Kind! Und der zweite: wenn ich es ansehe, werde ich immer wissen, dass es nicht mein leibliches ist - kann ich damit umgehen?
Deshalb stimme ich vollkommen zu, dass wenn man sich so einen Schritt überlegt, wohl besser auch einen Psychologen zu Rate zieht, damit man die ganzen Fragen aufarbeiten kann.
Ich wünsche dir auch alles alles Gute!
Engeline
 
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Re: fremde Frau

Postby eva2Abel on 22 Oct 2016, 23:16

Also vor meiner Tochter, die ich dank ICSI geboren habe, habe ich auch über Spenden nachgedacht und war der Meinung, ich könnte das. Nach der Geburt meiner Tochter weiß ich:
das stimmt nicht. Obwohl sie ein super Baby war, sie hat eben lange nicht durchgeschlafen, manchmal nur 20 Minuten am Stück. Das Anstillen war schwer, ich war stellenweise verzweifelt. Wenn sie nicht meine Tochter wäre, ich hätte einiges nicht so geschafft, wie es dann war. Dein Mann hätte biologisch ein Kind mit einer anderen Frau.Du bist nicht die Mutter.
Ihr werdet es dem Kind sagen müssen, denn jeder spürt, dass es da ein Geheimnis gibt. Und dann? In der Pubertät? "Du hast mir nichts zu sagen, Du bist nicht meine Mutter!"?
Was machst Du mit einem Kind? Was mit einem eingeschränkten Kind (körperlich, geistig, emotional)? Dem Kind fehlen seine biologische Mutter und deren Familie.
Viel Glück, egal wie Ihr Euch entscheidet!
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Re: fremde Frau

Postby Fuchs on 22 Oct 2016, 23:24

Eva, ich finde das unverantwortlich, was du geschrieben hast!
Ich habe mit jedem negativen Versuch mehr über eine Eizellspende nachgedacht und mich mehr und mehr informiert. Auch einen Termin in einer Kinderwunschklinik in Kiew hatte ich bereits vereinbart. Es gibt hier ganz viele Mädels mit Eizellspende oder solche, die darauf warten. Auch ich hatte mich gefragt, ob ich ein Eizellspendenkind so lieben könnte, als mein Kind. Alle Frauen hier haben mir dies bestätigt und ich bin sicher, dass wenn Du Dein Kind erst einmal in Deinem Mutterleib spürst, dass es überhaupt keine Rolle spielt. Außerdem beeinflußt Du das Kind schon alleine dadurch, dass es in Dir aufwächst, Du kannst es aufregen oder beruhigen, es mag später das essen, was Du während der Schwangerschaft geliebt hast, es beruhigt sich bei Deiner Stimme und so weiter. Ich bin wirklich sicher, dass die Frage der genetischen Abstammung keine Rolle mehr spielt, wenn Du das Kind gebierst und für Dein Baby verantwortlich bist.
Nur weil Deine Kiwu mit Spanien zusammen arbeitet, heißt das nicht, dass das der beste Weg ist. Denn es ist durch zahlreiche Studien bewiesen, dass Kinder darunter leiden, ihre eigene Identität nicht zu kennen und auch keine Chance zu haben, sie zu ermitteln. Das kann dann tatsächlich zu Konflikten in der Pubertät und auch später führen. Denke doch vielleicht einfach mal darüber nach, die Eizellspende in einem Land durchführen zu lassen.
Abgesehen davon ist zumindest bei den Kliniken, bei denen ich mich informiert habe, der Nachweis einer psychologischen Beratung vorab verpflichtend. Es gibt wenige, aber immerhin doch einige auf Eizellspende spezialisierte Beraterinnen. Aber wenn Du Dich informierst, stößt Du bestimmt auf sie. Dort kannst Du auch alle Fragen stellen und Deine Ängste schildern und abwägen, ob das Thema für Dich tatsächlich wirklich in Betracht kommt oder nicht, was natürlich auch vollkommen in Ordnung ist.
Ganz sicher ist es auch wichtig, das Kind möglichst früh aufzuklären. Auch das wurde mir nachvollziehbar vermittelt. Wenn Ihr die Entscheidung durchdenkt, durchfühlt und Euch dann mit allen Sinnen dafür entscheidet, dann habt Ihr auch die Kraft, Euer Kind mit der Wahrheit groß zu ziehen, die es verdient.
Liebe Grüße und alles Gute!
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Re: fremde Frau

Postby kühn on 22 Oct 2016, 23:29

Hallo, Eva!
Ich denke, du verstehst selbst nicht, was du sagst. Man muss selbst diesen Weg gegangen sein um mitreden zu können. Nur weil du mal laut gedacht hast "ich könnte mich mit einer Spende anfreunden" hast du es noch lange nicht getan. Das ist nicht vergleichbar! Ein Kind was in deinem Bauch aufwächst und von Dir versorgt wird, ist dein Kind. Ich glaube da spielen die Gene keinerlei Rolle mehr. Das ist totaler Blödsinn, dass es sich nach seiner leiblichen Mutter sehnt. Da ich selbst mit einem Mann verheiratet bin, der adoptiert ist muss ich dir sagen: Nicht jeder hat Interesse an seinen Wurzeln, nicht mein Mann und nicht seine Geschwister. Seine Eltern sind seine Eltern und diese Position ist für immer vergeben. Wenn man eine glückliche Kindheit erlebt und die Bindung zu den sozialen Eltern bestens ist, besteht da oftmals gar keine Sehnsucht, höchstens Neugier nach der Herkunft. Ob Adoption oder Spende, es kommt auf eine frühe Aufklärung und einen offenen Umgang an. Es ist sicher nicht jedermanns Sache, aber man muss diesen Weg ja auch nicht gehen.
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Re: fremde Frau

Postby Lisa_vogt on 22 Oct 2016, 23:35

Hallo! Ich habe im Mai meine 1. EZS. Die Entscheidung ist uns nicht so schwer gefallen. Nach einigen schrecklichen Ergebnissen mit meinen eigenen EZ wissen wir, dass es für mich unmöglich ist, ein eigenes Kind zu bekommen.
Für uns zählt, dass wir uns ein Kind wünschen, dem wir Liebe und Fürsorge entgegenbringen können. Ich weiß, dass ich auch ein nicht biologisches Kind genauso lieben könnte. Ich habe die oberen negativen Antworten nicht im Detail gelesen, weil ich sie sehr oberflächlich finde und nicht sehr reflektiert. Das Thema Genetik spielt übrigens auch eine Rolle.
Alles Güte für deinen Weg und bitte lasse dich von den Antworten hier nicht verunsichern, sondern informiere dich gut über die Thematik. Dann kommt die Antwort von alleine.
Alles Liebe
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Re: fremde Frau

Postby Louisa1998 on 22 Oct 2016, 23:37

Ich beschäftige mich jetzt seit 3 Jahren mit dem Thema EZS und werde wohl auch noch 1-2 Versuche mit eigenen EZ brauchen, bevor ich mir diesen Schritt wage... Das Hauptthema, um das meine Gedanken kreisen, ist die Epigenetik.
Das Gute ist, dass man nur ein Segment der Mutterschaft von insgesamt drei bis vier Segmenten nicht selbst abdeckt: Als EZS-Mutter wird man nicht nur den wichtigsten Teil, nämlich die soziale Mutterschaft, übernehmen, sondern auch biologische bzw. leibliche Mutter sein, weil man sein Kind ja auch selbst austrägt. Bloß genetische Mutterschaft kann man nicht abdecken. Die epigenetische Mutterschaft dagegen wieder zu einem großen Teil sehr wohl - wenn auch nicht zu 100%, weil sich ja manche epigenetische Faktoren über mehrere Generationen ziehen können und dann nicht nur wir für unsere Enkelkinder noch gute epigenetische Voraussetzungen schaffen können, sondern auch die Faktoren der EZSpenderin und ihrer Vorfahren noch ein wenig mitmischen - nicht viel, aber doch ein bisschen.
Dir selbst wünsche ich, dass all Deine Träume so gut und zügig wie möglich in Erfüllung gehen!
LG
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Re: fremde Frau

Postby majorka4 on 22 Oct 2016, 23:44

Ich kann dir mit meiner Geschichte Mut machen! Also ich hatte auch meine Diagnose UNFRUCHTBAR erhalten…Das war schrecklich.
3 Jahre später auf der Suche nach passendem Arzt und passender Klinik, gelangten wir in die Sprechstunde der berühmten Klinik in Kiew. Dort sagte uns der Arzt, dass es eine Chance gäbe. Er bot uns die künstliche Befruchtung unter Verwendung der Eizellspende. Ich war schockiert. Nach zwei Monaten der Überredung stimmte ich endlich mal zu. Wir fuhren noch mal in die Sprechstunde des Professors und wir brauchten Tausende Kilometer zu fliegen. Damals schien für uns der Weg ewig zu sein. Die Prozedur wurde durchgeführt, aber etwas in meinem Inneren sagte, dass daraus nichts geklappt haben wird. Als wir nach Hause kamen, warteten wir mit Ungeduld 3 Wochen, um Schwangerschaftstest zu machen. Aber drei Wochen später war der Test negativ. Es gab keine Zeit zum Nachdenken, ich rief noch mal an und vereinbarte einen neuen Termin. Ich hatte gemischte Gefühle. Und wieder dieselbe Geschichte. Der Test fiel negativ aus.
Ich meldete mich für nächte Prozedur an und spürte, dass alles gut geworden sein wird. Wir kamen ins Krankenhaus, machten Blutanalyse zur Bestimmung des Hormonniveaus und entschieden uns noch zwei Tage abzuwarten, denn der Zyklus war verschoben. Dann noch 4 Tage. Als Folge verschoben sie einen Termin. Ich war erschöpft und zerschlagen. Ich rief meine Mutter an und weinte in den Hörer. Vom psychologischen Standpunkt aus zerschlagen. Letzten Endes rückte der festgesetzte Termin heran. In der Halle saßen 5 Paare, die auf die Prozedur warteten. Wir waren das dritte Paar an der Reihe. Wenn wir dran waren, sagte der Professor, dass wir warten mussten. Wir warteten und warteten. Meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Aber die Krankenschwester rief uns auf und sagte, dass wir dran sind. Der Professor sagte, dass wenn es auch dies Mal nicht klappte, dann waren wir gezwungen ICSI zu machen. Im Inneren spürte ich, dass alles Ok geworden sein wird. ..
Nach zwei Wochen stand ich um 5 Uhr morgens auf, konnte nicht weiter aushalten, machte den Schwangerschaftstest. Schloss meine Augen zu und wartete 5 Minuten mit Tränen in den Augen.
Der Test fiel positiv aus. Das war der beste Tag in meinem Leben...) Und keine „fremde Gene“ konnten mein Glück nicht verhindern! Wenn man so ein Kind wünscht, dann macht man alles Mögliches. Und wenn du selbst das Kind austrägt und spürt, würdest du keine blöden Gedanken machen, dass das nicht dein Kind
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Re: fremde Frau

Postby Maria Waldfogel on 22 Oct 2016, 23:50

Ich habe mir da auch schon Gedanken darüber gemacht. Ich hatte schon 2 Versuche mit Eizellenspende aber immer negativ:-( Ja natürlich sind das andere Gene halt nur die vom Mann aber ich glaube, der Wunsch zu einem Kind ist da schon größer, als das es nicht deine Gene hat.
Und ich glaube, die Muttergefühle kommen bestimmt gleich, wenn man einen positiven Schwangerschafttest hat und die freute auf das Kind. Ob ich es dem Kind später sagen würde, das weiß ich nicht.
Also mit den Krankheiten: meine Klinik hat die Spenderinen auch gründlich Untersucht und es werden auch nur die genommen, die schon mal Kinder bekommen habe, ich glaub man muß dann der Klinik vertrauen. Wir werden unseren nächsten Versuch mit einer Embryonenspende machen, dann hat das kind gar nix von uns.
Maria Waldfogel
 
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