fremde Frau

Re: fremde Frau

Postby Windchen210 on 23 Oct 2016, 00:38

Ehrlich gesagt habe ich darüber noch nie gedacht. Über Samenspenden schon. Bin gerade etwas verwirrt...
Erstreckt sich ein Kinderwunsch nur auf eigene leibliche Kinder? Ist das nur der Wunsch, sein Erbgut weiter zu geben? Unsere Mütterlichkeit erstreckt sich über viel mehr. Eine Adoption kann vielen Paaren den Wunsch nach Kindern erfüllen. Und ich glaube, dass diese besondere Art der Kinder einen das Herz aufgehen lässt und man all die positiven und negativen Seiten liebt. Es wird zu seinem Kind. Ja die Gene wären nicht von Dir, aber die von deinem Partner. Und es würde in deinem Bauch heranwachsen und ihr würdet es nach euren Regeln erziehen. Ich glaube nicht, dass es einen Unterschied machen würde. Und von der Optik her. Ok, da kann natürlich etwas von der Spenderin sein. Aber selbst bei leiblichen Kindern sucht man oft, von wem man denn nun das und das hat. Meine Tochter sieht zB aus wie der Vater. Ich betreute vor Jahren mal Zwillingsbabys von Freunden. Unglaublich viele Leute fanden, dass sie aussahen wie ich. Ich glaube das Aussehen ist ganz egal.
Und wenn es dann nicht gleich klappt, man Fehlgeburten hatte oder es auf normalem Weg nicht klappt, wird alles so unwichtig. Manche können nur adoptieren und ihr hättet trotz allem die Möglichkeit ein Kind natürlich zu bekommen. Ein Wunder. Ich bin nicht in dieser Situation, habe schon ein Kind. Aber nach meinen jetzigen 3 Fehlgeburten bei dem Wunsch nach einem 2. Baby merke ich, das so vieles unwichtig wird. Und ich denke, dass ich persönlich auch eine Eizellenspende oder auch Adoption zur Erfüllung heran ziehen würde. Aber ich verstehe auch, dass man, wenn man selber in so einer Situation steckt, überlegt und zweifelt. Und letztendlich müsst ihr 2 entscheiden. Nach eurem Gefühl.
Ich Wünsche euch viel Glück!
Windchen210
 
Posts: 289
Joined: 21 Apr 2016, 21:35

Re: fremde Frau

Postby yourAngel on 23 Oct 2016, 00:41

Wir stehen auch vor der Entscheidung mit Eizellenspende, ich habe genau so wie du meine Zweifel, ob ich es genau wie meins annehmen kann, das hört sich komisch an für jemanden der seit Jahren Kinderwunsch hat. Jeder würde sagen, wenn der Kinderwusch so groß ist, ist es egal, ob es meine Eizelle oder von jemand anderem ist da ich es ja austrage. Meine Gefühle fahren achterbahn im Moment, mal denke ich bin so weit, ich wage den Schritt und dann denke ich wieder, vielleicht klappt es ja doch auf natürlichem Weg. Ich bin mittlerweile 40… die Hoffnung schwindet immmer mehr, ich habe Angst, dass ich das Kind nicht so lieben kann, auch wenn ich es austrage.
Das es keine Ähnlichkeit mit mir (nicht optisch) haben wird oder das später die Leute sagen, sie hat aber gar nichts von dir und ich das genauso sehe.
Liebe Grüße
yourAngel
 
Posts: 477
Joined: 04 Jan 2016, 16:14

Re: fremde Frau

Postby Agnes.frankes on 23 Oct 2016, 00:44

Lieben Dank für eure Antworten. Solche Worte machen mir immer Mut. Natürlich habe auch ich schon eine lange Kinderwunschzeit hinter mir, drei Inseminationen und eine ICSI sind gescheitert. Vor einem Jahr war ich spontan schwanger, aber leider habe ich eine Fehlgeburt in der 11. Woche gehabt. Als ich dann von der Chance der Eizellspende gehört habe, war ich zuerst Feuer und Flamme: endlich eine realistische Chance, ein Kind bekommen zu dürfen. Ich habe mich erkundigt und auch schon eine Klinik gesucht. Dann aber sind mir Zweifel gekommen: Wie weit dürfen wir gehen, um unseren Kinderwunsch zu erfüllen? Überschreitet dieses Verfahren nicht moralische Grenzen? Wie ist es für ein Kind, auf diesem Wege entstanden zu sein? Wie gehe ich mit der Situation um, dass es eben nicht meine Eizelle und meine Gene sind, die das Kind mitbekommt? Mein Mann würde diesen Weg mit mir gehen. Er würde mittlerweile alles tun, damit es mir wieder besser geht.
Agnes.frankes
 
Posts: 435
Joined: 13 Feb 2016, 14:35

Re: fremde Frau

Postby Engeline on 23 Oct 2016, 00:50

Nach deinem Bericht denke ich viel, zu viel und bin nun auf der Suche nach Informationen, Erfahrungsberichten, positiven Sichtweisen. Denn die negativen haben sich leider schon von selbst bei mir gemeldet. Eben die Tatsache, dass meine Gene nicht drin stecken und die Frage, wie wichtig mir das ist. Trage ich das Kind einer fremden Frau aus? Genetisch ist sie die Mutter, biologisch ich - das ist doch wie in einem Film. Und das ist auch die Chance. Wir leben im 21. Jahrhundert und es ist toll, dass es solche Möglichkeiten gibt, also warum sie nicht nutzen. Die Zukunft ist jetzt.
Wie wird es mir wohl gehen, wenn andere Menschen sagen "besonders ähnlich sieht es dir aber nicht". Wenn ich das Aussehen schon nicht weitergebe, dann aber viel anderes.
Es ist ein eigenes Wesen das da zu einem kommt, die Frage was macht einen Menschen aus stellt sich angesichts der Eizellspende neu. Es sind die Gene, es ist aber auch die Zeit im Mutterleib, auch die prägt. Sehr sogar. Und dann die Erziehung, das Umfeld. Es sind so viele Faktoren, die Gene sind nur einer davon. Ist der wirklich so wichtig? Und doch könnte ich heulen - denn wer wünscht sich nicht, dass es auf natürlichem Wege klappt oder wenigstens dann mit medizinischer Hilfe, aber mit den eigenen Zellen.
Ich glaube ich habe ziemlich wirr geschrieben, entschuldigt. Jedenfalls würde ich mich gerne austauschen!
Viele Grüße
Engeline
 
Posts: 500
Joined: 04 Jan 2016, 16:07

Re: fremde Frau

Postby Fuchs on 23 Oct 2016, 01:00

Mein Mann und ich versuchen jetzt seit 5 Jahren ein Kind zu bekommen. Anfangs haben wir es 2 Jahre natürlich probiert. Ich stehe aber vor Wecheljahren. Wir sollten doch über eine Eizellspende oder eine Adoption nachdenken. Wir sind sehr traurig und es entsteht immer Frage: warum WIR? Wir haben es aber trotzdem noch 2 Jahre mit meinen letzten eigenen Eizellen probiert, weil wir es nicht einsehen wollten bis wir dies mit 2 Insemationen und 4 ICSIS auch als erfolglos akzeptieren mussten. Das war eine enorme Belastung für die Psyche.
Die Eizellspende ist tatsächlich unsere letzte Chance und wir haben auch erst davon Abstand genommen, weil wir doch unsere eigenen Gene vermischen und weitergeben wollten. Ich habe mich im Laufe der Zeit immer mehr davon verabschieden müssen und mein Freund hätte es lieber weiter mit den letzten eigenen Eizellen probiert, aber die scheinen einfach nicht mehr die Besten zu sein
Also wir waren wir jetzt 2 mal in einer Fruchtbarkeitsklinik. Einmal zum Erstgespräch mit Untersuchung und Besprechung. Das 2 mal sollte eigentlich schon die ICSI mit Transfer sein, aber meine Gebärmutterschleimhaut hat sich nicht richtig aufgebaut und die Ärztin hat mir von einem Transfer abgeraten, da unter diesen Bedingungen sicher keine Schwangerschaft eingetreten wäre. Da bin ich erstmal wieder traurig, aber im Grunde ist es richtig, wenn ich dann lieber in 4 Wochen nochmal wiederkomme. Zusatzkosten hab ich dadurch keine, ausser natürlich Flug und Hotel.
Natürlich habe ich kleine Bedenken, ob das Kind mir wenigstens ein bisschen ähneln wird und ob ich die ganze Zeit, wenn ich das Kind großziehe, denke, dass es gar nicht meines ist bzw andere mir ständig sagen, dass es mir gar nicht ähnlich sieht. Davor habe ich schon Angst.
Die Spenderin der Eizellen soll mir aber ähnlich sehen und ich vertraue da einfach auf die Klinik, weil mir auch nichts anderes übrig bleibt. Wir haben auch Fotos von uns an die Klinik schicken sollen, um die größtmögliche Ähnlichkeit zu bekommen, aber das Kind hat bestimmt auch etwas Ähnlichkeit von meinen Freund. Das Personal hat mir versprochen und ich glaube auch, dass ich das Kind als meines annehmen werde, weil ich auch die Schwangerschaft erlebe und das Kind auf die Welt bringe
Fuchs
 
Posts: 258
Joined: 16 Jun 2016, 19:29

Re: fremde Frau

Postby Fuchs on 17 Jun 2017, 01:22

Also ich hatte auch meine Diagnose UNFRUCHTBAR erhalten…Das war schrecklich.
3 Jahre später auf der Suche nach passendem Arzt und passender Klinik, gelangten wir in die Sprechstunde der berühmten Klinik in Kiew. Dort sagte uns der Arzt, dass es eine Chance gäbe. Er bot uns die künstliche Befruchtung unter Verwendung der Eizellspende. Ich war schockiert. Nach zwei Monaten der Überredung stimmte ich endlich mal zu. Wir fuhren noch mal in die Sprechstunde des Professors und wir brauchten Tausende Kilometer zu fliegen. Damals schien für uns der Weg ewig zu sein. Die Prozedur wurde durchgeführt, aber etwas in meinem Inneren sagte, dass daraus nichts geklappt haben wird. Als wir nach Hause kamen, warteten wir mit Ungeduld 3 Wochen, um Schwangerschaftstest zu machen. Aber drei Wochen später war der Test negativ. Es gab keine Zeit zum Nachdenken, ich rief noch mal an und vereinbarte einen neuen Termin. Ich hatte gemischte Gefühle. Und wieder dieselbe Geschichte. Der Test fiel negativ aus. Ich meldete mich für nächste Prozedur an und spürte, dass alles gut geworden sein wird. Wir kamen ins Krankenhaus, machten Blutanalyse zur Bestimmung des Hormonniveaus und entschieden uns noch zwei Tage abzuwarten, denn der Zyklus war verschoben. Dann noch 4 Tage. Als Folge verschoben sie einen Termin. Ich war erschöpft und zerschlagen. Ich rief meine Mutter an und weinte in den Hörer. Vom psychologischen Standpunkt aus zerschlagen. Letzten Endes rückte der festgesetzte Termin heran. In der Halle saßen 5 Paare, die auf die Prozedur warteten. Wir waren das dritte Paar an der Reihe. Wenn wir dran waren, sagte der Professor, dass wir warten mussten. Wir warteten und warteten. Meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Aber die Krankenschwester rief uns auf und sagte, dass wir dran sind. Der Prof sagte, dass wenn es auch dies Mal nicht klappte, dann waren wir gezwungen ICSI zu machen. Im Inneren spürte ich, dass alles Ok geworden sein wird. ..
Nach zwei Wochen stand ich um 5 Uhr morgens auf, konnte nicht weiter aushalten, machte den Schwangerschaftstest. Schloss meine Augen zu und wartete 5 Minuten mit Tränen in den Augen.
Der Test fiel positiv aus. Das war der beste Tag in meinem Leben...) Und keine „fremde Gene“ konnten mein Glück nicht verhindern! Wenn man so ein Kind wünscht, dann macht man alles Mögliches. Und wenn du selbst das Kind austrägt und spürt, würdest du keine blöden Gedanken machen, dass das nicht dein Kind
Fuchs
 
Posts: 258
Joined: 16 Jun 2016, 19:29

Re: fremde Frau

Postby Agnes.frankes on 12 Aug 2017, 20:43

Also vor meiner Tochter, die ich dank ICSI geboren habe, habe ich auch über Spenden nachgedacht und war der Meinung, ich könnte das. Nach der Geburt meiner Tochter weiß ich:
das stimmt nicht. Obwohl sie ein super Baby war, sie hat eben lange nicht durchgeschlafen, manchmal nur 20 Minuten am Stück. Das Anstillen war schwer, ich war stellenweise verzweifelt. Wenn sie nicht meine Tochter wäre, ich hätte einiges nicht so geschafft, wie es dann war. Dein Mann hätte biologisch ein Kind mit einer anderen Frau. Du bist nicht die Mutter. Ihr werdet es dem Kind sagen müssen, denn jeder spürt, dass es da ein Geheimnis gibt. Und dann? In der Pubertät? "Du hast mir nichts zu sagen, Du bist nicht meine Mutter!"? Was machst Du mit einem Kind? Was mit einem eingeschränkten Kind (körperlich, geistig, emotional)? Dem Kind fehlen seine biologische Mutter und deren Familie. Viel Glück, egal wie Ihr Euch entscheidet!
Agnes.frankes
 
Posts: 435
Joined: 13 Feb 2016, 14:35

Re: fremde Frau

Postby naDin on 17 Aug 2017, 00:38

Also vor meiner Tochter, die ich dank ICSI geboren habe, habe ich auch über Spenden nachgedacht und war der Meinung, ich könnte das. Nach der Geburt meiner Tochter weiß ich: das stimmt nicht. Obwohl sie ein super Baby war, sie hat eben lange nicht durchgeschlafen, manchmal nur 20 Minuten am Stück. Das Anstillen war schwer, ich war stellenweise verzweifelt. Wenn sie nicht meine Tochter wäre, ich hätte einiges nicht so geschafft, wie es dann war. Dein Mann hätte biologisch ein Kind mit einer anderen Frau. Du bist nicht die Mutter. Ihr werdet es dem Kind sagen müssen, denn jeder spürt, dass es da ein Geheimnis gibt. Und dann? In der Pubertät? Was machst Du mit einem Kind? Was mit einem eingeschränkten Kind (körperlich, geistig, emotional)? Dem Kind fehlen seine biologische Mutter und deren Familie. Viel Glück, egal wie Ihr Euch entscheidet!
naDin
 
Posts: 278
Joined: 14 Jun 2016, 18:25

Re: fremde Frau

Postby Siri on 27 Sep 2017, 23:05

Also vor meiner Tochter, die ich dank ICSI geboren habe, habe ich auch über Spenden nachgedacht und war der Meinung, ich könnte das. Nach der Geburt meiner Tochter weiß ich:
das stimmt nicht. Obwohl sie ein super Baby war, sie hat eben lange nicht durchgeschlafen, manchmal nur 20 Minuten am Stück. Das Anstillen war schwer, ich war stellenweise verzweifelt. Wenn sie nicht meine Tochter wäre, ich hätte einiges nicht so geschafft, wie es dann war. Dein Mann hätte biologisch ein Kind mit einer anderen Frau. Du bist nicht die Mutter. Ihr werdet es dem Kind sagen müssen, denn jeder spürt, dass es da ein Geheimnis gibt. Und dann? In der Pubertät? "Du hast mir nichts zu sagen, Du bist nicht meine Mutter!"? Was machst Du mit einem Kind? Was mit einem eingeschränkten Kind (körperlich, geistig, emotional)? Dem Kind fehlen seine biologische Mutter und deren Familie. Viel Glück, egal wie Ihr Euch entscheidet!
Siri
 
Posts: 400
Joined: 06 Feb 2016, 19:25

Re: fremde Frau

Postby Maria Waldfogel on 14 Oct 2017, 22:02

Hallo! Ich habe im Mai meine 1. EZS. Die Entscheidung ist uns nicht so schwer gefallen. Nach einigen schrecklichen Ergebnissen mit meinen eigenen EZ wissen wir, dass es für mich unmöglich ist, ein eigenes Kind zu bekommen. Für uns zählt, dass wir uns ein Kind wünschen, dem wir Liebe und Fürsorge entgegenbringen können. Ich weiß, dass ich auch ein nicht biologisches Kind genauso lieben könnte. Ich habe die oberen negativen Antworten nicht im Detail gelesen, weil ich sie sehr oberflächlich finde und nicht sehr reflektiert. Das Thema Genetik spielt übrigens auch eine Rolle. Alles Gute für deinen Weg und bitte lasse dich von den Antworten hier nicht verunsichern, sondern informiere dich gut über die Thematik. Dann kommt die Antwort von alleine. Alles Liebe
Maria Waldfogel
 
Posts: 314
Joined: 14 Mar 2016, 16:22

PreviousNext

Return to Eizellenspende



cron