fremde Frau

Re: fremde Frau

Postby Engeline on 18 Dec 2017, 23:24

Also vor meiner Tochter, die ich dank ICSI geboren habe, habe ich auch über Spenden nachgedacht und war der Meinung, ich könnte das. Nach der Geburt meiner Tochter weiß ich:
das stimmt nicht. Obwohl sie ein super Baby war, sie hat eben lange nicht durchgeschlafen, manchmal nur 20 Minuten am Stück. Das Antillen war schwer, ich war stellenweise verzweifelt. Wenn sie nicht meine Tochter wäre, ich hätte einiges nicht so geschafft, wie es dann war. Dein Mann hätte biologisch ein Kind mit einer anderen Frau. Du bist nicht die Mutter. Ihr werdet es dem Kind sagen müssen, denn jeder spürt, dass es da ein Geheimnis gibt. Und dann? In der Pubertät? "Du hast mir nichts zu sagen, Du bist nicht meine Mutter!"? Was machst Du mit einem Kind? Was mit einem eingeschränkten Kind (körperlich, geistig, emotional)? Dem Kind fehlen seine biologische Mutter und deren Familie. Viel Glück, egal wie Ihr Euch entscheidet!
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Re: fremde Frau

Postby eva2Abel on 21 Dec 2017, 01:49

Wenn der Wunsch nach einem Kind so groß ist und du durch EZS schwanger bist, denkst du garnicht mehr daran, wie es entstanden ist, du bist einfach nur glücklich. Meine Schwangerschaft war bis jetzt alles andere als schön (Übelkeit, Diabetes, Schwindel usw.) und das ist wie jede andere Schwangerschaft auch. Ich habe zwar noch kein Kind und kann nicht sagen, ob es ein anderes Gefühl ist, aber ich habe sehr große Muttergefühle, bin stolz und überglücklich, wenn ich meine Ultraschallbilder sehe und wenn ich von meinen beiden etwas spüre, das ist unbeschreiblich. Mein Mann und ich sind einen sehr schwierigen Weg gegangen und der Wunsch war so groß, dass es ein nicht stört, du machst alles genauso mit wie jede andere auch.
Das Kind wächst in dir auf, es wird von deinem Blut versorgt, ohne dich könnte es nicht leben. Denke mal darüber nach, dass ohne dich niemals die Chance bestehen würde, auch wenn es andere Eizellen sind. Die Spenderinnen sind, denke ich, so gut ausgewählt, dass du später nicht merken wirst, dass es genetisch von einer anderen Frau ist. Trotzdem werde ich niemals vergessen, wie es entstanden ist und wie der Weg dahin war und mein Mann und ich wollen auch später unseren beiden sagen, wie es damals alles so war. Ich persönlich habe kein Problem mit der EZS und habe es keinen Tag bereut, obwohl es mir bis jetzt selten gut ging. So langsam geht es aber besser und ich genieße immer mehr Mama zu werden. Wenn du dein Kind zum ersten mal in den Armen hast, kann ich mir vorstellen, dass du darüber nicht nachdenkst, dass du nicht die genetische Mutter bist, du bist einfach nur stolz. Ich höre mich an als hätte ich schon meine Babys aber ich kann nachvollziehen, wie man sich fühlt und das man auch bedenken hat. Liebe Grüße
eva2Abel
 
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Re: fremde Frau

Postby Siri on 08 Jan 2018, 00:12

Wir stehen auch vor der Entscheidung mit Eizellenspende, ich habe genau so wie du meine Zweifel, ob ich es genau wie meins annehmen kann, das hört sich komisch an für jemanden der seit Jahren Kinderwunsch hat. Jeder würde sagen, wenn der Kinderwusch so groß ist, ist es egal, ob es meine Eizelle oder von jemand anderem ist da ich es ja austrage. Meine Gefühle fahren achterbahn im Moment, mal denke ich bin so weit, ich wage den Schritt und dann denke ich wieder, vielleicht klappt es ja doch auf natürlichem Weg. Ich bin mittlerweile 40… die Hoffnung schwindet immer mehr, ich habe Angst, dass ich das Kind nicht so lieben kann, auch wenn ich es austrage. Dass es keine Ähnlichkeit mit mir (nicht optisch) haben wird oder das später die Leute sagen, sie hat aber gar nichts von dir und ich das genauso sehe. Liebe Grüße
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