EZSP nach leiblichen Kindern?

EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby majorka4 on 29 Oct 2016, 00:01

Hallo!
Ich brauche mal eure Meinung, damit mir nicht mehr so schwindelig wird, weil meine Gedanken nur noch um ein Thema kreisen. Ich bin seit 3 Jahren in den vorzeitigen Wechseljahren. Keine Aussicht auf eine weitere Schwangerschaft. Wir wollten immer eine Großfamilie sein und ich habe das Glück, dass ich schon zweimal schwanger sein durfte. Habe ich nun das Recht auf weitere Kinder? Darf ich von einer Eizellspende profitieren?
Adoption ist relativ ausweglos. Auslandsadoption kommt nicht in Frage und Pflegekinder traue ich mir nicht zu. Der ständige Kontakt zur Herkunftsfamilie und die meistens gravierenden Probleme der Kinder...
Ich bin mir sicher, dass ich das eizellgespendete Kind genauso lieben kann wie meine Kinder, weil es in mir wachsen wird, ich es gebären und stillen werde etc. Jedes Kind ist zunächst irgendwie eine fremde Person, der man mit Ehrfurcht begegnet und das man kennen und auch ein Stück weit lieben lernt. Ich habe auch kein Problem damit, es dem Kind frühzeitig zu sagen, denn Kinder akzeptieren jede Wahrheit. Und für mich ist die Seele das Wichtigste. Und die ist frei von jedem Körperlichen, d.h. es ist kein extremer Eingriff in die Schöpfung, denn es wird ja nicht selektiert, sondern neues Leben ermöglicht.
Meine Gedanken: Könnte es ein Geheimnis in der Öffentlichkeit bleiben, würde es sehr auffallen, wenn das Kind meinen schon vorhandenen Kindern nur halb so ähnlich sähe? Die Suche nach Ähnlichkeiten ist hier auf dem Land sehr wichtig. Aber ich würde nicht wollen, dass wir zum Geschwätz der Leute werden, auch wenn ich es meinem Kind sicher logisch und schlüssig beibringen könnte.
Danke!
majorka4
 
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Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby Agnes.frankes on 29 Oct 2016, 00:08

Hallo,
wenn es für euch mit der EZS ok ist, warum nicht? Ich halte es auch mit der EZS geheim. Nicht einmal die Familie ist eingeweiht bis auf meine Mutter. Du glaubst gar nicht, wie ähnlich mir die Kinder sind laut Nachbarn! Wenn du in ein Land gehst, wo die Leute uns ähnlich sind, merkt das kein Mensch. Ich liebe meine Kinder sehr, aber es sind auch meine ersten und letzten. Wir haben auch vor, den Kindern nichts davon zu erzählen. Vielleicht ist es nicht richtig aber für die Kleinen wohl das Beste. Wie sollen sie mit der Wahrheit klar kommen? Die Spenderin werden sie nie kennenlernen. Zweifel hat man manchmal trotzdem aber das ist normal oder? Bin gespannt, ob du diesen Weg gehst. Ich wünsche dir viel Kraft. Ist eine künstliche Befruchtung auch bei dir verboten?
LG
Agnes.frankes
 
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Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby Bibolina on 29 Oct 2016, 00:09

Warum sollst Du kein Recht auf weitere Kinder haben? Ich finde Deine Einstellung sehr schön. Wenn es in Deinem Dorf ein Geheimnis bleiben soll, weiß ich nicht, wie das gehen soll, wenn die Kinder aufgeklärt sind, weil sie reden werden. Und wenn ihnen das verboten ist, ist es ein Familiengeheimnis, dass auch belastend sein kann.
Wegen der Familienähnlichkeit würde ich mir keine großen Gedanken machen. Ähnlichkeiten findet man immer dort, wo man sie sucht. Auch wenn das Kind Euch nicht sehr ähnlich sehen sollte, Familienähnlichkeiten reichen Generationen zurück. Bist Du sicher, dass es für Deine Arbeitsstelle so ein Problem wäre, wenn sie es rauskriegen?
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Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby majorka4 on 29 Oct 2016, 00:12

Danke sehr für eure Antworten! Ich kann es dem Kind nur erklären, wenn es egal ist, dass es alle wissen und da bin ich mir eben noch nicht ganz sicher. Viele Freunde würden es bestimmt nicht gut heißen (sehr katholisch). Und ich bin mir auch sicher, dass es bei meiner Arbeitsstelle Probleme geben könnte. Verheimlichen finde ich eigentlich blöd... Was würde es dem Kind nützen, wenn es die leibliche Mutter eh nie kennenlernen könnte? Aber kommt ein Geheimnis nicht immer irgendwie raus? Einige im Bekanntenkreis wissen von meinen vorzeitigen Wechseljahren, aber auch dass ich einen ICSI -Versuch mit einer einzigen Eizelle hinter mir habe. Ich hoffe, sie würden sich dann nicht wundern oder zu sehr nachhaken. Aber ich habe noch Angst davor, dass es dann doch herauskommt.
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Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby Engeline on 29 Oct 2016, 00:16

Ich habe eine EZSP in Kiewer Klinik gemacht und habe es nie bereut! Wir haben uns dazu entschlossen, es den Kindern zu sagen und von der EZS wissen auch unsere Eltern und einige gute Freundinnen von mir. Meinen Kindern gegenüber könnte ich es nicht verschweigen. Ich bin mir sicher, dass die EZS irgendwann rauskommen würde. Ob und wie unserer weiteres Umfeld dann später auch davon erfährt - ob durch unsere Kinder oder auch durch uns selbst, das kann ich noch nicht einschätzen, aber es wäre für mich prinzipiell alles tragbar. Im Gegensatz zu Deiner Situation jedoch: größere Stadt, Gegend nicht so religiös etc.
Für mich war es auch wichtig, dem Kinderarzt von der EZS zu erzählen. Manchmal ist ja eine vorhandene bzw. nicht vorhandene familiäre Krankheitsgeschichte auch für das Kind von Bedeutung und wir wissen halt nichts über die mütterlichen Gene.
Es ist sicher nur ein Weg von vielen, mit der EZS umzugehen und jeder muss seinen ganz persönlichen Weg finden. Im Vorfeld hatte ich mir viele Gedanken gemacht, ob ich überhauppt eine EZS machen könnte und habe mir mit der Entscheidung ziemlich viel Zeit gelassen. Heute kann ich nur sagen, dass es der richtige Weg war. Ich wünsche Dir alles Gute für Deine weiteren Entscheidungen!
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Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby eva2Abel on 29 Oct 2016, 00:25

Auch ich habe zwei leibliche Kinder aus einer früheren Beziehung. Eine neue Partnerschaft ließ in mir wieder den Wunsch nach einem Kind keimen. Leider hatte ich mich nach meinem zweiten Kind für eine Sterilisation entschieden und auf natürlichem Wege hatte ich nun keine Möglichkeit mehr, mir diesen Wunsch zu erfüllen. Nach zwei erfolglosen IVFs und einer genauso erfolglosen Refertilisierung, blieb uns nur noch der Weg der EZS. Letztes Jahr haben wir unserern Transfer hehabt und siehe da, es hat auch gleich geklappt. Dann haben wir einen wundervollen Sohn bekommen und wir lieben ihn so sehr. Es hat keinen Moment gegeben, der Zweifel aufkommen ließ, das Richtige getan zu haben. Für mich macht es auch keinen Unterschied zu meinen Kindern. Er ist in mir gewachsen und ich habe ihn geboren. Ich bin seine Mama. Wir sind der Spenderin unendlich dankbar, denn ohne sie hätten wir den kleinen Schatz nicht aber man ist nicht Mutter einer Eizelle sondern eines Kindes. So sehe ich das. Er belohnt uns täglich mit seinem Lachen und seinen strahlenden Augen und wenn er die Ärmchen hebt um zu mir auf den Arm zu kommen, dann geht mir das Herz ganz weit auf. Ich erlebe dieses Kind viel intensiver als meine großen Kinder, die ja nun auch schon aus dem Haus sind.
Übrigens, er sieht total aus wie mein Mann.
Alles Gute
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Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby Fuchs on 29 Oct 2016, 00:32

Ein EZS Kind und leibliche Kinder sind gefühlmäßig kein Problem. Ich habe die umgekehrte Situation. Nachdem alles aussichtslos war habe ich ein Kind durch EZS und bin dann doch noch spontan schwanger geworden. Ich mache zwischen den Kindern keinen Unterschied.
Rausbekommen tut das eigentlich niemand. Selbst Dein Arbeitgeber nicht. Du mußt halt nur sehen wie Du die Behandlung geheim hälst. Urlaub nehmen wäre da wohl am Besten. Krank machen könnte wohl in der ländlichen Region auffallen, wenn Du dann Dich gerade im Ausland aufhälst. Das Thema wurde bereits angesprochen: Wenn Du das Kind aufklärst, dann läufst Du Gefahr dass es rauskommt. Da gibt es nur 2 Alternativen: 1. Kind nicht aufklären oder 2. Kind aufklären.
Bei mir wußten auch alle, dass ich alles probiert habe und sogar eine EZS in Erwägung gezogen habe. Als ich dann schwanger wurde, habe ich es als überraschende Spontanschwangerschaft verkauft. Einfach um das Kind zu schützen, denn ich möchte es nicht aufklären. Gerade wenn noch leibliche Kinder im Spiel sind und ich aus eigener Erfahrung um die Liebeskonkurrenz von Geschwistern bei Eltern weiß, möchte ich nicht diesen Faktor da noch einbringen. Aber das ist ja hier nicht Thema.
Angesprochen hat mir keiner. Klar, die gucken nach Ähnlichkeiten. Selbst wenn einige Leute in Deinem Umfeld von Deinem Problem wissen. Die werden nie im Leben Dich drauf ansprechen und Rechenschaft von Dir verlangen. Dann erzählst Du halt davon. Kommt ab und an mal vor. Das Kind sieht mir gar nicht ähnlich. Wenn ich der Vater wäre würde sie vermuten ich bin es nicht. Aber bei der Mutter geht das ja nicht. Mach wie Du es für richtig hälst und kümmere Dich nicht um die anderen. Wie sollten die es eigentlich herausfinden? Du musst doch keinen Mutterpass oder Abstammungsurkunde vorlegen.
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Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby majorka4 on 29 Oct 2016, 00:39

Danke für die Antwort! Ja, das ist ist das Dilemma. Entweder ich verheimliche es oder ich nehme es in Kauf, dass es alle Welt erfährt. Ich komme da gedanklich noch nicht raus. Eigentlich finde ich es sehr schwierig, es dem Kind zu verheimlichen. Ich weiß ja nicht, wie es aussehen wird. Wenn es so ganz aus der Art schlägt, kommt es in 20 Jahren vielleicht selbst auf die Idee und macht einen Gentest. Wer weiß, wie weit sich die Gentechnik bis dahin entwickelt hat und wie leicht es da auf den Gedanken kommt, einen Mutterschaftstest zu machen. Und das wäre dann schon ein ganz schöner Vertrauensbruch. Ich könnte damit nicht nur das Glück mit diesem Kind, sondern auch das Glück mit meinen leiblichen Kindern, mit Familie und Freunden zerstören. Da würde ich das Kind lieber mit dem Wissen um seine Entstehung aufwachsen lassen.
Und wenn wir offen damit umgehen, dann wären wir wirklich ganz schöne Exoten hier. Ich glaube, dass es viele nicht gut heißen würden. Das Kind könnte nicht normal aufwachsen und meine leiblichen Kinder auch nicht mehr. Alle wüssten von der Halbgeschwiserschaft und von der Entstehungsgeschichte. Ich persönlich kenne ganz viele Kinder, die durch IVF oder ICSI entstanden sind und da denkt man natürlich nicht dran, wenn man sie sieht. Aber wenn jemand weiß, dass die genetische Mutter eine Unbekannte ist, wird doch jeder nach diesem Unbekannten suchen und vergleichen. Da bin ich mir sicher. Wie soll das Kind da normal aufwachsen?
Ich fürchte fast, wir können es gar nicht wagen:-( Ich meine, 2 Kinder habe ich... Die allermeisten Frauen wären superglücklich damit. Vielleicht kann ich es auch bald sein? Warum darf ich nicht einfach noch einmal schwanger werden wie andere auch in meinem Alter?
Alles Gute euch!
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Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby kühn on 29 Oct 2016, 00:41

Du musst für dich entscheiden, ob du diesen Weg wirklich gehen willst. Es kann dir eigentlich keiner helfen eine Entscheidung zu fällen. Ich konnte leider keine leiblichen Kinder bekommen, da meine EZ von schlechter Qualität sind. Wir hatten uns auch schon für eine Adoption beworben aber zum Glück brauchten wir diesen Weg nicht gehen. Es werden immer Pflegeeltern gesucht, da kaum noch Kinder zur Adoption freigegeben werden. Diesen Weg war ich auch bereit zu gehen, wenn alles nicht geklappt hätte. Aber mit der EZS haben wir unseren Wunsch erfüllt. Ich wünsche dir ganz viel Kraft bei deiner Entscheidung. Lasse dir Zeit dabei!
LG
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Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby Lisa_vogt on 29 Oct 2016, 00:44

Ich glaube, dass Du eine ganz wunderbare Mutter bist! Du machst Dir so viele Gedanken, suchst den besten Weg für alle... ich wünsch Dir von Herzen, dass sich Dein Wunsch erfüllt!
Für mich war die Entscheidung zur EZS einfach: ich habe den Kinderwunsch erst spät umgesetzt. Zunächst war es natürlich nicht möglich, und als ich später den richtigen Partner hatte, war ich wohl zu alt. Ich hab nicht mehr nachdenken müssen, ich hab diese wunderbare Möglichkeit genutzt, und wir sind unbeschreiblich glücklich mit unserer Tochter.
In Deiner speziellen Situation kann ich keinen Rat geben. Entweder sich mit der Lage abfinden, oder etwas an den gegebenen Umständen ändern. Beides scheint sehr schwierig. Du musst aber wissen, dass auch die Entscheidung zur EZS nicht die Lösung aller Probleme schlechthin ist. Manche Frauen brauchen viele viele Versuche bis zum Erfolg (bei mir waren es vier Frisch- und drei Kryoversuche).
Lass den Gedanken reifen; es braucht viel Kraft und auch Durchhaltevermögen. Wie auch immer Du Dich entscheidest - es wird für Dich der richtige Weg sein.
Lisa_vogt
 
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