EZSP nach leiblichen Kindern?

Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby Louisa1998 on 29 Oct 2016, 00:47

Auch ich habe 2 Kinder aus erster Ehe, ebenso mein jetziger Lebenspartner. Wir haben uns für Embryonenspende entschieden, da meine Eizellen keine Schangerschaft mehr hervorbringen können und ich mit den Samenzellen meines jetzigen Partners Fehlgeburten hatte oder gar keine Einnistung.
Warum sollt ihr zwei kein Recht auf ein weiteres Kind haben? Jedes Kind ist - für mich jedenfalls - ein Geschenk. Aber dass negative Reaktionen gerade von kirchlichen Trägern kommen, das überrascht mich nicht. Diese Moral piept mich bei unseren Kirchen - egal ob katholische oder evangelische, mächtig an. Ich finde es wunderbar, dass ihr euch für weitere Kinder entscheidet. Geht euren Weg. Es kann getrost euer Geheimnis bleiben. Meine Gynäkologen wissen von der Eizellspende - und es steht weder im Mutterpass noch auf anderen Dokumenten, die ich ausgehändigt bekam.
Alles Liebe
Louisa1998
 
Posts: 205
Joined: 13 Feb 2016, 15:34

Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby Maria Waldfogel on 29 Oct 2016, 00:49

Natürlich habt ihr das Recht euch weitere Kinder zu wünschen. Aber ihr solltet auch wissen, dass dieser Weg sehr schwer und lang sein kann. Nicht immer klappt es gleich und das ist sehr zermürbend. Bei uns hat es nach einer erfolglosen EZS mit EMS geklappt und wir sind überglücklich. Bei uns weiß es absolut niemand, weil wir es dem Kind auch nicht erzählen wollen. Wir denken, dass es nur zu Frustrationen führen würde, weil es sowieso niemals Kontakt zu seinen Wurzeln bekäme und dann aber mit dem Wissen auch von uns entwurzelt wäre. Auch wenn es mir schwer fällt, in der Familie mit Geheimnissen zu leben. Ich denke, das Kind lebt besser damit - auch gegenüber unserem leiblichen Sohn. Aber das muss jeder selbst entscheiden.
Dir auf alle Fälle viel Glück, wie auch immer ihr euch entscheidet.
Maria Waldfogel
 
Posts: 244
Joined: 14 Mar 2016, 16:22

Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby naDin on 29 Oct 2016, 00:53

Ich habe keine leiblichen Kinder, wir haben große Adoptivkinder, die wir über alles lieben.
Wir haben ihnen zwar nicht das Leben gegeben, aber das Leben ermöglicht, das Leben schön gemacht und sie glücklich gemacht. Sie wissen, dass sie adoptiert worden sind, die Tochter hat die leiblichen Eltern kennengelernt, weil sie es wollte, die Jungen haben es nicht gewollt. Als unsere erste EMS-Tochter geboren wurde, hat unser jüngster Sohn gesagt, Gott sei dank, dass es so passiert ist. Wir sollten erst ihn und seine Geschwistern adoptieren, dann erst leibliche Kinder bekommen, sonst hätten wir sie sie nie zu uns genommen. Ich bin katholisch und gläubig. In der EZS oder EMS sehe ich aber nichts verbotenes, Gott hat uns eine Krankheit auferlegt und einen Weg gezeigt, wie wir sie heilen können. So wie es in der Bibel auch aufgeschrieben ist. Nur wir halten den Weg geheim. Es ist eine Zufallss gewesen, die 1., eine Zweite, Dritte ist einfacher.
Eine Entscheidung, was du machst, wie du machst, muss du selbe treffen.
Viel Glück dabei!
naDin
 
Posts: 232
Joined: 14 Jun 2016, 18:25

Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby majorka4 on 29 Oct 2016, 00:57

Hallo!
Ihr schreibt so ausführliche, gut überlegte Antworten! Vielen vielen Dank dafür! Es tut so gut, andere Meinungen zu hören. Natürlich bin ich mir im Klaren darüber, dass der Weg der Eizellspende auch ein schwieriger ist und es nicht sofort klappen könnte. Vor der Behandlung habe ich nicht so viel Angst.
Mir scheint, dass es doch sehr viele geheim halten, was mich verwundert. Aber vermutlich habt ihr recht. Das Wissen könnte belastend sein. Nicht für das Kind selbst, das käme mit der Wahrheit schon klar, wenn es so aufwachsen würde, aber die Eizellspende ist wohl noch zu exotisch als dass sie von allen akzeptiert würde und in Deutschland wäre das Kind dann eben Exot und das würde ich nicht wollen. Und mir wird auch klar, welch glückliche Kinder dank der Medizin, dank der Eizellspende, entstehen. Gibt es Kinder, die mehr geliebt werden? Sie wurden so sehr erwünscht! Was für ein Glück, dass ihr alle Mütter werden konntet!
Und die übriggebliebenen Embryonen, die auf Eis gelegt werden: Damit hätte ich keine Probleme. Ich glaube ganz fest, dass es irgendwo Seelen von Kindern gibt, die passende Körper und Eltern aussuchen und sich dann irgendwann einnisten. Und das ist wohl erst, wenn sich die Eizelle richtig in der Gebärmutter einnistet. Das ist nicht logisch, entspricht nicht der allgemeinen Meinung, aber irgendwie ist es doch zunächst nur ein Zellhaufen. Klar, einer, der zu einem Menschen werden würde, wenn man ihn lassen würde, aber wieviele Embryonen sterben schon vor der Einnistung und kurz danach? So ist das Leben. Ich würde mich deswegen nicht als Mörderin fühlen, wenn noch Eizellen auf Reserve irgendwo lägen, die dann vernichtet würden.
Was steht denn eigentlich im Mutterpass? Schwanger nach IVF/ ICSI?
majorka4
 
Posts: 272
Joined: 04 Jan 2016, 16:10

Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby Nala on 29 Oct 2016, 01:02

Im Mutterpass steht „Schwanger nach Sterilitätsbehandlung“. Mehr nicht. Es erfährt niemand, wenn Du es nicht willst. Höchstens der Frauenarzt, der Dir hilft. Denn Schleimhaut messen, Blutwerte auswerten etc. dafür brauchst Du einen Arzt hier. Weder im Krankenhaus, noch die Hebamme, noch der Kinderarzt erfährt was, wenn Du es ihnen nicht sagst. Dann muss man halt bei den Familienerkrankungen etwas lügen, bzw. lügen ist es ja gar nicht. Einfach sagen: Es ist nichts bekannt. Du bist ja auch nicht in dem Alter in dem alle schon mißtrauisch werden.
Ich denke es wird immer irgendwie "exotisch" bleiben. Die Samenspende ist schon seit Jahrzehnten hier erlaubt. Ich kenne niemanden, der mir jemals erzählt hat, er wäre ein Spenderkind oder von irgendeinem Bekannten der Spenderkind ist oder irgendeinem Spender oder sonstwie. In der Vergangenheit war die Theorie bloß nicht aufklären. Da wurden ja teilweise adoptierte Kinder nicht informiert. Heute ist der Tenor genau umgekehrt. In einigen Gegenden kann man noch nicht mal mit einer ICSI offen umgehen. Ich bekam damals schon von einigen die Meinung zu spüren, dass wenn es von der Natur nicht gewollt ist dann wird es seinen Grund haben und man soll da nicht reinpfuschen.
Und wenn es halt mit dem Kind nicht klappt, dann braucht man die Kinder doch gar nicht zum glücklichen, erfüllten Leben. Wer weiß wozu es gut ist. Hat schon alles seinen Grund.
Also vor der Behandlung muss man keine Angst haben. So schlimm ist das auch nicht. Da braucht man keine Angst haben. Weniger Hormone als bei einer ICSI. Die Anspannung macht einem eher zu schaffen. Wir haben ja schon alle negative ICSIs hinter uns. Ich teilweise mit PID und niederschmetterndem Ergebnis. Da setzt man halt alle Hoffnung rein auf die neue Behandlungsmethode. Ist ja bei Dir nicht anders.
Nala
 
Posts: 196
Joined: 21 Jul 2016, 23:43

Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby omega on 29 Oct 2016, 01:07

Ich denke wirklich nicht, dass die Kliniken da groß nach Ähnlichkeiten gehen. Wir mußten noch nicht mal Fotos von uns da lassen. Es wurde nur so ein Bogen wegen Haar- und Augenfarbe, Größe, Gewicht usw. ausgefüllt. Ich glaube viel wichtiger ist denen, dass die Blutgruppen stimmen und dass es wegen der Augenfarbe nicht zur Unstimmigkeit kommen kann. Wenn beide Eltern blond sind, dann wäre eine EMS mit einem südländischen Kind nicht so passend. Wir haben am Ende nur das Alter der Spenderin und die Blutgruppe erfahren. Und die passt.
Du bist da etwas auf dem falschen Dampfer, auch wenn ich verstehe warum es so ist. Wenn beide Geschwister sich sehr ähnlich sehen, dann würde Nr. 3 da komplett aus der Art schlagen. Deswegen überlege noch einmal wie sehr Du Dir ein weiteres Kind wünscht. Wenn eine EZS der einzige Weg ist zu einem weiteren Kind zu kommen, dann müssen leider solche Sachen wie Ähnlichkeiten Nebensache sein. Vielleicht hast Du Glück und das Kind geht in die Richtung. Wenn nicht, einfach ignorieren. Ich werde ständig darauf angesprochen, dass meine Tochter mir nicht ähnlich sieht und mit ihrem Bruder gar nix hat. Meine Antwort: was weiß ich von wem sie das hat. Keine Ahnung was sich da durchgesetzt hat von irgendeinem Vorfahren.
Wir sind nach Spanien, weil ich mit einem Spanier verheiratet bin. Insofern lag es auf der Hand. Ein südländisch aussehendes Kind ist für uns dadurch jetzt kein Problem. Dann geht es halt nach der spanischen Verwandtschaft. Was es auch in Wirklichkeit tut. Dunkel setzt sich ja recht häufig durch. Auch mein Sohn ist dunkel, obwohl er eine blonde Mutter hat. Wäre mein Mann nun Mitteleuropäer, dann wären wir wohl doch in Richtung Osten gegangen. Aber wir brauchten halt keine blauen Augen oder blonden Haare.
omega
 
Posts: 246
Joined: 14 Mar 2016, 16:19

Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby Pika4u on 29 Oct 2016, 01:11

Mir persönlich war von Anfang an die Ähnlichkeit kein wichtiges Kriterium. Ersteinmal können sich die Ärzte bei den vielen Beratungserstgesprächen unmöglich ohne Fotos an die Paare erinnern. Ohne Fotos dazulassen, ist es unmöglich, die passende Spenderin zu finden.
Zum anderen kenne ich Kinder, wo überhaupt keine Familienähnlichkeit erkennbar ist, und doch sind die Eltern die genetisch eigenen. Ich weiß nicht, ob ihr solche Beobachtungen schon gemacht habt: Hässliche Eltern haben manchmal wunderschöne Kinder. Und umgekehrt natürlich auch! Niemand kann eine Ähnlichkeit garantieren. Blutgruppe finde ich wichtiger.
Du wirst das schon machen. Je größer der Leidensdruck, desto kompromissbereiter wird man.
Vor 2 Jahren wäre EMS für mich nicht in Frage gekommen. Und nun? Ich bin mit Zwillingen aus EMS schwanger. :)
Alles Liebe!
Pika4u
 
Posts: 299
Joined: 04 Jan 2016, 16:13

Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby Ruth on 29 Oct 2016, 01:17

Das könnte ich mir für mich nicht vorstellen. Vor zwei Jahren kann dann aus heiterem Himmel die Diagnose POF- mit 34 Jahren. Ich hatte schon einen Sohn, aber wie Du habe ich mit mir, der Welt und dem Schicksal gehadert. Ich wollte immer drei Kinder und jetzt sollte es bei einem bleiben?
Die letzten zwei Jahre habe ich also mit allen möglichen Therapie (Schulmedizin und alternative Medizin) noch schwanger zu werden- ohne Erfolg. Die ganze Zeit habe ich parallel das Thema EZSP schwanger getragen. Jetzt habe ich vermutlich im November Transfer und bin schon ganz aufgeregt. Ich hoffe es funktioniert.
Also der Wunsch nach Kindern hört eben nicht auf, nur weil man eins hat. Ich wünsche mir, in Zukunft toleranter gegenüber den Endscheidungen anderer Leute sein zu können! Wir werden es auf keinen Fall sofort und öffentlich sagen. Wir leben zwar in einer Großstadt, aber für Menschen, die selbst nicht betroffen sind, ist das alles nicht zu verstehen und nachzuvollziehen...
Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Glück für Eure Endscheidung! Lass Dir Zeit! Du bist reproduktionsmedizinisch gesehen noch jung!
Ruth
 
Posts: 280
Joined: 10 Feb 2016, 20:37

Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby majorka4 on 29 Oct 2016, 01:21

Hallo,
das ist lieb, was du da schreibst. Ich fühle mich verstanden. Du hast Recht. Der Wunsch hört nicht auf, nur weil man schon Kinder hat. Mittlerweile bin ich schon soweit, dass wir es doch mit einer Eizellspende versuchen werden und auch sagen werden. Für mich persönlich ist die Zelle nur das Körpermaterial. Die Beseelung findet unabhängig vom Körper statt, d.h. auf der geistigen Ebene, wäre es 100% ig unser Kind.
Ich habe nach der Ähnlichkeit natürlich wirklich auch deswegen gefragt, weil es sicherlich wünschenswert ist, dass die Kinder nicht total anders aussehen. Es ist mir persönlich nicht so wichtig. Wenn man mir morgen ein Baby vor die Haustür stellen würde, würde ich es auch sofort wie mein eigenes Kind lieben. Da bin ich mir ganz sicher. Meine eigenen Kinder waren mir am Anfang auch irgendwie sehr fremd, auch wenn ich etwas von mir in ihnen sehe. Jedes Kind ist eine eigene Persönlichkeit, ob leiblich oder nicht, die man erst einmal kennen lernen muss und auf diesem Weg wird die Liebe zum Kind jeden Tag größer.
Ich hatte nur überlegt, ob die Kliniken wirklich halten, was sie versprechen, d.h. Auswahl nach mehreren Kriterien, Abgleich der Fotos. Es werben ja viele damit, aber ich kann mir auch nicht denken, dass es alle machen, zumal viele gleichzeitig damit werben, dass es kaum Wartezeiten gibt. Ich hätte gedacht, dass es manchmal dauert, bis es eine Spenderin gibt, die möglichst vielen Kriterien entspricht.
Schade, dass es keine wirklichen Statistiken über die Kliniken gibt. Ich will eine seriöse Klinik erwischen und keine, wo es selten zu Schwangerschaften durch Eizellspende kommt. Und natürlich auch keine, wo man kein Foto hinterlegen muss, weil doch nicht drauf geschaut wird. Das Kind muss keine deutliche Ähnlichkeit mit mir haben.
majorka4
 
Posts: 272
Joined: 04 Jan 2016, 16:10

Re: EZSP nach leiblichen Kindern?

Postby Siri on 29 Oct 2016, 01:28

Wegen der körperlichen Ähnlichkeit mache ich mir ehrlich gesagt kaum Gedanken. Wir werden wohl eine Spenderin bekommen, aber ansonsten sieht mein Sohn mir als Kind sehr ähnlich, was aber nur Leute erkennen, die mich als Kind in dem Alter kannten. Viele andere sagen immer "ganz der Vater". Ich habe eine Halbschwester, von der viele Leute nicht wissen dass Sie nicht meine leibliche Schwester ist. Wir sehen total unterschiedlich aus. Hat uns nie gestört und immer wieder meinen Leute trotzdem Ähnlichkeiten zu erkennen. Das ist also eher eine Frage der Wahrnehmung. Die meisten Leute sehen das was sie sehen sollen.
Klar hab ich auch Angst - mein Sohn ist mir auch vom Charakter in vielen Dingen ähnlich. Ich hab Angst, dass das beim nächsten Kind nicht so sein könnte. Aber dann erinnere ich mich immer wieder daran, dass mein Sohn in vielen anderen Dingen charakterlich eher nach seinem Vater kommt... Letztlich ist auch ein genetisch eigenes Kind immer eine Überraschung was Aussehen und Charakter betrifft.
Vielleicht hilft mir auch, dass ich zu meinem leiblichen Vater selbst keinen Kontakt habe. Diese genetische Hälfte kenne ich nicht. Als Jugendliche war das kurzzeitig ein Problem, jetzt ist es mir schon lange egal.
Ich bin ganz froh, dass Du diese Diskussion hier eröffnet hast. Manchmal bekomme ich ein schlechtes Gewissen, weil ich so egoistisch bin unbedingt noch ein Kind zu wollen. Das hier noch mehr Frauen sind, die schon Kinder haben und diesen Weg trotzdem gehen sind hilft mir mich nicht mehr so sehr als "Einzelfall" zu sehen.
Liebe Grüße
Siri
 
Posts: 300
Joined: 06 Feb 2016, 19:25

PreviousNext

Return to Eizellenspende



cron