Frage der Epigenetik

Re: Frage der Epigenetik

Postby Maria Waldfogel on 08 Nov 2016, 21:52

Bei uns war es etwas anders. Wir müssten uns gleich zu beginn abfinden, dass mein Mann nie zeugungsfähig ist, daher war das Thema für uns kein neues. Bei der letzten ICSI habe ich für mich beschlossen, ich mach nie wieder eine ICSI, obwohl ich zumindest eine Einnistung hatte (2. nach vielen versuchen) nur im EL. Ich hatte auch eine Überstimu und dann die ELSS. Das war mir zuviel, dazu die schlechte Befruchtungsrate bzw. die EZ blieben irgendwann nach und nach in der Entwicklung, zwischen Tag 3-4 stehen gab mir noch den Rest, vom finanziellen will ich gar nicht anfangen, wir sind ja schon immer Selbstzahler.
Und ich muss sagen der TF von der EMS war so entspannend, ich hatte 0 Erwartungen beim 1. Versuch und es hat dann gleich geklappt. Es war der absolut richtige weg, ich würde die zwei nie eintauschen. Meine Freundin hat mal zu mir gesagt, sie glaubt daran, dass Kinder sich ihre Eltern aussuchen und bei uns wollten eben genau die zwei zu uns, selbst die schwere Ss haben sie überstanden.
Maria Waldfogel
 
Posts: 244
Joined: 14 Mar 2016, 16:22

Re: Frage der Epigenetik

Postby naDin on 08 Nov 2016, 21:58

Also mir wurde gleich zu Beginn meiner KIWU Zeit gesagt, dass ich mir zur EZS Gedanken machen soll, da ich sehr schlechte Prognosen hatte. Ich kam damit absolut nicht klar (war 35 und Diagnose völlig unerwartet) und habe mich auch etwas geschämt, dass ich nicht damit klarkam. Nun habe ich zwei biologische Kinder, der Weg dahin wenn man mit vielen Frauen hier vergleicht, ein Klacks, aber es blieb andererseits sehr viel auf der Strecke, da ich alles auf eine Karte gesetzt habe, eben wegen diesem extremen Zeitdruck, den ich fühlte. Hätte ich doch EZS gebraucht, dann bin ich mir sicher, hätte ich noch lange gebraucht, das zu akzeptieren. Nun bin ich Mutter und weiß, was es bedeutet - im Nachhinein verstehe ich nicht mehr, warum ich mich so übermäßig gestresst habe. Ich würde mir jetzt nicht mehr so die Kante geben, das ist sicher. Ich hatte die Unterstützung einer älteren Kollegin, die adoptiert hat. Ich wusste zwar, dass sie recht hat, geholfen hat es mir aber trotzdem nicht. Es ist ein schwerer Schritt, für manche weniger als für andere.
Nun zu Dir - da diese Epigenetik Sachen nicht definitiv sein werden, bevor die Sache bei Dir relevant wird, kann das nicht wirklich als Entscheidungshilfe dienen, so sehr Du Dir das wünschst. In zwei Jahren kann sich die Theorie als völliger Quatsch herausstellen oder auch nicht. Ein JA zur EZS muss beim heutigen Wissenstand bedeuten, dass Du bereit bist, ein Kind auszutragen, das genetisch nicht deines ist.
Ich würde sowohl aus gesundheitlichen Gründen als auch sozialen Gründen auf keinen Fall länger warten. Aber das bin ich und nicht du.
Jedenfalls wünsche ich Dir alles erdenklich Gute!
naDin
 
Posts: 232
Joined: 14 Jun 2016, 18:25

Re: Frage der Epigenetik

Postby Nala on 08 Nov 2016, 22:14

Auch wir überlegen nach 6 erfolglosen Versuchen eine EZSP zu machen. Ich bin zwar erst 34 aber trotzdem möchte ich nicht noch unzählige Versuche unternehmen und mich in ein paar Jahren dann doch dafür entscheiden. Von Epigenetik hatte ich vor deinem Beitrag noch nichts gehört und leider auch nichts wirklich Gutes darüber im Zusammenhang mit EZSP gefunden.
Wir haben uns nach einem Telefongespräch mit der Klinik für EZSP entschieden und hoffen natürlich das es gut geht. Es hat uns jedenfalls wieder Hoffnung gegeben. Natürlich muss es jeder selbst wissen, aber ich mache mir auch keine Gedanken darüber ob und wie wir es sagen. Für mich wird es mein Kind sein. Was ich über die Mutter weiß war nur für mich für die Auswahl interessant, alles andere finde ich nicht wichtig, da es ein eigener kleiner Mensch sein wird mit einer eigenen Seele. Ich wünsche dir viel Kraft, wie auch immer du dich entscheidest.
LG
Nala
 
Posts: 196
Joined: 21 Jul 2016, 23:43

Re: Frage der Epigenetik

Postby Agnes.frankes on 08 Nov 2016, 22:25

Vielen Dank für Deine Worte. Und ich freu mich für Dich, dass Du nicht nur biologische Mama bist (das wäre bei einer EZS auch der Fall), sondern sogar genetische. Übers vergangene Wochenende habe ich wieder viel gelesen, um noch mehr über die Epigenetik herauszufinden. Definitive Aussagen scheint es wenige zu geben, weil dieser Wissenschaftszweig wirklich noch so jung ist. Dennoch glaube ich, dass er trotzdem schon zu weit gediehen ist, um komplett revidiert werden zu können. Wo Du jedoch Recht hast, hast Du Recht: Bei den heutigen Gentests wird wahrscheinlich keine Übereinstimmung zwischen der austragenden Mutter und dem Baby aus EZS herauskommen. Aber wer sagt denn, dass es in Zukunft nicht auch Epigenetik-Tests geben könnte? Wie auch immer - meine Gedanken und Gefühle fahren Achterbahn.
Liebe Grüße
Agnes.frankes
 
Posts: 341
Joined: 13 Feb 2016, 14:35

Re: Frage der Epigenetik

Postby omega on 08 Nov 2016, 22:32

Ich kann dir zur EZSP nur Mut machen! Ich bin 45 und in der 38 SSW mit Zwillingen schwanger, und das ist gleich beim ersten Versuch! Davor 10 Jahre Misserfolg durch Arzt- und verschiedenen Kiwu Praxen. Eine erfolgreiche (damals die erste) IVF mit Geburt, alles ok. Ich weiß nicht, wie viele Misserfolge danach wegen keiner Einnistung… 10? 15? Ich denke, dass es letztlich nur an der Qualität der EZ liegt und die Ärzte das eigentlich schon bei dem Einsetzen sehen. Ich hatte immer noch eine ganz gute Ausbeute zwar, aber es hat einfach nicht geklappt. Klar, hoffen kann man immer und im Lotto nicht gewinnen, wenn man sich kein los holt
aber: seinerzeit beim Transfer war der Kult schon geradezu euphorisch, dass es eine Ss gibt. Seine Sprechstundenhilfe hat mich danach auch auf Seite geholt und gesagt, sie glaubt, das waren die besten Blastos des Tages. Nun, ich hatte dann zwar auch einen positiven Test, aber die ersten vier Monate eine Horrorzeit mit Dauerblutungen. Plötzlich war alles ok und die Ss verläuft super, mir geht's prächtig und wir werden die 40 W vollmachen, dann Kaiserschnitt.
Natürlich mache ich mir Gedanken zwischendurch über dieses Thema…aber ich sehe es auch so, dass da noch zwei kleine Seelen auf die Erde zu mir wollten und sich festgekrallt haben. Wir freuen uns so sehr! Und wenn die so in meinem Bauch rumtreten, weiß ich, es werden meine tollen, supergeliebten Kinder werden, die ich voller Selbstbewusstsein großziehen werde.
Ich würde nicht mehr Zeit verschwenden, klar, ist das ein Kompromiss, aber die Alternative ist wahrscheinlich keins. Ich habe mich lange damit beschäftigt, auch mit Adoption etc. klar, würden viele sagen, du hast doch eins gehabt aber mein Kinderwunsch war einfach sehr stark.
Es ist leichter, einen Traum wie einen Ballon loszulassen, als ihn durch den Sturm zu tragen. Alles Gute und viel Glück!
omega
 
Posts: 246
Joined: 14 Mar 2016, 16:19

Re: Frage der Epigenetik

Postby Pika4u on 08 Nov 2016, 23:36

Je früher man Kindgerecht aufklärt, desto leichter können die Kinder verarbeiten und den Verarbeitungsprozess gemeinsam mit den Eltern gehen. Jeder Mensch hat ein Recht darauf, seine genetische Abstammung zu kennen, wenn die Möglichkeit dazu besteht. Wozu gibt es ärztliche Gespräche? Damit man die Tendenz zu gewissen Krankheiten besser einschätzen kann. Bestimmte Krebsarten häufen sich in bestimmten Familien - da kann man dann gezielt frühzeitig eine Vorsorgeuntersuchung machen lassen usw. Die Epigenetik ist nicht nur hinsichtlich EZS interessant, sondern auch dahingehend, dass man seinen Genen nicht willkürlich ausgeliefert ist und mithilfe von gesunder Lebensweise auch positiv auf diverse erblich bedingte Vorbelastungen einwirken kann. Aber ich finde, ein Kind sollte wissen, ob es wo besonders aufpassen sollte oder nicht bzw. ob bestimmte Krankheiten, die sich über diverse Generationen ziehen können, überhaupt ein Risikofaktor für es sind. Wenn die Ärzte fragen, was haben Ihre Eltern oder Großeltern gehabt, ist Ihnen etwas bekannt? Dann sollte es sagen können, von der einen Seite ist mir was bekannt, von der anderen nicht, weil ich aus einer EZS entstanden bin.
Alles, was bisher an Untersuchungen existiert, bestätigt, dass eine Aufklärung umso positiver verläuft, je früher man damit begonnen hat. Und nicht erst, wenn das Kind mit 18 aus allen Wolken fällt oder durch eine unvorhersehbare Familienstreiterei von jemand anderem außer den Eltern erfährt, wie es entstanden ist.
Es gibt aber auch Eltern, die vorziehen, niemandem etwas zu erzählen. Letztlich muss das jedes Paar für sich selber entscheiden. Wichtig finde ich nur, darüber nachzudenken und ganz genau zu wissen, warum man wie entschieden hat. Und dass man an alle Beteiligten denkt - also auch an das Wohl des Kindes.
Liebe Grüße
Pika4u
 
Posts: 299
Joined: 04 Jan 2016, 16:13

Re: Frage der Epigenetik

Postby Ruth on 08 Nov 2016, 23:41

Ich bin froh, dass ich auf dieses Thema gestoßen bin. Ich habe schon ein eigenes Kind und versuche gerade mit ICSI und eigenen Eizellen schwanger zu werden. Aber es will einfach nicht klappen. Nun wurde mir natürlich die Eizellspende empfohlen. Ich habe einige Fragen dazu und hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen: Welche Kliniken gehen bei der Auswahl wirklich auf das Aussehen ein, d.h. wählen nicht nur nach Haarfarbe, Augenfarbe, Größe und Gewicht? Ich habe früher als Model gearbeitet und es ist mir sehr wichtig, dass mein Kind mir zumindest ansatzweise ähnlich sieht... Logischerweise bin ich auch nicht ganz hässlich - es wäre schrecklich, wenn ich nachher ein Kind hätte, was ich unattraktiv finde. Ich habe Angst, dass ich das Kind innerlich ablehnen könnte. Ich kann mir noch nicht richtig vorstellen, das Kind einer fremden Frau in mir auszutragen und quasi zu adoptieren. Werde ich dann mein eigenes Kind nicht immer viel lieber haben? Wahrscheinlich hört sich das alles für viele von Euch sehr oberflächlich an und Ihr könnt das gar nicht nachvollziehen. Aber ich konnte mich an den Gedanken, ein fremdes Kind zur Welt zu bringen, noch nicht gewöhnen. Ich mag Kinder sehr, aber was, wenn mir mein eigenes Kind dann irgendwie unsympathisch wäre? Mein Mann wäre der Samenlieferant, es wäre also sein Kind mit einer fremden Frau - eine sehr schmerzhafte Vorstellung. Ich bin Euch jetzt schon sehr dankbar für Eure Antworten. Ich habe gestern wieder eine negative ICSI-Nachricht bekommen und bin noch ganz geschockt und durcheinander.
Ruth
 
Posts: 280
Joined: 10 Feb 2016, 20:37

Re: Frage der Epigenetik

Postby Siri on 08 Nov 2016, 23:45

Hallo! Ukraine hat es im Gesetz verankert und die Spenderin muss eine annährende Kopie der Empfängerin sein. Klinik bietet dann noch mal ein Phenotypenmatching extra an, aber das braucht man meist gar nicht mehr, weil die schon sehr intensiv auch ohne Phenotypenmatching auswählen. Mein Kind sieht mir wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich. Bei mir haben sie wirklich auf Augenschnitt usw. geachtet. Bevor Du Dich für EZS entscheidest, überlege Dir wirklich gut, was Du möchtest. Informiere Dich, tausche Dich mit anderen Betroffenen aus. Nichts übereilen wohl überlegen. Denke, dass Du aber noch nicht soweit bist. Wünsche Dir alles Gute für die Entscheidungsfindung. Also ich denke ich könnte ein genetisch eigenes Kind nicht mehr lieben als meinen Sohn. Zudem wird ja nicht die Genetik zweier Menschen vererbt sondern genetische Familien von denen es insgesamt 12 weltweit gibt. Also: Über die Genetik lacht das Universum.
Siri
 
Posts: 300
Joined: 06 Feb 2016, 19:25

Re: Frage der Epigenetik

Postby sofi_e on 08 Nov 2016, 23:54

Ich habe mir da auch schon Gedanken darüber gemacht. Ich hatte schon 2 Versuche mit Eizellenspende aber immer negativ(( Natürlich sind das andere Gene halt nur die vom Mann, aber ich glaub, der Wunsch zu einem Kind ist da schon größer, als dass es nicht deine Gene hat. Eine Rolle hat es für mich nicht gespielt, dass die Schwangerschaft genetisch fremd war. Näher als in meinem Bauch an meinen Blutkreislauf angeschlossen kann ein Kind mir doch gar nicht sein. Da ist es egal, ob es nun Teile meiner DNA hat oder nicht. Fand ich in der Praxis völlig irrelevant und kann mir nicht vorstellen, dass sich das nach der Geburt ändern würde. Das regeln schon allein die Hormone, denen DNA ziemlich wurscht sind.
Ähnlichkeiten muss es auch bei Verwandschaft nicht zwangsläufig geben. Meine Mutter ist brünett, mein Vater schwarzhaarig und ich blond, gänzlich andere Interessen habe ich auch. Und ich bin ganz sicher das leibliche Kind meiner Eltern.
Und ich glaub die Muttergefühle kommen bestimmt gleich, wenn man einen positiven Schwangerschaftstest hat und die freute auf das Kind. Ob ich es dem Kind später sagen würde, das weiß ich nicht.
Also mit dem HIV: meine Klinik in der Ukraine hat die Spenderinnen auch gründlich untersucht und es werden auch nur die genommen, die schon mal Kinder bekommen haben. Und man kann dort natürlich die Spenderin selbst wählen, so dass niemand wissen werde, dass das genetisch nicht dein Kind ist. Ich glaub man muss dann der Klinik vertrauen.
sofi_e
 
Posts: 196
Joined: 03 Jul 2016, 13:39

Re: Frage der Epigenetik

Postby tilda on 09 Nov 2016, 00:00

Schwieriges Thema…Das kannst Du wohl nur selbst entscheiden. Wenn Du damit klar kommst, dass Du nicht die biologische Mutter bist, finde ich das eine überlegenswerte Alternative. Natürlich gibt es viele Sachen zu bedenken, auch die Kosten werden bestimmt nicht unerheblich sein, aber ich kann verstehen, dass eine Frau nicht darauf verzichten möchte, eine Schwangerschaft mitzuerleben und ich denke, man kann dann das Kind genauso sehr lieben. Es ist eigentlich wie bei einer Adoption, nur dass das Kind sogar noch von Deinem Mann ist und dass Du die Schwangerschaft miterleben kannst, was denke ich für die Bindung zu einem Kind schon von Vorteil ist. Ich will jetzt nichts Negatives über Adoptionen sagen. Finde das eine tolle Sache. Wie sieht es denn damit bei Euch aus? Wäre das eine Alternative? Ich habe mir im Gegensatz zu Dir bisher nur zu der anderen Seite, nämlich der Fremdsamenspende Gedanken gemacht. Habe darüber auch schon mit einer Freundin, die ich hier über das Forum kennen gelernt habe und deren Freund Azoospermie hat, diskutiert. Und bisher habe ich für mich beschlossen, dass es für mich erstmal nicht in Frage kommen würde. Ich glaube auch, dass mein Mann damit nicht so gut klar kommen würde, dass er nicht der biologische Vater wäre, sondern ein anderer, fremder Mann. Allerdings...wer weiß, wie ich darüber denke, wenn ich einige gescheiterte ICSI-Versuche hinter mir habe Ich kann es im Moment noch nicht sagen.
Wie gesagt, Du müsstest vollkommen mit dieser Situation im Reinen sein, ansonsten wäre es denke ich nicht fair dem Kind gegenüber. Ein sehr komplexes Thema, zu dem es bestimmt viele verschiedene Meinungen gibt.
Ich hoffe, Du findest für Dich die richtige Entscheidung. Und vielleicht klappt es ja doch noch mit der normalen ICSI. Dafür wünsche ich Dir viel
tilda
 
Posts: 351
Joined: 25 Feb 2016, 21:18

PreviousNext

Return to Eizellenspende



cron