option?

Re: option?

Postby Nala on 18 Sep 2017, 20:28

Ob eine Eizellenspende für mich persönlich eine Option wäre, weiß ich nicht. Einfach, weil ich darüber noch nie nachgedacht habe. Aber über Adoption habe ich nachgedacht. Zwischen Eizellenspende und Adoption sehe ich Parallelen: Man zieht ein Kind als das eigene auf, das genetisch aber von einer anderen Frau abstammt. Warum sollte eine Adoption also ok sein, eine Eizellenspende aber ethisch fragwürdig? Ich kenne Fälle von Adoption und stelle immer wieder fest: Wo die Eltern von Anfang an offen mit dem Thema umgingen und dem Kind alle Infos über seine Herkunft gewährten, haben sich die Kinder sehr gut entwickelt und bekamen keine Identitätsprobleme. Die Fälle, wo die Eltern versuchten, die Herkunft geheim zu halten und irgendwann (z. B. kurz nach dem 18. Geburtstag oder so) sind gründlich schief gegangen und die Kinder haben allen Boden unter den Füßen verloren.
Mir wäre es egal, was die Gesellschaft darüber denkt, wie ich mein Kind bekomme. Ich würde es auch nicht jedem auf die Nase binden. Was geht es denn die Bekannte oder Nachbarn an, wessen Gene mein Kind hat? Mein Kind ist mein Kind – Punkt. Letztlich würde ich höchstens engen Freunden und Verwandten von der Eizellenspende erzählen. Und mir gleichzeitig jede Verurteilung darüber verbitten. Das Kind allerdings hat jedes Recht auf Transparenz. Wenn es die Gelegenheit bekommt, irgendwann seine genetische Mutter kennen zu lernen, ist es optimal.
Ob ein Kind aus einer Eizellenspende stigmatisiert wird? Das Leben ist bunt und es gibt viele verschiedene Familienmodelle, bei denen die anderen vielleicht erst mal dumm gucken (z.B. Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern, Adoptiv-Kinder aus dem Ausland, Patchwork-Kinder etc.). Aber deshalb auf das Kind verzichten, nur um ihm eine Stigmatisierung zu ersparen? Nein. Wenn Ihr als Eltern mit der Eizellenspende kein Problem habt, und es versuchen wollt, wieso nicht. Für Eure Tochter wäre es sicher schön, nicht als Einzelkind aufzuwachsen. Alles Gute
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Re: option?

Postby Engeline on 08 Oct 2017, 18:37

Wieso meinst du, die Erfolgsaussichten wären hoch? Da hab ich meine Zweifel, wenn es auf natürlichem Weg und IVF nicht mehr geklappt hat...Davon abgesehen finde ich nicht, dass der Zweck alle Mittel heiligt und man alles machen sollte, was möglich ist. Eine Eizellspende käme für mich nicht in Frage, für mich spielt beim Entstehen von Leben auch sowas wie die Seele eine Rolle. Und ich würde mir nicht das Recht herausnehmen wollen, einem Kind eine solche Situation im Hinblick auf die Identität und Herkunft vorsätzlich zuzumuten. Ich hätte auch gerne noch ein gemeinsames Kind mit meinem Partner gehabt, das hat aber - aus Altersgründen, denke ich - nicht mehr geklappt und ich denke, dann soll es auch so sein. Eine Erzeugung um jeden Preis ist nichts für mich. Und ich bin froh, dass das in Deutschland nicht erlaubt ist.
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Re: option?

Postby Nala on 18 Dec 2017, 23:21

Du fragst, Warum sollte eine Adoption also ok sein, eine Eizellenspende aber ethisch fragwürdig? Weil kaum jemand bewusst ein Kind zeugt, um es dann zur Adoption freizugeben, diese Situation entsteht nicht vorsätzlich, sondern schicksalshaft. Das ist nicht zu verhindern, daraus kann man aber keine Rechtfertigung ableiten, so eine Situation gezielt herbeizuführen.
Wer sich mit Adoption beschäftigt weiß auch, dass das nicht spurlos an den Beteiligten und speziell dem Kind vorübergeht, sondern durchaus belastend sein kann, mal mehr mal weniger.
Und das, obwohl die biologische Identität da ja klar ist und nicht auseinanderdriftet wie bei der Eizellspende, wo genetische und biologische Mutter nicht die gleiche sind. Ich persönlich kann mir schon keine IVF vorstellen und damit erst recht keine Eizellspende. Und ich kann mir gerade, wenn man schon ein Kind hat, nicht vorstellen, dass der Leidensdruck so groß. Abgesehen vom Prozedere, das mich abschreckt, verstehe ich nicht, warum eine Eizellspende so viel mehr Abwehr auslöst als eine Samenspende - oder würden das die Eizellspende-Gegner genauso ablehnen? Für mich käme beides nicht in Frage, was nicht heißt, dass ich das Verbot der Eizellspende bei erlaubter Samenspende verstehe...
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Re: option?

Postby Nala on 18 Dec 2017, 23:21

Du fragst, Warum sollte eine Adoption also ok sein, eine Eizellenspende aber ethisch fragwürdig? Weil kaum jemand bewusst ein Kind zeugt, um es dann zur Adoption freizugeben, diese Situation entsteht nicht vorsätzlich, sondern schicksalshaft. Das ist nicht zu verhindern, daraus kann man aber keine Rechtfertigung ableiten, so eine Situation gezielt herbeizuführen.
Wer sich mit Adoption beschäftigt weiß auch, dass das nicht spurlos an den Beteiligten und speziell dem Kind vorübergeht, sondern durchaus belastend sein kann, mal mehr mal weniger.
Und das, obwohl die biologische Identität da ja klar ist und nicht auseinanderdriftet wie bei der Eizellspende, wo genetische und biologische Mutter nicht die gleiche sind. Ich persönlich kann mir schon keine IVF vorstellen und damit erst recht keine Eizellspende. Und ich kann mir gerade, wenn man schon ein Kind hat, nicht vorstellen, dass der Leidensdruck so groß. Abgesehen vom Prozedere, das mich abschreckt, verstehe ich nicht, warum eine Eizellspende so viel mehr Abwehr auslöst als eine Samenspende - oder würden das die Eizellspende-Gegner genauso ablehnen? Für mich käme beides nicht in Frage, was nicht heißt, dass ich das Verbot der Eizellspende bei erlaubter Samenspende verstehe...
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