option?

Re: option?

Postby Siri on 21 May 2018, 00:27

Es ist ein unglaublich komplexes Problem, sowohl rechtlich als auch moralisch, bei dem man für ungefähr jedes Pro- Argument ein Contra findet. Ich bin davon überzeugt, dass man eine solide und fundierte Meinung hierzu erst haben kann, wenn man sich ziemlich lange und intensiv mit dem Thema beschäftigt hat. Subjektive Gefühle des Unbehagens bezüglich z.B. der Vorstellung, Lebensspende Zellen erwerben zu können oder Leben im Labor zu zeugen sind zwar ein nicht unerheblicher Aspekt der Bewertung, decken aber meiner Meinung nach das Spektrum für eine hinreichend reflektierte Meinung alleine nicht ab. Zu der Frage, ob man das Kind dann hänselt:
Vielleicht. Kinder werden gehänselt. Weil die Mutter zu dick ist, der Vater Lehrer, das Kind lispelt. Und Kinder werden wegen ganz gravierenden Dingen gehänselt, wie Religionszugehörigkeit, Behinderung und genetische Abstammung. Das alleine wäre für mich kein Grund, die Methode nicht wahrzunehmen. Dafür könnt ihr es immer noch stärken, schützen, lieben und es kann damit fertig werden. Oder auch nicht. Aber es kann auch an anderen Dingen scheitern. Für mich wäre es kein Grund, es nicht zu probieren. Euer Kind wäre sicher sehr geliebt. Für mich ist das entscheidend. Schön, wenn es einen neuen Menschen auf der Welt gibt, der geliebt wird. Eine andere Frage: Käme Adoption für Euch in Frage?
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Re: option?

Postby Pika4u on 26 May 2018, 03:23

Das Kind wird zu 50% die Erbanlagen der EZ-Spenderin haben und zu 50% die des Ehemannes. Als Frau ist man da so ein bisschen außen vor - finde ich. Wem sieht das Kind später mal ähnlich? Komische Vorstellung für mich. Während meiner ersten Ehe bin ich zweimal durch das IVF gegangen - meinem Exmann zuliebe. Dem wurden operativ Samen entnommen und eingefroren, zuvor aufbereitet... offensichtlich hat es aber trotzdem nicht gereicht. Heute - 10 Jahre später bin ich froh, dass es nicht geklappt hat. Zum einen stand ich nicht wirklich hinter dieser Geschichte und zum anderen glaube ich, wenn es auf normalen Weg nicht geht - dann hat die Natur das nicht vorgesehen. Möglicherweise wäre das Kind behindert gewesen, wer weiß. Was ich damit sagen will - diese Vorbereitung auf die Eizellentnahme ist ja mit sehr hohen Dosen Medikamenten verbunden um möglichst viele 'Eizellen zu gewinnen - wer das noch nicht mitgemacht kann sich das wohl kaum vorstellen - alles nicht wirklich lustig. Als Spenderin zur Verfügung zu stehen - könnte ich mir nicht mal in großer Geldnot vorstellen.
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Re: option?

Postby Siri on 29 May 2018, 22:22

Für mich wäre eine Eizellen oder auch Samenspende nicht in Frage gekommen, egal ob ich schon Kinder hätte oder nicht. Auch IVF sehe ich bedenklich, aber kann es verstehen, wenn Leute, die sonst kein eigenes Kind bekämen, darauf zurückgreifen, als allerletztes Mittel.
Das Gefühl Menschen zu produzieren und evt. sogar auf Halde zu legen, ist einfach schrecklich und wider natürlich. Zudem gibt es soviel Not und Armut und der Welt, deshalb können sich Reiche fast alles erlauben, unterdessen in der 3.Welt noch nicht mal die Grundversorgung, auch in der Medizin, gesichert ist, finde das pervers. Muss der Mensch alles machen was geht, nur um seine nicht immer unegoistischen Bedürfnisse zu erfüllen? Klar, wenn man selber mehrer Kinder hat heisst es: was hast du dazu zu melden? Es gibt heute viele Methoden, kinderlosen Paaren zu helfen, dennoch muss man manchmal Lebensträume loslassen.
Besonders schlimm: wenn Singles sich auf diese Art ihren Kinderwunsch erfüllen, bin selber ungewollt alleinerziehend und kann nicht nachvollziehen, dass Leute dies tun, ohne an die Folgen zu denken, Geld allein reicht nicht aus. Aber da mehr denn je Geld die Welt regiert, wird es mit diesen Auswüchsen eher schlimmer, das Kind selber ist dabei nicht im Vordergrund, nur der Wille der Erzeuger und deren die daran verdienen. Besonders schrecklich: wenn uralte Frauen, über 60 (als Mutter ist man dann uralt!) die normal niemals mehr schwanger würden, Eizellen gespendet erhalten, was sind das nur für Ärzte? Ich erinnere mich einfach an eine Frau, die in ukrainische Klinik BioTexCom Vierlinge bekommen hat. So etwas finde ich schrecklich
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Re: option?

Postby Engeline on 07 Jun 2018, 20:08

Wieso meinst du, die Erfolgsaussichten wären hoch? Da hab ich meine Zweifel, wenn es auf natürlichem Weg und IVF nicht mehr geklappt hat...Davon abgesehen finde ich nicht, dass der Zweck alle Mittel heiligt und man alles machen sollte, was möglich ist. Eine Eizellspende käme für mich nicht in Frage, für mich spielt beim Entstehen von Leben auch sowas wie die Seele eine Rolle. Und ich würde mir nicht das Recht herausnehmen wollen, einem Kind eine solche Situation im Hinblick auf die Identität und Herkunft vorsätzlich zuzumuten. Ich hätte auch gerne noch ein gemeinsames Kind mit meinem Partner gehabt, das hat aber - aus Altersgründen, denke ich - nicht mehr geklappt und ich denke, dann soll es auch so sein. Eine Erzeugung um jeden Preis ist nichts für mich. Und ich bin froh, dass das in Deutschland nicht erlaubt ist.
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Re: option?

Postby majorka4 on 11 Jun 2018, 02:24

Bist du gründlich untersucht worden, ist dein AMH getestet worden? Manchmal liegt es nur an Kleinigkeiten, die optimiert werden können, ich selber hatte z.B. eine leichte Gelbkörperschwäche, bin trotzdem sehr flott schwanger geworden, das 1.Mal ging fast sofort schief, das 2.Mal kommt nächsten Monat auf die Welt. Bin auch 44, werde bald 45.
Meine Frauenärztin war ganz optimistisch dass es noch klappen könnte, auch aufgrund des AMH, der angeblich der einer Mittdreißigerin war. Eines war für meinen Mann und mich von Anfang an klar: wenn es nicht klappt, bleibt es dabei, erzwungen wird nichts. Ich selber bin gegen EZ-Spende, weil ich der Meinung bin, dass es nicht erzwingbar ist, weder das Glück an sich, noch das man sich alle Wünsche erfüllen sollte, koste es was es wolle…Mein Mann und ich haben beide insgesamt 4 Kinder aus früheren Ehen, hätte es mit dem gemeinsamen nicht mehr geklappt, dann eben nicht. Ethisch bedenklich ist es schon, wenn Ei-und Samenzellen zur Handelsware werden, sogar regelrecht im Internet versteigert werden, wer setzt da noch Grenzen und was ist wirklich im Sinne des werdenden Kindes? Es geht immer nur um Wünsche, aber was das Kind selber angeht, scheint viele nicht wirklich zu interessieren. Das ist nicht mein Verständnis von Familie und Kinder kriegen, sondern sowas ist purer Egoismus. So unter dem Motto: wer sonst schon alles hat, das zum Ambiente passende Baby, für die 10 Minuten kuscheln am Abend, den Rest macht die Nanny. Es ist doch absurd, das Leute die sich niemals kennen lernen, ein Kind zusammen haben! Eine wie auch immer persönliche Bindung der Eltern, egal ob auf Dauer oder, gibt es ja auch, temoprär, wünscht sich glaube ich jedes Kind. Ich unterstelle dir natürlich nicht solche Motive. Und das Handel mit menschlichem Erbgut getrieben wird, halte ich auch für ethisch fragwürdig, fehlt nur noch die "Geld zurück Garantie" bei Nichtgefallen…Ich drücke dir die Daumen
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Re: option?

Postby Engeline on 07 Jul 2018, 19:31

Ich habe mich für eine IVF mit gespendeter Eizelle erkundigt. Da diese Form der Reproduktionsmedizin in Österreich nicht erlaubt ist, wurde mir die Biotexcom in der Ukraine Klinik empfohlen. Für diese Empfehlung bin ich unendlich dankbar, denn bereits am 5. Oktober nach nur einem Transfer war der Schwangerschaftstest positiv. Ich bin nun in der 11. SSW und schwanger mit Zwillingen. Mein Mann und ich können unser Glück, ich meine natürlich unser doppeltes Glück kaum fassen. Vom Erstgespräch bis zum Transfer wurde präzise und professionelle Arbeit geleistet. Alle Anweisungen der Klinik bezüglich Behandlungsplan und Medikamenteneinnahme wurden mir immer pünktlich und verständlich per E-Mail zugesandt. Ich wurde auch über die Follikelpunktion meiner Spenderin umgehend informiert, sowie über die ICSI Befruchtung (es schien ein voller Erfolg zu sein denn es waren 8 Embryonen da). Täglich wurde ich per E-Mail über die Entwicklung der Embryos informiert. Diese entwickelten sich prächtig und am 5. Tag wurden mir 2 Embryos mit Qualität A transferiert. Ich fühlte mich bei ihr sehr gut aufgehoben. Sie war jederzeit für Fragen erreichbar, durch ihre angenehme und zuversichtliche Art hatte ich immer das Gefühl, dass ich meinen Wunsch schwanger zu werden erreichen konnte.
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Re: option?

Postby Louisa1998 on 25 Jul 2018, 02:51

Wie lange habt ihr denn geübt? Bist du gründlich untersucht worden, ist dein AMH getestet worden? Manchmal liegt es nur an Kleinigkeiten, die optimiert werden können, ich selber hatte z.B. eine leichte Gelbkörperschwäche, bin trotzdem sehr flott schwanger geworden, das 1.Mal ging fast sofort schief, das 2.Mal kommt nächsten Monat auf die Welt. Bin auch 44, werde bald 45.
Meine Frauenärztin war ganz optimistisch dass es noch klappen könnte, auch aufgrund des AMH, der angeblich der einer Mittdreißigerin war. Eines war für meinen Mann und mich von Anfang an klar: wenn es nicht klappt, bleibt es dabei, erzwungen wird nichts. Ich selber bin gegen EZ-Spende, weil ich der Meinung bin, dass es nicht erzwingbar ist, weder das Glück an sich, noch das man sich alle Wünsche erfüllen sollte, koste es was es wolle…Mein Mann und ich haben beide insgesamt 4 Kinder aus früheren Ehen, hätte es mit dem gemeinsamen nicht mehr geklappt, dann eben nicht. Ethisch bedenklich ist es schon, wenn Ei-und Samenzellen zur Handelsware werden, sogar regelrecht im Internet versteigert werden, wer setzt da noch Grenzen und was ist wirklich im Sinne des werdenden Kindes? Es geht immer nur um Wünsche, aber was das Kind selber angeht, scheint viele nicht wirklich zu interessieren. Das ist nicht mein Verständnis von Familie und Kinder kriegen, sondern sowas ist purer Egoismus. So unter dem Motto: wer sonst schon alles hat, das zum Ambiente passende Baby, für die 10 Minuten kuscheln am Abend, den Rest macht die Nanny. Es ist doch absurd, das Leute die sich niemals kennen lernen, ein Kind zusammen haben! Eine wie auch immer persönliche Bindung der Eltern, egal ob auf Dauer oder, gibt es ja auch, temoprär, wünscht sich glaube ich jedes Kind. Ich unterstelle dir natürlich nicht solche Motive. Und das Handel mit menschlichem Erbgut getrieben wird, halte ich auch für ethisch fragwürdig, fehlt nur noch die "Geld zurück Garantie" bei Nichtgefallen…Ich drücke dir die Daumen
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Re: option?

Postby Ruth on 09 Aug 2018, 23:32

Aber über Adoption habe ich nachgedacht. Zwischen Eizellenspende und Adoption sehe ich Parallelen: Man zieht ein Kind als das eigene auf, das genetisch aber von einer anderen Frau abstammt. Warum sollte eine Adoption also ok sein, eine Eizellenspende aber ethisch fragwürdig? Ich kenne Fälle von Adoption und stelle immer wieder fest: Wo die Eltern von Anfang an offen mit dem Thema umgingen und dem Kind alle Infos über seine Herkunft gewährten, haben sich die Kinder sehr gut entwickelt und bekamen keine Identitätsprobleme. Die Fälle, wo die Eltern versuchten, die Herkunft geheim zu halten und irgendwann (z. B. kurz nach dem 18. Geburtstag oder so) sind gründlich schief gegangen und die Kinder haben allen Boden unter den Füßen verloren.
Mir wäre es egal, was die Gesellschaft darüber denkt, wie ich mein Kind bekomme. Ich würde es auch nicht jedem auf die Nase binden. Was geht es denn die Bekannte oder Nachbarn an, wessen Gene mein Kind hat? Mein Kind ist mein Kind – Punkt. Letztlich würde ich höchstens engen Freunden und Verwandten von der Eizellenspende erzählen. Und mir gleichzeitig jede Verurteilung darüber verbitten. Das Kind allerdings hat jedes Recht auf Transparenz. Wenn es die Gelegenheit bekommt, irgendwann seine genetische Mutter kennen zu lernen, ist es optimal.
Ob ein Kind aus einer Eizellenspende stigmatisiert wird? Das Leben ist bunt und es gibt viele verschiedene Familienmodelle, bei denen die anderen vielleicht erst mal dumm gucken (z.B. Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern, Adoptiv-Kinder aus dem Ausland, Patchwork-Kinder etc.). Aber deshalb auf das Kind verzichten, nur um ihm eine Stigmatisierung zu ersparen? Nein. Wenn Ihr als Eltern mit der Eizellenspende kein Problem habt, und es versuchen wollt, wieso nicht. Für Eure Tochter wäre es sicher schön, nicht als Einzelkind aufzuwachsen.
Alles Gute
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Re: option?

Postby Lisa_vogt on 18 Sep 2018, 23:42

Das geht mir genauso! Ich bin jetzt mit 36 schwanger geworden, aber ich habe mich daan gedacht, was ich mache, wenn die biologische Uhr abläuft und es nicht klappt, ich keinen passenden Partner habe usw. Ich empfinde es als sehr anmaßend, Frauen die schon Kinder haben, keine davon unabhängige Meinung zuzugestehen. Jeder, der beim Kinderwunsch ein wenig über den eigenen Tellerrand hinausschaut und sowas wie Kindesinteressen oder auch andere Aspekte (medizinisch-ethische Entwicklungen) berücksichtigt, kann sehr wohl zur Meinung kommen, dass er jedwede Nachhilfe bei der Zeugung ablehnt. Entweder nur für sich oder generell.
Jemand schrieb, dass wir nicht das Recht haben, alle unsere Lebenswünsche erfüllt zu bekommen und das sehe ich genauso. Ein bisschen mehr Demut vor dem Leben täte unserer Gesellschaft manchmal ganz gut. Statt all das "Was nicht passt, wird passend gemacht". Ich sah vor einigen Monaten eine Reportage über ein Patchwork-Paar, das verzweifelt und unter Einsatz sämtlicher finanzieller Mittel versuchte, noch ein gemeinsames Kind zu bekommen. Mir schienen da die bereits vorhandenen Kinder völlig aus den Augen verloren. So kanns auch gehen, wenn man sich zu sehr darauf versteift, dass es aber unbedingt noch das gemeinsame Kind sein muss!
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Re: option?

Postby Agnes.frankes on 20 Sep 2018, 23:36

Das Kind wird zu 50% die Erbanlagen der EZ-Spenderin haben und zu 50% die des Ehemannes. Als Frau ist man da so ein bisschen aussen vor - finde ich. Wem sieht das Kind später mal ähnlich? Komische Vorstellung für mich. Während meiner ersten Ehe bin ich zweimal durch das IVF gegangen - meinem Exmann zuliebe. Dem wurden operativ Samen entnommen und eingefroren, zuvor aufbereitet... offensichtlich hat es aber trotzdem nicht gereicht. Heute - 10 Jahre später bin ich froh, dass es nicht geklappt hat. Zum Einen stand ich nicht wirklich hinter dieser Geschichte und zum Anderen glaube ich, wenn es auf normalen Weg nicht geht - dann hat die Natur das nicht vorgesehen. Möglicherweise wäre das Kind behindert gewesen, wer weiß. Was ich damit sagen will - diese Vorbereitung auf die Eizellentnahme ist ja mit sehr hohen Dosen Medikamenten verbunden um möglichst viele 'Eizellen zu gewinnen - wer das noch nicht mitgemacht kann sich das wohl kaum vorstellen - alles nicht wirklich lustig. Als Spenderin zur Verfügung zu stehen - könnte ich mir nicht mal in großer Geldnot vorstellen.
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