option?

Re: option?

Postby sofi_e on 25 Nov 2016, 20:40

Das geht mir genauso! Ich bin jetzt mit 36 schwanger geworden, aber ich habe mich daan gedacht, was ich mache, wenn die biologische Uhr abläuft und es nicht klappt, ich keinen passenden Partner habe usw. Ich empfinde es als sehr anmaßend, Frauen die schon Kinder haben, keine davon unabhängige Meinung zuzugestehen. Jeder, der beim Kinderwunsch ein wenig über den eigenen Tellerrand hinausschaut und sowas wie Kindesinteressen oder auch andere Aspekte (medizinisch-ethische Entwicklungen) berücksichtigt, kann sehr wohl zur Meinung kommen, dass er jedwede Nachhilfe bei der Zeugung ablehnt. Entweder nur für sich oder generell.
Jemand schrieb, dass wir nicht das Recht haben, alle unsere Lebenswünsche erfüllt zu bekommen und das sehe ich genauso. Ein bisschen mehr Demut vor dem Leben täte unserer Gesellschaft manchmal ganz gut. Statt all das "Was nicht passt, wird passend gemacht". Ich sah vor einigen Monaten eine Reportage über ein Patchwork-Paar, das verzweifelt und unter Einsatz sämtlicher finanzieller Mittel versuchte, noch ein gemeinsames Kind zu bekommen. Mir schienen da die bereits vorhandenen Kinder völlig aus den Augen verloren. So kanns auch gehen, wenn man sich zu sehr darauf versteift, dass es aber unbedingt noch das gemeinsame Kind sein muss!
sofi_e
 
Posts: 228
Joined: 03 Jul 2016, 13:39

Re: option?

Postby Nala on 25 Nov 2016, 20:44

Das Kind wird zu 50% die Erbanlagen der EZ-Spenderin haben und zu 50% die des Ehemannes. Als Frau ist man da so ein bißchen aussen vor - finde ich. Wem sieht das Kind später mal ähnlich? Komische Vorstellung für mich. Während meiner ersten Ehe bin ich zweimal durch das IVF gegangen - meinem Exmann zuliebe. Dem wurden operativ Samen entnommen und eingefroren, zuvor aufbereitet... offensichtlich hat es aber trotzdem nicht gereicht. Heute - 10 Jahre später bin ich froh, dass es nicht geklappt hat. Zum Einen stand ich nicht wirklich hinter dieser Geschichte und zum Anderen glaube ich, wenn es auf normalen Weg nicht geht - dann hat die Natur das nicht vorgesehen. Möglicherweise wäre das Kind behindert gewesen, wer weiß. Was ich damit sagen will - diese Vorbereitung auf die Eizellentnahme ist ja mit sehr hohen Dosen Medikamenten verbunden um möglichst viele 'Eizellen zu gewinnen - wer das noch nicht mitgemacht kann sich das wohl kaum vorstellen - alles nicht wirklich lustig.
Als Spenderin zur Verfügung zu stehen - könnte ich mir nicht mal in großer Geldnot vorstellen.
Nala
 
Posts: 249
Joined: 21 Jul 2016, 23:43

Re: option?

Postby Pika4u on 25 Nov 2016, 20:46

Ich verstehe nicht warum es so viele negative Meinungen gibt. Ich habe mich selber dreimal mit maximaler Dosis stimuliert. Das kann im schlimmsten Fall etwas unangenehm werden, mehr aber nicht. Ich hab beispielsweise überhaupt nichts gespürt, eine Freundin von mir hatte einen etwas aufgeblähten Bauch. Auch bei einem Überstimulationssyndrom ist alles wieder ok sobald die Eizellen rausgenommen sind. Der Arzt der das bei unserer Spenderin machen würde, dem vertraue ich zu hundert Prozent. Natürlich würde ich damit nicht überall rumlaufen und es jedermann erzählen, aber wenn ich es meinem (Kindergarten)- Kind erzähle, dann weiß es am Tag drauf womöglich auch die Brotverkäuferin. Damit muss ich rechnen. Und wie man hier so sieht, sind die Meinungen doch recht unterschiedlich.
Pika4u
 
Posts: 350
Joined: 04 Jan 2016, 16:13

Re: option?

Postby Pika4u on 25 Nov 2016, 20:49

Ich selbst habe keine Eizellenspende in Anspruch genommen, hätte es wahrscheinlich auch nie getan, mein Kinderwunsch war auch nie so gravierend. Trotzdem - ich hätte gegenüber der Frau, die mir eine Eizelle gespendet hätte, eine tiefe Dankbarkeit empfunden. Und diese auch materiell zum Ausdruck gebracht. Ich kann Frauen, die sich für eine Eizellenspende entscheiden, verstehen, ich kann sie nicht moralisch verurteilen. Da ich lange in Spanien gelebt habe, fällt mir dazu folgender Vergleich ein: in Spanien war der Schwangerschaftsabbruch lange Zeit verboten, und viele Reisebüros boten damals diskrete Wochenendflüge in englische Abtreibungskliniken an - inklusive Klinikaufenthalt. Da waren ganze Flieger voll mit ungewollt schwangeren Frauen auf dem Weg von Madrid nach London. Kann man moralisch ebenso verwerflich finden wie die deutschen Frauen, die nun in spanischen Wartezimmern sitzen, um sich eine Eizelle einpflanzen zu lassen. Ich verurteile es halt nicht. Andere schon. Es ist und bleibt aber eine individuelle Entscheidung, über die niemand sich zum Richter erheben sollte.
Pika4u
 
Posts: 350
Joined: 04 Jan 2016, 16:13

Re: option?

Postby omega on 25 Nov 2016, 20:56

Die Wahrscheinlichkeit mit einer Eizellspende schwanger zu werden, liegt sehr hoch, wenn man die Eizelle auf genetische Schäden hin untersucht. Sie liegt dann bei über 80 Prozent (die drei Paare die ich kenne, haben alle Zwillinge in Kiew bekommen). Nimmt man einfach die ununtersuchten Eizellen einer jungen Spenderin, dann ist die Wahrscheinlichkeit so um die 60 Prozent. Zu den Nebenwirkungen der Stimulierung: Sehr sehr oft kommen die auch von dem enormen Stress unter dem sich eine Frau befindet, die sich sehnlichst ein Kind wünscht.
Ich glaube, wenn alle Paare, die Samen- und Eizellspende für ihren Familienwunsch genutzt haben, offen damit umgehen würden, wäre das Thema kein so großes Tabu wie es in Deutschland heute noch ist. Es ist sicher auch kein Zufall, dass ausgerechnet die Länder so vehement gegen Eizellspenden sind, die in der Vergangenheit in die Ideologie verstrickt waren (Deutschland, Östereicht, Schweiz). Nach Eugenik und anderen Dingen hat man da einfach mehr Berührungsängste als in anderen Ländern. In beinahe allen anderen europäischen Ländern wird diese Methode angewendet und stößt dort bei weitem nicht auf die Skepsis wie hierzulande.
Und der Mutterbegriff hat in Deutschland auch eine ganz besondere Wertung. Vielleicht trägt das ja auch dazu bei.
omega
 
Posts: 288
Joined: 14 Mar 2016, 16:19

Re: option?

Postby kühn on 25 Nov 2016, 21:05

Eine Frau unterzieht sich dieser Prozedur. Wieviele befruchtete Eizellen sich entwickeln weiß sie doch nicht. Was bleibt ihr denn übrig, die Anzahl von mehr als 3 Eizellen einzufrieren? Für einen möglichen späteren Versuch. Wenn sie aber nachher die befruchteten Eizellen nicht mehr benötigt, warum auch immer, was spricht dagegen, dass sie diese spendet? Medizinische Risiken werden doch insbesondere bei diesem Schritt nicht eingegangen. Es wird niemand ausgebeutet oder gesundheitlich geschädigt. Ich akzeptiere, dass es Menschen gibt, für die es keine Option darstellt, da sie grundsätzlich ethische Einwände haben. Aber diese ethischen Befindlichkeiten empfindet nicht jeder. Möglicherweise weil er es aus einer anderen Perspektive betrachtet. Dewegen ist er aber kein schlechterer Mensch und gehört verurteilt.
Und letztendlich ist auch die Eizellen-/Embryonenspende kein Garant dafür, dass Du nachher ein Kind im Arm halten kannst und aufziehen darfst.
kühn
 
Posts: 267
Joined: 29 Mar 2016, 18:24

Re: option?

Postby Bibolina on 25 Nov 2016, 21:13

Für mich wäre eine Eizellen oder auch Samenspende nicht in Frage gekommen, egal ob ich schon Kinder hätte oder nicht. Auch IVF sehe ich bedenklich, aber kann es verstehen, wenn Leute, die sonst kein eigenes Kind bekämen, darauf zurück greifen, als allerletztes Mittel.
Das Gefühl Menschen zu produzieren und evt. sogar auf Halde zu legen, ist einfach schrecklich und wider natürlich. Zudem gibt es soviel Not und Armut und der Welt, deshalb können sich Reiche fast alles erlauben, unterdessen in der 3.Welt noch nicht mal die Grundversorgung, auch in der Medizin, gesichert ist, finde das pervers. Muss der Mensch alles machen was geht, nur um seine nicht immer unegoistischen Bedürfnisse zu erfüllen? Klar, wenn man selber mehrer Kinder hat heisst es: was hast du dazu zu melden? Es gibt heute viele Methoden, kinderlosen Paaren zu helfen, dennoch muss man manchmal Lebensträume loslassen.
Besonders schlimm: wenn Singles sich auf diese Art ihren Kinderwunsch erfüllen, bin selber ungewollt alleinerziehend und kann nicht nachvollziehen, dass Leute dies tun, ohne an die Folgen zu denken, Geld allein reicht nicht aus. Aber da mehr denn je Geld die Welt regiert, wird es mit diesen Auswüchsen eher schlimmer, das Kind selber ist dabei nicht im Vodergrund, nur der Wille der Erzeuger und deren die daran verdienen. Besonders schrecklich: wenn uralte Frauen, über 60 (als Mutter ist man dann uralt!) die normal niemals mehr schwanger würden, Eizellen gespendet erhalten, was sind das nur für Ärzte? Ich erinnere mich einfach an eine Frau, die in ukrainische Klinik BioTexCom vierlinge bekommen hat. So etwas finde ich schrecklich
Bibolina
 
Posts: 269
Joined: 08 Apr 2016, 14:42

Re: option?

Postby paprik_a on 25 Nov 2016, 21:19

Wir haben uns für eine Spenderin entschieden, sie ist 27, hat schon ein Kind, Krankenschwester und sehr sehr nett! Sie ist auch bereit Kontakt zu dem Kind zu halten. Wir haben gestern lange ihr telefoniert. Hat schon viermal gespendet und fand das überhaupt nicht schlimm. Sie bekommt 10.000 Dollar von mir und ich kann jetzt ehrlich gesagt diese vielen Bedenken hier nicht verstehen. Was kann wichtiger sein, als einem neuen Menschen die Möglichkeit zu geben eine Zeitlang auf diesem Planeten zu verbringen? Ein Mensch bleibt immer ein Mensch. Was kann schöner sein, als ein Kind auszutragen und groß zu ziehen?
Meinen Sohn zu bekommen war mit Abstand das allerschönste was ich je im Leben erlebt habe.
Bei allen Bedenken hier in der Diskussionsrunde bitte ich zu bedenken, dass es doch um den Wunsch nach Leben geht und nicht um irgendetwas Verwerfliches.
paprik_a
 
Posts: 264
Joined: 20 Jan 2016, 11:14

Re: option?

Postby Lisa_vogt on 25 Nov 2016, 21:33

Hallo, paprika! Erstmal wünsche ich euch allen viel Glück, dir ein schönes Leben mit deinem Kind und der Spenderin, dass sie keine gesundheitlichen Nachteile bekommen möge! Es geht aber nicht um den Wunsch nach Leben, sondern um die ureigenen Interessen der werdenden Eltern. Um nichts weiter. Leben gibt es mehr als genug auf diesem Planten und Kinder auch und ja, die Adoptionsgesetze sind viel, viel zu eng. Was wichtiger ist, als einem neuen Menschen die Möglichkeit zu geben, eine zeitlang hier zu leben? Dass den Menschen, die hier sind, alle ein möglichst menschenwürdiges Leben führen können! Versteh mich nicht falsch: ich wünsche dir wirklich Glück. Aber bitte korrekt argumentieren. Es geht um euren Wunsch nach einem weiteren Kind und um nichts weiter. Kinderwunsch, so gut ich ihn verstehen kann, wird immer als etwas Altruistisches angesehen (ich ermögliche Leben), aber im Grunde ist er immer sehr egoistisch, sonst gäbe es ja auch keine pränatale Diagnostik. Noch was zu den Kosten: bei uns werden die von der Krankenkasse nicht getragen. ich finde die Preisen in Ordnung, dass die werdenden Eltern dies selber bezahlen müssen. Die Gesundheitssysteme bei uns bluten nämlich allmählich aus, weil es immer einen Grund gibt, auch die teuerste Behandlung für alles Mögliche noch bezahlen zu müssen und immer wird mit Leben argumentiert.
Lisa_vogt
 
Posts: 317
Joined: 18 Jan 2016, 16:53

Re: option?

Postby yourAngel on 25 Nov 2016, 21:53

Mit meinem Antiphospholipid-Syndrom geht es weder natürlich noch künstlich nicht. Leider. Ich hatte schon 8 Fehlgeburte. Und zunächst nahmen wir Embryospende in Deutschland in Betracht, da aber ich einen Mann habe, der auch intakte Spermien besitzt, dann wechselten wir zur Eizellspende. Ja, im Ausland, sonst wo? Wir einschieden uns für die Ukraine. Den ersten Termin hatten wir am 24. Februar. Dann Versuche. Zuerst alles lief schief, dann jedoch ein keiner Erfolg und Anfang Juni wurde ich endlich schwanger. Früher oder später ist man mit Problemen konfrontiert, die früher unbekannt waren. Wichtig ist - mit sich selbst im Reinen sein. Ich und mein Mann wir im Reinen und das ist eine Hauptsache.
yourAngel
 
Posts: 395
Joined: 04 Jan 2016, 16:14

PreviousNext

Return to Eizellenspende