Soll Mann dem Kind erklären?

Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby Ruth on 05 Dec 2016, 01:25

Für mich ist es nicht wichtig, ob die EZ nun von mir stammt oder nicht. Wir waren sogar zu Adoption bereit. Als ich merkte, dass es wohl mit meinen EZ nicht klappt, habe ich von mir aus die EZS in der Kinderwunsch-Klinik angesprochen. Die Ärztin war sehr verständnisvoll. Sie meinte, dass ist das Gleiche wie eine Samenspende. Egal wie, wer das Kind zur Welt bringt, liebt und versorgt ist die Mutter bzw. der Vater. Vom Gefühl her habe ich auf jeden Fall das Richtige getan. Wir wohnen auch auf dem Dorf. Hier würde wohl keiner auf den Gedanken kommen, dass wir eine EZS gemacht haben. Die Kinder haben laut Nachbarn so viele Ähnlichkeiten mit mir. Mit der Aufklärung bin ich mir echt nicht sicher, was da richtig ist. Jeder muss es für sich entscheiden.
Bin mal gespannt, ob du diesen Weg einschlägst. Darf ich mal fragen, ob du noch Chancen mit eigenen EZ hast? Bei mir wäre es vielleicht möglich gewesen... aber zu 80% eher nicht. Ich habe Endometriose.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby omega on 05 Dec 2016, 01:30

Was Du von Deiner Schwiegermutter schreibst, hört sich für mich auch ziemlich heftig an. Da wäre ich aber auch echt sauer und würde sie wegen der Eizellspende garantiert nicht ins Vertrauen ziehen. Ich habe da mehr Glück. Zu meinen Eltern, vor allem zu meiner Mutter habe ich ein sehr enges und vertrautes Verhältnis. Ich habe ihr übrigens gerade von unseren Überlegungen zum Thema Eizellspende erzählt und sie war sehr verständnisvoll. Das hat gerade wirklich gut getan. Zu meiner Schwiegermutter ist das Verhältnis nicht ganz so eng, aber wir verstehen uns auch ganz gut.
Mit meinen eigenen Eizellen ist es nahezu unmöglich, noch ein Baby zu bekommen. Wir haben gerade die fünfte gescheiterte ICSI hinter uns und die Qualität und Anzahl der Eizellen wurde immer schlechter. Außerdem hatte ich zuletzt immer das Problem, dass die Eizellen nicht reif waren, so dass es einmal nicht mal zum Transfer kam. Alles extrem frustrierend, dieses ständige Hoffen und die Enttäuschungen. In Deutschland werden wir auf jeden Fall keine weiteren Versuche starten. Psychisch bin ich dadurch momentan ziemlich am Boden...
Wo seid Ihr denn eigentlich in Behandlung? Wir hatten eigentlich an eine der Kliniken in der Ukraine gedacht, aber man findet hier so wenige die dort die Eizellspende gemacht haben. Kennst Du jemanden der dort war und positive oder negative Erfahrungen gemacht hat? Und eine Frage noch: Ist eine frische Spende wirklich besser als wenn die Eizellen nach Punktion eingefroren werden? Für uns wäre eine frische Eizellspende schwierig da wir wegen der Arbeit nicht so flexibel sind. Ich wünsche noch einen schönen Abend!
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby Siri on 05 Dec 2016, 01:34

Wir waren bei Gennet. Hat bei uns gleich doppelt geklappt. Wir haben auch einen Frischeversuch durchgeführt. Die Chancen sind höher. Ich hatte auch Angst, dass wir es wegen dem Job nicht schaffen. Der Zeitplan passte auf den Tag genau. Ich wollte unbedingt einen 5 Tage TF. Nur unsere 2 hatten das geschafft. Reicht aus, mehr Kinder wollen wir nicht. Hast du schon mal an Tschechien gedacht? Ist nicht so weit und die Kliniken dort sind auf den neusten Stand. Die Preise gehen auch noch. Zur Sicherheit hatten wir beim Erstgespräch Sperma einfrieren lassen. Brauchten wir dann aber nicht.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby omega on 05 Dec 2016, 01:37

Bisher war ich eher auf Ukraine fixiert, aber ich denke jetzt manchmal auch schon, dass Tschechien auch nicht schlecht wäre. Wir haben aber schon in BioTexCom fürs Programm bezahlen und warten auf unsere Spenderin. Was habt Ihr denn für die frische Spende bezahlt? Wie viele Eizellen hattet Ihr und hat man eine Garantie auf mindestens x Eizellen? Ich würde auch gerne Blastos zurückbekommen, von daher sollten es schon einige Eizellen sein, weil es ja nur die wenigsten so weit schaffen. Dann habt Ihr beim Vorgespräch Sperma einfrieren lassen damit man zur Not nur zum Transfer anreisen muss? Schmälert das dann auch die Chancen genau wie bei den eingefrorenen Eizellen? Ihr ward dann aber doch ca. eine Woche in Tschechien von der Befruchtung bis zum Transfer? Wenn Du schwanger geworden bist, kannst Du Eure Klinik sicher empfehlen. Weißt Du welche dort noch gut sind?
LG
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby Ruth on 05 Dec 2016, 01:40

Hattest Du Dich nicht nur in der Ukraine informiert? Das ist nur eine Klinik von vielen. Spanien hat, sowie Tschechien sicher auch, viele gute Kliniken. Ukraine selbst scheint in der Tat nicht so frequentiert zu sein. Ich selbst bin bei IVF Spain in Alicante in Behandlung und die Betreuung ist extrem individuell und in Deutsch. Ich habe am Montag Transfer, und jetzt schon werde ich jeden Tag von den Embryologen informiert, wie sich meine Babies entwickeln. Gestern waren es noch 9 an der Zahl (von 10 befruchteten Eizellen) in sehr guter Qualität. Werde dann auch gleich erfahren wie es heute aussieht. Hinzu kommt auch noch, dass ich eine persönliche Assistentin habe, die wirklich immer da ist. Bei IVF Spain sind aktuell sehr viele schwanger
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby omega on 05 Dec 2016, 01:44

Wir sind hin und hergerissen, das ist keine leichte Entscheidung. Eigentlich waren wir immer für Ukraine aber die Kosten in Tschechien klingen schon sehr interessant. Nach den ganzen ICSIs ist das Geld irgendwann auch etwas knapp... Der Anreiseweg mit ca. 6 Stunden Autofahrt wäre auch gerade noch okay. In Prag war ich auch noch nie. Ward ihr dann ca. eine Woche in Prag zwischen Befruchtung und Transfer? Kannst Du Hotels empfehlen, die zentral und in der Nähe der Klinik liegen? Wie sind die Kosten in Alicante bei Euch? Wir werden wohl noch ein paar Nächte drüber schlafen... Wir müssen uns ja schon sicher sein! Ich wünsche Euch beiden ganz viel Glück bei Euren Versuchen und drücke die Daumen, dass sich die Kleinen ordentlich festbeißen
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby Agnes.frankes on 05 Dec 2016, 01:47

Ich habe mir vorab auch viele Gedanken bezüglich des Landes und der Klink gemacht und meine Entscheidung nie bereut. Werde voraussichtlich Mitte Dezember bei Dr. Kult Transfer haben. Die Tschechien sehen uns sehr ähnlich und daher passt es gut... Und viele hübsche Frauen! Die Erreichbarkeit ist relativ gut und die Qualität der Kliniken top. Hotels gibt es sehr viele dort. Auf der Homepage von Dr. Kult werden auch welche empfohlen. Wir haben zur Sicherheit Spermien beim Erstgespräch einfrieren lassen und wagen aber auch eine Frischabgabe am Tag der Punktion. Transfer ist 3-5 Tage später, Du musst aber nicht die ganze Zeit da bleiben.
Lieben Gruß
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby Siri on 05 Dec 2016, 01:50

Also ich war gar nicht zum Erstgespräch. Du kannst auch einen Skype vereinbaren. Dann lernst Du ihn schonmal kennen:-)
Ich war jetzt zum zweiten mal zum Frischetransfer. Ich gebe die andere recht, dass es wichtig ist, dass Du Dich in der Klinik gut aufgehoben fühlst. Ich habe auch in der Ukraine damals gestartet. Habe dann nach zwei erfolglosen Versuchen die Klinik gewechselt. Ich wollte wegen meiner Flugangst nicht mehr zum Transfer fliegen, dachte dieser Stress tut vielleicht den Embryos nicht gut und wollte auch mit neuer Hoffnung zu einer neuen Klinik. So bin ich dann damals nach Warschau gegangen und war schwanger :-) Na da bin ich ja auch mal sehr gespannt wohin Euch Euer Bauchgefühl führt.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby Louisa1998 on 05 Dec 2016, 01:55

Die wichtigste Frage überhaupt ist die, ob man dem Kind etwas über die Eizellspende erzählt. Hätte man die freie Wahl, auf welchem Wege man ein Kind bekommt, würde man sich vermutlich niemals als allererstes für eine Eizellenspende entscheiden, aber man kann in dieser Methode dennoch durchaus positive Seiten sehen. Im Gegensatz zu vielen Kindern, die ohne ärztliche Hilfe gezeugt wurden, kann sich jedes mithilfe einer gespendeten Eizelle geborene Kind ganz sicher sein, dass es ein absolutes Wunschkind ist. Die Eltern solcher Kinder haben in aller Regel einen stark ausgeprägten Kinderwunsch gehabt und haben unzählige Hürden und Barrieren überwunden, um diesen Wunsch zur Wirklichkeit werden zu lassen. Kinder, die ihr Leben einer Eizellspende verdanken, werden in den meisten Fällen außerordentlich wertgeschätzt und zutiefst geliebt. Daher ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass diese Kinder bei guter seelischer und körperlicher Gesundheit heranwachsen, während ihrer gesamten Kindheit von ihren Eltern kompetent unterstützt werden, stabile Beziehungen zu anderen Menschen entwickeln und lernen, das Beste aus ihrem Leben zu machen.
Es ist natürlich ratsam, gleich von Anfang an offen und ehrlich mit dem Kind über seine Herkunft zu sprechen. Wenn der Inhalt positiv dargestellt und ganz normal erzählt wird, kann man auch einem kleinen Kind verständlich vermitteln, dass es ganz besonders geliebt wird, weil Mama und Papa sich so große Mühe geben mussten, ein Kind zu kriegen. Im Laufe der Zeit kann man dem Kind dann zusätzliche altersgemäße Informationen geben.
Es kann aber auch sein, dass man dem Kind lieber gar nichts über die Eizellenspende sagt. Auch dafür gibt es gute Gründe. Vielleicht verunsichert und verwirrt das Kind, wenn man ihm erklärt, dass Mama gar nicht seine genetische Mutter ist und vielleicht führt das nur dazu, dass das Kind die Spenderin suchen möchte. Möglicherweise hat man mit engen Freunden und Familie überhaupt nicht über die Notwendigkeit einer Eizellspende gesprochen und möchten jetzt auch nicht damit anfangen.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby tilda on 05 Dec 2016, 02:01

Psychologische Traumata bei den Neugeborenen, die von ihrer genetischen Mutter getrennt werden? Noch nie darüber gehört. Interessant. Habe nur gelesen, dass das noch strittig ist, ob die Eizellspende Folgen für die Kinder hat. Hirnforscher weisen darauf hin, dass Föten in der Schwangerschaft einen intensiven Kontakt zur Mutter aufbauen. Neurobiologen behaupten, dass was für das Kind in der Gebärmutter erfahrbar ist, wird in seinem Gehirn verankert. Es gibt wissenschaftliche Studien, dies zeigen indes keine traumatischen Folgen der Trennung nach der Geburt. Dabei werden einzelne Gruppen von Leihmutterkindern mehrere Jahre verfolgt. Bisher wurden weder soziale noch psychologische oder kognitive Auffälligkeiten beobachtet. Später freilich könnte sie die Kenntnis ihrer Zeugungsumstände belasten. Denn manche von Samenspendern gezeugte Kinder suchen als Erwachsene nach ihrem genetischen Vater – meist ohne Erfolg. Auch Leihmutterkinder werden ihre genetische Mutter, die Eizellspenderin, in der Regel nie kennenlernen.
Nach den wenigen Untersuchungen zum Thema sind überhaupt selten von Problemen begleitet. Alle verstehen sich meist gut, was auch ich und mein Mann bezeugen können.
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