Soll Mann dem Kind erklären?

Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby Maria Waldfogel on 05 Dec 2016, 02:06

Man muss möglichst früh auf aufklären! Bereits im Alter von 3 bis 4 Jahren versteht ein Kind, dass ihr lange auf seine Geburt gewartet haben und dass es da jemanden gibt, der dazu ein ganz wunderbares Geschenk gemacht hat. Aufhänger sind Ihre Emotionen und Ihre Beweggründe. Je mehr ein Kind von Ihrer Sehnsucht in der Kinderwunschzeit weiß, umso mehr versteht es die besondere Art und Weise seiner Zeugung. Baue von Anfang an mit ein, dass es ein Kennenlernen der Eizellspenderin sehr wahrscheinlich nicht möglich ist. Je selbstverständlicher ein Kind mit dieser Tatsache aufwächst, umso geringer ist später die Frustration. Die biologischen Zusammenhänge werden altersgemäß erst nach und nach vermittelt. Die volle Dimension der Eizellspende ist erst ab ca. 12 oder 13 Jahren für ein Kind verständlich. Stelle für das Kind immer wieder den Vergleich zu anderen vielfältigen Familienformen her. Gehe im sozialen Umfeld sehr selektiv mit der Information über diese besondere Empfängnis um. Weniger ist mehr! Ihr könnt die langfristigen Reaktionen von Verwandten, Freunden und Bekannten nicht kontrollieren.
Vernetze dich rechtzeitig mit der ein oder anderen Eizellspenden-Familie. Ihr Kind kennt dann mindestens noch jemanden, der auf diese Art und Weise entstanden ist.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby eva2Abel on 05 Dec 2016, 02:11

Diejenigen Eltern hingegen, die es ihren Kindern mitteilen möchten, sollten sich klar darüber sein, dass es nach Meinung verschiedener Spezialisten einige Altersspannen gibt, die für die Aufklärung dieses Themas eher geeignet sind als andere. Man empfiehlt deshalb, diesen Schritt entweder bei Kindern zwischen 3 und 5 Jahren oder aber zu einem späteren Zeitpunkt, zwischen 10 und 12 Jahren, zu machen, jedoch nicht mehr danach. In beiden Fällen weist man die Eltern dringend darauf hin, diesen Moment vorzubereiten und die entsprechenden Antworten einfach und natürlich und immer dem jeweiligen Alter des Kindes angepasst zu geben.
Einem Kind in diesem Alter zu erklären, dass es von seinen Eltern geboren wurde, aber ohne die genetische Bürde eines der beiden Elternteile, kann wirklich kompliziert oder sogar peinlich werden. Um diese Aufgabe für die Eltern einfacher und insbesondere dem Kind verständlich und klar zu machen, warum für seine Empfängnis Hilfe erforderlich war, gibt es sehr empfehlenswerte Publikationen und dem Alter der Kinder angepasste Geschichten, sogar für Kleinkinder. Zudem können sich die Eltern jederzeit an einen Psychologen wenden, um sich von ihm für ihren speziellen Fall orientieren und beraten zu lassen.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby kühn on 05 Dec 2016, 02:16

Für mich käme insbesondere die Eizellspende nicht in Frage, weil der Wunsch nach einem Kind für mich an etwas Gemeinsames zwischen mir und meinem Partner geknüpft ist. Das Produkt unserer Liebe sozusagen. Für mich gibt es nichts schöneres, als unser Kind anzusehen und ihn oder auch mich ein Stück weit wiederzufinden. Da auch bei mir nicht klar war, ob ich schwanger werden würde habe ich mich vorher mit dem Thema auseinandergesetzt. Zum damaligen Zeitpunkt hätten wir nicht/ ich nicht nachgeholfen. Ob das bei steigendem Kinderwunsch so geblieben wäre kann ich abschließend nicht sagen. Ich vermute aber, ja.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby Bibolina on 05 Dec 2016, 02:24

Das Kind wird zu 50% die Erbanlagen der EZ-Spenderin haben und zu 50% die des Mannes. Als Frau ist man da so ein bisschen außen vor - finde ich. Wem sieht das Kind später mal ähnlich? Komische Vorstellung für mich. Während meiner ersten Ehe bin ich zweimal durch das Chaos IVF gegangen - meinem Exmann zuliebe. Dem wurden operativ Samen entnommen und eingefroren, zuvor aufbereitet... offensichtlich hat es aber trotzdem nicht gereicht.
Heute bin ich froh, dass es nicht geklappt hat. Zum Einen stand ich nicht wirklich hinter dieser Geschichte und zum Anderen glaube ich, wenn es auf normalen Weg nicht geht - dann hat die Natur das nicht vorgesehen. Möglicherweise wäre das Kind behindert gewesen, wer weiß.
Was ich damit sagen will - diese Vorbereitung auf die Eizellentnahme ist mit sehr hohen Dosen Medikamenten verbunden um möglichst viele Eizellen zu gewinnen - wer das noch nicht mitgemacht kann sich das wohl kaum vorstellen - alles nicht wirklich lustig.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby sofi_e on 20 Aug 2017, 23:31

Hallo. Ich habe einen Sohn aus einer Embryonenspende und versuche gerade ein Geschwisterchen zu bekommen. Ich kann Dir nur sagen, Familiengeheimnisse sind sehr gefährlich! Dein Kind hat ein Anrecht auf Wahrheit und es ist eher schädlich es nicht zu erzählen. Wir treffen uns regelmäßig mit anderen Familien, die auch Eizellspende oder Embryonenspendenkinder haben, damit die Kinder miteinander aufwachsen und später auch jemanden kennen, mit dem sie sich austauschen könnten. Ich habe Bilderbücher und versuche immer, wenn es um Entstehung geht, dem Kleinen etwas zu erzählen. Wichtig ist das Kind zu stärken und ihm somit zu sagen, wie wertvoll und wundervoll es ist. Ganz egal wie er entstanden ist und das gilt ja für alle Kinder dieser Welt. Ganz viel Glück
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby kate369 on 30 Aug 2017, 14:13

omega wrote:Wir machen eine Eizellspende und warten gerade auf unsere Spenderin in Kiew. Und mich beginnt Fragen quälen. Werden nach eurer Ansicht mittlerweile die meisten Kinder über ihre Entstehung aufgeklärt oder wird darum immer noch ein großes Geheimnis gemacht? Vielleicht gibt es auch Mütter älterer Kinder, die bereits erste Erfahrungen gemacht haben und daher entweder für oder gegen die Aufklärung plädieren.
Wir selber sind beim Thema Eizellspende noch ganz am Anfang, haben uns aber entschlossen demnächst diesen Schritt zu gehen. Auch wenn es womöglich noch ein weiter Weg ist, spielt die Frage, ob ich meine Kinder später einmal aufklären möchte schon jetzt die entscheidende Rolle für mich. Ist es für die Kinder besser über ihre Herkunft Bescheid zu wissen oder stürzt sie das womöglich irgendwann in eine große Identitätskrise? Weiß jemand wie die aktuelle Meinung von Psychologen zu dem Thema ist? Ich würde mich über interessante Beiträge zu dem Thema freuen!

Es ist eine schwere Frage und dazu können unterschiedliche Meinungen existieren, aber ich bin der Meinung, dass es unnötig ist dem Kind darüber zu erzählen. Ich habe dieses Kind geboren und ausgetragen und sehe darum keinen Sinn. Die EZS ist weder Leihmutterschaft noch Adoption, in diesen Fällen ja, kann man daran denken dem Kind alles zu erzählen. Aber wenn das Kind später die Probleme mit der Fertilität haben wird, dann ja, nur in solchem Fall. So kann man ihm einen guten Rat geben
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby Engeline on 03 Oct 2017, 21:24

Für mich ist es nicht wichtig, ob die EZ nun von mir stammt oder nicht. Wir waren sogar zu Adoption bereit. Als ich merkte, dass es wohl mit meinen EZ nicht klappt, habe ich von mir aus die EZS in der Kinderwunsch-Klinik angesprochen. Die Ärztin war sehr verständnisvoll. Sie meinte, dass ist das Gleiche wie eine Samenspende. Egal wie, wer das Kind zur Welt bringt, liebt und versorgt ist die Mutter bzw. der Vater. Vom Gefühl her habe ich auf jeden Fall das Richtige getan. Wir wohnen auch auf dem Dorf. Hier würde wohl keiner auf den Gedanken kommen, dass wir eine EZS gemacht haben. Die Kinder haben laut Nachbarn so viele Ähnlichkeiten mit mir. Mit der Aufklärung bin ich mir echt nicht sicher, was da richtig ist. Jeder muss es für sich entscheiden.
Bin mal gespannt, ob du diesen Weg einschlägst. Darf ich mal fragen, ob du noch Chancen mit eigenen EZ hast? Bei mir wäre es vielleicht möglich gewesen... aber zu 80% eher nicht. Ich habe Endometriose.
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