Soll Mann dem Kind erklären?

Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby Windchen210 on 09 Dec 2017, 00:16

Hallo, meine Kinder sind jetzt 3 Jahre alt. Am Anfang wollte ich es auf keinen Fall sagen. Manchmal frage ich mich jetzt, ob es so richtig ist. Ich habe auch Sorge wie das Umfeld darauf reagiert. Meine Schwiegermutter z.B. weiß es auch nicht. Leider kann ich mit meinem Mann nicht so gut reden. Wenn ich ihn anspreche, dann kommt gleich, du wolltest es doch nicht sagen. Meine Mutter ist voll dagegen es den Kindern zu sagen. Wenn man aber sieht, wie schnell man einen Test jetzt schon machen kann, da komme ich ins Grübeln. Es sind meine Kinder zu 100%. Wie reagieren die Kids dann mit 14? Ist es für sie dann alles noch schwerer?
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby yourAngel on 10 Dec 2017, 20:58

Für mich ist es nicht wichtig, ob die EZ nun von mir stammt oder nicht. Wir waren sogar zu Adoption bereit. Als ich merkte, dass es wohl mit meinen EZ nicht klappt, habe ich von mir aus die EZS in der Kinderwunsch-Klinik angesprochen. Die Ärztin war sehr verständnisvoll. Sie meinte, dass ist das Gleiche wie eine Samenspende. Egal wie, wer das Kind zur Welt bringt, liebt und versorgt ist die Mutter bzw. der Vater. Vom Gefühl her habe ich auf jeden Fall das Richtige getan. Wir wohnen auch auf dem Dorf. Hier würde wohl keiner auf den Gedanken kommen, dass wir eine EZS gemacht haben. Die Kinder haben laut Nachbarn so viele Ähnlichkeiten mit mir. Mit der Aufklärung bin ich mir echt nicht sicher, was da richtig ist. Jeder muss es für sich entscheiden.
Bin mal gespannt, ob du diesen Weg einschlägst. Darf ich mal fragen, ob du noch Chancen mit eigenen EZ hast? Bei mir wäre es vielleicht möglich gewesen... aber zu 80% eher nicht. Ich habe Endometriose.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby eva2Abel on 18 Dec 2017, 22:22

Man muss möglichst früh auf aufklären! Bereits im Alter von 3 bis 4 Jahren versteht ein Kind, dass ihr lange auf seine Geburt gewartet haben und dass es da jemanden gibt, der dazu ein ganz wunderbares Geschenk gemacht hat. Aufhänger sind Ihre Emotionen und Ihre Beweggründe. Je mehr ein Kind von Ihrer Sehnsucht in der Kinderwunschzeit weiß, umso mehr versteht es die besondere Art und Weise seiner Zeugung. Baue von Anfang an mit ein, dass es ein Kennenlernen der Eizellspenderin sehr wahrscheinlich nicht möglich ist. Je selbstverständlicher ein Kind mit dieser Tatsache aufwächst, umso geringer ist später die Frustration. Die biologischen Zusammenhänge werden altersgemäß erst nach und nach vermittelt. Die volle Dimension der Eizellspende ist erst ab ca. 12 oder 13 Jahren für ein Kind verständlich. Stelle für das Kind immer wieder den Vergleich zu anderen vielfältigen Familienformen her. Gehe im sozialen Umfeld sehr selektiv mit der Information über diese besondere Empfängnis um. Weniger ist mehr! Ihr könnt die langfristigen Reaktionen von Verwandten, Freunden und Bekannten nicht kontrollieren.
Vernetze dich rechtzeitig mit der ein oder anderen Eizellspenden-Familie. Ihr Kind kennt dann mindestens noch jemanden, der auf diese Art und Weise entstanden ist.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby paprik_a on 08 Jan 2018, 00:11

Bisher war ich eher auf Ukraine fixiert, aber ich denke jetzt manchmal auch schon, dass Tschechien auch nicht schlecht wäre. Wir haben aber schon in Biotexcom fürs Programm bezahlen und warten auf unsere Spenderin. Was habt Ihr denn für die frische Spende bezahlt? Wie viele Eizellen hattet Ihr und hat man eine Garantie auf mindestens x Eizellen? Ich würde auch gerne Blastos zurückbekommen, von daher sollten es schon einige Eizellen sein, weil es ja nur die wenigsten so weit schaffen. Dann habt Ihr beim Vorgespräch Sperma einfrieren lassen damit man zur Not nur zum Transfer anreisen muss? Schmälert das dann auch die Chancen genau wie bei den eingefrorenen Eizellen? Ihr ward dann aber doch ca. eine Woche in Tschechien von der Befruchtung bis zum Transfer? Wenn Du schwanger geworden bist, kannst Du Eure Klinik sicher empfehlen. Weißt Du welche dort noch gut sind? LG
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby Agnes.frankes on 17 Feb 2018, 00:37

Ich möchte meine Kinder auch über ihre Entstehung aufklären und kann mir vorstellen, dass dies im Kleinkindalter fast noch am einfachsten ist. Ein Familiengeheimnis finde ich auf Dauer auch sehr anstrengend und dem Kind gegenüber irgendwie unfair, gerade wenn andere aus der Familie oder dem sonstigen Umfeld eingeweiht sind.
Ich habe allerdings etwas Angst, dass unser Kind unbedacht anderen von seiner Entstehung erzählen könnte, weil es noch zu jung ist und noch nicht entscheiden kann, ob andere davon erfahren sollen. Da wir außerdem noch im Dorf wohnen, wäre so eine Information wahrscheinlich bald überall bekannt. Es würde mich grundsätzlich auch nicht stören, allerdings sollte unser Kind schon selber entscheiden, ob andere von seiner Entstehung wissen sollen und ich denke diese bewusste Entscheidung ist erst später möglich. Daher denke ich manchmal, dass es vielleicht besser wäre erst ein paar Jahre später, so ab 6 Jahren, mit der Aufklärung zu beginnen. Manchmal frage ich mich allerdings ohnehin, ob das Umfeld, dass von der Kinderwunschgeschichte und auch z.B. von der schlechten Eizellqualität weiß, nicht ohnehin eins und eins zusammenzählen kann und von selbst darauf kommt, dass eventuell fremde Eizellen im Spiel waren, gerade wenn nach diversen Fehlversuchen auch noch Zwillinge geboren werden... Andererseits wissen wohl die wenigsten, dass es überhaupt Eizellspende gibt und kommen wohl kaum auf die Idee, dass eine Frau, die ein Kind austrägt nicht die genetische Mutter des Kindes ist. Bis vor ein paar Monaten wäre ich auch nicht auf solch einen Gedanken gekommen. Manchmal mache ich mir glaube ich auch einfach zu viele Gedanken...
Außerdem muss es einem auch nicht unangenehm sein, auch wenn ich da wohl noch ein bisschen an mir arbeiten muss. In erster Linie zählt für mich das Wohl des Kindes.
Wo lernt ihr Familien mit Eizellspendenkindern kennen? Mir persönlich ist kein einziger Fall in meinem Umfeld bekannt. Habt Ihr die anderen Familien hier über das Forum kennengelernt?
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby omega on 18 Feb 2018, 02:05

Diejenigen Eltern hingegen, die es ihren Kindern mitteilen möchten, sollten sich klar darüber sein, dass es nach Meinung verschiedener Spezialisten einige Altersspannen gibt, die für die Aufklärung dieses Themas eher geeignet sind als andere. Man empfiehlt deshalb, diesen Schritt entweder bei Kindern zwischen 3 und 5 Jahren oder aber zu einem späteren Zeitpunkt, zwischen 10 und 12 Jahren, zu machen, jedoch nicht mehr danach. In beiden Fällen weist man die Eltern dringend darauf hin, diesen Moment vorzubereiten und die entsprechenden Antworten einfach und natürlich und immer dem jeweiligen Alter des Kindes angepasst zu geben.
Einem Kind in diesem Alter zu erklären, dass es von seinen Eltern geboren wurde, aber ohne die genetische Bürde eines der beiden Elternteile, kann wirklich kompliziert oder sogar peinlich werden. Um diese Aufgabe für die Eltern einfacher und insbesondere dem Kind verständlich und klar zu machen, warum für seine Empfängnis Hilfe erforderlich war, gibt es sehr empfehlenswerte Publikationen und dem Alter der Kinder angepasste Geschichten, sogar für Kleinkinder. Zudem können sich die Eltern jederzeit an einen Psychologen wenden, um sich von ihm für ihren speziellen Fall orientieren und beraten zu lassen.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby majorka4 on 18 Mar 2018, 23:44

Die wichtigste Frage überhaupt ist die, ob man dem Kind etwas über die Eizellspende erzählt. Hätte man die freie Wahl, auf welchem Wege man ein Kind bekommt, würde man sich vermutlich niemals als allererstes für eine Eizellenspende entscheiden, aber man kann in dieser Methode dennoch durchaus positive Seiten sehen. Im Gegensatz zu vielen Kindern, die ohne ärztliche Hilfe gezeugt wurden, kann sich jedes mithilfe einer gespendeten Eizelle geborene Kind ganz sicher sein, dass es ein absolutes Wunschkind ist. Die Eltern solcher Kinder haben in aller Regel einen stark ausgeprägten Kinderwunsch gehabt und haben unzählige Hürden und Barrieren überwunden, um diesen Wunsch zur Wirklichkeit werden zu lassen. Kinder, die ihr Leben einer Eizellspende verdanken, werden in den meisten Fällen außerordentlich wertgeschätzt und zutiefst geliebt. Daher ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass diese Kinder bei guter seelischer und körperlicher Gesundheit heranwachsen, während ihrer gesamten Kindheit von ihren Eltern kompetent unterstützt werden, stabile Beziehungen zu anderen Menschen entwickeln und lernen, das Beste aus ihrem Leben zu machen.
Es ist natürlich ratsam, gleich von Anfang an offen und ehrlich mit dem Kind über seine Herkunft zu sprechen. Wenn der Inhalt positiv dargestellt und ganz normal erzählt wird, kann man auch einem kleinen Kind verständlich vermitteln, dass es ganz besonders geliebt wird, weil Mama und Papa sich so große Mühe geben mussten, ein Kind zu kriegen. Im Laufe der Zeit kann man dem Kind dann zusätzliche altersgemäße Informationen geben.
Es kann aber auch sein, dass man dem Kind lieber gar nichts über die Eizellenspende sagt. Auch dafür gibt es gute Gründe. Vielleicht verunsichert und verwirrt das Kind, wenn man ihm erklärt, dass Mama gar nicht seine genetische Mutter ist und vielleicht führt das nur dazu, dass das Kind die Spenderin suchen möchte. Möglicherweise hat man mit engen Freunden und Familie überhaupt nicht über die Notwendigkeit einer Eizellspende gesprochen und möchten jetzt auch nicht damit anfangen.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby Lisa_vogt on 21 Mar 2018, 01:47

Also die Psychologen raten, dass die Aufklärung so früh als möglich erfolgen soll, damit das Kind keine Identitätsstörung davon trägt. Früh heißt sobald die ersten Fragen kommen. Das ist so um die 3 - 4 Jahre. Laut Studien sind Kinder die in dieser sehr frühen Phase aufgeklärt worden sind größtenteils ohne nennenswerte Störungen davon gekommen, und wenn waren die Ursachen oft in anderen Problematiken zu finden... Also ich könnte mir gut vorstellen, dass Kinder in dem Alter dem ganzen vielleicht keinen so großen Wert beimessen, wie wir Erwachsene es tun.
Generell denke ich, dass es doch egal sein kann was die Dorfgemeinschaft denkt, aber ich weiß auch wie die Menschen sein könne, gerade auf einem engen Raum. Und ich kann auch akzeptieren, dass auch viele Betroffene da erst mal nicht wissen wie sie das alles handhaben sollen oder sich vielleicht auch genieren. Ich persönlich selbst halte auch viel von der Frühaufklärung. Klar damit decke ich auch mein Versagen auf, aber das ist ohnehin nicht mehr zu beeinflussen, die Seele des Kindes aber schon.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby majorka4 on 15 May 2018, 01:08

Also die Psychologen raten, dass die Aufklärung so früh als möglich erfolgen soll, damit das Kind keine Identitätsstörung davon trägt. Früh heißt sobald die ersten Fragen kommen. Das ist so um die 3 - 4 Jahre. Laut Studien sind Kinder die in dieser sehr frühen Phase aufgeklärt worden sind größtenteils ohne nennenswerte Störungen davon gekommen, und wenn waren die Ursachen oft in anderen Problematiken zu finden... Also ich könnte mir gut vorstellen, dass Kinder in dem Alter dem ganzen vielleicht keinen so großen Wert beimessen, wie wir Erwachsene es tun.
Generell denke ich, dass es doch egal sein kann was die Dorfgemeinschaft denkt, aber ich weiß auch wie die Menschen sein könne, gerade auf einem engen Raum. Und ich kann auch akzeptieren, dass auch viele Betroffene da erst mal nicht wissen wie sie das alles handhaben sollen oder sich vielleicht auch genieren. Ich persönlich selbst halte auch viel von der Frühaufklärung. Klar damit decke ich auch mein Versagen auf, aber das ist ohnehin nicht mehr zu beeinflussen, die Seele des Kindes aber schon.
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Re: Soll Mann dem Kind erklären?

Postby majorka4 on 24 May 2018, 01:52

Ich habe mich mit dem Thema der EZS gar nicht auseinandergesetzt. Einerseits, es war meine einzige Chance ein Kind zu kriegen (nach einer OP an den Eierstöcken, konnte ich gar nicht mehr stimuliert werden) andererseits bin ich sofort nach dem ersten Versuch schwanger geworden. Meine Schwangerschaft war so turbulent, dass ich mich erst nach der Geburt mit dem Thema beschäftigte. Mein Mann hat es mir überlassen, wie wir es machen. Ich habe mich ein wenig lesen, und auch mich beraten lassen. Es war ein langsamer Prozess. Ich hatte schon immer Kontakt mit Mädels aus dem Forum, und ich gehe auch regelmäßig zum Treffen.
Ich denke nicht, dass er es schon versteht. Es gehört aber zu unserem Leben. Ich denke und hoffe, dass er so langsam schleichend aufgeklärt wird. Wenn er Fragen stellt, die werden auch beantwortet. Übrigens, ich war heute bei meiner Frauenärztin, und sie hat es inzwischen auch vergessen, wie ich mein Sohn gekriegt habe. Ein Bekannter der Familie vergisst es auch ständig, und fragt mich immer wieder, ob wir Geschwisterchen möchten. Es geriet echt in Vergessenheit.
Übrigens, es würde mich auch nicht stören, wenn mein Kind jemandem es erzählen würde. Ich muss aber sagen, wir wohnen in der Ukraine, wo EZS erlaubt ist. Liebe Grüße
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