zwillinge vermeiden

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Postby Bibolina on 07 Dec 2016, 01:01

Ich habe große Angst vor Zwillingen. Wir haben schon einen 2 jährigen Eizellspende-Sohn, der mich sehr viel Kraft kostet, weil er ein sehr aktiv ist (Transfer von einer Eizelle bei einer GMS von 6,6!). Die Entscheidung, ein weiteres Kind zu wollen, ist mir sehr schwer gefallen, weil ich momentan arbeitslos bin. Alle, die mich gut kennen, fürchten, dass ein zweites Kind Über meine Kräfte gehen könnte, aber ich denke, hoffe, es kann nur einfacher werden als mit unserem Kleinen und will es versuchen. Aber noch zwei ist zu schwer. Also ich frage mich, ob ich auf den Transfer von nur einem bestehen soll - bei all dem Aufwand und Kosten. Da ich grosse Probleme bei dem Aufbau der GMS habe, ist das wahrscheinlich nicht sehr sinnvoll, zumal wir inzwischen 40/45 Jahre alt sind, und ich das Gefühl habe, dass mir die Zeit davonläuft. Wir haben schon zwei fehlgeschlagene Versuche mit 2 Embryonen und einem aufgetauten Blast hinter uns, und je weiter man ist, umso mehr tendiert man dazu, immer waghalsiger zu werden. Bestimmt gibt es unter Euch andere, die solche Gedanken plagen, denn trotz des großen Kinderwunsches und des Wunders, wenn es klappt, kann es auch manchmal zuviel Kind werden! Also ich möchte aus verschiedenen Gründen kein Zwillingsrisiko eingehen. Also will ich mir immer nur 1 Eizelle geben lassen- vielleicht am besten Blasto?
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Re: zwillinge vermeiden

Postby Engeline on 07 Dec 2016, 01:06

Ich finde, die Entscheidung, ein zweites Kind zu haben, ist zu schwerwiegend, als dass man sie nur halbherzig treffen sollte und aus Deinen Worten klingt doch heraus, dass Du Dir sehr unsicher bist. Vielleicht solltest Du erst noch einmal Für und Wider ganz genau abwägen?
Natürlich verstehe ich Deinen Kinderwunsch, wie könnte ich das nicht aber bei der ganzen Reproduktionsmedizin, egal ob mit oder ohne EZS ist die Gefahr, Zwillinge zu bekommen, doch erheblich. Was machst Du, wenn es dann doch Zwillinge werden? Ich glaube, die meisten hier wären überglücklich, wenn sie Zwillinge bekommen würden, da klingt es schon sehr hart, wenn Du uns fragst, wie sich Zwillinge vermeiden lassen.
Und glaube mir, nach allem was ich bei Schwester, Freunden und Bekannten mitbekommen habe, es wird mit einem 2. Kind sicher nicht einfacher, im Gegenteil. Wenn sie älter sind, dann ja, aber ganz sicher nicht im Säuglings- oder Kleinkindalter. Also, ich hoffe, Du nimmst mir das nicht übel aber ein Kind zu bekommen ist eine viel zu schwerwiegende Entscheidung für ein ganzes Leben, als dass man sie leichtfertig treffen sollte.
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Re: zwillinge vermeiden

Postby majorka4 on 07 Dec 2016, 01:10

Ich kann Deine Gedanken sehr gut verstehen. Wenn man meint ein 2. Kind wäre anstrengend, aber erwünscht und zu schaffen aber gleich zwei dazu wäre zu viel, dann würde ich das nicht halbherzig nennen sondern realistisch. Ich glaube, wenn man noch keine Kinder hat, kann man das nicht nachempfinden. Beim ersten hatte ich auch Zwillinge oder sogar mehr riskiert.
Wir haben bereits 2 Kinder (17 Monate auseinander also fast wie Zwillinge). Ich bin so froh, dass wir die beiden haben und ich habe alles damals auch gut geschafft, glaube ich, aber genießen kann man das nicht solange sie klein sind. Umso größer war unser Wunsch nach einem 3.Kind mit etwas Abstand. Eigentlich sollte es 4-5 Jahre nach dem Jüngsten der beiden geboren werden, nur dass ich dann leider nicht mehr ohne weiteres schwanger geworden bin bzw. nur 1 Fehlgeburt in 4 Jahren zustande gebracht habe. Zu guter letzt hat es jetzt mit Eizellspende in Valencia geklappt, aber Zwillinge wollten wir auch nicht riskieren. Auch die med. Risiken sind gerade in Anbetracht des Alters (ich bin auch über 40 und habe eine Thromboseveranlagung) bei Mehrlingsschwangerschaften erheblich höher. Das sollte man nicht verharmlosen.
Deshalb hat man mir in Valencia schon beim Vorstellungsgespräch zum Blastocystentransfer geraten. Und das hat mit nur 1 Blactocyste (auf meinen ausdrücklichen Wunsch) geklappt. Erfolgschance lt. Valencia immerhin 40 %. Ich würde es immer wieder so machen und bin froh, dass ich keine 2 habe übertragen lassen. Wenn es nicht klappt, bleibt einem die Möglichkeit immer noch beim nächsten Versuch. ICSI hat man bei uns gemacht, ohne es anzukündigen oder zu besprechen. Ursprünglich hieß es, das Spermiogramm meines Mannes sei super. Als wir dann fassungslos über die durchgeführte ICSI Prozedur waren, sagte man uns, nach dem Auftauen sei die Spermienmobilität schlechter geworden. Das hat uns schon sehr erstaunt. Aber das war dann halt so. ICSI verbessert evtl. die Rate der befruchteten Eizellen. Entscheide Dich nach Deinem Gefühl, dann ist es richtig.
Alles Gute
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Re: zwillinge vermeiden

Postby Pika4u on 07 Dec 2016, 01:13

Ich denke, du solltest dir vor einer Behandlung überlegen, ob du eher mehr Angst vor Zwillingen hast, oder mehr Angst hast, das es dir zu sehr auf die Substanz geht. Wir adoptieren gerade zwei Kinder, beide noch fast Babies. Natürlich wird das eine irrsinnige Umstellung für uns und unser Haus wird wahrscheinlich Kopfstehen - aber wir freuen uns sehr über die kleinen, auch wenn wir wahrscheinlich manchmal ziemlich überfordert sein werden, aber es ist alles zu schaffen, wenn man es sich wünscht.
Es geht im Leben nicht darum die perfekteste Mutter zu sein, sondern den Kindern die Liebe und Zuneigung zu geben die sie verdienen. Und es ist absolut egal, ob es ein, zwei, drei oder 4 Kinder sind.
Kinder sind kleine Menschen, mit Seelen und Herz. Es kann bei einer Reproduktion alles zu stande kommen, entweder einfach, doppelt oder gar dreifach, die Kinder können gesund sein - müssen es aber nicht. Was würdest du tun wenn du in der Schwangerschaft informiert wirst, das das Kind, das du dir so sehnlichst wünschst mongoloid sein wird. - Würdest du es nicht auch lieben, mit seinen Fehlern. Aus Kindern kann alles werden, vom einfachen Bauarbeiter bis hin zum Professor. Aber natürlicherweise kann es auch behindert oder zum Mörder werden. Würdest du dein Kind nicht mehr lieben, wenn es kriminell ist?
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Re: zwillinge vermeiden

Postby yourAngel on 07 Dec 2016, 01:19

Danke sehr für eure Anteorten… als ich mich vor 2 Jahren zu einem weiteren Kind entschloss, war das weder eine halbherzige noch eine leichtfertige Entscheidung, nein, ich habe sehr lange darüber nachgedacht und mit vielen Psychologen darüber gesprochen. Und in den folgenden 1 1/2 Jahren habe ich durch die Hormonbehandlungen nachts beileibe lange genug wach gelegen, um weiter darüber nachzudenken. Ich will ein weiteres Kind, auch wenn das für mich auch abgesehen der Fertilitätsprobleme schon rein körperlich eine Herausforderung darstellt. Aber es ist auch in unserer Situation durchaus legitim, nur eins zu wollen. Auch muss es doch auch möglich sein, zu sagen, dass Kinderhaben nicht immer das reine Glück ist. Gerade weil ich es sehr ernst damit nehme, haben wir unseren Sohn nicht schon mit 2 in die Krippe gegeben. Wir haben aber auch weit und breit keine Grosseltern oder Freunde, die mal einspringen, und unser Sohn erwiesener Weise des waghalsigsten Kind ist, dass wir kennen. Mit 2 1/2 Jahren lasse ich ihn noch immer nicht einmal zu Toilettegehen allein, weil ihm bestimmt etwas Gefährliches einfällt. Was ich machen würde, wenn ich mit Zwillingen schwanger wäre? - auf keinen Fall reduzieren, aber vorher kann und sollte man sich doch Gedanken machen, was man will und was man bewältigen kann. Und diese Gedanken kann vielleicht doch nur jemand nachvollziehen, der schon ein Kind hat. Auch ich hätte bei meinen ersten Versuchen nicht einen Moment gezögert, Zwillinge auszutragen, im Gegenteil.
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Re: zwillinge vermeiden

Postby Lisa_vogt on 07 Dec 2016, 01:24

Dass Du keine Zwillinge möchtest, ist doch nichts, wofür Du Dich rechtfertigen müsstest - mir kam das nämlich fast so vor. Prinzipiell kannst Du Dir in jeder Klinik nur eine Eizelle, also auch einen Blasto, einsetzen lassen. Blastos kannst Du einfrieren lassen. Ob das in der Ukraine möglich ist, weiß ich leider nicht.
Liebe Grüß
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Re: zwillinge vermeiden

Postby Bibolina on 07 Dec 2016, 01:25

Danke für die schnelle Antwort. Das mit dem rechtfertigen stimmt. Ich habe hier auch noch von niemandem gelesen, der sich freiwillig nur eins hat einsetzen lassen. Es kam mir schon selbst so vor, als ob man dann vielleicht gar keinen so großen Kinderwunsch hat. Was Zwillinge und noch ein Kind bedeuten kann ich täglich bei einer Freundin miterleben. Auf alle Fälle ist das kein Klacks. Sicher sind die Chancen nach dem Auftauen geringer, aber vorhanden. Ich würde mich dabei auf jeden Fall wohler fühlen.
Liebe Grüße
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Re: zwillinge vermeiden

Postby paprik_a on 07 Dec 2016, 01:27

Ich kann mich andere nur anschließen: wir lieben unsere Zwillis heiß und innig und haben sie uns auch gewünscht, aber sie stellen manchmal doch eine ziemliche Herausforderung dar. Von daher kann ich Dich, sehr gut verstehen. Deine Argumente gegen Zwillis sind sehr plausibel, und ich finde es gut, wenn Ihr Euch bereits im Vorfeld Gedanken darüber macht.
Vor allem die Anfangszeit mit den Süßen war sehr stressig. Jetzt hat sich alles eingespielt, aber manchmal bin ich doch fix und alle und heilfroh, wenn mein Mann endlich nach hause kommt und mindestens eins übernimmt.
Liebe Grüße
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Re: zwillinge vermeiden

Postby Siri on 07 Dec 2016, 01:29

isher war es in Valencia so, dass sie die Empfängerinnen erstmal aufbauen ließen und wenn die Schleimhaut etc. ok war, ging man auf die Suche nach einer Spenderin, die gerade punktiert wurde; zuerst wurden meist die genommen, die schon am längsten gewartet haben. Es wurde also nicht im Vorfeld darauf geachtet, dass Du eine Spenderin für Dich hast, und es erfolgte somit auch keine Synchronisation zwischen Spenderin und Empfängerin - daher auch die lange Progynova-Einnahme bis zum Transfer. Zumindest auf die Blutgruppe wurde geachtet - aber das ist eigentlich Standard an jeder Klinik. Die Sache mit der Vererbungslehre bei den Blutgruppen kenne ich auch - wir haben damals zuhause auch ganz schön gemendelt, um zu sehen, wer welche Blutgruppe von wem hat. Wenn etwas Unmögliches dabei rausgekommen wäre, hätten wir ganz schön geguckt.
Liebe Grüße
Siri
 
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Re: zwillinge vermeiden

Postby Bibolina on 07 Dec 2016, 01:34

Es wird jetzt wohl seit diesem Jahr nicht mehr auf die Blutgruppe geachtet. Wegen zu großer Nachfrage. Das finde ich sehr schade. Am Anfang (meiner Überlegungen, denn über die Theorie bin ich bis jetzt noch nicht hinaus) habe ich gedacht, ich müsste mir die Spenderin konkret aussuchen können, mit Bild und Profil etc... Seit ich den Beitrag einer Frau gelesen habe, glaube ich aber auch dass das alles noch schwieriger machen würde. Das Bild wird man nicht los und ich hätte wahrscheinlich das Gefühl, dem Kind etwas vorzuenthalten. So weiß ich selbst nichts über die Spenderin und hätte auch keine Möglichkeit es zu erfahren. Macht es mir irgendwie leichter. Trotzdem habe ich Angst, jetzt den konkreten Schritt zum Erstgespräch zu tun und wohin? Aber ich habe mir selbst dieses Jahr vorgenommen, ich möchte nicht noch älter (43 J) werden.
Liebe Grüße
Bibolina
 
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