Eizellspende oder Embryospende?

Eizellspende oder Embryospende?

Postby yourAngel on 08 Dec 2016, 21:25

Hallo zusammen!
Letztes Jahr hatten wir (beide 38) uns schon einmal mit dem Thema EZS auseinandergesetzt, allerdings hatten wir uns dann doch nochmal für einen Selbstversuch entschieden. Da dieser inzwischen 5. ICSI Versuch uns leider Anfang der Woche wieder ein negatives Ergebnis beschert hat und der Doc auch nicht mehr sehr zuversichtlich ist, bin ich nun wieder hier gelandet. Grundsätzlich scheint die EZS/EMS schon der neue Weg für uns zu sein, obwohl wir wohl doch noch einige Zeit des Überlegens und der Nachforschungen brauchen werden bis wir uns endgültig entscheiden. Wo wir auch noch unsicher sind ist die Entscheidung ob wir eine EZS machen lassen würden oder eine EMS. Ein ganz entscheidender Aspekt ist natürlich auch die finanzielle Seite, aber vorrangig stehen ja doch auch die Emotionen. Einerseits fände ich es schon schön, wenn das Kind wenigstens zur Hälfte von uns wäre. Der andere Gedanke wäre wiederum, dass man bei einer EMS sozusagen zu gleichen Teilen an dem Kind beteiligt bzw. nicht beteiligt wäre. Worin ich auch eher ein Problem sehe, ist dass man es als Frau doch einfacher hat, da das Baby in einem heranwächst und so auch mit einem zusammenwächst. Der Mann hat es da doch sicherlich schwieriger. Und ich hätte Angst, dass mein Mann vielleicht später keine Vatergefühle für das Kind entwickeln würde.Ich fände es klasse, wenn Ihr mir Eure Gedanken oder Erfahrungen dazu mitteilen würdet und
wir uns gegenseitig austauschen könnten.
Viele Grüße
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby Lisa_vogt on 08 Dec 2016, 21:32

Auch ich stehe vor der Entscheidung eine EZS zu machen oder den weiteren Kinderwunsch zu beenden. Ich würde, es versuchen mit EZS und Sperma deines Mannes. So seid ihr ja doch recht gleichmäßig beteiligt. Du trägst das Kind aus und dein Mann gibt die Gene dazu. Letztendlich ist es am Ende vermutlich egal, weil wenn man so ein kleines Wesen erst mal im Arm hat, werden bei deinem Mann die Vatergefühle sicher auch so entstehen, aber ich weiß von meinem Mann, dass er mit dem Wissen, dass er richtig beteiligt ist, sich sicherer bei der Sache fühlt. Bin gespannt was da die anderen Mädels/Männer? sagen werden.
LG
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby Pika4u on 08 Dec 2016, 21:39

Hallo,
wir hätten uns grundsätzlich auch für die Eizellspende in der Ukraine entschieden können, da bei meinem Mann alles ok ist. Für mich kam aber nur die Embryospende in Frage (wir haben mittlerweile bereits eine 2-jährige Tochter durch Embryospende). Vielleicht sind für euch meine Gedanken als Embryospende-Mutter interessant: Bei uns war es so, dass wir uns vor der Embryospende bereits mit Adoption auseinander gesetzt haben. Dies wäre für uns beide auch ok gewesen. Für uns ist es tatsächlich so, dass es bei unserem Kinderwunsch relativ unwichtig ist, unsere Gene weiter zu geben. Ich gebe aber zu, dass bei der Embryospende eine - meiner Meinung nach - etwas höhere Risikobereitschaft dazu gehört als bei der Eizellspende - diese Risikobereitschaft betrifft das Aussehen und auch den Teil des Charakters, der vererbt wird. Und dieser Anteil ist da, größer als ich mir vorstellen konnte. Unsere Tochter war z. B. bereits während der Schwangerschaft ausgesprochen aktiv. Dies setzt sich jetzt fort: Sie hat tatsächlich ein ungeheures Temperament. Mein Mann und ich sind eher ruhig.
Die Umwelt sucht immer nach Ähnlichkeiten zwischen Eltern und Kind. Bei mir und meiner Tochter werden diese von Außenstehenden auch manchmal gefunden, worüber ich mich zugegebenermaßen auch sehr freue, weil unsere Tochter bildhübsch ist. Mein Mann und ich sind dieses Risiko des komplett anderen bewusst eingegangen. Wir wollten einen bereits vorhandenen winzigen Menschen adoptieren. Mir war es auch wichtig, dass mein Mann und ich in der gleichen genetischen Beziehung zu unserer Tochter stehen. Im Gegenzug hätte, falls dies nötig gewesen wäre, mein Mann einer Samenspende ebenfalls niemals zugestimmt. Es ist übrigens insbesondere mein Mann, der immer wieder sagt, dass er ein genetisch eigenes Kind niemals mehr lieben könnte als unsere Tochter. Egal ob Eizell- oder Embryospende - beide Partner sollten 100%ig dahinter stehen. Dann kann man sicher mit beiden Möglichkeiten gut leben.
Viel Glück bei eurer Entscheidung und alles Gute!
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby yourAngel on 08 Dec 2016, 21:47

Danke für die Antworten! Als ich mich gestern mal wieder mit meinem Mann über das Thema unterhalten habe, meinte er, dass er sich bei dem Gedanken an eine EMS nicht ganz so wohl fühlen würde, wie ich es auch schon vermutet habe. Der Hauptpunkt der für die EMS sprechen würde, wären eigentlich die niedrigeren Kosten. Es ist schon eine super schwierige Entscheidung, nicht nur zwischen EZS und EMS, sondern generell und wenn mir heute jemand sagen würde, dass ich mich sofort in diesem Moment für irgendwas entscheiden müsste, könnte ich das absolut nicht. Es gehen einem so viele Gedanken durch den Kopf, die erstmal sortiert werden müssen und es sind jeden Tag neue. Wie weit ist Eure Entscheidung denn schon gereift bzw. wie lange habt ihr dafür gebraucht und was hast Du schon alles hinter Dir?
Erstmal Glückwunsch zu Deinen beiden Krümeln! Beim wievielten Versuch hat es denn geklappt und in welcher Klinik seid ihr gewesen? Wir haben BioTexCom ins Auge gefasst, da dort so gut wie keine Wartezeiten sein sollen. Der Haken an der Sache ist nur, die EZS allein kostet fast 10.000 eur! Und dann noch der Flug, Hotel. Dafür könnten wir 3 Versuche mit EMS machen…Wie lange hat es denn bei Euch gedauert, bis Ihr Euch für die EZS entschieden habt?
Lisa, klasse, dass Ihr bereits eine 2-jährige Tochter durch EMS habt. Wollt ihr irgendwann noch einen Versuch wagen oder belasst ihr es dabei? Deine Gedanken zum Thema EMS finde ich auch sehr gut und regt auch wieder zum nachdenken an. Mich würde auch interessieren ob es eine Kryo- oder eine Frischspende war. Das ist ja doch ein großer Unterschied was die Erfolgschancen angeht, falls ich richtig informiert bin?
Viele Grüße
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby majorka4 on 08 Dec 2016, 21:58

Deinen Beitrag fand ich sehr interessant, und auch durchaus nachvollziehbar. Vor allem was bei der EMS die Adoption eines bereits gezeugten Menschleins betrifft. Ich las einen Artikel, wonach allein in Europa viele tausend fertiger Embryonen in den Kühlschränken der Kliniken liegen und dann nach einer bestimmten Zeit je nach Willen der Eltern und der Gesetzeslage entweder an andere Paare freigegeben werden, der Forschung zugeführt oder schlichtweg vernichtet. Natürlich, nicht aus jedem gezeugten Embryo entsteht ja dann tatsächlich ein Baby, aber allein das Potential an vorproduzierten Menschen hat mich doch sehr nachdenklich gestimmt.
Unter rein ethisch-moralischen Aspekten wäre demnach für mich jetzt auch die EMS höher zu bewerten als die EZS, da damit ja einem potentiellen schon fertigen Menschen das Recht auf eine Chance zur Entstehung gegeben wird. Ganz ehrlich muss ich aber gestehen, dass wir als Geheimniswahrer genau das wie du schon sagtest fast unkalkulierbare Risiko gescheut haben, und bei der EZS und einer vom Typus ähnlichen Spenderin auf genügend Familienähnlichkeit gehofft haben, um ohne Erklärungsbedarf als Familienpaket durchzukommen.
Und was mich noch interessieren würde: Gibt es bei EMS tatsächlich Frischmaterial? Ich dachte immer, EMS wären tatsächlich bereits gezeugte, überzählige und somit eingefrorene und dann von dem Elternpaar freigegebene Embryonen? Alles nicht gleich transferiert wird doch erst mal für den Fall eines Negativen oder für einen Geschwisterchenversuch eingefroren? Lieber Gruß
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby Engeline on 08 Dec 2016, 22:03

Es gibt, was EMS angeht nämlich 2 Möglichkeiten. Die gängige Methode ist die von dir erwähnte mit Kryo von überzähligen Embryos. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, dass man eine Spenderin und einen Spender sucht (nach den geforderten Kriterien) und diese dann kreuzt.
Dies ist natürlich mit viel mehr Aufwand verbunden, deutlich teurer (analog EZS) und muß dann natürlich auch zeitlich passen. Aber machbar ist auch dies! Sei ganz lieb gegrüßt und genieße deine Schwangerschaft
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby majorka4 on 08 Dec 2016, 22:07

Hallo, Engeline! Danke dir für deine Antwort. Ich dachte mir schon fast, dass damit eigentlich nur frische EZS mit Spendersamen gemeint sein könnte. Was von den Erfolgsaussichten her sicher auch vielversprechend ist, wenn quasi zweimal junges fittes Material verwendet wird. Ich hoffe du erträgst deine Warteschleife noch mit viel Kraft und Nervenstärke;-)? Dein Bluttest ist ja erst diesen Freitag, gell, da wünsch ich dir natürlich alles Gute für die nächste Woche und unterm Strich natürlich ein ganz Positiv))
Danke für deine guten Wünsche und lieben Gruß zurück
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby Lisa_vogt on 08 Dec 2016, 22:13

Ich möchte lieber EZS machen, aber aufgrund der Samenqualität meines Manns käme dann nur eine ISCI in Frage. Deshalb dachte ich schon, dass Eizellspende in Kombination mit ISCI (mit Samen meines Manns) vielleicht gar nicht möglich ist? Sollte man dann vielleicht doch lieber gleich eine Embryospende in Erwägung ziehen? Habe mich heute ziemlich lange durch die ganzen Postings gelesen und merke, dass ich nicht alleine bin mit meinem vielen Fragen und Gedanken. Wirklich viele tolle Frauen hier!
Liebe Grüße.
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby yourAngel on 08 Dec 2016, 22:16

Vielen Dank für Eure Beiträge. Ein Baby, das wenigstens zur Hälfte von dem Mann ist, den ich liebe, ist ein schöner Gedanke! Wie ich darüber denken möchte (ich tue mich noch schwer damit): Ich leiste einen großen Beitrag zum Entstehen meines Kindes. Es wird in meinem Bauch groß. Eine EZS ist ungewöhnlicher als ein normaler Seitensprung, denn da sind eben nur 2 beim Schwanger-Werden und Schwanger-Sein beteiligt, hier sind es 3 Personen. Die EZS ist aber medizinisch gesehen möglich: es entstehen Kinder auf diese Art. Ist das nicht vielleicht ein Indiz darauf, dass man es auch für sich als Möglichkeit annehmen kann? Wovor mir irgendwie gruselt: eine Eizellspenderin spendet unglaublich oft und es laufen unglaubliche viele Kinder herum, die aus ihren Eizellen entstanden sind.
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby paprik_a on 08 Dec 2016, 22:23

In der letzten Woche habe ich mir viele Gedanken gemacht. Letztendlich haben wir uns dafür entschieden, es mit einer EZS zu versuchen. Ist zwar leider viel teurer, aber uns beiden ist doch viel wohler bei dem Gedanken, dass das Kind wenigstens zur Hälfte genetisch von uns ist. Außerdem wollen wir das in Kiew machen, und es gibt dort keine Embryospende…Vorgestern habe ich ein Schreiben geschickt um noch mal nach den Kosten zu fragen und noch ein, zwei andere Fragen zu stellen. Jetzt warte ich gespannt auf die Antwort. Da wir aber erst am 15.12. ein Gespräch bei unserem KiWu-Doc haben um nach dem letzten Fehlversuch sozusagen eine Lagebesprechung zu machen, bin ich nicht ganz so nervös, dass noch keine Antwort gekommen ist. Sollte bei unserem Gespräch hier nicht noch etwas ganz unerwartetes herauskommen, sei es dass er mir garantiert, dass der nächste Versuch mit Sicherheit erfolgreich wird oder er sagt, die EZS/EMS würde bei mir auch nicht klappen (ist aber beides nicht sehr wahrscheinlich), dann gehen wir das Abenteuer EZS auch an!
Bei uns ist es auch so, dass die Samenqualität und -menge meines Mannes nicht so ist wie sie sein sollte (zusätzlich zu meinen Problemen), deshalb wurde bei uns auch immer eine ICSI gemacht. Ich bin auch automatisch davon ausgegangen, dass in diesen Fällen auch bei einer EZS eine ICSI gemacht wird, wie ja auch einige bereits bestätigt haben. Mir schwirren auch immer noch Gedanken im Kopf herum, weil unser Kind (sollte es denn dann klappen) genetisch nicht von mir wäre. Aber ich muss sagen, als wir uns im letzten Jahr schon mal mit dem Thema befasst hatten, waren diese Gedanken viel stärker vorhanden. Inzwischen sage ich mir, es gibt zwei Möglichkeiten, entweder sich damit abfinden, keine eigenen Kinder zu haben oder aber Nachwuchs, nur eben ohne meine Gene. Da ist mir die zweite Möglichkeit viel lieber. Trotz allem kann man die Gedanken dazu halt nicht so einfach abstellen. Ich denke, dass braucht halt alles seine Zeit. Momentan versuche ich einfach still für mich damit klar zu kommen, dass ich meine Gene eben nicht weitergebe, dafür aber meine ganze Liebe! Auch die Frage mit den vielen Halbgeschwistern habe ich mir schon gestellt, sie aber dann gleich wieder verworfen.
Viele Grüße
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