Eizellspende oder Embryospende?

Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby Lisa_vogt on 08 Dec 2016, 22:29

Ich versuche auch, zu verstehen, warum ich so weit wegen des Kiwu's gegangen bin und jetzt wahrscheinlich noch einen Schritt weiter gehen werde. Dabei hilft mir auch dieses Forum, weil Menschen auf meine Worte reagieren, und ich dadurch merke, wer ich bin. Wenn ich mir diese Frage beantworten kann, dann glaube ich - kann ich mehr zu der EZS stehen. Schließlich gibt es Frauen, die niemals den Weg der künstlichen Befruchtung gehen und erst recht keine EZS machen würden. Jemand schrieb "ich kann nur jedem raten, dessen Psyche es erlaubt, aufzuhören". Warum hat sie das wohl geschrieben? Ich denke, weil das Suchtpotential so hoch ist und man rechtzeitig den Stecker ziehen muss, falls es nicht klappt so wie bei der künstlichen Befruchtung. Gerade das aber ist so schwer. Ich habe nach 5 ISCIs den Stecker gezogen. Manchmal erscheint noch in meinem Kopf, vielleicht doch noch eine ISCI mit eigenen Eiern, aber die Zeit ist endgültig vorbei und jetzt denke ich inzwischen, für das Geld bekomme ich auf anderem Wege schneller das, was ich im Leben noch möchte, nämlich eine eigene Familie. Doch was erwartet mich bei der EZS? Sie ist keine Garantie auf eine Familie. Wahrscheinlich wird es irgendwann der Geldstecker sein oder meine Psyche, die mich dann den nächsten Stecker ziehen lässt. Mich treibt der Wunsch nach eigenen Kindern an, aber ich möchte nicht darüber vergessen, mein Leben zu leben. Mein Kiwu-Dok hat mir erzählt, dass er eine Patientin wie mich hat, der er auch gesagt hat, dass eine weitere ISCI nur eine theoretische Wahrscheinlichkeit für sie biete, schwanger zu werden. Sie hätte ihn dann eines Besseren belehrt und sei nach 20 ICSIs nun schwanger. Da hat es bei mir Klick gemacht, weil ich sofort gespürt habe, dass so ein Weg für mich auf keinen Fall der richtige ist. Es hat mich abgeschreckt: Verlust an Lebenszeit, die Psyche leidet, das unglaubliche Geld, was dabei draufgeht. Ich dachte an die Frau, an das Kind, das auf diesem Weg entstehen wird. Nach 20 ICSIs ein Kind bekommen. Ich wüsste nicht, welcher Mensch ich danach wäre. Ob man dieses Kind beglückwünschen sollte? Es fällt mir schwer, mir vorzustellen, dass diese Frau wirklich glücklich in ihrem Leben wird. Jedenfalls ich wäre es nicht und alleine das ist wichtig, zu erkennen. Es war fast mal soweit bei mir, dass ich alle Lebensfreude verloren habe. Ich habe sehr viel gute Lebenszeit verloren. Ich habe mir die Lebensfreude so mühsam zurückerarbeitet, aber Sie ist zerbrechlich, das spüre ich.
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby paprik_a on 08 Dec 2016, 22:36

Schwanger nach 20 ICSIs, dass hört sich auch für mich eher nach einer Horrorvorstellung an! Mein KiWu-Doc hatte auch so eine Geschichte erzählt, allerdings waren es da nur 13 Versuche. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste nochmal so viele Versuche und Fehlschläge durchmachen, nein, dass könnte ich nicht. Inzwischen weicht der Angst vor dem Stecker ziehen, wie Du es genannt hast, eher der Unzufriedenheit mit der jetzigen Situation. Nachdem auch die 6. ICSI nun als Niederlage geendet hat, fängt mein Körper an sich zumelden, mit Sicherheit zur Hälfte durch die Medis und zur Hälfte durch die Psyche. Die Gefahr über den Kinderwunsch sein Leben in die Warteschleife zu setzten ist sehr groß und ich bin sehr froh, dass mein Mann
(wahrscheinlich Männer im Allgemeinen), die Sache eher mit dem Kopf angeht und mich dann doch manches mal wieder auf den Boden zurückholt. Im ersten Moment will ich zwar nicht hören, dass ich mich nicht so auf den Kinderwunsch versteifen soll und es auch noch was anderes im Leben gibt, aber wenn ich ehrlich bin, brauche ich das dann auch. Aber auch wenn manchmal die Vernunft über den Bauch und das Herz siegt, die Angst, dass auch die EZS nicht klappen könnte, ist auch bei mir da. Im Augenblick ist das nochmal ein Strohhalm an den man sich klammern kann, aber danach? Diese Gedanken will ich im Moment doch noch nicht zulassen.
Viele liebe Grüße
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby Siri on 08 Dec 2016, 22:49

Wir haben jetzt 9 negative ICSIs hinter uns. Das SG ist schlecht, die Eizellanzahl selbst bei hoher Stimu sehr gering, die Befruchtungsrate zwischen 0 und 20%. Jetzt steht zur Debatte – aufhören. Eizellspende, dann ICSIs mit eigenen Spermien (Anzahl beim letzten SG ca. 150.000, davon 98% begrenzt lokal beweglich, alle mit Kopf- und Schwanzdefekten). Ich könnte mich mit der Embryonenspende anfreunden, hatte das vor 3 Jahren schon vorgeschlagen, da wollte er nicht. Mittlerweile würde er, wenn die Eizellspende nicht geht, ich sehe ehrlich gesagt die Chancen geringer bei eigenen Spermien, weil sie eben alle nicht "normal" aussehen und fast alle unbeweglich sind. HI steht für meinen Mann komplett gar nicht zur Diskussion. Scheinbar ist bei Männern der Wunsch nach der Weitergabe der eigenen Gene stärker ausgeprägt. Ich habe die Frage, ob mit dem SG überhaupt noch etwas sinnvoll ist. Unser Doc hat die HI (evtl H-Icsi) vorgeschlagen, biss aber auf Granit. Und mehr darf man in Deutschland nicht…
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby Ruth on 08 Dec 2016, 22:53

Irgendwie finde ich das ganz schön hart, dass dein Mann keine fremden männlichen Gene duldet, aber mit fremden weiblichen Genen durchaus einverstanden wäre, obwohl seine Spermies anscheinend mehr Probleme machen, als deine Eizellen bzgl. der Qualität. Das gäbe in meiner Beziehung durchaus Diskussionsstoff. Aber gut, wenn es dir vielleicht leichter fällt als ihm ein nicht genetisch abstammenden Kind zu zeugen, dann ist das grundsätzlich mit der Eizellenspende eine Möglichkeit. Wenn die Spermies allerdings so schlecht sind wie beschrieben, dann wird es mit Erfolg sicherlich genauso schwierig. Immerhin hättest du bzw. dein Körper nicht die Belastung mit der Stimu. Das wäre der einzigste Vorteil. Ich, an deiner Stelle, würde dann eher über eine Embryonenspende im Ausland nachdenken, oder Adoption....
Aber das wäre eben ich...Alles Gute für dich auf eurem Weg
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby Agnes.frankes on 08 Dec 2016, 22:58

Es ist die schwierigste Entscheidung. Wenn das SG sehr schlecht ist, wäre rein logisch eine H-ICSI oder eine H-IUI sinnvoll. Aber ich kann Deinen Mann verstehen: Wäre bei uns genauso. Auch er hat das strikt abgelehnt. Die Eizellspende halte ich nur dann für sinnvoll, wenn Deine EZ qualitativ nicht ausreichend sind. Ist das so? Sonst wäre es ja kompletter Quatsch, eine Eizellspende mit dem üblen SG Deines Mannes. Bei der Eizellspende hat die Frau noch den Vorteil, dass sie die Kinder austrägt und somit vielleicht psychisch besser klar kommt.
Dann ist die Embryonenspende wohl ein Weg, damit keiner zum Recht kommt - die Frau natürlich noch den Vorteil hat, dass sie das Kind austragen kann. Ich hätte vermutlich auch Probleme mit der HI, wenn ich wüsste, dass mein Partner innerlich total dagegen ist. Dann bleibt wohl nur die Embryonenspende. Ich wünsche Euch eine gute Entscheidungsfindung.
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby Siri on 08 Dec 2016, 23:07

Eine Pause haben wir schonmal gemacht, ca. 2 Jahre ohne Behandlung, hat uns auch wirklich gut getan, aber geklappt hats danach trotzdem nicht… Leider gibts noch immer diese blöden Sprüche, die Männer sich scheinbar mehr zu Herzen nehmen, ich glaube, der Hauptgrund, warum mein Mann gegen Adoption ist, ist einfach der, dass es dann alle wissen, wenn da eben plötzlich aus dem Nichts ein Kind auftaucht. Es gab Phasen, da hätte ich ihn für sein klares Nein erwürgen können, mittlerweile bin ich fast froh, dass er nicht mir zuliebe ja gesagt hat, denn ich glaube, auf Dauer hätte das die eventuelle Familie kaputtgemacht (wobei ich denke, wenn das Kind erstmal da gewesen wäre, hätte es keinen Unterschied mehr gemacht).
Ich bin auch ganz ehrlich und sehe den Kostenfaktor, bei einer Kryo-Embryonenspende sind wir kostenmäßig knapp über einen normalen Kryozyklus. Eine EZS kostet uns auch wieder mind. 6 000 eur - und die sind dann futsch, weil die Spermienqualität mies war. Eine TESE haben wir nicht gemacht. Der Doc meinte damals, mit dem SG bestehen bei ICSI Chancen, aber da waren wir auch noch bei 4 Mio. Und TESE - mein Mann? Niemals! Aber Frau mit 8 mal Stimu und PU - kein Problem...Das letzte Wort ist sicher bei uns noch nicht gesprochen, aber ich könnte mittlerweile mit „aufhören“ leben ohne den Drang zu verspüren, mich vom Hochhaus zu stürzen Danke euch für die Antworten!
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby tilda on 08 Dec 2016, 23:27

Ich kann meine erfahrung nur über EZSP berichten. Also erste Spende war bei Pronatal Budweis, Frischspende. Ehrlich gesagt, war der ganzen Ablauf einfach schrecklich. Zweite Spende bei BioTexCom in der Ukraine, perfekter Ablauf und Preis, in jeder Hinsicht empfehlenswert. In Budweis kostete das ca. 2300 eur, in Kiew - 9 900 (aber das kostet das ganzes Programm, also Dolmetscherin, Hotel, ganzer Ablauf). Wir müssen in Deutschland an Untersuchungen machen. Die Ergebnisse, die man hat, bringt man mit zum Erstgespräch. Sind weitere Untersuchungen gefragt, werden die entweder vor Ort gemacht oder man erfährt beim Erstgespräch, was noch alles benötigt wird. Erstgespräch entweder vor Ort oder oft auch via Skype. Dann kommt es drauf an, ob Eizellspende oder Embryonenspende und was zusätzlich vor Ort noch angeboten wird. Ablauf bei mir bei erster Spende: einmal in Budweis anreisen zum Transfer. Erstgespräch gab es nicht, da alles über die österreichische Kiwu-Klinik abgewickelt wurde. Ablauf zweiter Spende: Anreise zum Erstgespräch, eine Übernachtung. Dann zwei Monate später - eine Woche vor Transfer - Anreise nach Ukraine zur Endometriumsreizung (sehr empfehlenswert), keine Übernachtung, am selben Tag hin und Retour. Eine Woche später Anreise zum Transfer, am Anreisetag Transfer, dann gemütlicher Abend und Nacht ins Hotel, dann Heimfahrt. Rückblickend würde ich (bei unserem 2. Termin) nicht mehr an einem Tag hin und her fahren, weil es schon anstrengend war. Eine strecke 4 stunden Flug. Aber kommt halt darauf an, woher man kommt bzw. wie lange der Anreise weg ist.
Was Erfolgsquote einer Eizellenspende angeht, es gibt leichte Unterschiede bei den jeweiligen Kliniken und auch ob frisch oder Kryo. Wobei bei mir Frischversuch mit einem Embryo erfolgreich war. 14 Tage nach Transfer Schwangerschaftstest, wenn positiv, dann am besten per Bluttest den HCG Wert untersuchen lassen. Dann ca. in der 8. Woche (früher bringt oft nichts) zum Ultraschalltest ob Herzchen schlägt. Ab dann ganz normaler Schwangerschaftsverlauf. In der Ukraine ist nur anonyme Spende zulässig, d.h. ausgewählt wird von der Klinik, nach von uns vorgegebenen Kriterien. Z.B. Frau: 170 bis 180 groß, 60 bis 70 kg, blond oder brünett, blauäugig, Blutgruppe positiv. Das ist jetzt nur ein Beispiel, wir haben einfach die Parameter angegeben, die uns am ähnlichsten sind. Auch unseren Bildungsstatus - ob die Blutgruppe für euch wichtig ist oder nicht, hängt in erster Linie davon ab, ob ihr aufklären wollt oder nicht. Die Blutgruppe ist sicher ein großer Faktor, wenn es um die Wartezeit auf die Spende geht
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby omega on 08 Dec 2016, 23:31

Ich habe ein IVF negativ hinter mir, habe dann die Klinik gewechselt. Nach vielen Untersuchungen stellte sich heraus, dass mir dieses FHM fehlt, bzw. das ich für mein Alter viel zu wenig produziere! Meine Eizellenbildung war sehr schlecht beim 1 Versuch. Ich werde im Januar den 2 Versuch machen, mit anderen Medis. Nachdem Untersuchungsergebnis in der neuen Klinik, fragte ich die Ärztin auch ob ich überhaupt Chance habe, oder ob ich mir ein anderen Weg überlegen muss...Ich habe auch im Netz gesucht und bin auf eine Seite gestossen, wo nicht nur Spanien das Land der Eizellenspende erlaubt ist. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, was das wesentlich günstiger ist denke ich nicht, den wenn du ins Ausland fährst hast du diese Kosten ja zusätzlich. Kommt den keine Adoption bei Euch in Frage? Gib nicht auf auch wenn das ganze richtig Kraft und Energie und sehr viel Geld kostet
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby Maria Waldfogel on 08 Dec 2016, 23:35

Erfahrungen habe ich nicht, aber viel gelesen, weil ich zunächst nicht wusste, ob es bei mir nur mit Spendersamen klappt. Tschechien ist das einzige Land, wo Du eine Embryospende bestellen kannst, sprich, es handelt sich um eine KB eines gesunden Paares auf Deine Anforderung. Kostet ca. 6000, dafür gehören euch alle Embryonen aus dem Versuch inkl. Kryos. Fand ich sinnvoller als übriggebliebene Kryos anderer Paare, die eine KB machen, weil es bei ihnen Einschränkungen gibt. Embryonen mit Qualitätsmängeln können wir auch alleine produzieren. Ob die Tschechien moralisch ganz sauber ist, ist dabei natürlich eine andere Frage. Das muss natürlich jede für sich entscheiden. Andererseits handelt es sich um einen Vertrag zwischen erwachsenen Menschen und in der Ausbildung habe ich teilweise auch mit davon gelebt, dass ich mein Blutplasma an eine Pharmafirma verkauft habe, spenden ging einmal die Woche und mit humanitären Gründen hatte das auch nichts zu tun, auch wenn ich natürlich nichts dagegen hatte, dass mit meinem Blut, das ich verkaufe, Menschenleben gerettet werden.
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Re: Eizellspende oder Embryospende?

Postby Maria Waldfogel on 08 Dec 2016, 23:35

Erfahrungen habe ich nicht, aber viel gelesen, weil ich zunächst nicht wusste, ob es bei mir nur mit Spendersamen klappt. Tschechien ist das einzige Land, wo Du eine Embryospende bestellen kannst, sprich, es handelt sich um eine KB eines gesunden Paares auf Deine Anforderung. Kostet ca. 6000, dafür gehören euch alle Embryonen aus dem Versuch inkl. Kryos. Fand ich sinnvoller als übriggebliebene Kryos anderer Paare, die eine KB machen, weil es bei ihnen Einschränkungen gibt. Embryonen mit Qualitätsmängeln können wir auch alleine produzieren. Ob die Tschechien moralisch ganz sauber ist, ist dabei natürlich eine andere Frage. Das muss natürlich jede für sich entscheiden. Andererseits handelt es sich um einen Vertrag zwischen erwachsenen Menschen und in der Ausbildung habe ich teilweise auch mit davon gelebt, dass ich mein Blutplasma an eine Pharmafirma verkauft habe, spenden ging einmal die Woche und mit humanitären Gründen hatte das auch nichts zu tun, auch wenn ich natürlich nichts dagegen hatte, dass mit meinem Blut, das ich verkaufe, Menschenleben gerettet werden.
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