Eizellspende mit 46

Re: Eizellspende mit 46

Postby eva2Abel on 18 Dec 2016, 23:19

Ich stehe wenige Monate vor meinem 41. Geburtstag und hatte letztes Jahr richtig viel Stress mit dem Kinderwunsch. Die Kasse zahlt ja nur bis zum 40. Geburtstag und das wollte ich mitnehmen. Alle 3 IVFs und auch die unzähligen IUIs vorher waren leider komplett erfolglos. Seit diesem Sommer schlummern jetzt noch zwei oder drei Eisbären ...Wahnsinn, ich weiß noch nicht mehr, wieviele es sind. Die letzten Monate habe ich Abstand vom Forum gehalten und vom Kinderwunsch und ich muss sagen, es hat mir sehr gut getan. Insgesamt probieren wir nun bald seit 3 Jahren erfolglos. Allerdings bin ich in der sehr glücklichen Situation, dass ich bereits eine Tochte habe, die damals ganz schnell auf natürlichem Weg entstanden ist. Ich habe keine Ahnung, warum es nicht klappt und aktuell ist auch kein Grund bekannt. Halt nur das Alter. Nun bin ich drei Jahre älter und es wird nicht besser. Heute ist wieder mal ein ätzender Tag, weil ich doch noch immer auf eine Spontanschwangerschaft hoffe und heute die rote Pest eingetrudelt ist. Aber noch gebe ich nicht auf, obwohl ich mich langsam zu alt für ein Baby finde. Zumindest aus der Sicht des Babys. Aber lieber alte Eltern als gar nicht auf der Welt, oder?
Mir ist nicht bekannt, ob es Praxen gigt, die sich auf über 40 speziallisiert haben. Hast Du Deine Praxis gewechselt?
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Re: Eizellspende mit 46

Postby kühn on 18 Dec 2016, 23:20

Ich wollte auch schon immer Kinder aber hat irgendwie nie geklappt, mit 42 habe ich dann gedacht jetzt oder nie und einen Versuch mit eigenen Eizellen gestartet, hat nicht geklappt und der zweite Versuch in einer anderen Klinik auch nicht (die Embryonen haben sich von Anfang an nicht ordentlich geteilt) Also ich habe Unmengen an Eizellen mit einer ganz miesen Qualität...
Der Arzt riet mir sofort zur Eizellspende und beim ersten Versuch wurde ich Schwanger (mit 43) unser Sohn ist jetzt 1.5 Jahre alt und unser größtes Glück. Er sieht aus wie eine Kopie meines Mannes. Ausser meinem Mann und mir weiss es keiner hier. Die Spende ist anonym, ich weiss nur das sie meine Blutgruppe hat fast weiss ist, höheren Bildungsabschluss hat und auch wie ich recht gross und etwas kräftig ist. Mein kleiner ist superschön wie mein Mann. Jetzt denken wir über einen weiteren Versuch nach zwecks Bruder oder Schwester. Allen hier auch weiterhin viel Glück!
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Re: Eizellspende mit 46

Postby Bibolina on 18 Dec 2016, 23:22

EZS ist in vielen Ländern seit langer Zeit legal, Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören hier nicht gerade zu den fortschrittlichen. Samenspende war ursprünglich ja auch verboten und ethisch nicht vertretbar. Aktuell wird zB. gerade in Österreich das Fortpflanzungsmedizingesetz gelockert, künftig sollen EZS zulässig sein. Auch das Argument, dass die Spenderinnen einen Eingriff über sich ergehen lassen müssen und ausgebeutet werden, kann man verschieden bewerten. Denn sie werden dafür bezahlt, tun es freiwillig und stehen nicht so unter dem Kiwu-Erfolgsdruck wie Frauen, die eine IVF/ICSI mit eigenen Eizellen machen. Das war für mich persönlich schlimmer als die paar Spritzen, US und EZ-Entnahme. Spenderinnen sind idR Studentinnen oder junge Mütter in Karenz, die die Prozedur aufgrund ihres Alters gut vertragen und das Geld gut gebrauchen können. Für die Empfängerin einer EZS bedeutet es eine Riesen-Chance auf ein eigenes Baby, da die gespendeten EZ idR von so hoher Qualität sind, dass sie unabhängig vom Alter mit recht hoher Wahrscheinlichkeit schwanger werden. Es ist immer einfach, etwas zu verteufeln, was man selbst nicht braucht. Da kann man leicht sagen, dass es nie in Frage käme. Ich wünsche dir viel Erfolg und Glück.
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Re: Eizellspende mit 46

Postby trixis on 18 Dec 2016, 23:30

Man kann nicht behaupten, dass die EZS zu wenig erforscht ist. Medizinisch gesehen ist es eine ICSI, dieses Verfahren ist nun 37 Jahre alt. Also ist schon bekannt, was die Spenderinnen und Kinder zu erwarten haben. ICSI-Kinder sind ganz normal, denen stehen keine Laborröhrchen aus dem Kopf raus. Klar kann man eine Überstimulation der Spenderin nie ausschliessen, aber die werden ebenso gut medizinisch überwacht wie eine ICSI-Patientin hierzulande. Und glaubt bloss nicht, dass der medizinische Standard der Reproduktionskliniken in Tschechien schlechter ist als in Deutschland. Was die moralischen Aspekte betrifft:
Invidviduell muss es jeder selbst entscheiden, wobei sich Betroffene (für welche die EZS die einzige Chance auf ein Baby darstellt) die Meinung nicht Betroffener nicht allzu sehr zu Herzen nehmen sollten. Schade ist nur, dass man die EZS so zum Tabuthema macht, wie früher auch die Samenspende. Gesamtgesellschaftlich betrachet wandelt sich die Haltung, wir sind ja zum Glück nicht mehr ganz so katholisch dominiert wie es mal war. Im dunklen Mittelalter hätte man sicher auch nicht geglaubt, dass man zukünftig Bäuche aufschneiden und entzündete Blinddärme einfach rausholen darf, obwohl es doch offenbar Gottes Wille gewesen war, daran zu krepieren.
In den USA gibt es seit vielen Jahren Datenbanken mit Fotos und Uni-Zeugnissen der Spenderinnen. Dort ist die EZS "offen" und für gutes Genmaterial (junge, blonde, sportliche Studentinnen aus guter Familie) werden Unsummen bezahlt. Natürlich gibt es auch "normale" Spenderinnen. In Europa ist die EZS nicht offen und sind die Spenderinnen normale Frauen, junge Mütter oder auch Studentinnen.
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Re: Eizellspende mit 46

Postby Windchen210 on 18 Dec 2016, 23:32

Du sagst jede Frau darf Mutter werden egal wie alt Sie ist? Ich sehe das anders, Ich hab meine Kinder jung bekommen, weil ich die größte Sicherheit haben wollte, lange für sie da zu sein. Ich weiß, was du erfahren hast mit deinem Sohn ist schrecklich, aber es gibt dir meiner Meinung nicht das recht so eine Eizellen spende durch zuführen noch dazu anonym, so das dein Kind keine Chance seine genetischen wurzeln zu finden, das zeigt meiner Meinung das es dir sogar egal ist wie das Kind d was du ja unbedingt haben willst fühlt wenn es ihrgennt wann erfährt das du nicht seine biologische Mutter wärst. Ich weiß, dass ich reich bin, weil ich gesunde Eizellen habe und vier Kinder aber ich finde das sich die Natur, was dabei gedacht hat das Frauen mit 46 nicht mehr so einfach schwanger werden.
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Re: Eizellspende mit 46

Postby naDin on 18 Dec 2016, 23:34

Jeder hat ein Recht auf Kenntnis seiner Abstammung, und ausserdem sind Familiengeheimnisse etwas Schlechtes - das Kind würde wahrscheinlich immer das Gefühl haben, dass über irgendetwas nicht geredet werden soll. Die einhellige Meinung geht dahin, dass das Samenspende- oder Eizellspende-Kind mit diesem Wissen aufwachsen soll. Dass man bereits im Kleinkindalter immer wieder in kindgerechter Form darüber sprechen soll.
Samenspende-Kinder haben bereits in einigen Ländern mit eigentlich anonymer Spende das Recht gerichtlich erkämpft, den Namen ihres Erzeugers zu erfahren und mit diesem Kontakt aufnehmen zu können. Diese Entwicklung in der Rechtsprechung ist unaufhaltsam und m.E. gut. Für EZS-Kinder muss dasselbe gelten.
Ich glaube selbst auch, wenn ich selbst adoptiert oder EZS-Kind wäre, würde ich meine leiblichen Eltern/leibliche Mutter aus unendlicher Neugierde wenigstens einmal sehen wollen. Kann da aber nicht mitreden. Meine Meinung: Wenn man EZS in Anspruch nimmt, sollte man dies dem Kind von Anfang an nicht verheimlichen. Egal ob es offene oder anonyme Spende war, sollte man das Kind später dabei unterstützen, seine genetische Mutter zu suchen und Kontakt zu ihr aufzunehmen - wenn das Kind das will.
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Re: Eizellspende mit 46

Postby Fuchs on 18 Dec 2016, 23:37

Ich kann sie verstehen. Klar ist 46 nicht Ideal und auch eine Spende scheint dazu noch verwerflicher zu sein. Sätze wie: man muss sich damit abfinden! Ehrlich muss man da? Ich selber habe diesen Satz oft gehört. Mein 1. Kind war eine ICSI weil keine Chance auf natürliche SS bestand. Sollte ich mich dann mit dem kleinen Fehler der Natur abfinden? Nein mit Sicherheit nicht. Habe das durchgezogen und habe nun mein fantastisches Kind. Wir hätten alles gemacht. Samenspende ect. Alles! Was noch wichtiger ist als die attischen Prinzipien ist die Liebe zu einem Kind. Dieser sehnlichste Wunsch ein Baby in sich zu spüren und es einfach nur zu bemuttern. Das natürlichste Gefühl der Welt. Jeder der schon durch die Hölle einer KiWu Praxis gegangen ist, der kennt das Gefühl zu gut. Ich Wünsche Dir alles Gute und hoffe das es für Dich einen Weg gibt für ein Kind oder einen Weg ohne eins leben zu müssen.
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Re: Eizellspende mit 46

Postby sofi_e on 18 Dec 2016, 23:38

Gerade bei der Eizellspende gibt es noch viele ungeklärte oder zu wenig beforschte Aspekte. Es gibt noch keine Forschung, wie es eigentlich den Spenderinnen langfristig gesundheitlich geht. Oder den Kindern. Daher, denke ich, ist Vorsicht geboten. So verständlich der Wunsch eines Paares auch ist, aber darf man diese Aspekte - die psychologischen, die Familiendynamik, das Wohl des Kindes und der Spenderin einfach außer Acht lassen, weil ein anderer Mensch einen durchaus berechtigten Wunsch hat? Es wird immer gesagt, die Spenderinnen würden das ja freiwillig machen, manche gewiss, aber auch dazu gibt es kaum Studien. Weil niemand ein Interesse hat, dies zu erfahren. Und solange die Situation so ist - dass nur das Interesse der Fortpflanzungskliniken und das die Paare, die ein Kind wünschen, im Zentrum steht und nicht auch jenes der daraus entstandenen Kinder und Spenderinnen, so lange sind Zweifel mehr als angebracht!
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Re: Eizellspende mit 46

Postby Nala on 18 Dec 2016, 23:41

Der Fötus ist immer fremd, daher ist es bei EZS sogar unerheblich, ob die Spenderin eine komplett andere Blutgruppe hat als die Empfängerin. Der Fötus hat ja einen eigenen Blutkreislauf über die Plazenta. Von Immunreaktionen habe ich in Fachpublikationen bisher noch nichts gelesen. Es gibt allerdings ein etwas höheres Risiko für Hellp-Syndrom, das konnte man nicht mit fremden Genen in Verbindung bringen, sondern eher mit dem höheren Durchschnittsalter der Mütter. Das mit dem guten Genmaterial hast du falsch interpretiert, ich habe die "Marktlage" in den USA beschrieben und nicht meine persönliche Präferenz. Der dortige Trend zum "maßgeschneiderten" Baby anhand ausgesuchter Spenderinnen hat mit der Situation in Europa nichts zu tun, und ich persönlich finde das auch nicht richtig - aber jedem das seine.
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Re: Eizellspende mit 46

Postby Nala on 18 Dec 2016, 23:41

Der Fötus ist immer fremd, daher ist es bei EZS sogar unerheblich, ob die Spenderin eine komplett andere Blutgruppe hat als die Empfängerin. Der Fötus hat ja einen eigenen Blutkreislauf über die Plazenta. Von Immunreaktionen habe ich in Fachpublikationen bisher noch nichts gelesen. Es gibt allerdings ein etwas höheres Risiko für Hellp-Syndrom, das konnte man nicht mit fremden Genen in Verbindung bringen, sondern eher mit dem höheren Durchschnittsalter der Mütter. Das mit dem guten Genmaterial hast du falsch interpretiert, ich habe die "Marktlage" in den USA beschrieben und nicht meine persönliche Präferenz. Der dortige Trend zum "maßgeschneiderten" Baby anhand ausgesuchter Spenderinnen hat mit der Situation in Europa nichts zu tun, und ich persönlich finde das auch nicht richtig - aber jedem das seine.
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