Eizellspende mit 46

Re: Eizellspende mit 46

Postby kühn on 18 Dec 2016, 23:47

Ich habe kein Problem mit Frauen die Ü40 schwanger werden- bin ja selbst recht spät nochmal Mutter geworden. Bei mir spielen ethische Bedenken eine große Rolle- sowohl bei der Eizellenspende, als auch bei Hormonbehandlungen bei Frauen jenseits des Klimakteriums. Das Thema ist wahrscheinlich viel zu komplex um es hier zu diskutieren. Für mich klingt das "Ich will ein Kind- egal wie und um welchen Preis". Müssen wir im Leben nicht manchmal Dinge so hinnehmen wie sie sind? Muss Frau sich fremde Eizellen einsetzen lassen, gespendet von überstimulierten Frauen, die damit ihre Gesundheit aufs Spiel setzen? Sie würde ein Kind austragen, das keins ihrer Gene hat. Gäbe es da nicht Alternativen wie Adoption oder Pflegekind? Natürlich soll und wird sie ihren Weg gehen, aber wer hier schreibt muss auch mit Antworten rechnen, die vielleicht nicht gefallen- und Belg kann damit ja auch umgehen. Du hast recht, ich hätte auch einfach nichts schreiben können- aber ich finde nicht, dass man das gleiche erlebt haben muss um eine Meinung haben zu dürfen. Noch was- meine Schwangerschaften waren alles andere als problemlos, zu meinen lebenden Kindern habe ich 5 Sternchen- ich weiß welch ein Geschenk Kinder sind.
kühn
 
Posts: 246
Joined: 29 Mar 2016, 18:24

Re: Eizellspende mit 46

Postby omega on 18 Dec 2016, 23:53

Wahrscheinlich wird Dein Kind so mit 2, 3 Jahren erstmals wissen wollen, wie das mit den Babys ist. Da gibt es dann Bücher, da ist eine Gebärmutter abgebildet und ich meine auch die Eierstöcke. Da wird erklärt, dass es eben das Ei der Mutter und den Samen des Vaters gibt. Da kannst du das einfließen lassen. Da sagst Du einfach, eine andere Spenderin hat es Dir geschenkt. Die Implantation wird das Kind eher weniger interessieren, zumindest anfangs.
Wenn die Kinder so schätzungsweise 8 bis 10 Jahre alt sind, dann kommt wahrscheinlich eher mal die Frage danach, wer denn die Spenderin ist. Kritisches Alter ist dann sicherlich die Pubertät, in der sich Kinder oft unverstanden fühlen. Das ist eine Phase, wo der Wunsch aufkommen könnte, die leibliche Mutter kennen zu lernen, aber das Kind hat davor ja auch Angst. Es gab mal einen Bericht in der Zeit über ein Kind, das seinen Spendervater gesucht hat. Vielleicht findest Du denn ja. Ist sicherlich interessant. Gibt es denn bei Euch nicht auch in den Zentren, wo offenen Spenden ermöglicht werden, eine psychologische Beratung? Du bist sicherlich nicht die erste Frau, die bei der offenen Spende Sorgen hat. Die können Dich sicherlich besser beraten als wir hier. Ich würde halt dem Kind nicht die Möglichkeit verbauen wollen, die leibliche Mutter kennenlernen zu können. Verheimlichen wird auf Dauer nicht funktionieren.
omega
 
Posts: 268
Joined: 14 Mar 2016, 16:19

Re: Eizellspende mit 46

Postby naDin on 17 Aug 2017, 00:42

Ich bin 49 und bin jetzt im 5. Monat schwanger. Ich habe den Mann mit dem ich Kinder haben will, erst recht spät kennengelernt. Da ist man dann Ende 30 und bastelt an der grossen Karriere. Ausserdem stürzt man sich meist auch nicht sofort auf das Kinderthema. So vergeht die Zeit und wenn dann die Entscheidung getroffen ist, ist man über 40. Dann klappt es nicht gleich auch natürlichem Weg aber man gibt nicht auf. Irgendwann ist man dann schwanger aber es hält nicht. Das zweimal in einem Jahr. Man merkt dass einem die Zeit davon läuft und geht in eine KiWu-Praxis in der Hoffnung auf Hilfe. Da folgt der übliche Weg. IUI, IVF. Ich war leider Low Responder, immer nur 1, max. 2 Eizellen und nach einigen Versuchen sagte unser deutscher KiWu-Arzt dass wir über EZS nachdenken sollten, er sieht auf normalem Wege keine Chance für uns. Das fanden wir sehr gut, anstatt nur weiter Geld von uns zu nehmen. Da wir die Möglichkeit eh schon angedacht hatten, haben wir uns recht schnell dafür entschieden. Der 1. Versuch im März war negativ, beim 2. Anlauf im Juni hat es geklappt. Alle Gute für Deine Entscheidung!
naDin
 
Posts: 248
Joined: 14 Jun 2016, 18:25

Re: Eizellspende mit 46

Postby Ruth on 18 Aug 2017, 02:52

Ja das Thema Eizellenspende wird hier in D immer noch als Tabu- Thema angesehen. Obwohl es in einigen Situationen der letzter Ausweg zum Kinderwunsch wäre. Wir sind beide Anfang 40 und wünschen uns nichts sehnlicher als ein Baby. Ich habe schon ein Kind aus einer anderen Beziehung. Mein Partner ist leider ohne Kinder. Seit 3 Jahren basteln wir an unserem Wunsch. Vor einem jahre hatte ich Fehlgeburt in der 8 SSW. Ein halbes Jahr später sind wir zur Behandlung in eine Kiwu Klinik. 4 Zyklen mit Clomifen und eine IUI...erfolglos. Nach wiederum einem halben Jahr wollten wir in der Kiwu Klinik die Behandlung neu aufnehmen...aber unser Arzt meinte, dass der Erfolg in unserem Alter gering...sehr gering ist. Da wir ehe alles Selbstzahlen müssen fiel bei unserm Gespräch auch das Wort Eizellenspende. Seitdem geht mir dieses Thema nicht aus dem Kopf. Es wäre wirklich vielleicht die letzte Chance irgendwann ein Baby im Arm zu halten.
Ich bewundere dich dass du diesen Schritt gewählt hast und vor allem dass du offen darüber geschrieben hast. Viel Glück und alles Gute. Meine Freundin ist 48 und sie hat vor 6-7 Wochen ihre Zwillinge bekommen. Und sie ist jetzt eine überglückliche Mutter! Also, was spricht dagegen? Mutter zu sein ist die schönste Sache der Welt! Du sollst immer tun, was DU fühlst und was Du für richtig hältst. Es ist Dein Leben!
Ruth
 
Posts: 304
Joined: 10 Feb 2016, 20:37

Re: Eizellspende mit 46

Postby eva2Abel on 22 Aug 2017, 22:59

Du bist nun jünger wie ich und hast sogar wie ich denke noch bessere Chancen Deinen Traum zu erfüllen. Mein Traummann kam, als ich 38 war und er 28. Wir haben ein Kind verloren, welches auf natürlichem Wege gezeugt wurde. Die zweite Schwangerschaft musste nach pränataler Diagnostik abgebrochen werden. Zu viele Schäden am ungeborenen Kind. Wir waren alle sehr traurig. Ich muss dazu sagen, ich habe schon zwei Töchter im Alter von 22 Jahren. Der Vater hat uns damals sitzen lassen. Nach diesen Schwangerschaften gab es zwei Versuche der künstlichen Zeugung welche jedoch auch nicht so toll verliefen. Stand der Dinge jetzt. Bei den Eizellen gibt es nicht wirklich was zu holen, alle leer. Mich würde ja interessieren ... auch wenn jemand von den anderen mitliest ob es bei einer EZS bessere Chancen gibt. Dieses eine Mal würde ich es noch einmal wagen ein Kind zusammen mit meinem Mann zu bekommen. Später wirklich nicht mehr.
eva2Abel
 
Posts: 289
Joined: 14 Mar 2016, 16:25

Re: Eizellspende mit 46

Postby tilda on 23 Sep 2017, 20:40

EZS ist in vielen Ländern seit langer Zeit legal, Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören hier nicht gerade zu den fortschrittlichen. Samenspende war ursprünglich ja auch verboten und ethisch nicht vertretbar. Aktuell wird zB. gerade in Österreich das Fortpflanzungsmedizingesetz gelockert, künftig sollen EZS zulässig sein. Auch das Argument, dass die Spenderinnen einen Eingriff über sich ergehen lassen müssen und ausgebeutet werden, kann man verschieden bewerten. Denn sie werden dafür bezahlt, tun es freiwillig und stehen nicht so unter dem Kiwu-Erfolgsdruck wie Frauen, die eine IVF/ICSI mit eigenen Eizellen machen. Das war für mich persönlich schlimmer als die paar Spritzen, US und EZ-Entnahme. Spenderinnen sind idR Studentinnen oder junge Mütter in Karenz, die die Prozedur aufgrund ihres Alters gut vertragen und das Geld gut gebrauchen können. Für die Empfängerin einer EZS bedeutet es eine Riesen-Chance auf ein eigenes Baby, da die gespendeten EZ idR von so hoher Qualität sind, dass sie unabhängig vom Alter mit recht hoher Wahrscheinlichkeit schwanger werden. Es ist immer einfach, etwas zu verteufeln, was man selbst nicht braucht. Da kann man leicht sagen, dass es nie in Frage käme. Ich wünsche dir viel Erfolg und Glück.
tilda
 
Posts: 382
Joined: 25 Feb 2016, 21:18

Previous

Return to Eizellenspende