Nicht biologische Eltern...

Re: Nicht biologische Eltern...

Postby omega on 26 Dec 2016, 04:15

Auch mein Mann und ich wissen, dass wir ein übergroßes Geschenk und eine ebenso große Verantwortung mit der Geburt unseres Sohnes erhalten haben. Wir haben uns entschieden, unseren Sohn aufzuklären. Dazu gehört neben Biologie und Medizin aber auch ganz viel Gebet und für uns die Gewissheit, dass wir von Gott als seine Eltern ausgesucht wurden. Neben dem biblischen Taufspruch haben wir noch einen sehr schönen weltlichen Spruch von Friedrich Weinreb gefunden und in das Taufgebet eingearbeitet. Auch ein Stück weit, um Familie und Freunde auf seine Geschichte vorzubereiten.
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Re: Nicht biologische Eltern...

Postby tilda on 26 Dec 2016, 04:18

Hallo,
Ich finde es traurig wegen der Abwesenheit der eigenen Gene unglücklich zu sein deshalb möchte ich sagen, dass absolut jedes Kind ein neues Individuum ist und nicht eine Kopie seiner selbst. Ich habe eine genetische und eine EZS Tochter. Ich liebe beide über alles und bin unendlich dankbar für die EZS! Meine genetische Tochter ist mir weder vom Wesen noch äusserlich ähnlich (obwohl Ähnlichkeiten mit meiner Mutter's Seite bestehen, der ich aber gar nicht ähnlich bin), wohl deshalb habe ich dieser Abwesenheit bei meiner 2. Tochter nie nachgetrauert. Es ist wirklich notwendig jedes Kind kennenzulernen denn wie gesagt, auch ein genetisches Kind kann zwar, muss aber keineswegs der Mutter oder gar den Eltern ähnlich sein. Kinder sind keine neu inkarnierten ICHs sondern eigene Persönlichkeiten. Für mich ist Genetik wie Rohmaterial. Mit den gleichen Materialien malt ein jeder ein anderes Bild von persönlichen als auch umfeldbedingten Erfahrungen Werten, Zeitgeist... geprägt. Dennoch sind alle Aquarelle (d.h. dem Ausgangsmaterial getreu). Wenn Mozart, mit der gleichen Genetik in eine andere weniger musikfreudige Familie geboren (oder adoptiert) wäre, wäre sein Genie nie zum Ausdruck gekommen...Kurz gefasst, die Fremdheit nicht einfach grundsätzlich der fremden Genetik in die Schuhe schieben und darueber traurig sein, sie ist normal und wäre auch bei den eigenen zu überwinden gewesen (nur hätte man da, vor allem als Mutter natürlich nie irgendwelche Hintergedanken gehabt).
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Re: Nicht biologische Eltern...

Postby Louisa1998 on 26 Dec 2016, 04:21

Wer Ähnlichkeiten sucht, wird welche entdecken! Ich habe es andersherum erlebt. Familie und Freunde wussten Bescheid, also suchte gar keiner erst nach Übereinstimmungen. Dennoch kam und kommt es immer wieder vor, dass Ähnlichkeiten ausgemacht werden - von den Anderen! Während der eine Zwilling im Verhalten völlig verblüffende Parallelen sowohl zu meinem Bruder als auch zu unserem Großvater zeigt (das sehe ich allerdings genauso), sieht mir der andere angeblich ähnlich.Was das Äußere anbelangt, kann es wirklich einfach nur an der guten Spenderinnenauswahl in Kiew liegen, oder es ist schlicht der Tatsache zu verdanken, dass wir schlussendlich doch alle irgendwie miteinander verwandt sind. Entscheidend für mich ist immer der Gedanke: Sie haben nur mich als ihre Mama. Wenn sie dann so vor mir lagen, in ihrem Zwillingskorb aneinander gekuschelt, hat es mir die Kehle zugeschnürt. Ohne mich wären sie nicht. Sie waren mir bestimmt! Das macht sie so einzigartig, meine einmaligen, unglaublichen, großartigen Kinder. Ich bin so stolz auf sie! Mit der Zeit wirst Du es genauso sehen.
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Re: Nicht biologische Eltern...

Postby Agnes.frankes on 26 Dec 2016, 04:23

Ich habe mir bis zum Transfer zahlreiche Gedanken gemacht, wie es wohl ist, sich fremde Eizellen einsetzen zu lassen, wie ich mich wohl dabei fühlen würde. Auch wenn ich mich ganz bewusst zu diesem Schritt entschieden hatte und mir auch klar war, dass es für mich richtig sein würde, diesen Weg zu gehen. Umso erstaunter war ich, dass ich mit dem Transfer kaum noch Gedanken an die EZS verschwendet habe. Meine Gefühle waren nicht anders als bei den eigenen Versuchen. Klar - mir ist bewusst, dass es eine EZS war und ich bin unenedlich dankbar, dass wir diesen Weg gehen konnten, doch ich hege keine Zweifel. Zumindest im Familien- und Freundeskreis gehen wir offen mit der EZS um. Ich fürchte mich zwar auch etwas vor den Momenten, wenn Außenstehende auf die Ähnlichkeiten oder Nicht-Ähnlichkeiten mit mir verweisen werden. Werde ich sehr traurig sein, dass ich meine Gene nicht weitergeben durfte? Ich wünsche mir, dass es mir in den Momenten dann so gehen wird, wie ich seit dem Transfer empfinde: dass ich mich über das Ergebnis freue und keine Zweifel habe. Und ich denke oft, wie gut es doch ist, dass ich nicht meine Allergien, meine schlechten Augen, die in der Familie typischen Gelenkbeschwerden etc. weitergegeben habe...
Liebe Grüße
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Re: Nicht biologische Eltern...

Postby naDin on 09 Sep 2017, 00:45

Also meine Tochter ist mein Kind. Daran zweifle ich nicht. Ich liebe sie unendlich, nur anfangs hatte ich hin und wieder das Gefühl, es ist nicht mein Kind. Ich denke, dass das nicht von der Gendisskusion kommt, sondern eher daran lag, dass man jahrelang um dieses Kind gekämpft hat und dann ist es irgendwann doch da. Es ist wie ein Traum, so schön und so unwirklich eben. Ich hatte nicht das Gefühl das Kind der Spenderin in den Armen zu haben, sondern von irgendeiner Frau. Ich habe auf den Eizellspendeversuch keinen Pfifferling gesetzt, hatte nie an den Erfolg geglaubt. Dann in der Schwangerschaft hatte ich so oft das Gefühl, das geht nicht gut. Ich habe die Gefühle fast abgeblockt, nur um vielleicht nicht enttäuscht zu werden. Nach der Geburt hat sie nicht geschrien, sie kam viel zu schnell, war wie leblos. Da dachte ich, sie ist tod. Fast so, als hätte ich darauf gewartet. Und dann hältst du dieses Kind nach (bei mir 10 Jahren!) in dem Arm. Das konnte mein Verstand nicht glauben. Das hat nichts mit den Genen zu tun. Und klar bleibt ein klitzekleiner Wehmutstropfen. Aber der ist wie gesagt, Klitzeklein.
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Re: Nicht biologische Eltern...

Postby Siri on 08 Oct 2017, 18:51

Ich habe auch immer gesagt, ich habe damit kein Problem, es ist mein Kind. Das stimmt auch so, aber ein aber bleibt. Kurz nach der Geburt hatte ich hin und wieder das Gefühl von einer anderen das Kind zu haben. Es war richtig komisch. Nicht unbedingt von der Frau, der ich die Eizellen verdanke, sondern von irgendeiner Frau. Ich glaube, dass kam daher, dass es so unwirklich für mich war, doch noch mein Kind zu bekommen. Dieses Gefühl ist nicht weg, wird aber immer seltener. Heute beschleicht mich manchmal ein klein wenig Angst, wie meine Tochter einmal reagieren wird, wenn sie erfährt, wie sie entstanden ist. Wir werden ihr die Wahrheit sagen, haben damit auch im Bekannten- und Verwandschaftskreis nicht hinterm Berg gehalten. Leute, die nicht wissen, wie sie entstanden ist, sind immer der Meinung, sie sieht aus wie Papa und von mir hätte sie nicht viel. Damit liegen sie dann ja richtig. Ich habe noch einen Sohn, schwarze Haare, braune Augen (er ist jetzt über 20 Jahre alt, stammt aus meiner ersten Ehe) und ich bin blond und blauäugig. Mein Mann auch. So meint Mein Mann immer, es fragt sich, wer mir ähnlicher sieht. Wie gesagt, mein großer hat nichts, aber auch gar nichts von mir, obwohl er leiblich ist. Rein vom Typ her, ist mir meine Tochter ähnlicher. Trotzdem bleibt manchmal ein klitzekleiner Wermutstropfen. Aber mit der Zeit wird das immer kleiner...zumindest bei mir. Ich wünsche euch alles Gute. Genieß die Zeit, grüble nicht, dein Sohn wird so schnell groß sein. Mine ist nun schon über ein Jahr.
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