Wer kennt das?

Re: Wer kennt das?

Postby Bibolina on 08 Mar 2018, 23:03

Ich denke wie du... Wir haben uns auch entschlossen, zu unseren Kindern offen zu sein und die Herkunft nicht zu verheimlichen. Aber ich mache mir auch sehr viele Gedanken, wie das sein wird und was alles passieren könnte. Ich habe aber bei unserem jahrelangen Kinderwunsch und den 2 FG gemerkt, dass ich immer weniger schweigen konnte und immer mehr Leute haben von unseren Problemen erfahren. Ich habe so viele Bemerkungen gehört, wie "das klappt schon noch, nur entspannen..." oder " wann wollt ihr endlich Kinder?" dass immer mehr Freunde davon erfuhren. Und ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass unsere richtigen Freunde uns auch verstehen und unsere Entscheide akzeptieren. Und wie du sagst, finde ich, die anderen können mir gestohlen bleiben. Es ist unsere Entscheidung und ich finde, wer nie in der Situation war, kann darüber auch nicht urteilen. Ich hätte ja vor einigen Jahren auch nie gedacht, was ich in solch einem Fall alles machen würde.
Hinzu kommt bei uns die erschwerte Situation, dass unser 1. Kind ein Adoptivkind ist. Dem können wir nicht verschweigen, woher es kommt. Das heisst, es wird seine Mutter finden können, falls es das später mal will. Und da finden wir es noch ungerechter, wenn wir dem EMS-Kind verheimlichen, wie es entstanden ist. Es wird also so oder so schwierig, da es 2 wirklich spezielle (im sehr positiven Sinn) Kinder sind. Wir sind wirklich überglücklich, diese 2 Kinder zu haben... und wir werden es eben einfach auf uns zukommen lassen. Wann und wie man das den Kindern am Besten sagt, weiss ich leider auch nicht. Ich hoffe auch, die Themen werden in den nächsten Jahren noch offener und die Leute auch besser informiert und toleranter dem gegenüber. Liebe Grüsse
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Re: Wer kennt das?

Postby yourAngel on 14 Mar 2018, 16:41

Die Idee mit dem Netzwerk finde ich sehr gut. Auch für die Kinder wäre das später prima, andere Kinder kennenzulernen, die ebenso entstanden sind, damit sie sehen, sie sind da kein Einzelfall, sondern auch das ist eine normale Sache. In der engeren Familie (also bei den Personen, die uns wichtig sind, wie Eltern, Geschwister) haben wir es sofort mit unserem Coming out der Schwangerschaft gesagt, dass es EMS ist. Die haben das eher zur Kenntnis genommen, war irgendwie ziemlich egal, alle sind gnadenlos verliebt in unseren kleinen Sohn. Auch unseren besten Freunden und besonders den zukünftigen Taufpaten haben wir das gesagt. Alle wussten von unserem Kinderkriegenproblem und haben sich sehr für uns gefreut, dass wir diese Möglichkeit wahrnehmen konnten. So wird der Kleine später das Bewusstsein haben, alle für uns - und damit auch für ihn als Baby - wichtigen Personen haben es vorher schon gewusst und ihn genau so, wie er zu uns kam, herzlich in der Familie und im Freundeskreis aufgenommen. Wie der Junge selber das später verarbeiten wird - klar mache ich mir da auch meine Gedanken. Aber wir wollen versuchen ihm von Anfang an zu zeigen, dass wir ihn von ganzem Herzen lieben und er tausendprozentig zu uns gehört. Und wenn er dann sucht und wissen will, wo er herkommt - dann werden wir ihm helfen und versuchen, ihm einen Weg zu geben, damit er für sich selber damit ins Reine kommt. Vielleicht ist es einfach, vielleicht wird es aber auch schwer. Das weiß man nicht vorher. Aber auch mit leiblichen Kindern kann es Probleme geben, oft ebenfalls ziemlich heftige. Daher müssen wir das alle auf uns zukommen lassen. Ich wäre aber dankbar, wenn wir uns auch in den nächsten Jahren immer wieder über unsere Gedanken austauschen könnten! Viele Grüße
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Re: Wer kennt das?

Postby Windchen210 on 11 Apr 2018, 23:44

Hallo
auch wir haben den Prozess durchgemacht, wie wohl jeder von euch. Unser EZSP-Kind ist jetzt zwei Jahre alt und für uns das größte Glück unserer Beziehung. Die EZSP spielt keinerlei Rolle, es ist eine so grenzenlose Liebe da, die wir unserer Tochter auch mitgeben, und ich denke, Liebe und Vertrauen sind die wichtigsten Pfeiler für die Entwicklung eines jeden Kindes. Und auf dieser Basis hoffen wir, dass unsere Tochter auch später unsere Entscheidung für eine EZSP und damit für sie einordnen kann.
Anfangs wollten wir keine Aufklärung, weil es für uns einfach unwichtig war, aus wessen Eizelle die Kleine gewachsen ist. Aber umso mehr wir uns damit beschäftigt haben, sind wir doch zu dem Entschluss gekommen: wir werden sie aufklären. Sie soll darüber Bescheid wissen und nicht durch irgendeinen Zufall erfahren, dass wir eine EZSP in Anspruch genommen haben. Ich möchte auch nicht ein Leben lang mit einer Lüge leben müssen und Angst davor haben, dass sie eines Tages vor der Tür steht und mit entgegenwirft: du bist ja gar nicht meine Mama!
Beginnen mit der Aufklärung wollen wir mit etwa drei Jahren, so empfehlen es Psychologen. Diesen Prozess wollen wir auch von einer Psychologin, die wir uns haben empfehlen lassen, begleiten, damit wir keine Fehler machen, denn jedes Kind ist nun mal anders, reagiert anders, hinterfragt anders, geht damit einfach anders um. Ob wir's richtig machen - keine Ahnung, auf jeden Fall lebe ich schon seit der Entscheidung, sie aufzuklären, ruhiger. Ein wenig Furcht hab ich allerdings vor der Reaktion der Grosseltern, die die EZSP sicher etwas anders sehen als wir. Aber da müssen sie durch. Wir werden damit offen umgehen. Liebe Grüße
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Re: Wer kennt das?

Postby yourAngel on 14 Apr 2018, 20:31

Du hast Recht. Viele Menschen können uns nicht nachfühlen, weil sie eben noch nie in unserer Situation waren und auch nie hinein kommen werden. Deshalb gibt es den sogenannten Tabuthemen. Ich persönlich habe die gleichen Erfahrungen bei den Fehlgeburten gemacht, niemand redet darüber. Da ich aber schon immer ein offenerer Mensch bin, habe ich nie ein Geheimnis aus unseren Kiwu-Problemen, Fehlgeburten und auch ICSI-Behandlungen gemacht. Und siehe da, bei vielen klappt es doch nicht so einfach mit dem schwanger werden und schwanger bleiben. Ich denke eben auch, dass wenn alle immer alles verschweigen (und ich kenne jede Menge IVF-Kandidaten bei denen es so ist) wird sich der Wandel niemals vollziehen und alles wird immer ein Tabuthema bleiben. Und das finde ich einfach nur traurig und erschreckend. Über eine offene Spende haben wir auch schon nachgedacht, haben uns aber für eine anonyme entschieden. Ich hoffe dass es der richtige Weg sein wird...wer kann das jetzt schon beurteilen?
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Re: Wer kennt das?

Postby Nala on 18 May 2018, 13:46

Ich möchte meine Kinder auch über ihre Entstehung aufklären und kann mir vorstellen, dass dies im Kleinkindalter über Bilderbücher und ähnliches fast noch am einfachsten ist. Ein Familiengeheimnis finde ich auf Dauer auch sehr anstrengend und dem Kind gegenüber irgendwie unfair, gerade wenn andere aus der Familie oder dem sonstigen Umfeld eingeweiht sind. Ich habe allerdings etwas Angst, dass unser Kind unbedacht anderen von seiner Entstehung erzählen könnte, weil es noch zu jung ist und noch nicht entscheiden kann ob andere davon erfahren sollen. Da wir außerdem noch im ländlichen Bereich wohnen, wäre so eine Information wahrscheinlich bald überall bekannt.
Es würde mich grundsätzlich auch nicht stören, allerdings sollte unser Kind schon selber entscheiden ob andere von seiner Entstehung wissen sollen und ich denke diese bewusste Entscheidung ist erst später möglich. Daher denke ich manchmal, dass es vielleicht besser wäre erst ein paar Jahre später, so ab 6 Jahren, mit der Aufklärung zu beginnen. Manchmal frage ich mich allerdings ohnehin, ob das Umfeld, dass von der Kinderwunschgeschichte auch z.B. von der schlechten Eizellqualität weiß, nicht ohnehin eins und eins zusammenzählen kann und von selbst darauf kommt, dass eventuell fremde Eizellen im Spiel waren, gerade wenn nach diversen Fehlversuchen auch noch Zwillinge geboren werden... Andererseits wissen wohl die wenigsten, dass es überhaupt Eizellspende gibt und kommen wohl kaum auf die Idee, dass eine Frau, die ein Kind austrägt nicht die genetische Mutter des Kindes ist. Bis vor ein paar Monaten wäre ich auch nicht auf solch einen Gedanken gekommen.
Manchmal mache ich mir glaube ich auch einfach zu viele Gedanken...Außerdem muss es einem auch nicht unangenehm sein, auch wenn ich da wohl noch ein bisschen an mir arbeiten muss. In erster Linie zählt für mich das Wohl des Kindes.
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Re: Wer kennt das?

Postby Nala on 24 May 2018, 01:45

Wir haben uns auch entschlossen, zu unseren Kindern offen zu sein und die Herkunft nicht zu verheimlichen. Aber ich mache mir auch sehr viele Gedanken, wie das sein wird und was alles passieren könnte. Ich habe aber bei unserem jahrelangen Kinderwunsch und den 2 FG gemerkt, dass ich immer weniger schweigen konnte und immer mehr Leute haben von unseren Problemen erfahren. Ich habe so viele Bemerkungen gehört, wie "das klappt schon noch, nur entspannen..." oder " wann wollt ihr endlich Kinder?" dass immer mehr Freunde davon erfuhren. Und ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass unsere richtigen Freunde uns auch verstehen und unsere Entscheide akzeptieren. Und wie du sagst, finde ich, die anderen können mir gestohlen bleiben. Es ist unsere Entscheidung und ich finde, wer nie in der Situation war, kann darüber auch nicht urteilen. Ich hätte ja vor einigen Jahren auch nie gedacht, was ich in solch einem Fall alles machen würde.
Hinzu kommt bei uns die erschwerte Situation, dass unser 1. Kind ein Adoptivkind ist. Dem können wir nicht verschweigen, woher es kommt. Das heisst, es wird seine Mutter finden können, falls es das später mal will. Und da finden wir es noch ungerechter, wenn wir dem EMS-Kind verheimlichen, wie es entstanden ist. Es wird also so oder so schwierig, da es 2 wirklich spezielle (im sehr positiven Sinn) Kinder sind. Wir sind wirklich überglücklich, diese 2 Kinder zu haben... und wir werden es eben einfach auf uns zukommen lassen. Wann und wie man das den Kindern am Besten sagt, weiss ich leider auch nicht. Ich hoffe auch, die Themen werden in den nächsten Jahren noch offener und die Leute auch besser informiert und toleranter dem gegenüber. Liebe Grüsse
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Re: Wer kennt das?

Postby Pika4u on 28 May 2018, 01:00

Vielleicht machen wir uns auch einfach viel zu viele Sorgen. Vielleicht ist es unseren Kindern auch völlig egal, woher ihre Genetik stammt. Einzig und allein müsste ja eigentlich zählen, wie die Kinder aufgewachsen sind und wie sehr sie geliebt werden. Eine Bekannte von uns hat ein kleines Mädchen, vier Jahre, aus einem One-Night-Stand. Sie kennt weder den Namen noch den Wohnortes des Vaters, so etwas möchte ich noch viel weniger erklären müssen, wie eine EZS oder eine Adoption. Nun das muss jedes Paar für sich entscheiden. Für mich käme es nicht in Frage, da ich dann evtl. ein Leben lang in Angst und bange leben müsste. Die Geschichte mit dem Schwiegersohn der Freundin, gefällt mir sehr gut :-) Obwohl ich diese Situation viel schwieriger finde, als eine anonyme EZS. Wenn eigentlich die Tante die genetische Mutter ist. Schwierig, schwierig. Wäre absolut nichts für mich, vielleicht aber auch nur weil ich keinen Kontakt zu meiner Schwester habe, sie noch nicht mal mag.
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Re: Wer kennt das?

Postby Pika4u on 28 May 2018, 01:00

Vielleicht machen wir uns auch einfach viel zu viele Sorgen. Vielleicht ist es unseren Kindern auch völlig egal, woher ihre Genetik stammt. Einzig und allein müsste ja eigentlich zählen, wie die Kinder aufgewachsen sind und wie sehr sie geliebt werden. Eine Bekannte von uns hat ein kleines Mädchen, vier Jahre, aus einem One-Night-Stand. Sie kennt weder den Namen noch den Wohnortes des Vaters, so etwas möchte ich noch viel weniger erklären müssen, wie eine EZS oder eine Adoption. Nun das muss jedes Paar für sich entscheiden. Für mich käme es nicht in Frage, da ich dann evtl. ein Leben lang in Angst und bange leben müsste. Die Geschichte mit dem Schwiegersohn der Freundin, gefällt mir sehr gut :-) Obwohl ich diese Situation viel schwieriger finde, als eine anonyme EZS. Wenn eigentlich die Tante die genetische Mutter ist. Schwierig, schwierig. Wäre absolut nichts für mich, vielleicht aber auch nur weil ich keinen Kontakt zu meiner Schwester habe, sie noch nicht mal mag.
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Re: Wer kennt das?

Postby Nala on 07 Jun 2018, 19:36

Als ich begonnen habe, mich mit EZS zu befassen, war ich mir auch ganz sicher, möglichst früh aufklären zu wollen. Zwischendurch kommen einem dann schonmal Zweifel. Zum einen wie die Kinder damit umgehen werden, zum anderen, muss ja nicht jeder unbedingt mitbekommen, wie das Kind entstanden ist. Und je früher man aufklärt, desto wahrscheinlicher plappert das Kind das auch aus. Habe mich dann auch mangels anderer Erfahrungsberichte ins Thema Samenspende eingelesen. Ich denke, bei Kindern, die durch Spende entstanden sind, gibt es zwei wunde Punkte: den Wunsch, mehr über die genetischen Erzeuger zu erfahren und
das Gefühl, belogen worden zu sein, falls erst spät bzw. durch Zufall aufgeklärt wird. Je harmonische die Beziehung zwischen den Eltern und dem Kind ist, desto weniger wird der Wunsch entstehen, die Spender kennenzulernen. Wie sehr das Kind letztendlich darunter leidet, ist vermutlich abhängig vom Charakter des Kindes und dem Umgang der Eltern, Verwanden und Freunde mit dem Thema. Liebe Grüße
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Re: Wer kennt das?

Postby tilda on 11 Jun 2018, 02:14

Wir haben uns auch entschlossen, zu unseren Kindern offen zu sein und die Herkunft nicht zu verheimlichen. Aber ich mache mir auch sehr viele Gedanken, wie das sein wird und was alles passieren könnte. Ich habe aber bei unserem jahrelangen Kinderwunsch und den 2 FG gemerkt, dass ich immer weniger schweigen konnte und immer mehr Leute haben von unseren Problemen erfahren. Ich habe so viele Bemerkungen gehört, wie "das klappt schon noch, nur entspannen..." oder " wann wollt ihr endlich Kinder?" dass immer mehr Freunde davon erfuhren. Und ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass unsere richtigen Freunde uns auch verstehen und unsere Entscheide akzeptieren. Und wie du sagst, finde ich, die anderen können mir gestohlen bleiben. Es ist unsere Entscheidung und ich finde, wer nie in der Situation war, kann darüber auch nicht urteilen. Ich hätte ja vor einigen Jahren auch nie gedacht, was ich in solch einem Fall alles machen würde.
Hinzu kommt bei uns die erschwerte Situation, dass unser 1. Kind ein Adoptivkind ist. Dem können wir nicht verschweigen, woher es kommt. Das heisst, es wird seine Mutter finden können, falls es das später mal will. Und da finden wir es noch ungerechter, wenn wir dem EMS-Kind verheimlichen, wie es entstanden ist. Es wird also so oder so schwierig, da es 2 wirklich spezielle (im sehr positiven Sinn) Kinder sind. Wir sind wirklich überglücklich, diese 2 Kinder zu haben... und wir werden es eben einfach auf uns zukommen lassen. Wann und wie man das den Kindern am Besten sagt, weiss ich leider auch nicht. Ich hoffe auch, die Themen werden in den nächsten Jahren noch offener und die Leute auch besser informiert und toleranter dem gegenüber. Liebe Grüsse
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