Wer kennt das?

Re: Wer kennt das?

Postby Pika4u on 14 Jun 2018, 01:33

Du hast Recht. Viele Menschen können uns nicht nachfühlen, weil sie eben noch nie in unserer Situation waren und auch nie hinein kommen werden. Deshalb gibt es die sogenannte Tabuthemen. Ich persönlich habe die gleichen Erfahrungen bei den Fehlgeburten gemacht, niemand redet darüber. Da ich aber schon immer ein offenerer Mensch bin, habe ich nie ein Geheimnis aus unseren Kiwu-Problemen, Fehlgeburten und auch ICSI-Behandlungen gemacht. Und siehe da, bei vielen klappt es doch nicht so einfach mit dem schwanger werden und schwanger bleiben. Ich denke eben auch, dass wenn alle immer alles verschweigen (und ich kenne jede Menge IVF-Kandidaten bei denen es so ist) wird sich der Wandel niemals vollziehen und alles wird immer ein Tabuthema bleiben. Und das finde ich einfach nur traurig und erschreckend. Über eine offene Spende haben wir auch schon nachgedacht, haben uns aber für eine anonyme entschieden. Ich hoffe dass es der richtige Weg sein wird...wer kann das jetzt schon beurteilen?
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Re: Wer kennt das?

Postby Pika4u on 19 Jun 2018, 01:11

Ich möchte meine Kinder auch über ihre Entstehung aufklären und kann mir vorstellen, dass dies im Kleinkindalter über Bilderbücher und ähnliches fast noch am einfachsten ist. Ein Familiengeheimnis finde ich auf Dauer auch sehr anstrengend und dem Kind gegenüber irgendwie unfair, gerade wenn andere aus der Familie oder dem sonstigen Umfeld eingeweiht sind. Ich habe allerdings etwas Angst, dass unser Kind unbedacht anderen von seiner Entstehung erzählen könnte, weil es noch zu jung ist und noch nicht entscheiden kann ob andere davon erfahren sollen. Da wir außerdem noch im ländlichen Bereich wohnen, wäre so eine Information wahrscheinlich bald überall bekannt.
Es würde mich grundsätzlich auch nicht stören, allerdings sollte unser Kind schon selber entscheiden ob andere von seiner Entstehung wissen sollen und ich denke diese bewusste Entscheidung ist erst später möglich. Daher denke ich manchmal, dass es vielleicht besser wäre erst ein paar Jahre später, so ab 6 Jahren, mit der Aufklärung zu beginnen. Manchmal frage ich mich allerdings ohnehin, ob das Umfeld, dass von der Kinderwunschgeschichte auch z.B. von der schlechten Eizellqualität weiß, nicht ohnehin eins und eins zusammenzählen kann und von selbst darauf kommt, dass eventuell fremde Eizellen im Spiel waren, gerade wenn nach diversen Fehlversuchen auch noch Zwillinge geboren werden... Andererseits wissen wohl die wenigsten, dass es überhaupt Eizellspende gibt und kommen wohl kaum auf die Idee, dass eine Frau, die ein Kind austrägt nicht die genetische Mutter des Kindes ist. Bis vor ein paar Monaten wäre ich auch nicht auf solch einen Gedanken gekommen.
Manchmal mache ich mir glaube ich auch einfach zu viele Gedanken...Außerdem muss es einem auch nicht unangenehm sein, auch wenn ich da wohl noch ein bisschen an mir arbeiten muss. In erster Linie zählt für mich das Wohl des Kindes.
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Re: Wer kennt das?

Postby Lisa_vogt on 20 Jun 2018, 22:00

Hallo
auch wir haben den Prozess durchgemacht, wie wohl jeder von euch. Unser EZSP-Kind ist jetzt zwei Jahre alt und für uns das größte Glück unserer Beziehung. Die EZSP spielt keinerlei Rolle, es ist eine so grenzenlose Liebe da, die wir unserer Tochter auch mitgeben, und ich denke, Liebe und Vertrauen sind die wichtigsten Pfeiler für die Entwicklung eines jeden Kindes. Und auf dieser Basis hoffen wir, dass unsere Tochter auch später unsere Entscheidung für eine EZSP und damit für sie einordnen kann.
Anfangs wollten wir keine Aufklärung, weil es für uns einfach unwichtig war, aus wessen Eizelle die Kleine gewachsen ist. Aber umso mehr wir uns damit beschäftigt haben, sind wir doch zu dem Entschluss gekommen: wir werden sie aufklären. Sie soll darüber Bescheid wissen und nicht durch irgendeinen Zufall erfahren, dass wir eine EZSP in Anspruch genommen haben. Ich möchte auch nicht ein Leben lang mit einer Lüge leben müssen und Angst davor haben, dass sie eines Tages vor der Tür steht und mit entgegenwirft: du bist ja gar nicht meine Mama!
Beginnen mit der Aufklärung wollen wir mit etwa drei Jahren, so empfehlen es Psychologen. Diesen Prozess wollen wir auch von einer Psychologin, die wir uns haben empfehlen lassen, begleiten, damit wir keine Fehler machen, denn jedes Kind ist nun mal anders, reagiert anders, hinterfragt anders, geht damit einfach anders um. Ob wir's richtig machen - keine Ahnung, auf jeden Fall lebe ich schon seit der Entscheidung, sie aufzuklären, ruhiger. Ein wenig Furcht hab ich allerdings vor der Reaktion der Grosseltern, die die EZSP sicher etwas anders sehen als wir. Aber da müssen sie durch. Wir werden damit offen umgehen. Liebe Grüße
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Re: Wer kennt das?

Postby Bibolina on 08 Jul 2018, 00:37

Ich habe mich im Vorfeld auch ganz intensiv damit beschäftigt, wie die Situation wohl für das Kind sein wird, wie es damit klarkommen wird. Denn dass wir es sagen steht auch fest. Allerdings muss ich sagen, dass ich, je weiter die SS fortschreitet, immer weniger an die Entstehung denke und das ganze Thema erst mal beiseite geschoben habe. Ich hoffe wirklich, dass die EZS in Deutschland in den nächsten Jahren zugelassen und dadurch enttabuisiert wird. Der Schwiegersohn meiner besten Freundin ist aus Eizellspende in der Ukraine entstanden. Seine Mutter ist Anfang 30 in die Wechseljahre gekommen. Ihre jüngere Schwester hat ihr die Eizellen geschenkt. Das Erbgut ist also identisch. Der Junge hat es von Anfang an gewusst. Seine Einstellung zu dem Thema ist sehr simpel. Er meint dass er zumindest 100 % sicher ist, ein absolutes Wunschkind zu sein. Wir werden allerdings absolut nichts sagen. Es gibt dafür mehrere Gründe. Es ist natürlich keine einfache Entscheidung, aber sofern nicht irgendein medizinischer Grund uns dazu veranlasst werden es nur mein Mann und ich wissen...
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Re: Wer kennt das?

Postby tilda on 09 Aug 2018, 23:45

Du hast recht. Viele Menschen können uns nicht nachfühlen, weil sie eben noch nie in unserer Situation waren und auch nie hinein kommen werden. Deshalb gibt es die sogenannte Tabuthemen. Ich persönlich habe die gleichen Erfahrungen bei den Fehlgeburten gemacht, niemand redet darüber. Da ich aber schon immer ein offenerer Mensch bin, habe ich nie ein Geheimnis aus unseren Kiwu-Problemen, Fehlgeburten und auch ICSI-Behandlungen gemacht. Und siehe da, bei vielen klappt es doch nicht so einfach mit dem schwanger werden und schwanger bleiben. Ich denke eben auch, dass wenn alle immer alles verschweigen (und ich kenne jede Menge IVF-Kandidaten bei denen es so ist) wird sich der Wandel niemals vollziehen und alles wird immer ein Tabuthema bleiben. Und das finde ich einfach nur traurig und erschreckend. Über eine offene Spende haben wir auch schon nachgedacht, haben uns aber für eine anonyme entschieden. Ich hoffe dass es der richtige Weg sein wird...wer kann das jetzt schon beurteilen?
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Re: Wer kennt das?

Postby Lisa_vogt on 22 Aug 2018, 01:45

Du hast recht. Viele Menschen können uns nicht nachfühlen, weil sie eben noch nie in unserer Situation waren und auch nie hinein kommen werden. Deshalb gibt es die sogenannte Tabuthemen. Ich persönlich habe die gleichen Erfahrungen bei den Fehlgeburten gemacht, niemand redet darüber. Da ich aber schon immer ein offenerer Mensch bin, habe ich nie ein Geheimnis aus unseren Kiwu-Problemen, Fehlgeburten und auch ICSI-Behandlungen gemacht. Und siehe da, bei vielen klappt es doch nicht so einfach mit dem schwanger werden und schwanger bleiben. Ich denke eben auch, dass wenn alle immer alles verschweigen (und ich kenne jede Menge IVF-Kandidaten bei denen es so ist) wird sich der Wandel niemals vollziehen und alles wird immer ein Tabuthema bleiben. Und das finde ich einfach nur traurig und erschreckend. Über eine offene Spende haben wir auch schon nachgedacht, haben uns aber für eine anonyme entschieden. Ich hoffe dass es der richtige Weg sein wird...wer kann das jetzt schon beurteilen?
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Re: Wer kennt das?

Postby Maria Waldfogel on 11 Sep 2018, 14:30

Ich denke wie du... Wir haben uns auch entschlossen, zu unseren Kindern offen zu sein und die Herkunft nicht zu verheimlichen. Aber ich mache mir auch sehr viele Gedanken, wie das sein wird und was alles passieren könnte. Ich habe aber bei unserem jahrelangen Kinderwunsch und den 2 FG gemerkt, dass ich immer weniger schweigen konnte und immer mehr Leute haben von unseren Problemen erfahren. Ich habe so viele Bemerkungen gehört, wie "das klappt schon noch, nur entspannen..." oder " wann wollt ihr endlich Kinder?" dass immer mehr Freunde davon erfuhren. Und ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass unsere richtigen Freunde uns auch verstehen und unsere Entscheide akzeptieren. Und wie du sagst, finde ich, die anderen können mir gestohlen bleiben. Es ist unsere Entscheidung und ich finde, wer nie in der Situation war, kann darüber auch nicht urteilen. Ich hätte ja vor einigen Jahren auch nie gedacht, was ich in solch einem Fall alles machen würde.
Hinzu kommt bei uns die erschwerte Situation, dass unser 1. Kind ein Adoptivkind ist. Dem können wir nicht verschweigen, woher es kommt. Das heisst, es wird seine Mutter finden können, falls es das später mal will. Und da finden wir es noch ungerechter, wenn wir dem EMS-Kind verheimlichen, wie es entstanden ist. Es wird also so oder so schwierig, da es 2 wirklich spezielle (im sehr positiven Sinn) Kinder sind. Wir sind wirklich überglücklich, diese 2 Kinder zu haben... und wir werden es eben einfach auf uns zukommen lassen. Wann und wie man das den Kindern am Besten sagt, weiss ich leider auch nicht. Ich hoffe auch, die Themen werden in den nächsten Jahren noch offener und die Leute auch besser informiert und toleranter dem gegenüber. Liebe Grüsse
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Re: Wer kennt das?

Postby yourAngel on 18 Sep 2018, 23:12

Ich würde mir da auch keinen Kopf machen. So wie ich das sehe, wartest Du auf Dein Erstgespräch. Insofern ist die erste Hürde schwanger zu werden und das Kind zu bekommen. Alles andere wird die Zukunft zeigen. Und man kann dann im Laufe der Zeit mit den Erfahrungen, die man so sammelt seine Entscheidungen treffen und auch Meinungen ändern.
Man weiß nicht, was in Zukunft alles möglich ist, wie breit das Thema in den Medien getreten wird, ob es irgendwann mal in Deutschland legal sein wird, ob es Gentests zu kaufen gibt usw.?
Das Thema Aufklärung ist schwierig. Nicht richtig und nicht falsch. Natürlich habe ich Angst, dass die Lebenslüge irgendwann rauskommt. Allerdings sehe ich eine Aufklärung bei einer anonymen Spende als Gewissenserleichterung der Eltern welche dem Kind gar nichts bringt außer im schlimmsten Fall eine lebenslange Identitätskrise mit einer unbefriedigenden genetischen Muttersuche. Schwierig, schwierig. Aber zu dem Thema Erzieherinnen muss ich leider was sagen. Ich kenne keine junge Mutter die nicht über die Erzieherinnen schimpft. Ich kann den Satz "Kita wechseln" nicht mehr hören. Wir wissen doch alle, dass es in der Deutschland leider nicht von Betreuungsplätzen so wimmelt. Man kann ja froh sein, sein Kind überhaupt untergebracht zu haben. Ich kenne Leute, die haben sich in 40 Krippen angemeldet und haben eine Zusage bekommen. Wie soll man da wechseln? Und manchmal habe ich den Eindruck die Damen wissen das und nehmen sich deswegen so viel raus. Weil man halt nicht gehen kann, sondern in gewisser Weise noch Dankbarkeit entgegen bringen muss. Wenn man rumzickt, muss man Angst haben persönliche Antipathien werden am Kind ausgelassen usw.
Tut mir leid, aber so ist es bzw. so empfinde ich es und viele Mütter in meinem Bekanntenkreis klagen einem das gleiche Leid.
Das Gespräch über Kaiserschnittkinder liest man doch so oft. Sie sind nicht durchsetzungsfähig, weil sie nicht den ersten Kampf in ihrem Leben ausgefochten haben. Den durch den Geburtskanal, haben eine gewisse Bakterienbesiedelung nicht erhalten und sind dafür für Allergien anfälliger, ein WKS lässt Rückschlüsse über die Mutter ziehen und man kann da so einiges andichten über Erziehung, Charakter der Mutter usw. Bevor ich ein Kind hatte, habe ich auch nicht über solche Sachen nachgedacht. Jetzt habe ich zwei, die per WKS geboren wurde und recht früh in die Krippe kommen und kenne das Geschwätz. Viel Glück für Dein Erstgespräch. Der Rest wird sich automatisch ergeben. Wichtig ist erstmal bezüglich Schwangerschaft Erfolg zu haben.
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Re: Wer kennt das?

Postby Siri on 20 Sep 2018, 23:26

Hallo
auch wir haben den Prozess durchgemacht, wie wohl jeder von euch. Unser EZSP-Kind ist jetzt zwei Jahre alt und für uns das größte Glück unserer Beziehung. Die EZSP spielt keinerlei Rolle, es ist eine so grenzenlose Liebe da, die wir unserer Tochter auch mitgeben, und ich denke, Liebe und Vertrauen sind die wichtigsten Pfeiler für die Entwicklung eines jeden Kindes. Und auf dieser Basis hoffen wir, dass unsere Tochter auch später unsere Entscheidung für eine EZSP und damit für sie einordnen kann.
Anfangs wollten wir keine Aufklärung, weil es für uns einfach unwichtig war, aus wessen Eizelle die Kleine gewachsen ist. Aber umso mehr wir uns damit beschäftigt haben, sind wir doch zu dem Entschluss gekommen: wir werden sie aufklären. Sie soll darüber Bescheid wissen und nicht durch irgendeinen Zufall erfahren, dass wir eine EZSP in Anspruch genommen haben. Ich möchte auch nicht ein Leben lang mit einer Lüge leben müssen und Angst davor haben, dass sie eines Tages vor der Tür steht und mit entgegenwirft: du bist ja gar nicht meine Mama!
Beginnen mit der Aufklärung wollen wir mit etwa drei Jahren, so empfehlen es Psychologen. Diesen Prozess wollen wir auch von einer Psychologin, die wir uns haben empfehlen lassen, begleiten, damit wir keine Fehler machen, denn jedes Kind ist nun mal anders, reagiert anders, hinterfragt anders, geht damit einfach anders um. Ob wir's richtig machen - keine Ahnung, auf jeden Fall lebe ich schon seit der Entscheidung, sie aufzuklären, ruhiger. Ein wenig Furcht hab ich allerdings vor der Reaktion der Grosseltern, die die EZSP sicher etwas anders sehen als wir. Aber da müssen sie durch. Wir werden damit offen umgehen. Liebe Grüße
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