Frische Eizellen wirklich besser?

Frische Eizellen wirklich besser?

Postby majorka4 on 10 Jan 2017, 22:10

Hallo, ich habe mal eine Frage über die Durchführung der EZS. Ich lese regelmäßig verschiedene Ansichten zum Thema "Frische Eizellen oder vitrifizierte Eizellen". Was haben Eure Ärzte dazu gesagt? Meine Ärztin meinte, dass der Qualitätsunterschied zwischen Frischen und Vetri. so gering ist, dass er zu vernachlässigen sei. Vorteil der vertri. Eizellen sei jedoch, dass das Ganze deutlich besser planbar sei (kein Abbruch mitten im Versuch, weil sich GMSH nicht aufbaut, oder die Spenderin abbrechen musste). Wie ist Eure Erfahrung, Eure Meinung? Über ein paar Antworten würde ich mich sehr freuen.
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Re: Frische Eizellen wirklich besser?

Postby Pika4u on 10 Jan 2017, 22:15

Wir waren im IVI Valencia, dort haben sie uns gesagt, dass wir tiefgefrorene EZ bekommen. Aber wenn ein paar Tage vorher eine Spenderin ihre EZ spendet uns sie zu Euch passt, dann kann’s durchaus sein, dass man frische bekommt. Das ist uns passiert. Wir konnten genau planen und rechneten mit tiefgefroren..5 Tage vorher bekamen wir as Telefon, dass sie einer passenden Spenderin 20 EZ entnommen haben und mit dem tiefgefrorenen Sperma meines Partners befruchtet haben. Hatten Glück. Wobei tiefgefroene EZ gleich gut seien...haben mir einige Ärzte gesagt! Die Qualität muss stimmen und das Glück kommt noch dazu :) Hast du schon eine Klinik in Aussicht?
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Re: Frische Eizellen wirklich besser?

Postby majorka4 on 10 Jan 2017, 22:20

Vielen Dank für Deine Antwort und herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft!Hat es gleich beim ersten Mal geklappt? Darf ich fragen, warum ihr den Weg der EZS gegangen seid?
Wir haben die Spanien im Sinn. Am 20.09. haben wir dort unser Erstgespräch. Ich habe bereits mit der Ärztin dort telefoniert. Sie machte einen sehr, sehr netten Eindruck. Sie sagte mir eben, dass sie mit vitrifizierten Eizellen arbeiten. Vorher starten wir allerdings noch einen Versuch mit eigenen Eizellen. Die Ärztin auf Mallorca meinte schon: Ich hoffe und drücke die Daumen, dass sie den Termin kurz vorher noch absagen können... wie sind wir auf diese Klinik gekommen? Ich weiß es gar nicht mehr so genau. Zunächst einmal haben wir in Ukraine generell geschaut. Ich habe dann in Forums ein wenig gelesen und bin über die Klinik in Kiew gestoßen. Die Klinik scheint recht neu zu sein, was mich erst einmal wieder skeptisch gemacht hat. Also habe ich weiter über die Klinik und die Ärztin recherchiert. Dabei kam heraus, dass sie eng mit Alicante zusammenarbeiten und somit auch auf deren Spenderpool zugreifen. Außerdem fand ich es sehr sympathisch, dass das Klinikpersonal komplett deutsch spricht und die Kosten etwas niedriger sind. Ich habe der Klinik eine Mail geschrieben (so, wie den anderen Kliniken in Spanien auch) und habe sehr schnell eine wirklich tolle Antwort bekommen. Somit war der erste Eindruck schon einmal positiv. Da ich viele Fragen hatte, hat die Ärztin mir sofort angeboten, ein ausgiebiges Telefonat zu führen, was wir dann auch einen Tag später getan haben. Und wieder war der Eindruck sehr, sehr positiv. Die Chemie zwischen Ärztin und mir hat gestimmt. Sie war sehr freundlich, hat sich viel Zeit genommen, hat eine Ausrede lassen und alle Fragen menschlich und fachlich sehr gut beantwortet. Also haben wir einen Termin vereinbart.
Ich hatte zwei Eileiterschwangerschaften. Dadurch sind beide Eileiter undurchlässig, weshalb wir den Weg der KB gehen müssen. Mein AMH-Wert ist miserabel und entsprechend reagiere ich auf die Stimu. Der erste Versuch verlief sehr gut. Ich habe zwei gute Embryonen zurückbekommen. Test positiv. Doch schon ein paar Tage später setzten die Blutungen ein.
Versuch 2 verlief dann schon nicht mehr so gut. Nur 2 EZ. Beide befruchtet, eine Blasto und eine Morula zurückbekommen. Test negativ Stimu verlief eigentlich gut. 4 schöne große Folis, Hormonwerte super. Nach der PU kam meine Ärztin. Ich habe schon an ihrem Blick gesehen, dass irgendwas nicht stimmt. Es konnten nur 2 EZ gefunden werden. Beide unbrauchbar.
Damit hatte keiner gerechnet. Die Ärzte waren selbst sprachlos, da ich sonst immer eine gute Qualität geliefert habe. Die Ärztin hat uns geraten noch einen Versuch zu machen, um herauszufinden, ob es einfach ein bescheidener Zyklus war, oder ob das jetzt einfach so ist. Ich brauche diesen Versuch auch, um für mich abschließen zu können.
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Re: Frische Eizellen wirklich besser?

Postby majorka4 on 10 Jan 2017, 22:24

Hätte mir jemand vor dem KiWu erzählt, welchen Weg wir gehen müssen, und wie viel Belastung wir ertragen müssen, hätte ich vermutlich gesagt: "Wenn ich nicht so schwanger werde, dann eben gar nicht..." Ich bin 32, werde im Oktober 33. Und ich würde meinen 33ten Geburtstag wirklich gerne schwanger erleben… Das habe ich mir zwar für meinen 32 auch schon vorgenommen, aber dieses Mal muss es bitte klappen...Ja, wir werden zum Transfer auch ein paar Tage bleiben. Das Erstgespräch erledigen wir an einem Tag. Morgens hin, abends zurück. Aber im Juli oder August bleiben wir etwa 5-7 Tage. Wünsche Dir auch weiterhin alles, alles Gute. Genieße die Zeit, sie geht so schnell vorbei…
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Re: Frische Eizellen wirklich besser?

Postby Pika4u on 10 Jan 2017, 22:27

Heutzutage benutzt man in vielen europäischen Ländern im Laufe der IVF- Prozeduren oft eingefrorene im Ausland erworbene Eizellen. Die Eizellspende ist beileibe nicht überall erlaubt, auch wenn erlaubt, dann mangelt es an den Eizellspenderinnen. So, kauft Europa das Material, sagen wir, in der Ukraine. Dort sind derartige Prozeduren im Gesetz verankert und es gibt eine Unmenge an den jungen, gesunden Eizellspenderinnen. Behalten die aufgetauten Eizellen ihre Eigenschaften und versprechen die Programme mit aufgetauten Eizellen viel Erfolg? Während eine sorgfältige Durchsicht der Literatur zeigt, dass Einfrieren der Eizellen eine gültige Technik für junge Frauen ist, für die es medizinisch indiziert ist , können wir zu diesem Zeitpunkt diese Technik nicht befürworten und die auf viele gebärfähigen nicht verwenden. Diese Technologie darf nicht für die ältere Frau geeignet sein. Man hat begründete Zweifel. Im Laufe des Auftauens der Eizellen können die winzigen Eiskristalle die Struktur der Zelle schädigen. Darüber hinaus bleibt nach dem Auftauen nur geringe Zahl der qualitativen Eizellen. Deshalb ist die Anwendung der kryokonservierten Eizellen für die IVF wie ein Glückspiel.
Obwohl die Ukraine das Land der Dritten Welt ist, zeigt sie die hohen Erfolgsquoten der IVF-Durchführung. Es liegt wohl an den frischen Eizellen, die Ärzte benutzen. Die Resultate sprechen für sich selbst. Laut der Statistik beträgt die Erfolgsquote bei der IVF mit eingefrorenen Eizellen etwa 3 %, dagegen mit frischen Eizellen etwa 93 %, der Prozentanteil der Schwangerschaftsabbrüche bei der IVF mit eingefrorenen beträgt etwa 7 %, dagegen mit frischen 3 %, negatives Resultat ist entsprechend in beiden Fällen- 90 % und 4 %.
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Re: Frische Eizellen wirklich besser?

Postby yourAngel on 10 Jan 2017, 22:29

Obwohl die Qualität von frischen und eingefrorenen Eizellen fast gleich ist, aber wie geht es mit der Zahl von aufgetauten Eizellen? Etwa zehn Eizellen werden bei einer Kryokonservierung in der Regel entnommen und eingefroren. Nach dem Auftauen überleben unabhängig von der Dauer des Einfrierens etwa acht Eizellen. Etwa die Hälfte lässt sich erfolgreich befruchten und wiederum die Hälfte überlebt die ersten fünf Tage. Damit bleiben durchschnittlich zwei überlebensfähige Eizellen zum Einsetzen. Wie denken Sie, ist es genug?
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Re: Frische Eizellen wirklich besser?

Postby Lisa_vogt on 10 Jan 2017, 22:37

Gestern war ich in der Kinderwunschpraxis zum Ultraschall. Nachdem ich nach der Punktion eine Überstimmulation hatte, konnten keine Embryonen transferiert werden. Überhaupt lief es nicht so gut - wir konnten nur 4 befruchtete Eizellen einfrieren lassen. Trotzdem sagt mein Arzt, dass der Transfer mit den eingefrorenen Eizellen die Chance auf eine Einnistung verbessert, weil man den Körper besser vorbereitet kann (Gebärmutterschleimhaut perfekt aufbauen usw.).
Er hat mir auf jeden Fall nochmal bestätigt, dass es richtig war, keine Embryonen einzusetzen wegen der Überstimmulation (viel freie Flüssigkeit im Bauch gehabt). Und noch was positives: Unser Doc hat uns 270 Euro für die Kryokonservierung nachgelassen. Er hatte ein mega schlechtes Gewissen, weil es nur 4 EZ waren und er ja damit gerechnet hat, dass er bis an mein Lebensende einfrieren kann. Sind die Chancen besser oder schlechter? Denke mal, er würde mir nix anderes sagen als besser, weil er mich nicht demotivieren will...Auf jeden Fall gehts mir wieder besser. Mens ist auch da - ohne Schmerzen
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Re: Frische Eizellen wirklich besser?

Postby paprik_a on 10 Jan 2017, 22:45

Ich will jetzt nichts Falsches sagen, aber ich kenne das eher umgekehrt! Die Embryonen sind durch die Kryokonservierung gestresster und deswegen sinkt die Chance auf eine Schwangerschaft etwas, gegenüber dem Frischversuch! Deswegen setzen ja viele bei Kryos auch mehr Eizellen ein als bei Frischversuchen. Das mit der GSH kenne ich auch umgekehrt. Dirch die FSH-Stimu wächst die Schleimhaut eigentlich besser heran als wenn sie nur mit Östrogenen aufgebaut wird! Oder man versucht es im Spontanzyklus. Das einzige was ich jetzt alles besser bezeichnen würde, ist die Möglichkeit den Zeitpunkt abzupassen, weil man ja nicht gleichzeitig auf die Follis achten muss. Trotzdem haben auch wir vier Kryos machen lassen. Die Belastung ist sowohl physisch als auch finanziell deutlich geringer. Das hebt die leicht minimierten Chancen ja fast wieder auf. Außerdem werden ja auch immer noch viele Frauen bei Kryoversuche schwanger! LG
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Re: Frische Eizellen wirklich besser?

Postby Siri on 10 Jan 2017, 22:49

Hallo,
ob das an den Embryonen liegt, glaub ich nicht... wenn diese das Auftauen überleben, ist die Chance, dass diese Embryonen die richtigen sind, ja genauso groß/klein, wie im Frischversuch. Aber man kann halt, wie er schon sagte, noch spezieller an der GmSH arbeiten, um die Umgebung zu optimieren. Und das ist schonmal gut. Bei mir wurde damals wegen der GmSH auch nichts gemacht. Erst später Utrogest z.B. Bei den Kryos bekam ich nun Progynova dazu für die GmSH. Aber ich finde es gut von ihm, dass er euch 270 erlässt... ich mein, eigentlich ist es aus seiner Sicht nicht notwendig denn schließlich kann er selbst nichts für die Befruchtungsrate... Von daher - freut euch! Ich wünsch euch ganz viel Glück!
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Re: Frische Eizellen wirklich besser?

Postby Ruth on 10 Jan 2017, 22:50

Uns wurde beim Erstgespräch für die zweite ICSI etwas Ähnliches gesagt. Offenbar soll es sich positiv auf die Einnistung auswirken, wenn die GMS sich quasi unter natürlichen Bedingungen aufbauen kann. Ganz brutal gesprochen: Lieber einen Zyklus lang züchten und dann im nächsten Zyklus transferieren. In dem Zusammenhang sprach der Doc aber auch davon, die Embryonen sehr schnell auf die Kühltemperatur zu bringen - hab gerade die genaue Bezeichnung nicht parat. Üblicherweise wird aber wohl Schritt für Schritt runtergekühlt. Wie auch immer - ich drücke Dir die Daumen, dass alles gut klappt! LG
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