Schwanger mit 45 und älter

Schwanger mit 45 und älter

Postby Agnes.frankes on 14 Jul 2017, 23:46

Hallo zusammen. Wie ihr weißt, hatte ich das unglaubliche Glück, vor fast 1 Jahr Mutter von einem tollen EZS- Kind aus Ukraine zu werden. Die SS war unkompliziert, ich habe bis 1 Woche vor der Geburt voll gearbeitet und fühle mich mit 45 Jahren noch jung und fit. Nun gibt es noch 5 Kryos und wir werden den Versuch wagen, ein Geschwisterchen zu bekommen. Da wir unserem Kind und Umfeld nichts von der EZS erzählen wollen, möchte ich wissen, ob es allenfalls Frauen im gleichen Alter gibt, die ebenfalls nichts von der EZS erzählt haben. Wie reagiert euer Umfeld? Ist eine SS in diesem Alter überhaupt noch glaubwürdig? Herzlichen Dank
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Re: Schwanger mit 45 und älter

Postby Nala on 14 Jul 2017, 23:51

Ich bin zwar 30 aber ich möchte dir dennoch antworten. Meinen Sohn habe ich mit 18 bekommen und damals wäre niemand auf die Idee gekommen dass ich seine Mutter sein könnte. Alle dachten dass ich die große Schwester sei und meine Mutter (damals 42) habe einfach einen Nachzügler bekommen ;-) Seit nunmehr 12 Jahren lebe ich in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. Alles an mir ist eher konservativ; verheiratet, Kind, bodenständiger Job, Haus, Hund... Der einzige Unterschied zu normalen Paaren ist, dass mein 2. Sohn dank Leihmutter auf dieser Welt gekommen ist. Niemals ist darüber offen gelästert worden. Sowas passiert nur hinter dem Rücken. Aber, weißt du was? Das ist mir völlig egal! Es ist einzig und allein mein Leben und meine Entscheidungen, in welchen ich mich zu Hause und glücklich fühle! Und genauso solltest du das auch sehen. Im KiWu ist (bei Frauen) 40 Jahre leider immer noch die magische Grenze. Danach wird es spitze Bemerkungen geben, egal ob du eine Vorzeigemama bist oder nicht. Doch die wenigstens werden dir ihre persönliche Meinung ins Gesicht sagen. Und wenn schon? Es ist dein Leben, deine Kinder, dein Glück! Ich drücke dir ganz feste die Daumen dass du bald mind. 2- fache Mama sein wirst!
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Re: Schwanger mit 45 und älter

Postby sofi_e on 14 Jul 2017, 23:53

Natürlich ist eine Schwangerschaft mit 45 noch glaubwürdig. Warum denn nicht? Es bekommen doch nicht nur junge Hühner auf natürlichem Wege Kinder. Physiologisch gesehen mit Ü40 absolut möglich, nur etwas seltener. Zum Glück ist nicht jede Frau mit so schlechten Genen gesegnet wie die meisten hier im Forum. Hier konzentriert sich nunmal dieses Problem.
Die Zeiten, in denen Ü-40-Frauen schief angesehen wurden, sind zum Glück fast vorbei. Ich habe meine Zwillinge mit 42 bekommen, mein Mann ist über 50. Es gab null negative Reaktionen. Wir wurden auch nie gefragt, ob wir die Großeltern seien. Und wenn, dann wäre es mir auch egal gewesen. Ich denke, bei Gianna Nanini (Mutter mit 54) glaubt kein Mensch mehr an eigene Eizellen. Aber der ist es auch schnuppe. Und das ist auch gut so.
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Re: Schwanger mit 45 und älter

Postby Fuchs on 14 Jul 2017, 23:56

Also 40 Jahre ist die magische Grenze des Kinderkriegens in unserer Gesellschaft. Wenn du 41 oder 42 bist, fällst du schon durchs Raster. Ich denke unsereins wird die Schwangerschaft mit eigenen EZ eher als unwahrscheinlich ansehen, das aber, weil wir uns seit Jahren mit dem Thema künstliche Befruchtung, EZS, EMS auseinandersetzen. Da wird man schon hellhörig, wenn eine Frau mit 40+ schwanger ist. Andere Frauen außerhalb dieser Leidens Zone, die ratz fatz immer schwanger geworden sind (evtl. aber auch jünger sind) machen sich darüber keine Gedanken. Sie machen sich eher Gedanken, ob es ethisch und moralisch vertretbar ist, dass ein Kind noch so alte Eltern haben soll, nicht aber, ob du die genetische Mutter bist oder nicht. Ob du aufklären möchtest oder nicht, ist ein ganz anderes Thema, was für mich nicht grundsätzlich mit dem Alter zusammenhängt. Für mich gibt es hier nur schwarz oder weiss - keine Grauzone. Denn wenn es das Kind weiss, wissen es alle - Familie, Nachbarn, Kindergarten etc... Kinder plaudern Familien Geheimnisse zu gerne aus und können so etwas nie für sich behalten. Das können Eltern bestätigen, die (unabhängig vom Thema EZS) Kinder großgezogen haben. Die kannst du fragen, alles andere ist theoretisch. Ich wünsche dir bei deinen Kryos alles gute
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Re: Schwanger mit 45 und älter

Postby naDin on 14 Jul 2017, 23:58

Ich spreche leider nicht aus Erfahrung... hier nur ein paar Gedanken von mir. Könnte mir vorstellen, dass es Unterschied macht in welchem Umgebung man lebt (Stadt/Land), auch wie man aussieht (es gibt 50Jährige die sehen wie 40 aus und umgekehrt), was für ein Typ man ist. Ein gutes Ego schadet sicherlich nicht. Eine alte Freundin meinte mal zu mir "Na, Du willst ja wohl nicht mit 42 noch Mutter werden", die Gute hat notabene ihre Kinder einfach so bekommen. Und wir wachsen da ja auch irgendwie rein... niemand hat sich das wohl so gewünscht. Schlussendlich ist's Dein Leben! Wie gesagt, ich habe keine Erfahrung (noch nicht), aber in meinem Umfeld müsste ich mir wohl ein paar komische Sprüche anhören. Wie ich damit umgehen würde? Ich weiß nicht. Alles Liebe und hol die Kryos!
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Re: Schwanger mit 45 und älter

Postby Windchen210 on 15 Jul 2017, 00:00

Wie schon so oft geschrieben ist, das Thema Eizellspende in unserer Gesellschaft nicht so präsent. Wird es wohl aber in den nächsten Jahren werden. Generell stelle ich im Freundeskreis fest (die wurden alle ruckzuck schwanger), dass 40 da schon eine Grenze ist. Ganz kann ich das nicht nachvollziehen, wohne in der Großstadt und alle Freundinnen haben erst mit 35+ das erste Kind bekommen. Und jetzt jaulen sie rum, dass sie noch kein 2. Kind wollen aber wenn sie noch 2 Jahre warten mit 38, 39 oder 40 zu alt sind. Das macht man dann nicht mehr. So alte Eltern, die Gefahr des Down Syndroms etc. Ich kann das nicht so ganz nachvollziehen und dachte eigentlich mein Bekanntenkreis ist moderner. Aber es scheint immer noch ein großes Tabu zu sein. Für Frauen, von Frauen. Der Mann ist da völlig ausgeblendet. Der darf ruhig 42 sein. Mein Sohn ist manchmal bei einer Tagesmutter, die mir hilft. Sie hat 7 Kinder im Alter von 35 bis 8. Sie selbst ist 57 Jahre alt. Bei dem vorletzten Kind war sie 40, beim letzten Kind 48. Sowas gibt es und die hat bestimmt keine Eizellspende gemacht. Das gleiche vermute ich sogar bei Ute Lemper (obwohl die wohl das Geld dazu hätte, aber wenn man schon drei Kinder hat kann ich mir schwer vorstellen beim 4. eine EZS zu machen). Lasst Euch nicht entmutigen. Als es noch keine Verhütung gab war es wohl völlig normal, dass da mit über 40 noch ein Kind kam.
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Re: Schwanger mit 45 und älter

Postby trixis on 15 Jul 2017, 00:01

Also die Mutter einer Freundin von mir hat vor ein paar Jahren, mit 47, in ihrer zweiten Ehe eine Tochter bekommen und kein Mensch kam auf die Idee zu denken, dass es eine EZS ist. Ich glaube auch nicht, dass es eine EZS war, weil das Kind der Mutter extrem ähnelt. Und dann noch eine Geschichte: Meine Therapeutin erzählte mir, dass sie einst mit ihrem Baby, vor ca. 30 Jahren, in einem polnischem Kreissaal lag wo eine Frau gleichzeitig mit ihrer 50 jährigen Mutter gerade entbunden hatte. Also möglich ist so einiges! Es gibt aber auch etwas zwischen EZS und natürlicher Schwangerschaft: In Israel macht man bei den IVF-Versuchen von über 40 jährigen Frauen immer den PID-Test und angelt die gesunden Embryonen raus und transferiert sie. Das ist in Deutschland so verboten. Genau deshalb kann man aber in Israel ziemlich viele ältere Mütter sehen, deren Babys ihnen sehr ähnlich sehen. Das wäre eine Variante die auch Du durchgegangen sein könntest!
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Re: Schwanger mit 45 und älter

Postby Bibolina on 15 Jul 2017, 00:04

Bei uns in der Großstadt ist die EZSP gerade bei den Paaren, die spät Kinder bekommen (um die 40) ein großes Thema. Im Geburtsvorbereitungskurs und in der Rückbildung wurde ich gleich und ganz direkt angesprochen, ob die Kinder von mir sind, oder von einer Spenderin. Viele Frauen heute wollen immer später Kinder, und dann stellen sie fest, dass es nicht mehr so einfach ist. Die lesen dann im Internet und landen über kurz oder lang bei der Eizellspende und bekommen dann Panik. Bei den jüngeren haben sich diese Dramen auch schon rumgesprochen. Aus diesem Grund weiß heute eigentlich fast jeder unter 45 von der EZSP. Für ältere Menschen ist das nicht so ein Thema, sie ahnen nichts, finden es höchstens unschicklich. Da das mit der EZSP jetzt bei fast allen Paaren mit Kinderwunsch bekannt ist, sind die Frauen, die es schließlich schaffen, mit 40 selbst noch mal schwanger zu werden, auch gleich sehr stolz auf diese Leistung sind und binden einem gleich auf die Nase, dass ihre Kinder später jeden Gentest machen lassen können, denn sie wären die echte Mutter. Besonders, wenn sie vermuten, man selbst hätte eine EZSP. Dann heißt es immer leutselig "dein Kind sieht dir aber so gar nicht ähnlich! Muss wohl nach dem Vater kommen." Dann schauen sie sich an und grinsend vielsagend. Eine Mutter sagte mir sogar, sie glaube, dass der Gentest in wenigen Jahren ein "Qualitätssiegel" werden würde. Also, hier glaubt keiner mehr, dass eine 45jährige noch natürlich schwanger wird. Selbst wenn es tatsächlich ausnahmsweise mal wirklich der Fall sein sollte, würde ihr eine EZSP unterstellt. Die erste Frage ist oft: "Du bist ja auch schon eine ältere Mutter, oder?" "In diesem Alter machen ja viele eine EZSP." Es wird hinter dem Rücken getuschelt, Aussehen verglichen etc. Deswegen habe ich beschlossen, offensiv mit der Sache umzugehen.
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Re: Schwanger mit 45 und älter

Postby kühn on 15 Jul 2017, 00:07

Ich werde auch öfters gefragt, ob ich IVF gemacht habe wegen der Zwillinge. Ich finde es eine sehr persönliche Frage, die nur sehr nahe Freunde stellen dürften. Aber im Grunde genommen typisch: Statt Solidarität unter Frauen gibt es wieder mal in vielen Fällen kritisches Beäugen und gegenseitiges Niedermachen. Sehr schade. Das ist solch eine Sache, die einen sehr bewegt. Man ist traurig ohne Kind, man ist glücklich, doch eins bekommen zu haben. Das Glück müssten wir uns doch gegenseitig gönnen und uns in Traurigkeit und Nöten beistehen. Das mit dem Qualitätssiegel ist im Prinzip faschistisch. Sehr gruselig. Es spricht auch dafür, das im Leben der betreffenden Person was nicht stimmt. Ich persönlich muss mir eine gute Antwort bereitlegen für solche Situationen, damit ich ohne emotional involviert zu werden einfach schnell antworten kann und peng. Vielleicht werde ich einfach sagen: "Ich bin sehr glücklich mit meinen Kindern und liebe sie über alles. Schwierig auch, wie man das den Kindern sagt und wann. Und was passiert, wenn sie es wissen. Wer es dann alles weiß und wie damit umgegangen wird. Ich habe auch Sorge, viel über das Thema "Ausbeutung der Spenderin" sprechen zu müssen. Eine Freundin hat mich da mal relativ aggressiv mit angesprochen. Ein bisschen gutmenschlich, wenn man mich fragt. Ich würde, davon abgesehen, gerne einen Dankesbrief an die anonyme Spenderin schreiben, auf Ukrainisch. Ich bin so, so glücklich mit meinen Kindern! Dank Eizellspende.
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Re: Schwanger mit 45 und älter

Postby eva2Abel on 15 Jul 2017, 00:11

Wie offen man mit dem Thema der Eizellspende umgeht ist eine wichtige Frage. Manchmal denke ich das Einfachste ist, sich nicht so sehr um die Meinung und Vorurteile der anderen zu scheren - die gibt es immer, z.B. auch gegenüber älteren Schwangeren - einfach machen, wovon man überzeugt ist. Ich persönlich liebäugle damit, vorerst nur die künstliche Befruchtung publik zu machen. Dass die Eizelle nicht meine eigene war, ist ein weiteres Detail, das kann man immer noch erzählen, wenn das Kind mal nachfragt. Ich persönlich finde sowieso in D wird viel zu viel Getöse um die Genetik gemacht. In meiner Familie gibt es gute und nicht so gute Sachen, die in den Genen stecken könnten. Mein Thema ist aber gerade ein anderes. Ich bin in 34. SSW und hatte bisher eine nicht ganz so tolle SS, weil zuerst wegen meiner Diagnose viel Unsicherheit von Seiten der Ärzten verbreitet wurde. Nun stellt sich die Frage der Geburt... und mehrere Ärzte sagen, dass es in meinem Alter (45) schwieriger ist eine natürliche Geburt zu haben, sie raten mir eher zu einem Kaiserschnitt... Andererseits sagt mein behandelnder Arzt, dass er - wenn er nicht wüsste wie alt ich bin - nicht Auffälliges feststellen könnte, das auf mein fortgeschrittenes Alter schließt. Statistiken gibt es freilich keine, denn nach wie vor sind Erstgebärende mit 45 wohl die große Ausnahme im Krankhausalltag. Ich würde gerne mal wissen, wie ihr das so gehandhabt habt. Ich habe bloß Angst, dass mir die Migräne dazwischenfunkt und ich nicht genug Kraft habe... denn den Unterschied zu 30 merke ich ehrlicherweise schon, auch wenn ich nicht aussehe wie 45 - aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Andererseits bin ich vom Kaiserschnitt auch nicht gerade begeistert. Wie war es denn bei euch so?
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