Fehlgeburt und Gefühle

Re: Fehlgeburt und Gefühle

Postby eva2Abel on 03 Oct 2017, 21:05

Ich habe vor 11 Tagen mein Kind verloren - in der 20 SSW und kann es gar nicht fassen. Auch ich habe erstmal nur still mitgelesen- alles aufgesaugt, was es über Fehlgeburten so gibt, um zu begreifen... Funktioniert nur eingeschränkt. Ich hatte einen vorzeitigen Blasensprung und das Kind wäre nicht mehr zu retten gewesen. Den Horror mit Blutungen hatte ich auch. Bei meiner ersten SS endete diese mit sehr starken Blutungen, so dass ich vorzeitig entbunden habe, meinem Sohn geht es Gott sei Dank gut. Aber jedes Mal wenn ich die Mens bekam, ging das Trauma wieder los. Jetzt bei der zweiten SS habe ich auch mehrmals so stark geblutet, dass es kurz vor knapp stand. Leider ging es dann ja auch nicht mehr weiter. Ich hoffe, dass man irgendwann wieder normal denken kann und nicht das Gefühl hat im falschen Film zu sein. Ich drücke uns die Daumen, dass wir vielleicht doch noch ein Kind bekommen. Meine kleine Tochter bleibt aber für immer in meinem Herzen und hat auch einen Namen. Mein Mann und ich werden einen Brief schreiben und die Ultraschall Bilder bis auf eines verbrennen und die Asche auf einem kleinen Papierboot schwimmen lassen.
Liebe Grüße und viel Kraft
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Re: Fehlgeburt und Gefühle

Postby tilda on 18 Dec 2017, 22:10

Erst Mal verstehe ich sehr gut, wie weh dir das alles tut. Ich denke je weiter fortgeschritten die SS, umso schlimmer wird das körperliche Erleben dieses schrecklichen Verlustes. Hab mein Sternchen in der 8. SSW verloren. Wäre mit knapp 37 mein erstes Kind gewesen. Das Ganze ist jetzt etwa drei Monate her und ich leide immer noch sehr darunter. Auch die Sache mit den Blutungen kann ich nachvollziehen. Hab jetzt schon Panik, dass ich, sollte ich wieder schwanger sein, irgendwann beim Klo gehe Blut verliere. Das war so ein unerwarteter Schock - und im gleichen Augenblick wusste ich - das war’s!! Auch wenn alle rundherum mir gut zugeredet haben, ich hab es gespürt. Bei mir hat sich die Regel jetzt wieder eingependelt. Hatte aber auch die ersten beiden Monate Zwischenblutungen. Das Gen meinte, es wäre möglich, dass bei der Ausschabung Gewebsreste vergessen wurden. Würde mich an deiner Stelle diesbezüglich untersuchen lassen. Fühl dich gedrückt und viel Kraft!
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Re: Fehlgeburt und Gefühle

Postby trixis on 10 Feb 2018, 20:12

Mir fehlen echt die richtigen Worte, und es durchgeht mich ein Schauer wenn ich deine schlimmen Erfahrungen lese, es tut mir wirklich unendlich leid und dir wird es wohl noch immer nicht gut gehen! Es hört sich vielleicht ungerecht an, aber ich bin froh, das euer Kind euch diese schmerzhafte Entscheidung abgenommen hat, so blieb euch diese schlimme Entscheidung erspart...es tut mir so leid. Nehmt ihr irgendwelche Hilfe in Anspruch? Ich denke dass ihr durch solch ein Erlebnis und furchtbare Zeit nicht alleine weiter gehen müsst. Wie du selbst sagst, hat dich alles sehr traumatisiert ich würde es mir echt für dich wünschen wieder Kraft zu schöpfen.
Ich habe im März unseren Sohn in der 16 SSW still geboren. es war unbegreiflich, was damals passiert ist. es sind knapp zwei Jahre um und ich kann dir sagen, die Gefühle verändert sich, werden weniger schmerzhaft, es dauert aber lange...
Ich habe damals psychologische Hilfe in Anspruch genommen und bin heute sehr froh darüber. wenn du wirklich überfordert bist und das ist man nach so einem Erlebnis, scheue nicht zum Arzt zu gehen. Mir haben viele Gespräche mit meinem Mann geholfen, der bei der Geburt dabei war und wir haben unseren Sohn beerdigt, das war für uns auch sehr wichtig. falls ihr das nicht tun konntet, könnt ihr eurem Kind einen besonderen Platz geben, auch das hilft...ich weiß, dass es für dich derzeit unvorstellbar ist, dass der schmerz nachlässt, auch ich habe das so gefühlt, aber die Zeit hilft...und es ist auch wichtig, dass du diesen schmerz zulässt, die Trauer hilft und reinigt und auch wenn man es nie begreifen kann, man kann es vielleicht irgendwann annehmen...
ich drücke dich ganz fest... lieben Gruß und ganz viel neue Hoffnung
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Re: Fehlgeburt und Gefühle

Postby Siri on 05 May 2018, 23:28

Ich finde es wirklich gut, dass du jetzt deine Beziehung hinterfragst und nicht wie viele andere einfach darüber hinweg siehst und die Probleme ignorierst. Denn viele denken, ach das kommt von der MA, und machen einfach weiter wie zuvor. Bekommen dann ein Kind und merken, dass es doch nicht die MA war, die sie so aus dem Gleis geworfen hat.
Mein Rat an dich: Sprich mit deinem Mann über deine Probleme und deine Gefühle. Hör dir an, was er zu sagen hat. Oft geht es den Männern ähnlich, sie reden nur nicht drüber. Sie sind halt keine Frauen. Ich hoffe für dich, dass ihr einen Weg für euch findet oder jeder einen eigenen mit dem er gut leben kann. Was anderes wird dir wohl keiner raten. Ich wünsch dir jedenfalls alles Gute und viel Glück, egal welchen Weg du gehen willst.
Wenn du ihn aber gehst, dann geh ihn so, dass du jederzeit zurück schauen kannst und sagen kannst, ich bereue nichts (das hat Marlene Dietrich gesagt und ich finde es passt fast zu jeder großen Entscheidung die man treffen muss). Alles Liebe
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