Männer bei der Geburt

Re: Männer bei der Geburt

Postby Pika4u on 13 Apr 2016, 18:38

ich würde nachfragen (und zwar möglichst ruhig, es scheint dich schon sehr getroffen und aufgebracht zu haben) was seine wirklichen sorgen und Beweggründe sind.
ganz ehrlich sind Männer nicht zum gebären gemacht. es gibt einige, die machen das wirklich toll und können das, aber ich würde es nicht grundsätzlich von einem Mann erwarten.
für sie ist es ganz schlimm, ihre Frau so zu sehen und ihr nicht helfen zu können.
Für mich selbst hat das auch nichts mit im stich lassen oder Respektlosigkeit zu tun, wenn sich das ein Mann ehrlich nicht zutraut. Mein Mann war bei der ersten Geburt dabei. wir wollten das beide so. aber er war mir keine Hilfe, weil ihn die Situation viel zu sehr mitgenommen hat.
er war sogar ballst für mich.
Das hatte zur folge, dass ich ihm zur zweiten Geburt sagte, dass ich ihn nicht mehr dabei haben will. Er war erleichtert. Von zwang halte ich nichts. die zweite Geburt hab ich mit mir ausgemacht, er kam dann nur zur eigentlichen Geburt, also so die letzten 3 min dazu. das war zu der zeit passend für uns.
stressig und emotional war es für ihn trotzdem. er wusste ja, dass ich ein Kind gebäre, auch wenn er nicht neben dran gesessen hat.
Für die dritte Geburt habe ich meine Schwester. aber auch meinem Mann gesagt, dass es sein kann, dass ich ihn wieder dabei haben möchte. ich werde ihn genau vorbereiten, was ich will udn er ist bereit, das zu leisten, aber nicht wild drauf.
das ist alles ok.
Ich würde also, wenn dir das wichtig ist, vom Mann genau wissen wollen, was seine bedenken sind und dann sehen, welche davon man ausräumen kann (vielleicht braucht er nur das wissen, was genau passiert, also z.B. mechanisch)
Du darfst auch traurig und enttäuscht sein, wenn du das Gefühl hast du brauchst ihn (ich halte nichts von der Einstellung dass der Mann das gefälligst mit ausbaden soll.) und er denkt er kann das nicht für dich leisten.
Aber das gibt es wirklich, dass Männer dann traumatisiert sind. Dann hast du auf lange Sicht nichts davon, wenn er sich breitschlagen lässt. Ich würde auch ein gemeinsames Gespräch mit der Hebamme empfehlen, die da sicher weiterhelfen und vermitteln kann.

LG
Pika4u
 
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Re: Männer bei der Geburt

Postby Ruth on 13 Apr 2016, 18:41

Manche Männer sind mit der Situation einfach total überfordert und verkraften das nicht. Redet in ruhe darüber warum er mich möchte etc. aber bitte zwing ihn nicht!!
Bei der ersten Geburt hatten wir überhaupt nicht konkret drüber geredet ob er mit geht oder nicht. Das war irgendwie klar. Allerdings hat meinen Mann die Geburt heftig mitgenommen! Dieses 'nichts-tun-können' war für ihn einfach zu viel. Er war total geschockt! Er hatte lange das bild im kopf als ich so da lag und jeder an mit rumriss. Auch mein panischer Blick hat ihm mega zugesetzt. Er verglich das immer mit einem 'opfer-blick' bei Unfällen etc.
Unsere Beziehung wäre fast kaputt gegangen, da er mich danach einfach ganz anders wahr genommen hat! Für die zweite Geburt jetzt steht direkt fest das er bei spontan nicht dabei ist. Sollte es eine geplante Sectio werden geht er mit in den op.
Ich würde ihn NIEMALS zwingen, mit zur geburt zu gehen! Und das hat auch der nichts mit drücken vor pflichten oder so einen schmarrn zu tun!
Solltest du - entgegen dem willen deines Mannes - darauf bestehen dann kann das ganze auch im Nachhinein echt böse enden! Und eine wirkliche Hilfe ist er dir wahrscheinlich auch nicht.
Ruth
 
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Re: Männer bei der Geburt

Postby Siri on 13 Apr 2016, 18:43

Ich würde das auf jeden Fall noch mal in Ruhe ansprechen und ihm dann auch mitteilen, dass es dich traurig macht, wenn er nicht mitkommen möchte. Dass du es nicht als respektlos empfindest, wenn er bei der Geburt dabei ist, sondern dass du dir gerade seine Nähe wünschen würdest. Das Argument, ein Verhalten sei respektlos, zieht ja nur dann, wenn der andere es auch so empfindet. Es bedeutet ja gerade, dass man den anderen wertschätzt und deswegen sein eigenes Verhalten anpasst. Wenn du ihm also sagst, dass es dir wichtig wäre, dass er auch zu dir hält, wenn es dir nicht so gut geht, er deine Hand hält, dann wäre das ja gerade ein Zeichen seines Respekts.
Ist es denn zwischen euch schon öfter so gegangen, dass ihm vielleicht der "äußere Schein" wichtig ist, während du mehr auf Gefühle und innere Werte achtest? Ich würde das Thema auf jeden Fall ansprechen und auch (im Gegensatz zu anderen Stimmen hier) riskieren, dass die Beziehung darüber kaputt geht. Das wäre natürlich in deiner Situation ungünstig, aber falls es tatsächlich dazu kommen sollte, dann hat eure Beziehung schon vorher Risse gehabt, und es wird dir nicht guttun, wenn du mit einem Typen zusammenbleibst, mit dem du über die wichtigen Dinge im Leben nicht sprechen kannst.
Ich denke, bei einem offenen Gespräch kommt sicher raus, was das wirkliche Problem ist. Ob er dir durch sein Fernbleiben wirklich Respekt erweisen möchte (das ist ja positiv!), ob er sich hilflos fühlt usw. Wenn ihr euch gegenseitig wertschätzt, wird euch sicher eine Lösung einfallen.
Falls er Angst hat, kannst du (oder die Hebamme) ihm in einigen Punkten vielleicht die Angst nehmen, er könnte sich psychologische Hilfe suchen oder du entscheidest dich, dann doch lieber eine andere vertraute Person dabei zu haben.
Mit Sicherheit ist es aber nicht günstig, einen Typen bei der Geburt dabei zu haben, der dann letztendlich stört (in welcher Hinsicht auch immer) oder aber zähneknirschend in die Geburt zu gehen, weil er nicht dabei ist.
Von daher: Unbedingt die Situation vorher klären und deinen Frieden mit dem Ergebnis schließen.
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Re: Männer bei der Geburt

Postby yourAngel on 13 Apr 2016, 18:47

Also, ich danke erstmal allen die mir geantwortet haben! Ich habe mal versucht, am nächsten Abend mit ihm darüber zu reden, indem ich ihm erzählt habe, dass meine Freundin ihr Mann auch dabei war und meine Freundin glücklich darüber, da ihr Mann eine große Hilfe war und der Mann auch das er dabei sein konnte! Aber als Antwort kam natürlich nur ja mehr nicht, ich zwinge meinen Partner überhaupt nicht dabei zu sein, nur erwarte ich eigentlich, dass er mich da unterstützt. Er ist doch mein Mann, warum nicht, und dafür will ich auch nicht, dass er vorne dran steht und alles genau sieht aber er könnte hinter mir stehen und meine Hand halten oder wie manche Männer meinen Rücken unterstützen. Im Gegenteil jetzt ich bin so enttäuscht von seiner Meinung das ich gar nicht mehr will, dass er dabei ist… ich werde es alleine versuchen, egal wie es muss ja irgendwie raus. Aber das Argument wie respektlos kann ich nicht verstehen, den wenn er mit mir schläft ist auch nichts respektlos oder? So ein Unsinn ja mein Mann ist ein ich sage mal moderner Südländer der total international ist deshalb versteh ich seine Meinung dazu nicht. Vielleicht wäre ich nicht sauer wenn es sagen würde du Schatz ich kann sowas nicht ich kann das nicht sehen oder so dann würde ich es ja verstehen aber mit respektlos verstehe ich es nun mal nicht. Wenn ich ihm sage „Schatz ich habe etwas Angst vor der Geburt, ob ich das schaffe“, das er immer „ja ja das schaffst du allen Frauen schaffen es, du bestimmt auch“ dann denke ich mir ja toll und schon wird von seiner Seite auch gar nicht weiter darüber geredet. Ich habe mir jetzt gesagt ich sage darüber nichts mehr entweder er wird wenn es so weit ist mit rein kommen oder er lässt mich alleine rein fertig.
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Re: Männer bei der Geburt

Postby tilda on 13 Apr 2016, 18:50

Männer haben oft ein Problem damit, wenn sie während der Geburt ihrer Frau nicht helfen können, wenn sie sich der Situation ausgeliefert fühlen, ohnmächtig. Besonders schlimm kann es sein, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, die Hebamme und der Arzt rasche Entscheidungen treffen müssen und der Mann das Gefühl hat, er kann seine Frau und sein Kind nicht beschützen. Manche Männer berichten nach solchen Erfahrungen, dass sie bestimmte Bilder nicht aus dem Kopf kriegen und dass ihnen solche Eindrücke lange Zeit Probleme machen.
Ich rate Ihnen daher: Setzen Sie Ihren Mann nicht unter Druck. Sprechen Sie gemeinsam über seine Ängste und seine Beweggründe und treffen Sie miteinander eine Entscheidung. Beziehen Sie Freunde oder Familie in diese Entscheidung wenn möglich nicht mit ein, weil diese oft eher Druck aufbauen, dass ein Mann heutzutage bei der Geburt dabei sein sollte.
Wenn Ihr Mann seine Angst erkennt und mit Ihnen darüber spricht, dann finde ich das eigentlich eher tapfer von ihm. Wenn er dann im Gespräch mit Ihnen – und zum Beispiel auch im Lauf eines guten Geburtsvorbereitungskurses – seine Angst loswerden kann, dann ist das gut, und die Geburt wird für Sie beide ein gutes und starkes Erlebnis sein. Wenn ihm das nicht gelingt, dann empfehle ich Ihnen, eher eine andere Person Ihres Vertrauens als Stütze zur Geburt mitzunehmen.
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Re: Männer bei der Geburt

Postby tilda on 10 Sep 2017, 23:47

Habe zwar noch kein Kind, bin aber trotzdem ziemlich entsetzt über Deinen Mann. Ich finde es ausgesprochen egoistisch von ihm, dass er in so einer Zeit, in der es schließlich in erster Linie um Dich und Euer Baby geht, so wenig an Deine Bedürfnisse denkt. Klar ist das nicht so angenehm, seiner Frau dabei zuzusehen, wie sie leidet, aber schließlich kannst Du es Dir ja auch nicht aussuchen, ob Du mit in den Kreissaal willst. Ich finde, dass ist ein massiver Vertrauensbruch, schließlich habt Ihr Euch versprochen, einander in guten und schlechten Zeiten beizustehen. Der Satz „Ausgenommen sind Situationen, in denen es unangenehm wird oder man Blut sehen muss“. kommt meines Wissens nach nicht im Eheversprechen vor. Ich würde ihn knallhart mit diesem Aspekt der Sache konfrontieren. Und wenn er das nicht will - bist Du Dir sicher, dass Du ihn überhaupt brauchst, wenn er Dir bei einer solchen Sache schon nicht beisteht? Wozu dann überhaupt einen solchen Ehemann? Drücke Dir die Daumen, dass Du alles gut überstehst.
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Re: Männer bei der Geburt

Postby Bibolina on 10 Oct 2017, 22:08

Habe zwar noch kein Kind, bin aber trotzdem ziemlich entsetzt über Deinen Mann. Ich finde es ausgesprochen egoistisch von ihm, dass er in so einer Zeit, in der es schließlich in erster Linie um Dich und Euer Baby geht, so wenig an Deine Bedürfnisse denkt. Klar ist das nicht so angenehm, seiner Frau dabei zuzusehen, wie sie leidet, aber schließlich kannst Du es Dir ja auch nicht aussuchen, ob Du mit in den Kreissaal willst. Ich finde, das ist ein massiver Vertrauensbruch, schließlich habt Ihr Euch versprochen, einander in guten und schlechten Zeiten beizustehen. Der Satz „Ausgenommen sind Situationen, in denen es unangenehm wird oder man Blut sehen muss“ kommt meines Wissens nach nicht im Eheversprechen vor. Ich würde ihn knallhart mit diesem Aspekt der Sache konfrontieren. Und wenn er das nicht will - bist Du Dir sicher, dass Du ihn überhaupt brauchst, wenn er Dir bei einer solchen Sache schon nicht beisteht? Wozu dann überhaupt einen solchen Ehemann? Drücke Dir die Daumen, dass Du alles gut überstehst.
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