Gibts noch Hoffnung?

Re: Gibts noch Hoffnung?

Postby Pika4u on 29 Aug 2016, 17:35

Ich habe gerade die 3. Fehlgeburt hinter mir und bin noch vollkommen verzweifelt. Ich habe meinen Partner sehr spät kennengelernt und bin mittlerweile 41 Jahre. Meine erste Fehlgeburt hatte ich vor 2 Jahren. Da war ich aber erst in der 7. Woche. Ich war damals noch nicht einmal beim Frauenarzt, aber ich hatte einen positiven Test und musste aufgrund strarker Rückenbeschwerden ins Krankenhaus. Dort hat der Arzt in der Notaufnahme einen Ultraschall gemacht und schon einen kleinen Zellhaufen gefunden. 2 Tage später hatte ich Blutungen. Ich bin dann wieder schwanger geworden. Bei der ersten Untersuchung in der 7.SSW war alles in Ordnung. Mein Freund und ich haben uns so gefreut und schon Pläne geschmiedet. Bei der nächsten Untersuchung konnte meine Frauenärztin keine Herzaktiviät mehr festsellen und es war auch viel zu klein. Ich war erst einmal fix und fertig. Wir haben nach der Ausschabung einen Zyklus gewartet, dann haben wir wieder probiert. Und ich hatte wieder einen positiven Test. Da war wieder alles in Ordnung. Und wieder haben wir uns sehr gefreut und waren so voller Hoffnungen. Dann hatte ich. Blutungen. Die Ärztin meinte, es ist alles in Ordnung. Das Baby war schön gewachsen und hatte eine Herzfrequenz von 129. Ich musste dann bis zu meinem nächsten Frauenarzttermin. Bettruhe einhalten. Dann zum Termin wieder keine Herzaktivität mehr. Das Baby war weiter gewachsen, hatte aber Wassereinlagerungen unter der Haut. Die Ärztin meinte, das kann ein Hinweis auf einen Chromosomendefekt sein. Das Baby war wohl erst in den letzten 1-2 Tagen gestorben. Wieder Ausschabung. Momentan bin ich noch krank geschrieben. Ich habe große Angst wieder auf Arbeit zu gehen, denn ich arbeite in einer Kinderarztpraxis. Beim letzten Mal wurde es noch einmal so richtig schlimm als ich wieder mit arbeiten anfing.
Ich mache mir nun große Sorgen, ob ich überhaupt ein Baby bekomme. Ich bin ja leider nicht mehr so jung, und dann ist das Risiko von Fehlbildungen größer. Ich habe Mitte September einen Termin in der Ukraine, weil ich über Eizellspende denke. Ich will einfach die Hoffnung nicht ganz aufgeben.
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Re: Gibts noch Hoffnung?

Postby omega on 29 Aug 2016, 17:43

Ich bin zum zweiten Mal verheiratet und 39 Jahre alt, habe schon zwei große Kinder aus erster Ehe und nach langen Untersuchen etc. auch eine 4 jährige Tochter mit meinem 2. Mann, wir wollten immer ein Geschwisterchen für sie.
Bevor sie kam wurde bei mir festgestellt, dass ich Verwachsungen an den Eileitern hatte, die entfernt wurde, und das ein Eileiter defekt und der zweite nur bedingt durchlässig ist. Nach dieser Diagnose (vorher versuchten wir 2 Jahre schwanger zu werden) ging es dann recht schnell und alles verlief problemlos. Nun versuchen wir schon seit 1,5 Jahren ein Geschwisterchen zu bekommen und hatten bisher schon 3 Fehlgeburten, nach der 2. wurde eine Gerinnungsstörung festgestellt (Faktor V Leiden Mutation heterozygot), ich sollte bei der 3. Schwangerschaft dann ASS nehmen, Heparin sei nicht notwendig sagte einer der vielen Ärzte bei dem ich war, und in der 7. SSW haben wir unser Baby wieder verloren. Ich bin völlig am Boden zerstört. Habe aber vom Frauenarzt eine Überweisung zur Beratung und evtl weiteren Behandlung für eine Uniklinik bekommen. Mein Mann ist wenig begeistert, sieht unsere Ehe gefährdet, und möchte das nicht mehr mitmachen, weil er nicht will, dass ich weiter leide, aber ich leide auch darunter, dass ich diesen Wunsch aufgeben soll.
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Re: Gibts noch Hoffnung?

Postby Nala on 29 Aug 2016, 17:48

Es tut mir sehr leid, was Du alles mit machen mußtest. Wie du Dich gefühlt hast, kann ich sehr gut nachvollziehen! Hatte selbsteine Fehlgeburt und jetzt im Mai dieses Jahres wurde eine Eileiterschwangerschaft festgestellt. Es gibt Tage da möchte ich mich nur daheim verstecken! Es tut so weh und ich habe so Angst, dass ich nie ein Baby bekommen kann. Bei meiner Tante wars so...Mein Freund und ich sind erst seit 2 Jahren zusammen, also kann es nur an mir liegen. Jetzt wurde mir auch Blut für diverse Tests abgenommen, bin schon sehr auf das Ergebnis gespannt! Im September heiraten wir und danach wollen wir es wieder probieren. Es ist immer wieder toll, Geschichten von positiven Enden zu hören. Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Glück der Welt!
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Re: Gibts noch Hoffnung?

Postby naDin on 29 Aug 2016, 17:56

Es tut mir total, leid dass du das gleiche durchmachen musstest. Auch ich kann dir berichten dass ich 2 FG hatte. August 2014 Blutung in der 5 SSW und dann gleich im November 2014 wieder. Diesmal Ausschabung 8. SSW nach dem das Herzchen eigentlich schon geschlagen hatte. Und ich kann dir auch sagen, dass ich einige bis viele Frauen kenne, die das leider Erleben mussten.
Auf jeden Fall war bei mir der KiWunsch so groß, dass ich niemals hätte aufgeben können. Bin dann auch wieder im 2ten Zyklus schwanger geworden Und heute bin ich im 8 Monat. Also gib bitte nicht auf und bestehe evtl. auf weitere Untersuchungen. Mir wurde auch gesagt 2 FG sind völlig normal und deswegen macht man Untersuchunegn erst ab der 3ten. Solche Vorschriften kann wieder nur jemand erfinden, der das noch nicht miterlebt hat.
Ich habe damals bei meiner FÄ darauf bestanden dass sie wenigstens eine Untersuchung vornimmt und das war dann die Blutgerinnung. War aber alles ok. Oft hab ich schon gelesen liegt sowas evtl. auch an einer Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion. Hast du das evtl. schon mal testen lassen? Das macht der Hausarzt und kostet auch nichts.
Ich wünsche dir alles alles gute für die Zukunft und das es zeitnah erfolgreich klappt.
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Re: Gibts noch Hoffnung?

Postby Maria Waldfogel on 29 Aug 2016, 17:57

Erst einmal tut es mir leid, dass dir das passiert ist…Ich habe auch vor kurzem ein Kind verloren und ich glaube nicht, dass ich die Kraft hätte, es ein zweites Mal durchzustehen..
Ich kann dir nur von einer Freundin schreiben, die auch zweimal kurz hintereinander ein Baby verloren hat. Beim dritten Mal hat es dann geklappt. Sie hat gesagt, dass sie bei den ersten zwei SS nichts genommen hat, danach hat sie mit Nahrungsergänzungsmitteln, Vitaminen angefangen nach der zweiten AS, ist bald darauf wieder schwanger geworden und hat das Kind auch behalten. Weiß nicht was es in Deutschland gibt, in Österreich gibt es Pregnavit, Femibion oder Elevit.
Vielleicht können die dir auch helfen, ich wünsche es dir!
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Re: Gibts noch Hoffnung?

Postby majorka4 on 29 Aug 2016, 18:09

Ich kann deine Gefühle so gut nachvollziehen, diese Mischung aus Angst, Trauer, Wut, Unverständnis, die bohrende Frage nach dem "Warum". Ich hatte selbst drei Fehlgeburten, hatte zwischenzeitlich die Hoffnung auch fast aufgegeben, aber der Wunsch nach einem Kind hat mich doch immer wieder aufrecht erhalten. Zum Glück, ich habe jetzt zwei gesunde, muntere Jungs - was ich zwischenzeitlich nicht für möglich gehalten hätte. Ich habe damals viel über meine Fehlgeburten gesprochen und vor allem in meinem Partner eine wichtige Stütze gefunden. Außerdem war ich mehrfach zu einem Beratungsgespräch bei Pro Familia und hatte dort das Glück, auf eine ganz sensible Frau zu treffen, die vor allem gut zuhören, aber auch genau die richtigen Fragen stellen konnte. Sie gab mir den Rat, einen Brief an meine ungeborenen Kinder zu schreiben.
Am meisten hatte ich mit meinem Körper zu kämpfen - ich habe ihn gehasst. Dafür, dass er erstmal ganz lange nicht schwanger werden konnte, dann, als es geklappt hatte, nicht schwanger bleiben konnte. Es war ein langer Weg, da wieder Zutrauen zu fassen und ganz bewusst gut zu mir zu sein. Diese Sprüche "Wer weiß, was mit dem Kind gewesen wäre, vielleicht war es gut, dass dein Körper so reagiert hat" konnte ich lange nicht ertragen, aber irgendwann habe ich mich damit ausgesöhnt. Denn es ist ja wirklich ein Wunder, das sich da während einer Schwangerschaft vollzieht.
Habt ihr schon eine weiterführende Diagnostik angedacht? Ich denke z.B. an eine Gerinnungsdiagnostik. Aber vielleicht, vielleicht ist das ja gar nicht mehr nötig, weil es gute Nachrichten gab? Für mich war es wichtig, alle Gefühle zuzulassen, ihnen auch Zeit zu geben - und immer wieder zu merken, dass ich meinen Frieden wiederfinde. Das wünsche ich dir auch!
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Re: Gibts noch Hoffnung?

Postby Louisa1998 on 29 Aug 2016, 18:15

Mir ging es vor 1,5 Wochen auch so, Hoffen und Bangen und dann doch die schlechte Nachricht und AS. Bei mir war es die erste FG (Baby seit 8. SSW nicht mehr weiter entwickelt, AS in der 10. SSW), aber weh tut es trotzdem in mehrfacher Hinsicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dieses Elend mehrmals ertragen zu müssen oder können, aber ich hoffe von ganzem Herzen, dass du irgendwie die Kraft findest gemeinsam mit deinem Partner darüber hingwegzukommen. Und wer weiß. Es passieren ja bekanntlich immer die Dinge, mit denen man nicht rechnet.
Darf ich fragen wie alt du bist? Falls du es schon geschrieben hast, entschuldige bitte, wenn ich es überlesen habe. Ich hatte auch eine total nette Betreuung in der Klinik, verstehe wenn du schreibst, dass du dich da den Umständen entsprechend wohl gefühlt hast. Es tut einfach gut, wenn sich jemand lieb um einen kümmert in so einer Situtation.
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Re: Gibts noch Hoffnung?

Postby Agnes.frankes on 29 Aug 2016, 18:21

Ich würde Dir empfehlen dringend einen immunologischen Status in einer Spezialklinik zu machen. Frauen mit wiederholten Fehlgeburten leiden oft an immunologischen Problemen oder (und) haben Probleme mit der Blutgerinnung. Diese Probleme sind in der Regel behandelbar. Eine Spezialkinderwunschklinik gibt es in Kiel. Die Stars sind in London und meine beste Freundin hat nach mehreren Fehlgeburten nach einer immunologischen Therapie in vor paar Monaten ihr ersten Kind bekommen. Sie hatte zu viele Killerzellen und niemand hatte es erkannt.
Alles Gute!
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Re: Gibts noch Hoffnung?

Postby Lisa_vogt on 29 Aug 2016, 18:25

Hallo,
es tut mir leid, dass du das ertragen musst. Ich kann dir nur etwas zu meiner natürlichen Fehlgeburt in der 7 SSW sagen. Körperlich war es absolut nicht schlimm. Auf dem Ultraschall war nur eine kleine Fruchthöhle zu sehen, der HCG Wert war schon am sinken. Nachdem ich Utrogest abgesetzt habe, kam die Blutung nach drei Tagen. Ich bin noch ein paar Jahre jünger und trotzdem passiert es und keiner kann sagen warum. Bei meiner ersten Fehlgeburt habe ich eine Ausschabung vornehmen lassen, da war ich aber auch schon weiter (9SSW)- Es war schrecklich für mich. Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich wünsche euch für die kommende Zeit viel Kraft und ein gesundes Baby.
Gebt noch nicht auf!
Liebe Grüße
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Re: Gibts noch Hoffnung?

Postby Bibolina on 29 Aug 2016, 18:33

Ich hatte jetzt die 3. FG und bei mir angeblich auch alles ok ist, bzw. zuviel Prolaktin festgestellt worden ist. Ich kann leider gärt nichts zu Chancen sagen, das wusste ich bei mir selbst nur allzugerne. Aber es gibt Infos zu Einnistungsstörungen und wiederholten FGs. Allein die Auseinandersetzung damit fällt schwer. Aber es gibt immernoch einige Untersuchungen, die man noch machen könnte- jedenfalls ist es bei mir so...
Zu Hashimoto fällt mir z.B. ein, dass das oft auch andere Autoimmunerkrankungen mit sich bringt, die dann auch wieder das Immunsystem und damit T-Zellen und NK-Zellen beeinflussen können. Vielleicht gibt es da noch etwas? Aber vielleicht musst du auch erstmal Luft holen und Trauern? Diese ganzen Untersuchungen und Fragen können einen ganz verrückt machen. Ich treffe im Moment auch keine Freunde mit Kindern. Das ist mir zu viel. Gleichzeitig fehlen mir dieser Menschen.
Ich reiche dir die Hand, denn es geht mir ähnlich. Habe mir auch psychiche Beratung genommen, um diese Schocks mal abzuarbeiten. Vielleicht für dich auch eine Idee, falls du es nicht schon machst?
Viele Grüße und alles Gute
Bibolina
 
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