Über Abtreibung

Über Abtreibung

Postby Pika4u on 02 Nov 2016, 22:10

Da ich in einer schwereren Situation bin, will ich eure Meinungen und Geschichten über Abtreibung hören. Für viele Frauen ist von Anfang an alles klar und sie haben keine Probleme mit ihrem Schwangerschaftsabbruch. Jede Frau befindet sich in einer andern Situation, jede empfindet anders. Einige bleiben traurig, andere fühlen vor allem Erleichterung. Für keine ist ein Schwangerschaftsabbruch ein erfreuliches Erlebnis, er braucht aber kein Drama zu sein, es kann jeder von uns passieren. Die meisten Frauen finden ihren Entscheid auch im Nachhinein richtig, obwohl er oft schmerzlich war.
Eine Abtreibung ist nichts, worüber Frau sich schämen muss. Es gibt Ärzte und Klinikpersonal, die der Frau nicht mit der wünschbaren Zuwendung und Warmherzigkeit begegnen. Umso wichtiger ist es, mit einer verständnisvollen Person reden zu können, dem Partner, der Mutter, einer Freundin oder der Beraterin an einer Familienplanungsstelle.
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Re: Über Abtreibung

Postby Agnes.frankes on 02 Nov 2016, 22:13

Also einmal habe ich bemerkt, dass mit meinem Körper etwas nicht stimmte. Ich war damals 21 und Studentin. Zu dem Zeitpunkt war ich im Prüfungsstress und wartete auf meine Periode. Doch die Prüfungen gingen vorbei und meine SS-Symptome wurden stärker. Ich war mir schon sehr sicher, dass ich schwanger sein müsse, doch trotzdem war das positive Testergebnis ein schwerer Schlag für mich. Ich ging sofort zum Arzt, der mir noch einmal bestätigte... etwa 7. Woche. Ab diesem Zeitpunkt ging es mir von Tag zu Tag schlechter. Ich war von einer schlimmen Form von Schwangerschaftsübelkeit betroffen. Ich musste mich nur noch übergeben, konnte gar nichts mehr essen und 2 Wochen lang konnte ich nicht einmal Wasser trinken, ohne brechen zu müssen. Ich verlor einiges an Gewicht. Ich war sowieso komplett überfordert und dann auch noch das.
Ich schleppte mich zu meinen Terminen, um die Abtreibung bewilligt zu bekommen und die 2 Wochen zogen sich unendlich in die Länge. Ich litt Höllenqualen. Auf der einen Seite ging es mir körperlich schlecht und ich konnte mir keine Schwangerschaft vorstellen, auf der anderen Seite schien mir alles so unwirklich. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass ich plötzlich in dieser Situation war.
Mein Freund war auch sehr überfordert und distanzierte sich eher von mir. Obwohl ich definitiv kein Kind wollte - es wäre finanziell schwierig geworden, ich wohne weit von meiner Familie entfernt, war kurz davor an einer Essstörung erkrankt... trotz dieser Gründe tut es mir unendlich leid und ich denke ständig ''was wäre wenn''. Aber ich weiß, dass es eine gute Entscheidung war. Ich musste mich für mich und meine Gesundheit, meine Zukunft entscheiden. Den Abbruch habe ich unter Vollnarkose machen lassen und danach ging es mir fast schlagartig besser.
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Re: Über Abtreibung

Postby Bibolina on 02 Nov 2016, 22:17

Ich stehe kurz vor einem Schwangerschaftsabbruch. Ich tu mich mit dieser Entscheidung unglaublich schwer, auch wenn ich weiß, dass es so wohl am Vernünftigsten sein wird. Mein Mann und ich haben in den letzten sieben Jahren eine wundervolle Familie, mit drei tollen Kindern gegründet. Unser kleinsten Sohn ist gerade mal 10 Monate alt und ich bin erneut schwanger. Das Schlimme für mich ist, dass ich weder einen Abbruch durchführen möchte, noch fühle ich mich derzeit in der Lage, mich aufs Neue in das Abenteuer Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit einzulassen. Und was noch schlimmer ist, wir hätten es natürlich gar nicht erst soweit kommen lassen müssen. Ich bin weder für noch gegen Schwangerschaftsabbrüche, das ist etwas so persönliches, dass man das Urteilen bei Seite lassen sollte. Für mich persönlich aber war eigentlich immer klar, dass es nie in Frage kommen würde. Sonst hätte ich schon damals mit unserem ersten Kind diesen Schritt tun können, da vor allem ich noch recht jung war. Und nun stelle ich mir diese Frage doch... Es kommt mir etwas unwirklich vor und wir sind mächtig aufgewühlt.
Ich denke mir ständig: Du hast drei Kinder und ihnen das Leben geschenkt. Warum jetzt nicht auch? Und da kommt dann die Vernunft und sagt mir: Weil ihr bereits drei gesunde, tolle Kinder habt. Weil es finanziell und auch platztechnisch eng werden würde. Weil die körperliche Anstrengung und die daraus folgende Müdigkeit vielleicht nur sehr schwer auszuhalten werden. Und das alles könnte zu Frust, Stress, Unzufriedenheit werden und daraus resultiert eine unharmonische, angespannte Beziehung mit dem Partner und zu guter Letzt ein unharmonisches Familienleben. Und der Gedanke macht mir Angst. Und ich denke deshalb, auch wenn ich mir über so rein gar nichts sicher sein kann, ein Abbruch ist vielleicht besser, und wir in Kauf nehmen müssen, auf immer mit leichten Schuldgefühlen dem ungeborenem Leben gegenüber zu leben. Danke für dieses Forum. Auch wenn es die Zweifel und Schuldgefühle nicht nimmt, hilft es doch zu wissen, dass andere Paare ähnliches erleben oder erlebt haben.
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Re: Über Abtreibung

Postby Engeline on 02 Nov 2016, 22:21

Ich bin 37 Jahre alt und habe zwei Töchter. Seit gut einem Jahr bin ich in einer Beziehung, die sich mittlerweile zu einem Alptraum entwickelt hat. Am 29. Mai habe ich einen Test gemacht und ich habe es schon geahnt, dass ich schwanger bin... nach einigem Überlegen hab ich es meinem Freund gesagt, im ersten Moment haben wir uns sehr gefreut darüber... doch nach ein paar Stunden kam die erste Ernüchterung. Er hatte abends etwas getrunken und es eskalierte, wie aus dem Nichts schlug er mich, ich hab die Welt nicht mehr verstanden... am nächsten Tag weinte er und entschuldigte sich, also verzieh ich ihm, da er zu dieser Zeit auch ganz schlimme Probleme hatte. Nach zwei Wochen eskalierte es so dermaßen... er prügelte auf mich ein, drohte mir alles zu nehmen, mich umzubringen... ich erkannte ihn nicht mehr wieder. Am nächsten Tag dasselbe wieder. Er weinte. Ihm täte alles leid, ich wäre sein Leben... die nächsten Wochen liess ich ihn nicht mehr ran an mich, zog mich zurück und habe mich nun schweren Herzens dazu entschlossen, das Kind doch nicht zu bekommen. Übermorgen ist nun der Termin für den Abbruch… ich bin nur noch am Weinen, nur, ich weiß selbst, wenn ich das Kind bekommen würde, er würde mir das Leben zur Hölle machen, das möchte ich mir, meinen Kindern und dem Krümel nicht antun. Mich zerreißt es fast innerlich, nur, dieser Weg ist für mich das einzig richtige... In der Klinik, wo ich es machen lasse, habe ich auch die Möglichkeit, meinen Krümel beerdigen zu lassen und darüber bin ich sehr froh!
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Re: Über Abtreibung

Postby eva2Abel on 02 Nov 2016, 22:27

Ich bin 38 Jahre alt und habe einen medikamentösen ss Abbruch hinter mir. Nach einem positiven Test wurde mir die Ss vom FA bestätigt. Mein Freund und ich wussten, dass wir das Kind nicht behalten können, da wir im Leben zurzeit in einer sehr schwierigen Phase stecken. Am Tag der Abtreibung war ich in der 7. SSW. Herztöne waren noch keine zu hören. Was mich irgendwie beruhigt hat. Nachdem ich in der Klinik diverse Papiere unterschreiben musste, bekam ich gleich 3 Tabletten Mifegyne. Danach durfte ich nachhause. Nebenwirkungen hatte ich keine. Zwei Tage später musste ich wieder in die Klinik, mein Freund begleitete mich. Ich bekam Schmerzmittel und etwas gegen Übelkeit. Danach musste ich 2 Tabletten Cytotec vaginal einführen. Dann sagte die Arzthelferin, jetzt müssen wir einfach abwarten. Nach gut 30min ging es dann los. Ich bekam wahnsinnige Schmerzen und musste auch erbrechen. Die Arzthelferin gab mir weitere Medikamente gegen die Nebenwirkungen, da die ersten nichts gebracht haben. Doch die Schmerzen wurden immer heftiger, nicht zu vergleichen mit der Periode, obwohl ich bei dieser auch starke Schmerzen habe. Aber hier war es anders. Die Schmerzen hörten einfach nicht auf und dauernd musste ich erbrechen. Seit 3 Stunden in Wehen und es tat sich nichts. Kein Tropfen Blut, nur Schmerzen, die nicht mehr auszuhalten waren. Ich bekam Zäpfchen, eine Infusion, doch wirklich geholfen hat hauch dies nicht. Nach diesen 3 Stunden sollte ich noch einmal 2 Cytotec einführen, weil der Abort noch nicht kam. Aber ich hatte panische Angst vor weiteren Schmerzen. Sie machten dann ein kurzes Ultraschall und sagten mir, dass es nicht mehr viel braucht bis es kommt. Ich solle zuerst nochmals Schmerzmittel und, sobald diese wirkten, nochmals 2 Cytotec nehmen. Nach 20min gab mir die Arzthelferin die Tabletten und sagte, ich solle zuerst noch auf die Toilette, und dann merkte ich, wie etwas aus mir heraus fällt. Endlich war es passiert. Die Ärztin hat das Gewebestück untersucht und mir mitgeteilt, dass es das war. Ich musste also keine weiteren Tabletten nehmen.
Nach gut 5 Stunden war alles vorbei und wir beide waren so erleichtert. Ich durfte nachhause, hatte immer noch Schmerzen, die noch 8 Stunden anhielten. Blutungen hatte ich wie bei der Mens noch 3 Tage. Bereuen tue ich es nicht, weil ich weiss, dass es so am besten ist. Allein, einen medikamentösen Abbruch würde ich nicht noch einmal machen wollen. Es war für mich zu schlimm. Ansonsten war ich froh meinen Schatz bei mir zu haben und ich wünsche allen die sich für die Abtreibung entscheiden, viel Kraft und jemanden, der in diesen Stunden bei Ihnen ist.
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Re: Über Abtreibung

Postby Fuchs on 02 Nov 2016, 22:29

Ich hatte im Juni eine Abtreibung. Ich bin seit 2 Jahren verheiratet und wurde von ihm immer geschlagen. Als ich von der Schwangerschaft erfuhr, war ich erst sehr unglücklich, wollte kein Kind mit ihm. Dann aber hatte ich mich sehr auf das Kind gefreut. Als er mich mehrmals in der Schwangerschaft geschlagen hatte und ich nicht mehr konnte, verließ ich ihn und zog zu meinen Eltern. Als ich gemerkt habe, dass es überhaupt keine Zukunft mit diesem Mann hat, habe ich mit dem Gedanken gespielt abzutreiben. Denn ich wollte auch nichts mehr mit ihm zutun haben und das Kind wäre auch nicht glücklich geworden. Manchmal tut es mir so weh, frage mich ob, ich das richtige gemacht habe. Mein noch Ehemann hat bis heute nicht gefragt, wie es mir und dem Kind geht. Ich weiss aber, bald werde ich den Richtigen finden, der mich auch liebt und überglücklich werden und mit ihm eine Familie gründen.
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Re: Über Abtreibung

Postby Lisa_vogt on 02 Nov 2016, 22:35

Als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin, war ich psychisch am Ende. Es hat nicht in mein Leben gepasst und der Mann dafür war es auch nicht. Ich habe sogar angefangen ihn zu hassen und er widerte mich an, obwohl er mich vergöttert hat, ich kam einfach nicht mit der Situation klar. Ich ging zur Krankenkasse, dann zu pro familia, um den nötigen Papierkram für den Frauenarzt zu besorgen.
Dienstag war der erste Tag, ich habe 3 Tabletten bekommen und ging nach Hause. Habe sie gut vertragen. 1 Tag später hatte ich bisschen Blutung. Dann bin ich mit einer Freundin wieder zur Gynäkologin und sie hat mir die 2 anderen Tabletten gegeben und ich musste 1 Stunde in der Praxis sitzen. Ich hatte Schmerzen, nach einer halben Stunde hab ich Ibuprofen bekommen und dann musste ich brechen. Ich war kreideweiß und mir ging es schlecht. Also alleine würde ich die ganze Sache nicht überstehen. Nach einer Stunde waren die Krämpfe auch wieder vorbei und ich fühlte mich erleichtert. Ich habe nur gehofft, dass auch alles rauskommt. Aber in 95% kommt auch alles raus. Eine Woche später bei der Kontrolle war alles ok. Es blutet immer noch, aber das ist normal. Ich bin froh und konnte mein Leben fortsetzen.
Aber ich muss sagen, es hat mich psychisch sehr belastet, nicht die Abtreibung, sondern die ganze Situation. Ich finde es gut, dass es diese Möglichkeit gibt. Denn wenn eine Frau nicht glücklich mit der Schwangerschaft ist, wird das Kind dann auch nicht glücklich. Man sollte sich ein Kind von Herzen wünschen, dann ist es perfekt.
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Re: Über Abtreibung

Postby kühn on 02 Nov 2016, 22:45

Ich kann dir erzählen aber es ist nun schon 15 Jahre her. Ich bin heute 38, verheiratet und habe Kinder. Damals starb mein Vater ganz plötzlich. Es war ein Schock für uns alle. Wir Kinder waren alle noch minderjährig. Kurz darauf war meine jüngere Schwester schwanger. Wir erfuhren allerdings ziemlich spät von der Schwangerschaft, glaub ca. 6. Monat. Als sie das Baby bekam, war sie 17. Ein Jahr später, war ich schwanger. Mein Freund war arbeitslos und ich hatte bereits einen fixen Job. Leider kam es zur ungewollten Schwangerschaft, da wir zu schlampig mit verhüten waren. Als ich bemerkte, dass ich schwanger war, stand für uns sofort fest, dass dies im Moment nicht geht. Die ganze Zukunft vor mir, Kindesvater keine Ausbildung, keine Arbeit. Umfeld...schwierig, da erst der Familienvater gestorben. Ich ging zum FA und erklärte, dass wir kein Kind wollen. Sofort hat er einen Kollegen angerufen, der dies vornehmen soll. Dies hab ich auch gemacht. War ganz unkompliziert, ohne Beratungsstelle. Als der Abbruch in einer Frauenarztpraxis vorgenommen wurde, schien für uns alles wieder in Ordnung. Ich begann zu arbeiten und machte noch Ausbildung. Sechs Jahre später bekamen wir unser erstes Kind, ein absolutes Wunschkind. Mit demselben Mann. Allerdings hatten wir nun ein eigenes Haus und mein Freund hat mich im 6. Monat geheiratet. Eine Glückliche Familie. Drei Jahre später folgte noch ein Wunschkind und mittlerweile haben wir noch einen Nachzügler, ebenfalls Wunschkind. Muss echt sagen, dass wir immer überzeugt waren, alles richtig gemacht zu haben. Habe auch schon viele Jahre gar nicht mehr zurück gedacht. Kürzlich sagte meine Mutter, dass es für sie das Schlimmste wäre, wenn eine ihrer Töchter abgetrieben hätte.... Das hat mich sehr beschäftigt und ich zweifle im Moment ziemlich an unserer damaligen Entscheidung. Wobei, wenn ich vernünftig denke, hätten wir das alles nicht, was wir heute unseren drei Kindern bieten können. Ich hoffe, dass ich wieder so weitermachen kann, wie die vergangenen 15 Jahre. Diese Seite ist super, dachte, vielleicht komm ich aus dem Strudel wieder raus, wenn ich meine Geschichte erzähle!
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Re: Über Abtreibung

Postby Louisa1998 on 02 Nov 2016, 22:49

Danke dass es diese Seite gibt, die mir viel Mut gemacht hat, die richtige Entscheidung zu treffen. Daher möchte ich auch gerne meine Geschichte teilen, in der Hoffnung dass sie anderen Frauen und Familien weiterhelfen kann.
Ich habe heute den Eingriff in der 10 SSW vornehmen lassen und wir fühlen eine große Erleichterung, auch körperlich geht es mir gut. Ich hoffe, das bleibt sowohl psychisch als auch physisch so. Von meinem Wunschkind habe ich mich die letzten 10 Tage verabschiedet und der Gedanke daran schmerzt noch immer, aber für die Zwillinge in meinem Bauch, als die sich das eine (weitere nach unserer kleinen Tochter) Wunschkind herausstellte, habe ich die letzten 10 Tage keine wirklichen Gefühle entwickeln können, auch nicht entwickeln wollen. Wir konnten uns ein Leben mit zwei kleinen weiteren Babies, fernab von familiärer Hilfe und Unterstützung und mit dem großen Wusch, für die große und dennoch kleine Tochter nach wie vor viel Zeit zu finden, einfach nicht vorstellen. Zu groß war die Angst vor Schwangerschaftskomplikationen oder einer Frühgeburt, die längere Krankenhausaufenthalte erfordern, zu groß die Angst vor Belastung mit zwei kleinen Babies mit ihren eigenen Bedürfnissen und einer Zweijährigen, die andere hat und die wir über alles lieben, zu groß die Angst, für uns als Paar überhaupt keine freie Minute mehr zu haben.
Wir haben uns nicht gegen die Zwillinge entschieden, sondern für das Glück unserer Kleinfamilie. Ich bin dankbar, die Möglichkeit für diese Entscheidung gehabt zu haben und zu erfahren, dass wir als Paar auch in einer derart schwierigen Situation, die ich mir nie vorstellen konnte, funktionieren.
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Re: Über Abtreibung

Postby majorka4 on 02 Nov 2016, 22:54

Es ist schon über 18 Jahre her, dass ich mich für eine Abtreibung entscheid. Ich war damals 16 und war in einer Beziehung. Unsere Beziehung war eigentlich, wenn ich so zurück denke, eine Katastrophe. Er hat mir viel verboten und mir wurde viel meiner Jugend kaputt gemacht durch diese Beziehung (ich habe fast meine Familie verloren wegen ihm). Alle waren auch gegen unsere Beziehung. Zwei Religionen, die auch nicht so zusammen passen (war bei uns zumindest so). Ich nahm das erste mal die Pille mit 16 und das nur die 1.Packung (also 3 Monate). Wir sagten uns, da wird nichts passieren und wenn es passiert, passiert es nun mal. So bekam meine Periode nicht mehr, ging zum Arzt, es war eine Horrorzeit... Anfangs wollten wir es behalten, denn wir wollten nicht, dass uns jemand trennt. Und ein paar Stunden später, nach ein paar Gesprächen mit meinem damaligen Partner, war die Entscheidung klar: wir packen das nicht. Er arbeitsuchend, ich kurz vor der Ausbildung. Habe mich für einen Abbruch entschieden. Ich hätte dem Kind nichts bieten können.
So böse das klingt, aber es war die richtige Entscheidung. Denn ich war zu unreif und er war nicht der Richtige. Ich wollte keine Mama werden, alleinerziehend, die ihrem Kind nichts hätte bieten können. Ich bereue es nicht und es war für eine 16 Jährige mit falschem Umfeld die richtige Entscheidung. Jetzt habe ich den richtigen Partner, mit dem ich eine Familie gründen möchte. Ich werde ihm nie davon erzählen, es ist meine Sache und war vor seiner Zeit, und es geht niemanden was an.
Mein Abbruch war in einer Spezialklinik, war sofort vorbei, danach habe ich geweint, weil ich die Augen öffnete und meine Eltern waren da und ich wusste: jetzt habe ich meine Familie wieder. Habe diese Entscheidung nie bereut, aber man lernt draus und sieht Dinge im Leben anders.
Ich möchte unheimlich gerne Mama werden, jetzt bin ich bereit und kann meinem Kind etwas bieten. Ich bin traurig über Menschen, die eine Frau deshalb fertig machen, weil sie sich für eine Abtreibung entschieden haben. Jede Frau hat ihre Gründe!
majorka4
 
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