Fruchtwasseruntersuchung

Re: Fruchtwasseruntersuchung

Postby Louisa1998 on 25 May 2017, 00:17

Also meine Erfahrung mit der Fruchtwasseruntersuchung sind die denkbar schlechtesten, weil ich mein Baby dadurch verloren habe. Ich hatte eigentlich keine große Angst davor und mit diesem schlimmen Ausgang habe ich nicht gerechnet, obwohl ich natürlich wußte, dass so etwas passieren kann. In der Praxis, in der ich dann war, hat mir der Arzt zunächst bestätigt, dass so etwas bei ihm noch nicht vorgekommen ist. Die Untersuchung selbst war dann der totale Horror. Ich hatte eine Vorderwandplazenta, deswegen mußte er da durchstechen. Das hat das ganze dann wohl verkompliziert, jedenfalls kam er so nicht wirklich gut ans Fruchtwasser. Nachdem er bereits 5 Minuten in mir rumgebohrt hatte, mußte er es mit einer neuen Nadel nochmal versuchen. Nach weiteren 5 bis 10 Minuten hatte er dann ca. 6ml Fruchtwasser (üblich sind 10-15ml) und die Arzthelferin hat im Labor angerufen und gefragt, ob die Menge reichen würde. Erst als da das ok kam hat er die Nadel rausgezogen. Ich habe mich an dem Tag natürlich brav hingelegt, den Stich habe ich die ganze Zeit gespürt. Am nächsten Tag bin ich aufgewacht und habe gemerkt, wie ich auslaufe. Sofort zum Arzt US-Kontrolle, zunächst aufatmen, Baby lebt, bewegt sich, Herztöne waren ok. Ich wurde im Krankenhaus ruhig gestellt, habe Antibiotika und andere Medikamente bekommen und nach vier Tagen mit positiven Befund entlassen. Zwei Tage später hatte ich ein Ziehen im Unterleib und da konnte im US nur noch der Tod des Babys festgestellt werden. Das alles war eine unendlich traurige Erfahrung. Ich hatte zuvor ganz oft gelesen, dass die Frauen es eher so wie eine größere Blutentnahme erfahren haben.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass das eigentliche Problem bei mir war, dass er durch die Plazenta stechen mußte. Ich hatte dort nämlich hinterher Hämatome. Vielleicht wurde das Kind hinterher nicht mehr ausreichend versorgt. Außerdem wurde festgestellt, dass das Kind einen offenen Bauch hatte. Ich bin glücklicherweise wieder schwanger, eine Fruchtwasseruntersuchung werde ich nicht mehr machen lassen. Stattdessen war ich bei der Feindiagnostik und da sieht es sehr gut aus. Die Ärztin meinte, dass sie schwere Chromosonenschäden sehr sicher ausschließen kann, ebenso einen offenen Rücken oder offenen Bauch. Wenn du dich für eine solche Untersuchung entscheiden solltest, dann bitte nur in einem absolut erfahrenen Zentrum für Pränataldiagnostik. Wenn sie durch die Plazenta stechen müssen, würde ich grundsätzlich ablehen.
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Re: Fruchtwasseruntersuchung

Postby tilda on 25 May 2017, 00:20

Gerade wegen der vielen FG´s und weil ich auch in dieser Schwangerschaft bisher immer Blutungen hatte, würde ich gern das machen. Ein behindertes Kind möchte ich nicht. Nicht, weil sich dadurch mein Leben einschränkt, sondern weil ich dem Kind ein solches Leben ersparen möchte. Es wäre immer auf Hilfe angewiesen, die ich ihm vielleicht irgendwann nicht mehr geben könnte (eigene Krankheit, Unfall, etc). Und es gäbe nichts Schlimmeres für mich, als mein Kind in ein Heim oder so zu geben, weil ich ihm nicht die Pflege geben könnte, die es braucht. Ich kenne 2 Kinder mit Down-Syndrom, die echt liebenswert sind, aber jedesmal wenn ich sie sehe, wird mir klar, dass ich es nicht könnte. Mich trifft es auch immer sehr hart, wenn ich sehe, wie die Gesellschaft mit diesen Menschen umgeht. Und diese Erniedrigung und Demütigung möchte ich in so einem Fall meinem Kind ersparen. Es gibt noch mehr Gründe, weshalb ich kein behindertes Kind bekommen möchte. Was das Risiko betrifft, so sehe ich es vielleicht gerade wegen meiner vielen FG´s etwas anders. Für mich ist eine FG nichts schlimmes mehr, sondern eine Entscheidung der Natur gegen dieses Leben. Eine FG hat immer ihren Grund, auch wenn es schwer ist, dies zu akzeptieren. Da ich auch erst in der 10. SSW bin, kann noch so viel passieren. Ich sehe es inzwischen vielmehr so, dass nicht die FG das Besondere ist, sondern es ist wirklich ein Wunder, ein gesundes Kind zu bekommen. Und 1% bedeutet ja, dass immerhin 99 von 100 Untersuchungen gut gehen.
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Re: Fruchtwasseruntersuchung

Postby omega on 25 May 2017, 00:22

Hallo, da ich schon 38 Jahre bin und es ab 35 ja empfohlen wird, eine FU zu machen, habe ich mich dann auch dazu entschieden. Ich hatte große Angst, dass es sehr schmerzhaft ist oder ich das Baby verlieren könnte. Bei mir wurde die FU in einem speziellen Pre Natal Labor durchgeführt, die genau darauf spezialisiert sind. Also ich habe sowieso Horror vor Spritzen und dann noch durch den Bauch ohne Betäubung, ich war echt panisch, aber es ist nix, man merkt nur einen ganz kleinen Piks und dann ein leichtes Ziehen völlig harmlos wirklich. Es besteht 2 Tage lang ein gewisses Risiko einer FG durch Blutungen, Infektionen oder Fruchtwasserverlust. Man wird aber in der Regel am nächsten Tag vom eigenen FA untersucht ob alles ok ist. Also keine Panik, es ist echt nicht so schlimm und es schließt doch die wichtigsten Gendefekte aus.
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Re: Fruchtwasseruntersuchung

Postby Maria Waldfogel on 25 May 2017, 00:24

Habe auch die Fruchtwasseruntersuchung machen lassen denn leider wurde bei uns beim kombinierten Nackentransparenz und Bluttest ein schlechter Wert gemessen. Habe die FWU auch recht früh (Anfang 15.Woche) gemacht und wollte ebenfalls den FISH-Test machen lassen, also schnelle Ergebnisse haben. Bei mir waren aber dann aufgrund des relativ frühen Zeitpunkts zu wenig kindliche Zellen im FWU so dass der Schnelltest leider nicht durchgeführt werden konnte und die elende Warterei begann. Nach ca. 2,5 Wochen bekamen wir dann Bescheid, dass alles in Ordnung ist. Das fühlt sich natürlich nach der ganzen Anspannung wirklich gut an. Die Mehrkosten für den Schnelltest muss man übrigens, so viel ich weiß, meist selbst zahlen, bei mir wären das so um die 90 Euro gewesen. Die Prozedur an sich ist nicht schlimm, man sollte halt in eine Klinik oder wirklich erfahrene Praxis gehen, aber das versteht sich ja von selbst Das einzige, was ich von meinem jetzigen Wissensstand aus anders machen würde wäre also eventuell der frühe Zeitpunkt der FWU, vielleicht wäre es besser gewesen eine Woche zu warten. Wünsche Dir viel Kraft, denn ich weiß genau, was Du durchmachst. LG
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Re: Fruchtwasseruntersuchung

Postby eva2Abel on 25 May 2017, 00:26

Ich habe vor 4 Jahren eine Fruchtwasseruntersuchung im Krankenhaus machen lassen, ich war damals 38 Jahre, die Ärzte hatten mir dazu geraten. Ich fand es damals garnicht so schlimm, der Arzt hat mir genau erklärt, wie er es macht, und eine Ärztin war auch noch dabei. Zuerst haben sie mir mit einer Flüßigkeit den Bauch eingerieben, danach sind sie mit einer Spritze und einer langen Kanüle in den Bauchnabel gegangen, wo sie durch die Bauchdecke, in die Fruchtblase ein gepickst haben, um dort das Fruchtwasser zu entnehmen. Das ganze wurde auch durch Ultraschall überwacht, die Ärztin hat das Baby weg gedrückt damit nichts passieren kan. Das tat überhaupt nicht Weh und mir ging es dabei auch sehr gut.Ich würde das immer wieder tun, wenn es sein muß.Ich hatte auch garkeine Angst das mit dem Baby etwas nicht in Ordnung wäre, sondern wollte vielmehr wissen was es ist Junge oder Mädchen, das Ergebnis kam 1 Woche später, es war ein Junge! Gesund. Liebe Grüße
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Re: Fruchtwasseruntersuchung

Postby kühn on 25 May 2017, 00:27

Meine Freundin ist wie ich 37 Jahre alt und da wird dir von den Ärzten geraten, diese Untersuchung machen zu lassen. Ich selbst habe sie im Vorjahr abgelehnt, weil mir das Risiko zu groß war.Um das Geschlecht des Kindes bestimmen zu lassen, aber das finde ich nicht ok. Selbst wenn keinerlei Risiko bestehen würde, jede nicht unbedingt lebenswichtige Untersuchung ist doch absolut überflüssig und ich würde aus diesem Grund nie diese Untersuchung machen lassen. Trotzdem danke für die genaue Beschreibung dieses Vorganges. Bist du selbst schon vor dieser Entscheidung gestanden? Hast du Kinder? Ich hatte damals schon auch bedenken, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, aber nach wirklich langen Überlegungen und vielen hin und her sind mein Mann und ich zu der Entscheidung gekommen, wir würden auch ein behindertes Kind auf dieser Welt willkommen heißen. Das ist natürlich Einstellungssache, unser Spatz kam absolut gesund auf die Welt und ist jetzt 5 Monate alt. Nochmals vielen Dank euch beiden.
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Re: Fruchtwasseruntersuchung

Postby Bibolina on 25 May 2017, 00:29

Ich selber weiß zwar nicht wie es ist, eine Fruchtwasseruntersuchung zu erleben, doch ich kann dir die Schilderung meiner Mutter übermitteln. Laut meiner Mutter ist es schmerzlos und sehr beruhigend danach zu wissen, wie´s um das Baby steht. Sicherlich besteht eine Risiko, dass sie dabei die Wehen auslösen könnten, jedoch glaub ich, ist es besser eine Untersuchung über sich ergehen zu lassen, um Gewissheit zu haben und ich glaub, dass sich bei einem gesunden Baby, die Wehe nicht auslösen! Eine andere Geschichte, von der Frau meines Vaters. Sie ist 35 und ihr wurde auch vorgeschlagen eine Fruchtwasseruntersuchung zu machen! Sie tat es nicht! Sie hatte zu viel Angst ihre langersehnte Tochter zu verlieren! Und es ging, obwohl sie bis vor 1 Woche noch rauchte, trotzdem alles gut! Gestern hab ich eine gesunde Schwester bekommen, beide sind wohl auf! Ich glaub, es ist jeder Frau selbst überlassen bzw. sie soll tun was sie glaubt, dass es dass beste für ihr Ungeborenes ist!
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Re: Fruchtwasseruntersuchung

Postby trixis on 25 May 2017, 00:34

Ich bin bereits 37 und habe ein FU machen lassen. Mir war das lieber und mir wurde ein sehr guter Arzt empfohlen, der das Risiko der Fehlgeburt noch mal minimiert, indem er vorher eine vaginale Untersuchung bzgl. Irgendwelcher Infektionen macht. Bei mir war aufgrund des Alters sozusagen das Risiko, das etwas passiert, niedriger als das einer etwaigen Fehlbildung. Mir ist sehr wohl klar, dass man nie alles ausschließen kann, es kann noch genug passieren, bei der Geburt und hinterher sowieso. Trotzdem wollten sowohl ich als auch mein Freund diese Sicherheit haben. Die Nackenfaltenmessung war bei mir auch in Ordnung und das hat mich damals auch noch mal nachdenklich gemacht, ob ich das Risiko nun eingehe oder nicht. Hab mich dann aber doch dafür entschieden und es ist auch alles gut gegangen und es gab danach ein positives Ergebnis.
Ich denke, es muss jeder für sich entscheiden, ob man das Risiko eingeht und wie man mit etwaigen negativ Meldungen umgehen würde. Wenn man sowieso nie einen Abbruch in Betracht ziehen würde, sollte man es meiner Meinung nach lassen. Ich hatte ziemlichen Bammel vor der Nadel, aber es war nicht schlimm, wie Blutabnehmen, nur im Bauch, habe mir das schlimmer vorgestellt, konnte aber auch nicht auf den Bildschirm gucken, als sich die Nadel seitlich am Fetus vorbei im Bauchraum befand. Weiß nicht, ob dir mein Posting nun weiterhilft, das waren jedenfalls meine Erfahrungen. Aber es wäre schon schön, wenn du und dein Mann eine gemeinsame Entscheidung fällen könntet…Lg und viel Glück, wenn du dich dafür entscheidest!
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Re: Fruchtwasseruntersuchung

Postby Windchen210 on 25 May 2017, 00:35

Ich wollte nur mal anmerken, dass es so etwas wie 100%ige Sicherheit auch bei einer FU nicht gibt! Denn Du musst gezielt nach Krankheiten suchen. Man kann nicht alle Gendefekte und/oder Krankheiten abchecken im Rahmen einer FU. Daher würde man z.B. Trisomie 21 (Down) ausschließen können aber Trisomie 18 nicht. Das muss man sich eben klar machen, dass Du nicht ein gesundes Kind bekommst, nur weil Du die FU hast machen lassen. Und mit 35 Jahren gehörst Du ganz sicher nicht zu den Frauen, die bereits eine FU dringend machen sollten. Ich selber war auch 35 Jahre alt, als die Schwangerschaft festgestellt wurde und habe keine FU machen lassen. Dafür aber NFT mit Blutuntersuchung (ähnliches Ergebnis wie Milchstern) und anschließend Feindiagnostik. LG und alles gute für die Schwangerschaft
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Re: Fruchtwasseruntersuchung

Postby naDin on 25 May 2017, 00:36

Das glaube ich nicht! Bei der FU entnimmt man Fruchtwasser und gibt die Zellen in Kultur, dann werden Chromosomenpräparate aus den Zellen gewonnen, die dann in ein Karyogramm gelegt werden. Da sieht man dann genau, welche Chromosomen drei Mal vorhanden sind, ob das jetzt 18, 21 oder andere sind. Du hast aber recht, kleinere Fehler, die so durch diese grobe Beurteilung der Chromosomen nicht auffallen, müssen auf Verdacht gesucht werden. Um sie alle abzuchecken, wäre der Aufwand viel zu groß. Wenn es in Euren Familien entsprechende Krankheiten gibt, dann wird man die sicher überprüfen können. Des weiteren werden aber immer noch neue Defekte gefunden...Eine weitere Schwäche der Untersuchung: Es kann sein, dass sie nicht eindeutig ist. Wenn beispielsweise mütterliche Zellen mit in die Kultur geraten, dann werden diese die fetalen überwachsen. Anschließen will ich mich auch den anderen Stimmen: 100%ige Garantie für ein gesundes Kind gibt es durch die FU nicht.
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