Klinik in Spanien

Klinik in Spanien

Postby Ruth on 10 Feb 2016, 20:50

Hallo,
Ich bin 44 Jahre alt und wie viele andere Frauen ist das für mich ein großes Problem, schwanger zu werden. Deutschland kam für mich leider nicht in Frage, weil ich Single bin. Und zudem die Kassen nicht zahlen, da die Chancen für eine IVF mit eigener Eizelle bei 44jährigen bei etwa 5% liegt. Leider zählen bei uns im Land ja nicht die gute Qualität der potenziellen Mütter sondern ein Stück Papier.
Gibt es hier Leute, die Erfahrung mit künstlicher Befruchtung in Spanien haben? Da ich mittlerweile keine Chance habe, hier in Deutschland unterstützt schwanger zu werden und ich zudem auch nicht mehr die Jüngste bin, bleibt mir keine andere Wahl als mein Glück in Spanien zu bekommen. Ich habe mich nun an eine Klinik in Alicante gewannt. Bin gerade am Anfang noch vor dem kostenlosen 1. Beratungsgespräch. So wie ich die Sache sehe, gibt es für mich aktuell 3 Möglichkeiten: IVF mit eigener Eizelle und Spendersamen (wegen dem Alter nicht so erfolgversprechend); Eizellspende und Spendersamen; Embryobanking (schon gezeugter Embryo (eingefroren).
Letzte beide Möglichkeiten würden beinhalten, dass es keine biologischen Eigenschaften mit mir hätte, lediglich die Merkmale wären auf mich abgestimmt und es würde in mir heranwachsen. Hat jemand Erfahrung mit der Klinik und den diversen Methoden, hatte jemand schon beim ersten Mal Erfolg oder hat es länger gedauert? Bisher habe ich herausgefunden, dass diese Klinik sehr ehrlich ist was die jeweiligen Situationen der Frauen hinsichtlich der Chancen betrifft. In Spanien ist halt noch vieles erlaubt, was in vielen anderen europäischen Ländern nicht mehr, noch nicht oder nicht im vollen Umfang erlaubt ist. Zum Beispiel Behandlung von Single-Frauen, Lesben, Unverheirateten bis zu einem Alter weit über 40 etc. Oder Eizellen- und Samenspende an diese Personengruppen oder auch Embryo-Banking. Sicher bin ich nicht mit vielen Einverstanden, aber respektiere jeden der diese Chancen für sich nutzen möchte. Denn die Trauer um ein Kind, dass man sonst nicht bekommen kann bringt einen fast selbst um. Es geht mir nicht darum eine Diskussion zu entfachen ob moralisch oder nicht, sondern wirklich nur um mein Anliegen. Ich hätte es mir auch gerne anders ausgesucht, aber in Deutschland, mit seinen verstaubten Gesetzen und moralischem Gesellschaftsdenken, bleibt mir leider keine andere Wahl.
Im Voraus besten Dank für Eure Antworten.
Ruth
 
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Re: Klinik in Spanien

Postby Siri on 10 Feb 2016, 21:51

Die Entscheidung die Du treffen musst ist sehr sehr schwer. Ich habe leider keine Erfahrung in Spanien. War in der Ukraine. Die Ansichten hier finde ich auch recht verstaubt, da stimme ich dir zu. Zu deinem Problem. Wenn Du Single bist kommt ja nur Fremdsperma in betracht. Die Frage mit den EZ ist: Wie gut sind deine noch? Für mich persönlich wäre die Überlegung dann: Wie viele künstliche Befruchtungen hatte ich schon mit eigenen EZ? Wie viele haben es bisher erfolgreich geschafft? Hat es bis dato keine geschafft würde ich auch fremde EZ nehmen. Ich sehe sowas pragmatisch, aber das ist auch nicht jedermanns Sache und nicht jeder kommt damit zurecht, wenn das Kind nicht genetisch meins wäre. Viel Zeit hast du ja jetzt auch nicht mehr. Ich würde mir alle Option noch mal durch den Kopf gehen lassen und alles überdenken und dann handeln. Ich würde vermutlich Fremdsperma nehmen.
Unser letzter Versuch was positiv - direkt doppelt - und wir haben noch 4 EZ eingefroren, aber sollte die Schwangerschaft weiterhin so gut verlaufen müssen wir überlegen was wir damit machen. (Kinderplanung dann abgeschlossen) Leider kann man die nicht spenden. Vielleicht geht es ja in 5, 10 oder 15 Jahren und die Gesetze werden auch hier etwas gelockert.
Ich drück dir fest die Daumen! Wäre schön, wenn man noch mal von dir hört, weil es ein echt spannendes Thema ist.
Siri
 
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Re: Klinik in Spanien

Postby majorka4 on 10 Feb 2016, 22:10

Für Ukraine habe ich mich entschieden, da ich zum einen Single bin, aber Spanien neben Polen, Rußland und Ukraine auch Singles behandeln darf. Stimmt die EZS in Spanien und Tschechien ist genau wie die EMS gesetzlich anonym geregelt. Für eine offene Spende müsstest Du Dich an Länder wie England, Niederlande, Finnland, USA. In Engand kann die Warteschleife auch mal länger dauern, da die Spendebereitschaft durch die gesetzliche Regelung der offenen EZS gut zurückgegangen ist. Die meisten Länder setzen eine Altersgrenze von Ende 48/49. Spanien bei 50. Danach geht nur noch Ukraine. Darüber ob mich die Anonymität der Spenderin bewegt oder nicht, darüber habe ich öffentlich sicher nicht geschrieben. Dazu gibt es spezielle Foren, und da wiederum Gruppen, in dem sich betroffene Frauen austauschen. Dies in einem allgemeinen Forum zu tun, würde ich persönlich ablehnen. Es ist ein sehr emotionales Thema und wohl kaum eine Frau wird sich groß vor der breiten Allgemeinheit dazu überwinden ganz offen über ihre Gefühle zu reden, dass tun sie aber gerne in geschützten Bereichen, und da sicher auch nicht so pauschal mit jedem, weil ja niemand zunächst weiß, wenn er vor sich hat. Reporter des sehr verfälschenden deutschen Medien, verdeckte Ahnden des Gesetzes sind nicht selten.( Deutschland ist neben Schweiz und Türkei ein Land, dass die EZS verbietet und Deutschland sogar das einzige dass die Ärzte bestraft, der auch nur einen Ultraschall vorbereitend vornimmt. Da gib es richtige Razzien in den Praxen.) Generell wirst Du in Deutschland selten öffentlich große Statements zu diesem Thema finden, eben weil das verstaubte Embryonengesetz so hart greift und die Verurteilungen der Gesellschaft immer noch brutal ist. Ungewollt Kinderlos? Gibt es nicht. Sind alles Egoisten, die erst Karriere machen möchten. Kindererkriegen geht ja ganz von alleine, naja und wenn nicht, hat sich die Natur was dabei gedacht. Ein Recht auf Kinderkriegen gibt es nicht usw. weißt Du was ich meine. Und deshalb bin auch ich nicht bereit hier mein ganzes Gefühlsleben auszubreiten. Also nicht böse sein.
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Re: Klinik in Spanien

Postby paprik_a on 10 Feb 2016, 22:26

Ja, ich selbst war in dieser Klinik. Zuerst schien es mir, dass es alles seriös ist, außerdem las ich viele positive Meinungen. Während der Untersuchung stellt jeder Arzt seine Diagnose, richtig oder nein, weiß ich nicht, aber wenn ich die Sache mit IVF hatte, gab es nur solche Kriterien, wie kein Aids, keine Syphilis, die Zähne sind unversehrt und alles!! Wofür wurden alle diese nicht billige Analyse gemacht, und diese Diagnose gestellt ist nicht bekannt. Also dir Ursache der Fehlgeburt hat man uns nicht erklärt (ich war in 11 SSW), nur eine kalte „versuchen sie noch einmal“. Ein Treffen ist es unmöglich zu organisieren, da der Arzt immer beschäftigt ist. Selbst anzurufen hat das Personal „vergessen“. Bis man Geld hat, versucht das Personal sich zu lächeln und etwas für sie machen. Wir sind für sie einfache Kunden und Einnahmequelle. Auf jede Frage, die man den Ärzten stellt, kann man nur hören: Ich bin kein Embryologer, Ich bin kein Gematolog usw. Worüber kann man hier sprechen?
paprik_a
 
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