Angst vor künstlicher Befruchtung

Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby Maria Waldfogel on 17 Mar 2016, 18:31

Hallo ihr Lieben,
Es gibt unbedingt zwischen euch, die künstliche Befruchtung erlebt haben. Also ich brauche euren Rat und vielleicht Unterstützung.
vorgestern Abend bekamen wir die Diagnose OAT-Syndrom. Sowohl Urologe als auch mein Gyn sieht keine andere Möglichkeit als künstliche Befruchtung. Ich hatte mich drauf eingestellt, dass es nicht super gut würde, aber mit diesem Ergebnis habe ich nun nicht gerechnet. Mich hat das ziemlich aus der Bahn geworfen. Seit dem habe ich Alpträume, wache nachts ständig auf, kann an nichts anderes mehr denken und heule. Gestern und heute habe ich mich erst mal krank gemeldet.
Ich hab ganz fürchterliche Angst davor, dass es kein anderes Thema in den nächsten Jahren mehr geben wird, dass die körperliche, aber auch die seelische Belastung immens wird, und hinterher eh alles für die Katz war. Mein Gyn erklärte mir das Verfahren so, als wäre das alles ganz einfach und alles super. Vollnarkose und Scheidenwand durchstechen um an die Eizellen zu kommen klingt für mich aber nicht nach ganz einfach. Das klingt nach üblen Schmerzen. Aber das ist gar nicht das Schlimmste...vor allem habe ich Angst vor der psychischen Belastung. Vor der Angst, kein Kind mehr ansehen zu können, ohne dass die große Heulerei ausbricht, von Behandlung zu Behandlung zu hoffen und zu bangen...Ich war sehr froh, dass mein Gyn mir direkt gestern einen Termin eingeräumt hat, um zumindest mal ein bisschen die Lage zu erklären. Aber bei sämtlichen Details wollte er mit uns drüber sprechen, wenn es wirklich so weit ist. Und das ist etwas, das ich ganz ganz schwer ertrage. Ich bin eine Grübelbirne, ganz fürchterlich, schon immer gewesen. Ich muss für mich sowas alles durchdenken können, abwägen können, ob das wirklich der richtige Weg ist. Ich möchte eigentlich haargenau wissen, auf was ich mich einlasse.
Im Moment drehe ich mich gedanklich völlig im Kreis und habe einfach nur Angst.
Meinem Schatz fällt es ganz schwer, mich so zu sehen. Zum einen hat er mich so noch nie erlebt, noch dazu kann er mir nicht helfen. Ich muss da durch, und er ist der Grund dafür. Ich würds ihm und mir so gerne leichter machen, aber ich weiß nicht wie.
Könnt ihr mir die Angst nehmen?
Maria Waldfogel
 
Posts: 244
Joined: 14 Mar 2016, 16:22

Re: Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby Agnes.frankes on 17 Mar 2016, 18:40

Hallo, Maria!:)
also mal als erstes: Ich hatte keine Schmerzen bei und nach der Eizellentnahme. Es ist auch keine richtige Vollnarkose. Sondern ein Mix aus Beruhigungs-, Schlaf- und Schmerzmitteln.
Die ganze Prozedur ist selbstverständlich nicht das, was man sich am Anfang mal vorgestellt hat. Man ist das Thema ganz relaxt angegangen und hat sich im Laufe der Zeit immer mehr Gedanken gemacht. Der Druck wurde immer größer. Die Ungewissheit immer unerträglicher.
Für uns war die Diagnose OAT befreiend. Sie zeigte uns den Weg. Wir konnten das Thema "schwanger werden" abgeben. Wir wurden erleichtert um die Verantwortung.
Wir haben uns von Anfang an mit der Möglichkeit auseinander gesetzt, dass es auch nicht klappen kann. Wir haben nach ca. 8 Monaten darüber gesprochen, dass wir die Termine für Kiwu-Kliniken angehen werden. Und wir haben uns darüber unterhalten, wie weit wir gehen werden. Natürlich immer unter dem Aspekt, dass sich die Meinung auch wieder ändern kann.
Wir haben auch direkt darüber geredet, was wir machen, wenn es nicht mit der KB klappt. Das wir z.B. Adoption nicht ausschließen. Für uns war das wichtig. Weil wir nicht erst darüber nachdenken wollten, wenn wir dazu gezwungen werden. Sondern die Entscheidung darüber "frei" treffen wollten.
Psychisch belastet uns das Thema nicht so stark. Vielleicht weil wir von Anfang an die ganzen Möglichkeiten gesehen haben. Wir haben auch immer gesagt, wir werden auch ohne Kind glücklich. Das erleichtert natürlich immens. Wir wollen uns nicht vom Thema Kinderwunsch das Leben bestimmen lassen. Natürlich ist das Thema ganz groß. Vor allem, wenn jetzt bald wieder die nächste ICSI ansteht. Aber das läuft quasi nebenbei. Die ersten versuche waren sehr aufregend. Für mich persönlich sehr spannend und mein Interesse am ganze Prozess war sehr groß. Ich habe das eher als Bereicherung gesehen. Ich habe so viel gelernt und erfahren. Die meisten haben kaum Ahnung was bei so einer KB so alles passiert. Mir ist es sehr wichtig so viel wie möglich über das Thema zu wissen. Dann habe ich etwas, woran ich mich festhalten kann, was mich beschäftigt und "ablenkt".
Versucht euch dem Thema langsam zu nähern. Redet miteinander was ihr für Vorstellungen habt. Was ihr bereit seid zu tragen. Wann ihr spätestens die Reißleine ziehen wollt. Und dann hilft auch immer der Austausch hier. Wenn man mal am Boden ist. Oder gerade nicht weiter weiß.
Agnes.frankes
 
Posts: 341
Joined: 13 Feb 2016, 14:35

Re: Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby Engeline on 17 Mar 2016, 19:00

Deine Angst ist ganz normal. Scheinbar ward ihr nicht im Geringsten auf die Diagnose vorbereitet und dass das jetzt erstmal schockt und ihr nicht weiter wisst, ist völlig ok. Scheinbar hast du dich mit dem Thema auch noch nicht groß beschäftigt, dann macht das auch nochmal mehr Angst, wenn man nicht weiß, was auf einen zukommt.
Aber die Behandlung an sich, die rein körperliche ist wirklich nicht schlimm. Ganz wenige haben ein paar Symptome, die aber leicht wegzustecken sind. Lass dir das alles mal vom Dok erklären. Frag ihn, frag uns, lass dich beruhigen.
Als Paar, redet miteinander und setzt euch Grenzen, überlegt, wie weit ihr geht. Psychisch steckt das jeder anders weg und das kommt wirklich auch darauf an, wie ihr euch mit dem jetzt und dem danach auseinandersetzt. Sugar ist hier zB der Sonnenschein, sie nimmt das super locker )) Aber sie hat auch schon ein Kind, viel. ist es dann ein bisschen leichter (ohne dir jetzt zu Nahe treten zu wollen Sugar!) Für die beiden wäre Adoption eine Option, dann gibt es auch wieder ein "danach", wenn die KB nicht klappt. Vielleicht belastet es sie daher auch nicht so sehr. Für meinen Mann und mich kommt nichts anderes in Frage, also keine Adoption. Für uns gibt es nur diese paar Versuche und wenn es nicht sein soll, bleiben wir zu zweit. Das macht es nicht einfacher, der Druck wächst bei jedem Mal. Wir haben jetzt nach 2 Versuchen mal ne längere Pause gebraucht, weil ich auftanken musste. Aber auch das ist ganz normal, wir sind ja alle nur Menschen.
Setzt euch mit dem Thema auseinander und redet miteinander, das ist erstmal das wichtigste. Und für Fragen und Seelentrost sind wir ja dann auch noch da))
Engeline
 
Posts: 371
Joined: 04 Jan 2016, 16:07

Re: Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby eva2Abel on 17 Mar 2016, 19:07

Für meinen Mann und mich kam die Diagnose auch sehr überraschend. Wir waren nen paar Monate am Üben und dann haben wir uns weiter untersuchen lassen. Muss ja sagen, dass ich mich nicht groß mit dem Thema auseinander gesetzt habe. Wir haben schnell in der KiWu einen Termin gekriegt und uns beraten lassen und dann ging es gleich los mit Bauchspiegelung und dem Spritzen. Für mich war es auch nicht schlimm. Nur die Männer haben damit mehr zu kämpfen, weil sie die "Verursacher" sind und nichts machen können. Aber es schweißt einen als Paar zusammen! Und man sollte vorher sich ne Alternative überlegen, was man machen möchte, wenn es so nicht klappt. Setz dich mit deinem Partner zusammen und besprecht das in Ruhe. Nur nicht reinsteigern, dass macht es schlimmer und auch nicht zu viele Gedanken machen. Ich weiß, es ist einfacher als gesagt, aber deswegen war ich am Anfang nicht oft im Internet unterwegs, weil ich mich nicht "verrückt" machen wollte. Also hier im Forum lesen, aber nicht zuviel auf andere Seiten.
eva2Abel
 
Posts: 265
Joined: 14 Mar 2016, 16:25

Re: Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby Lisa_vogt on 17 Mar 2016, 19:28

Was die anderen sagen stimmt vollkommen)) Dass Du eine Zeit brauchst, um so eine Information zu verarbeiten ist doch klar. Man stellt sich natürlich den Kinderwunsch ganz anders vor. Gib Dir selbst auch die Zeit das zu verarbeiten.
Wir waren vor der Diagnose schon eine ganze Weile am Probieren auf natürlichem Weg, zum Schluss mit aller Drum und Dran, wodurch die ganze Sache irgendwie schon verkrampft war. Wir wussten uns keinen Rat mehr. Es war zum Schluss einfach nur frustrierend, weil jedes Mal doch wieder die Blutung einsetzte. Deswegen war die Diagnose gleichzeitig auch bei uns eine Art "Befreiung". Ein Schritt nach vorn. Gewissheit haben, dass es einen Grund gibt, warum es nicht geklappt hat und eine Lösung. Vorher schwebte da irgendwo ein großes Fragezeichen, das niemand definieren konnte. Ich kann euch also nur raten, es eben auch als einen Vorwärtsschritt zu sehen.
Und wie die anderen schon gesagt haben, reden zwischen den Partnern ist immens wichtig. Redet darüber, wie ihr die Sache angehen wollt, wie jeder von euch damit umgeht, einigt euch darauf, wem ihr es erzählt und wieviel ihr erzählt und wann für euch die Grenze der Versuche erreicht wäre und ob Adoption für euch überhaupt in Frage käme. Nur um einfach zu wissen, wo ihr steht. Das hilft schon sehr. Auch sonst brauchst Du keine Angst zu haben. Ich habe schon 2 ICSI-Versuche hinter mir und ich muss sagen, ich habe mir das Ganze weitaus schlimmer vorgestellt, weil man ja immer hört, die Hormonbehandlung ist so belastend und die Durchführung der Punktion hört sich eben auch ganz schön schaurig an. Wie gesagt, so schlimm fand ich es gar nicht. Ich glaube das größte Problem ist einfach, weil man beim ersten Mal nicht weiss, wie alles funktioniert und welche "Gebrechen" normal sind nach einer Punktion, weil man eben keine Ahnung davon hat. Aber wenn man weiß, aha, ja der Blähbauch geht irgendwann auch wieder weg, dann ist es ok. Weil man es einschätzen kann. Weil man weiß, es ist normal und geht vorbei. Mach Dir keine Sorgen. Seid offen für das was kommt und lass es auf Dich zukommen. Ich weiß dass das schwer ist, ich bin nämlich auch eine Grübeltante.
Lisa_vogt
 
Posts: 283
Joined: 18 Jan 2016, 16:53

Re: Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby Maria Waldfogel on 17 Mar 2016, 19:59

ich kann Euch gar nicht sagen, wie sehr Ihr mir gerade helft. Die Heulerei hat aufgehört, ich sehe es inzwischen etwas optimistischer, dank Euch!
Wir reden hier ganz viel drüber und haben beschlossen, kein Geheimnis draus zu machen. Es ist keine Schande, nicht zu können, und es ist besser, wenn die Welt rundherum weiß, wieso wir vielleicht manchmal nicht können, nicht so gut drauf sind oder so etwas. Er hat sich am Donnerstag bei seiner Chefin krank gemeldet, ihr gesagt wir müssten mit der Diagnose erst mal umgehen...wofür sie auch volles Verständnis hatte.
Thema Adoption müssen wir noch mal genauer besprechen, aber da wird sich auch eine Lösung finden. Ich denke, er hat keine Angst, dass ich ihn verlasse...immerhin sind wir gerade in der Endphase unserer Hochzeitsplanungen. Im Moment versuche ich herauszufinden, ob Potenzmittel sich tatsächlich auf die Spermienqualität auswirken. Leider geht es bei ihm nicht ohne, und teilweise finde ich Beiträge im Netz, die besagen, Levitra fördere die Spermienqualität, und wieder andere, die besagen, sie verschlechtere sie. Eigentlich würde ich erwarten, dass sein Urologe, der ihm die ja verschrieben hat, direkt was dazu gesagt hätte, aber bei dem letzten Gespräch (als wir das SG eröffnet bekommen haben) fand ich den Kerl schon so merkwürdig...Und das, was wir nachher von meinem Gyn erfahren haben, hätte eigentlich auch von ihm kommen müssen...so dass selbst mein Mann etwas irritiert war. Also, so richtig trauen tue ich diesem Urologen nicht.
Ich bin als Begleitung mitgekommen, und da wollte die Sprechstundenhilfe an der Anmeldung direkt meine Karte haben, damit es als Paar-Gespräch gilt. Bekommen die dann direkt mehr Geld? Ich vermute, die können es dann doppelt abrechnen. Ich hab von meiner Versicherung keine Karte, aber selbst wenn darf er doch wohl eine Begleitung mitnehmen zu so einem Termin?
Maria Waldfogel
 
Posts: 244
Joined: 14 Mar 2016, 16:22

Re: Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby Louisa1998 on 17 Mar 2016, 20:07

Es freut mich, dass es dir Schritt für Schritt besser geht)) Euer Umgang mit dem Thema finde ich auch sehr gut. Bei uns wissen es auch recht viele. Wir gehen aber damit auch nicht hausieren. Es ist auch in unseren Augen keine Schande und über ein gebrochenes Bein unterhält man sich ja auch. Wenn ihr bisher "nur" beim Urologen und deiner FÄ wart, dann solltet ihr überlegen in eine Fachklinik zu wechseln. Dort sitzen Spezialisten, die sich alles ganz genau ansehen.
Lasst euch nicht unterkriegen. Vor allem nicht von einem Arzt, der meint er wäre der Gott in weiß und muss seine Patienten dumm lassen. Wünsche Ihnen für eure Hochzeit alles Gute!! So ein freudiges Ereignis in naher Zukunft ist doch besonders schön. Lasst es euch da gut gehen!
Louisa1998
 
Posts: 205
Joined: 13 Feb 2016, 15:34

Re: Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby majorka4 on 17 Mar 2016, 20:59

wieso hast du angst vor der künstlichen befruchtung?
ich habe gerade meine 1.icsi hinter mir und warte nun auf meinen bluttest. ich fand das alles absolut nicht schlimm. im gegenteil, ich war froh das endlich was passiert und es voran geht. das spritzen ist nicht schlimm,es ist nur die überwindung sich selber zu pieksen. die nebenwirkungen sind auch erträglich. das einzige wovor ich den angst hatte... war die kurze vollnarkose. Ich hätte am liebsten gleich wieder eine... es war ein so schöner schlaf.
das einzig nervige an der sache ist die wartezeit in der klinik, aber das hat man ja meistens beim arzt.
ich sehe die ganze angelegenheit als grosses aufregendes abenteuer und ich fahre jedes mal gerne in die klinik.schliesslich komme ich mit jedem termin unserem grossen wunsch einen schritt näher. versuche doch mal positiv nach vorne zu blicken.
majorka4
 
Posts: 272
Joined: 04 Jan 2016, 16:10

Re: Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby paprik_a on 17 Mar 2016, 21:02

Hallo,
in einer Kiwu-Klinik bist du bestens aufgehoben. Die wissen was sie tun und man hat endlich das Gefühl das etwas passiert. Das Warten und Hoffen fand ich einfach schrecklich und jeden Monat dann die Enttäuschung.
Wir hatten 2. ICSIs. Die Narkose ist ein Klacks und das Spritzen der Hormone wirklich total einfach. Es gibt wirklich nichts wovor man Angst haben muss. Der erste Versuch war leider nichts bei uns. Jetzt im August hatten wir den 2. Versuch und ich bin mit Zwillingen schwanger. Ich kann es nur jeder Frau empfehlen, die sich sehnlichst ein Kind wünscht. Mein Mann und ich sind einfach überglücklich und hoffen, dass weiterhin alles gut verläuft. Für uns geht ein Traum in Erfüllung!
LIebe Grüße
paprik_a
 
Posts: 218
Joined: 20 Jan 2016, 11:14

Re: Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby Pika4u on 17 Mar 2016, 21:07

ich kann deine Gefühle gut nachvollziehen. Wir probierten zwei Jahre lang ohne Erfolg und dann kam beim Spermiogramm heraus, dass es wohl nur mit ICSI gehen wird. Wir hatten im Dezember die erste ICSI und es war gar nicht so schlimm. Ich hatte zwar auch Bammel, aber die Narkose (hatte noch nie zuvor eine Narkose) dauert 15 Min, ist in der Regel Routine und ich hatte keine Beschwerden. Danach zog es wie bei der Mens, aber nur für ein paar Stunden. Dann war alles besser. Und so läuft es bei Routine und für unser großes Ziel: Ein Baby!. Also habe keine Angst, macht einen Termin in einer Kiwupraxis. Dort werden sie euch umfassend informieren und, wenn sie gut sind, auch die Angst nehmen und Vertrauen einflößen.
Außerdem kannst du dann vielleicht bald dein Wunschkind in den Armen halten
Viel Glück!
Pika4u
 
Posts: 299
Joined: 04 Jan 2016, 16:13

Next

Return to IVF und ICSI