Hilfe! Angst vor künstlicher Befruchtung

Re: Hilfe! Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby paprik_a on 07 Jan 2018, 22:53

Wegen der Spritzen: Mein Mann hätte das auch gemacht, und ich bin mir sicher, er hätte das auch gut gemacht. Aber dann hat mich der Ehrgeiz gepackt, dass ich das schaffen will. Es ist komisch am Anfang, aber dann war es leicht. Das Wichtigste ist, dass die Dir das in der Praxis ganz genau erklären. Und ein bisschen Unsicherheit bleibt eh, die wird aber mit jedem Mal kleiner. Ich habe mir dann gesagt, dass jeder Diabetiker das von klein auf machen muss um zu leben (ich hatte in der Schule einen Freund, der an Diabetes litt und sich Insulin spritzen musste seit er 9 Jahre alt war).
Du wirst das auch hinkriegen! Und wenn doch nicht: Könntest Du in der Not in die Praxis gehen und Dir die Spritze abholen? Oder eine Freundin einweihen, die das vielleicht erledigen könnte?
Das ist das Dumme, dass man nie weiß, ob die Ängste unbegründet sind und ob sich die Mühen wirklich lohnen. Es kann beim ersten Mal gleich klappen, muss aber nicht. Ich weiß, welches Glück ich hatte. Und der Impfstoff wird zwischendurch immer wirkungslos werden... aber das ist die Meinung einer Biologin, die die Beobachtung, dass Schwangere besonders gefährdet sind, unbegründet findet.
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Re: Hilfe! Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby kühn on 18 Jan 2018, 02:16

Ich bin gerade in meinem ersten IVF-Versuch, der Transfer war gestern. Mir geht es körperlich und mental sehr gut. Über die Prozedur nachzudenken ist viel erschreckender als es selbst zu durchleben. Alle in meiner Praxis sind nett, auch wenn mir das erst nach einer Weile aufgefallen ist und ich anfangs oft genervt und unglücklich war. Man lernt sich kennen und bald ist alles nicht mehr so schlimm. Man wächst mit jedem neuen Schritt. Bei mir wurde kein besonderer Grund gefunden, warum es nicht klappt. Deswegen hatte ich im Vorfeld 5 Inseminationen, weil wir als Paar eine Indikation dafür hatten (kurzlebige Spermien). Das hat viel Geld und Zeit gekostet. Letzterndes denke ich jetzt, wenn ich geahnt hätte, dass man es körperlich so gut wegstecken kann, hätte ich mich früher dieser Methode mit der höheren Erfolgschance zugewandt. Die Spritzen haben ganz dünne Nadeln, die merkt man kaum und eine Überstimmu kommt nicht von heute auf morgen, da kann man schon auch irgendwie gegensteuern, hat mein Arzt gesagt. Wenn du Fragen hast, gib Bescheid. Aber ich schließe mich Laborschnecke an, Angst braucht man nicht haben.
LG
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Re: Hilfe! Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby sofi_e on 10 Feb 2018, 22:11

Deine Ängste kann ich so gut verstehen! Ich bin im Moment in der gleiche Situation. Ich habe den ICSI plan von der Krankenkasse bekommen, und habe auch mit dem Nasenspray begonnen. Ich fülle mich wie eine Drogenabhängige. Erst mit der Nase, bald die Spritzen. Ich hasse Spritzen. Als ich das Rezept vom meinem Arzt bekam und zur Apotheke gegangen bin, habe ich gedacht endlich geht es los. Als die Apothekerin mir eine ganze Tüte mit Spritzen und andere Medikamente gab, wollte ich los heulen! Mit Mühe habe ich mein Trennen behalten. An den gleichen Tag bin ich auch zur eine Buchhandlung gegangen und wollte mir irgendwelche Bücher kaufen, die mir beim Rauchenaufhören helfen sollten. Dabei bin ich beim Kinderwunschregal vorbeigelaufen.
Heute um 8:00 habe ich meinen 1. Ultraschall. Ich bin so aufgeregt, dass ich schon um 5:00 Uhr aufgestanden bin. Du brauchst keine Angst zu haben. Wenn du magst, kann ich dich auf dem Laufenden halten, wie es bei mir läuft. Ich muss dir aber auch was sagen, diese Hormone, die ich durch die Nase nehme, haben aus mir eine Löwin gemacht. Besonders meine Schwiegermutter. Manchmal denke ich was machen die mit mir? Werde ich wahnsinnig? Aber anderseits gefällt es mir, weil ich mich sehr stark fülle und ich werde alles tun um mein Baby in die Arme zu schließen. Es ist auch eine gute Gelegenheit den Leuten das zu sagen was einem nicht passt und die denken, das sind die Medikamente. Ich sage ich bin verrückt, die Hormone sind schuld, wenn ich meine Schwiegermutter so richtig anmache. Es auch seine Vorteile. Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen Mut machen. Alles Gute
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Re: Hilfe! Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby Ruth on 23 Feb 2018, 18:05

Ich habe eine ICSI hinter mir und ich hatte zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Schmerzen, die Eizellentnahme wurde unter einer kurzen Vollnarkose durchgeführt, ich konnte nach der Entnahme selbst vom OP-Tisch steigen und in mein Zimmer gehen in dem ich noch 30 min überwacht wurde, nach einer Wartezeit von... ich weiss nicht mehr wurde nochmal US gemacht, ob alles ok ist und das war es dann. Mal davon abgesehen, dass natürlich gefühlsmäßig alles ein wenig steril vor sich geht, ist der Vorgang normalerweise ziemlich professionell, bei uns hat es gleich im ersten Versuch geklappt und ich bin jetzt wieder im Vorzyklus für unser zweites ICSI Kind. Bei mir würden 15 Eizellen punktiert und ich hatte kein Probleme, keine Schmerzen, aber auch keine Überstimmu. Wir haben es in unserem Umfeld nicht preisgegeben, um unser Kind vor möglichen Hänseleien oder sonstigem zu schützen und wenn Du erst einmal schwanger bist, wirst du alles vergessen haben!
Den einzigen Tipp, den ich geben kann, schau dir die Klinik genau an, wenn es menschlich stimmt, dann ist alles viel leichter und besser zu ertragen.
Ruth
 
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Re: Hilfe! Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby Fuchs on 04 Mar 2018, 17:49

Ich hatte bei meinen ersten Versuchen auch am meisten Angst vor der Narkose und den Schmerzen danach! Muss aber jetzt wirklich sagen, dass das wirklich das geringste Übel ist! Das ist gar nicht tragisch. Ich hatte eigentlich nie Schmerzen. Auch nicht beim Transfer, wenn die Eizellen wieder in die Gebärmutter kommen. Manche haben da anscheinend auch Schmerzen. Aber ich hatte keine Schmerzen und auch keine Blutungen. Für mich war nur das Schlimmste die Spritzen. Aber selbst die gehen mit der Zeit ganz locker! Da kann ich den anderen nur zustimmen. Die ersten dauerten ziemlich lange, bis sie drinnen waren. Habe mich zu Tode geschwitzt)) Aber glaube mir, wenn man mal das Endprodukt in Händen hält, wie ich mit meiner 1 jährigen Tochter, dann ist alles vergessen. Und jetzt starten wir für Baby Nr. 2. Wir haben allerdings noch 2 eingefrorene Eizellen, die ja indirekt von meiner Tochter die Zwillinge sind, oder? Sie sind zumindest am selben Tag entnommen worden, wie die Eizelle, aus der meine Tochter entstanden ist. Ist irgendwie komisch.
Aber Hauptsache, wir kommen unserem Wunsch nach einen Baby nahe! Ich wünsche Dir alles alles Gute und Gott sei Dank müssen wir Frauen alles auf uns nehmen, sonst gäbe es bestimmt viel weniger künstliche Befruchtungen
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Re: Hilfe! Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby Agnes.frankes on 17 Mar 2018, 00:00

Ich bin auch sehr traurig( vorgestern bekamen wir die Diagnose OAT-Syndrom. Sowohl Urologe als auch mein Gyn sieht keine andere Möglichkeit, als künstliche Befruchtung. Ich hatte mich drauf eingestellt, dass es nicht super gut würde, aber mit diesem Ergebnis habe ich nun nicht gerechnet. Mich hat das ziemlich aus der Bahn geworfen. Seit dem habe ich Alpträume, wache nachts ständig auf, kann an nichts anderes mehr denken und heule. Gestern und heute habe ich mich erst mal krank gemeldet. Ich hab ganz fürchterliche Angst davor, dass es kein anderes Thema in den nächsten Jahren mehr geben wird, dass die körperliche, aber auch die seelische Belastung immens wird, und hinterher eh alles für die Katz war. Mein Gyn erklärte mir das Verfahren so, als wäre das alles ganz einfach und alles super. Vollnarkose und Scheidenwand durchstechen, um an die Eizellen zu kommen, klingt für mich aber nicht nach ganz einfach. Das klingt nach üblen Schmerzen. Aber das ist gar nicht das Schlimmste...vor allem habe ich Angst vor der psychischen Belastung. Vor der Angst, kein Kind mehr ansehen zu können, ohne dass die große Heulerei ausbricht, von Behandlung zu Behandlung zu hoffen und zu bangen...Ich war sehr froh, dass mein Gyn mir direkt gestern einen Termin eingeräumt hat, um zumindest mal ein bisschen die Lage zu erklären. Aber bei sämtlichen Details wollte er mit uns drüber sprechen, wenn es wirklich so weit ist. Und das ist etwas, das ich ganz schwer ertrage. Ich bin ganz fürchterlich, schon immer gewesen. Ich muss für mich sowas alles durchdenken können, abwägen können, ob das wirklich der richtige Weg ist. Ich möchte eigentlich haargenau wissen, auf was ich mich einlasse. Im Moment drehe ich mich gedanklich völlig im Kreis und habe einfach nur Angst. Meinem Schatz fällt es ganz schwer, mich so zu sehen. Zum einen hat er mich so noch nie erlebt, noch dazu kann er mir nicht helfen. Ich muss da durch, und er ist der Grund dafür. Ich würde es ihm und mir so gerne leichter machen, aber ich weiß nicht wie.
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Re: Hilfe! Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby Lisa_vogt on 05 May 2018, 22:47

Ich habe mich exakt genauso gefühlt, als ich in der KIWU Klinik war. Bei mir kam noch dazu, dass ich dieses Jahr 40 Jahre alt wurde und der Arzt mir gleich sagte, dass Frauen in diesem Alter sowieso nicht mehr auf natürlichem Wege schwanger wurde. Spermiogramm meines Mannes ist auch nicht sehr gut. Also: wir wurden regelrecht überfahren, ich bekam gleich am selben Tag die Grippe meines Lebens und las alles über ICSI, was mich natürlich noch panischer machte.
Meine Erfahrung, die ich Dir weitergeben möchte: lass Dir Zeit! Wenn Du jetzt so verwirrt und verunsichert bist, dann wird das sowieso schwierig - denn Deine Seele braucht erst mal Zeit sich darauf einzustellen. Ich habe jedenfalls noch immer nix gemacht, obwohl es ja wohl ein bisschen dringender ist, als bei Dir. Aber die Gespräche mit vielen lieben und erfahrenen Menschen haben mich sicherer gemacht, ruhiger und zuversichtlicher. Es setzt sich einfach alles erst mal, Du wirst auch Menschen kennenlernen, die vielleicht ganz gute Erfahrungen mit ICSI gemacht haben...jedenfalls ist es bei mir jetzt, 9 Monate später, so, dass ich nicht mehr so große Angst habe. Wenn es also im nächsten halben Jahr nicht klappen sollte, dann werde ich mich sicher zu ICSI entschließen, aber mit Freude, damit ich mein Baby dort so richtig willkommen heißen kann.
Wir haben in der Zwischenzeit Insemination probiert, hat zwar geringere Wahrscheinlichkeit, ist aber nicht belastend für Dich und man gewöhnt sich ein wenig an die Atmosphäre in der Klinik, kann feststellen, ob die sich wirklich um einen kümmern oder nicht und dann im Zweifelsfall für die große Methode die Klinik wechseln. Außerdem: mein Mann hat 3 Monate Profertil genommen - das sind Vitamine, das Spermiogramm hat sich massiv verbessert, die beweglichen sind mehr geworden. Kopf hoch!
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Re: Hilfe! Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby yourAngel on 18 May 2018, 17:11

Ich verstehe deine Ängste vor einer ICSI und ich finde es auch wichtig alles gut abzuwägen - auf seinen Bauch zu hören! Mein Mann und ich waren im Mai das erste mal in einer Kiwu Klinik und hatten sofort beide ein sehr gutes Gefühl, fühlten uns verstanden und gut aufgehoben. Im Juli starteten wir mit der Behandlung, die kein Spaziergang war, und nun bin ich in der 16. SSW und mein Mann und ich total glücklich! Ein totales Glück, dass es beim ersten mal geklappt hat, ich weiß, aber wir beide standen total zu unserer Entscheidung und es spielt nun überhaupt keine Rolle mehr, wie unsere Krümelchen entstand! Unsere Freunde und die Familie wussten von Anfang an bescheid und unterstützten uns sehr. Also nur Mut - es ist eure Entscheidung, höre auf deinen Bauch, aber auch auf den deines Mannes - wenn es euch nur Angst macht oder ihr zu sehr zweifelt, ist die Zeit nicht reif und vielleicht klappt es ja auch so!
Wir waren nach über drei Jahren einfach am Ende unserer Kräfte und konnten nicht mehr warten.
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Re: Hilfe! Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby sofi_e on 27 May 2018, 02:27

Mein Mann hätte das auch gemacht, und ich bin mir sicher, er hätte das auch gut gemacht. Aber dann hat mich der Ehrgeiz gepackt, dass ich das schaffen will. Es ist komisch am Anfang, aber dann war es leicht. Das Wichtigste ist, dass die Dir das in der Praxis ganz genau erklären. Und ein bisschen Unsicherheit bleibt eh, die wird aber mit jedem Mal kleiner. Ich habe mir dann gesagt, dass jeder Diabetiker das von klein auf machen muss um zu leben (ich hatte in der Schule einen Freund, der an Diabetes litt und sich Insulin spritzen musste seit er 9 Jahre alt war).
Du wirst das auch hinkriegen! Und wenn doch nicht: Könntest Du in der Not in die Praxis gehen und Dir die Spritze abholen? Oder eine Freundin einweihen, die das vielleicht erledigen könnte?
Das ist das Dumme, dass man nie weiß, ob die Ängste unbegründet sind und ob sich die Mühen wirklich lohnen. Es kann beim ersten Mal gleich klappen, muss aber nicht. Ich weiß, welches Glück ich hatte. Und der Impfstoff wird zwischendurch immer wirkungslos werden... aber das ist die Meinung einer Biologin, die die Beobachtung, dass Schwangere besonders gefährdet sind, unbegründet findet.
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Re: Hilfe! Angst vor künstlicher Befruchtung

Postby Pika4u on 18 Jun 2018, 02:29

Auch ich hatte teilweise Spritzen zum selber mischen, das ist auch nicht sehr problematisch. Ich fand es sogar spannend das zu lernen. Das ist mal was Reales, das man im Leben vielleicht noch öfter brauchen kann. Die Berührungsängste beim Spritzen hab ich verloren, als ich meinen Hund geheilt habe (Tierarzt täglich war mir einfach zu teuer). Vielleicht hast du mal die Gelegenheit für einen solchen Versuch. Du wirst merken, es geht einfacher als man denkt und man sieht auch dass die Tiere das kaum spüren und so wird es bei dir auch sein. Ich mach mir immer Mut damit, dass andere Menschen, die gesundheitlich geschlagen sind noch viel tapferer sein müssen und einfach nur glücklich wären, wenn sie nur das auf sich nehmen müssten. Bei mir wirkst.
Wenn es mal konkrete Probleme gab, beim Mischen, Spritzen, Beipackzettel, Nebenwirkungen…ich hab immer einen neuen Strang aufgemacht und ganz schnell Antworten und Hilfen und Tipps bekommen...du packst das schon, keine Frage. Du musst nur ein bisschen lernen und das ist ein gutes Gefühl, wenn man etwas Neues geschafft hat
Pika4u
 
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