Wer ist dagegen?

Re: Wer ist dagegen?

Postby sofi_e on 23 Apr 2017, 01:20

Ich war auch immer dagegen. Und dann kommt der Tag, an dem man da steht und sich Gedanken machen muss, ob man den Weg der Künstlichen Befruchtung geht oder sich einen Plan B ausdenkt. Ich bin dankbar dafür dass es die Möglichkeiten der IVF und ICSI gibt. Und warum sollte man es nicht nutzen? Ich glaube auch nicht, dass meine Tochter, die durch eine IVF entstanden ist, anders ist, als die Mädles meine Schwestern die natürlich enstanden. Was sollte der Unterschied zwischen den Kindern sein? Ich und alle anderen sind genauso Schwangere wie jene die diesen schweren Weg nicht gehen mussten. Ich sehe es so, dass bei der Künstlichen Befruchtung genauso viel Glück dazu gehört, wie auf dem normalen weg. Hier allerdings die Unterstützung gebraucht wird. Nur weil die reife Eizelle in die Gebärmutter mit toller Schleimhaut eingesetzt wird, muss noch lange keine Einnistung stattfinden. Ich kenne niemanden, der es nicht machen würde, allerdings weil immer noch sehr viele nicht offen sprechen. Meist dann, wenn man selber anfängt und sagt: hey, bei uns war es nicht leicht...Adoption war nie ein Thema. Weder meine noch die Gene meines Mannes, man weißnicht aus welchen Verhältnissen die Kinder kommen und wie groß womöglich der seelische Schaden ist. Man ganz davon abgesehen wie die Gesetze bezüglich Adoption in Deutschland sind! LG
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Re: Wer ist dagegen?

Postby Nala on 23 Apr 2017, 01:21

Das ist eine Entscheidung, die jedes Paar ganz alleine für sich treffen muss. Ich hatte auch Bauchschmerzen und bin diese auch erst losgeworden als ich mich ausreichend über Chancen und vorallem die Risiken informiert hatte und unser Arzt hat mir auch einen ganz großen Teil meiner Ängste genommen. Aber tun sie das nicht überall und bei jeder schulmedizinsichen Behandlung? Wenn Du es ganz streng auslegst, dann ist sogar schon das Schneiden der Haare und Fingernägel ein Eingriff in die Natur. Eine OP, ganz egal welche, ist es in jedem Fall immer. Ebenso die Einnahme von Medizin. Ob das Kind freiwillig kommt, darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht und werde ich auch nicht. Ich unterziehe mich schließlich nicht dieser Behandlung, weil ich gerade Spaß daran finde - so wie bei einer Schönheitsop - sondern weil es auf natürlichem Weg, den ich immer bevorzugen würde, nicht klappt. Ich bin einfach nur heilfroh, dass es die Möglichkeit gibt, Frauen, die ungewollt kinderlos sind, zu helfen. Und leider ist das immer noch keine Garantie, dass es auch wirklich klappt!
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Re: Wer ist dagegen?

Postby eva2Abel on 23 Apr 2017, 01:23

Ich finde nicht, dass dass man sagen kann "zu denen passt eine ICSI und zu denen nicht". Das muss meiner Meinung nach jedes Paar für sich selbst entscheiden. Jedes Paar muss seinen Weg finden und gehen. Wenn man mit dem Weg ICSI einig ist, dann ist das super. Und wenn man die ICSI nicht möchte muss man andere Wege gehen oder es akzeptieren kinderlos zu bleiben. Dass deine Chefin als etwas Furchtbares darüber gesprochen hat, ist absolut unsensibel. Ich nehme sie in keinster Weise in Schutz, denke aber es sind verletzte Gefühle, Neid, Trauer und Wut. Nur solltest du davon eigentlich nichts abbekommen. Ihre Äußerung "so einen Scheiß würde ich nicht machen", lassen aber ein wenig vermuten, dass es bei ihr doch nicht ganz hoffnungslos war, sie aber einfach keine ICIS (denn die ist ja scheiße) wollte.
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Re: Wer ist dagegen?

Postby tilda on 18 Sep 2017, 20:47

Meine beste Freundin und ich haben gleichzeitig angefangen an unserem Kiwu zu basteln. Sie wurde im 1. ÜZ schwanger - die Kleine ist inzwischen fast 2 Jahre alt. Nun ist meine Freundin in der 28. SSW mit ihrem 2. Kind, ebenfalls Wunschkind, hat dieses mal im 2. ÜZ bei ihr geklappt. Ich muss ehrlich sagen, ihre erste SS ging mir ziemlich an die Substanz, denn ich hatte es mir doch auch so sehr gewünscht. Ich musste den Kontakt damals etwas reduzieren, um mich selbst zu schützen. Als die Kleine dann aber da war hat sich das alles wieder eingespielt (25 Jahre Freundschaft haut so schnell nix um). Ihre 2. SS hat mich total gefreut und ich empfinde es als Geschenk sie dabei so eng begleiten zu dürfen. Ich habe gemerkt, dass sich in mir etwas geändert hatte und ich mich richtig mit ihr freuen kann. Wir ergänzen uns nun, ich begleite fasziniert ihre SS und sie freut sich total über die Adoption und will alles genau wissen. Sie sagt sie findet es mindestens genauso spannend wie ihre eigene SS.
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Re: Wer ist dagegen?

Postby Agnes.frankes on 14 Oct 2017, 21:58

Es ist ein Thema, über das sich gut streiten lässt, weil es so viele unterschiedliche Meinungen gibt. Meine Habe ich eben aufgrund meines Glaubens getroffen und dass jemand, der eben nicht glaubt, da auf einen anderen Ansatz kommt, das kann ich verstehen. Aber ich hoffe ihr könnt mich auch ein wenig verstehen - oder es wenigstens akzeptieren. Es ist nicht so, als müssten wir bis übermorgen eine Entscheidung haben und es ist auch nicht so, als wäre ich schon 100% dagegen und könnte meine Meinung nicht ändern! Ich bin 38 und hätte noch etwas Zeit, aber es wurmt mich eben doch ganz schön. Mein Problem an der ganzen Geschichte ist eben auch: Wenn es gut läuft, dann werden 20 Eizellen entnommen und befruchtet und wenn es dann gut läuft, dann klappt es beim ersten Einsetzen und man wird mit 4 Embryos schwanger. Der Arzt sagte beim Vorstellungsabend: Er würde dann meist vorschlagen 2 davon abzutreiben oder die komplette SS abzubrechen. Und was ist dann mit den restlichen 16 befruchteten Eizellen? Klar die werden eingefroren und dann evtl. mal verwendet - oder eben auch nicht. Und dann? Für mich ist das im eigentlichen Sinne aber auch schon Leben! Das ist eben für mich (für mich persönlich... ich spreche hier ausschließlich von mir!) auch das Unnatürliche und das was ich so erschreckend finde.
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Re: Wer ist dagegen?

Postby sofi_e on 13 Jan 2018, 22:43

Auch wir sind ein Paar, das sich vergangenes Jahr ganz bewusst gegen Kinderwunschbehandlung entschieden hat. Wir haben uns für eine Auslandsadoption entschieden und befinden uns momentan im Adoptionseignungsverfahren. Ich muss dazu sagen, dass es schon seit Jahren unser Wunsch war irgendwann ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren, auch wenn wir eigene Kinder bekommen hätten. Die Gründe weshalb wir uns gegen ein KiWu-Behandlung entschieden haben sind vielschichtig. Uns ist es wichtig eine Familie zu gründen, jedoch ist es uns nicht wichtig uns fortzupflanzen. Wir haben auf Reisen in Afrika schon viele Kinder gesehen, welche als Waisenkinder keine Zukunft in ihrem Land haben. Wir möchten zumindest einem Kind eine Chance auf eine bessere Zukunft geben. Wir wollen aus ethischen Gründen nicht in den Lauf der Natur eingreifen. Hormonbehandlungen sind nicht ohne Nebenwirkungen und unserer Meinung nach mit Vorsicht zu genießen, da auch die langfristigen Folgen noch nicht eindeutig geklärt sind. Wir sind nicht bereit uns dem psychischen Druck auszusetzen, welchen eine Behandlung mit sich bringt.
Letztlich muss das jedes Paar für sich selbst entscheiden und seinen Weg finden. Ich verurteile niemanden, der sich für eine KiWu-Behandlung entscheidet. Ich bewundere die Paare, welche diese Belastung auf sich nehmen. Ich erlebe jedoch immer wieder Unverständnis, dass wir uns gegen eine KiWu-Behandlung entschieden haben. Sich gegen eine KiWu-Behandlung entscheiden wird oft gleichgesetzt mit Aufgeben und kein Durchhaltevermögen zeigen. Es ärgert mich, mich immer wieder rechtfertigen zu müssen, dass wir uns aus Überzeugung für eine Auslandsadoption entschieden haben. Ich denke jeder muss 100% hinter seiner Entscheidung stehen
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