Wer ist dagegen?

Re: Wer ist dagegen?

Postby tilda on 23 Apr 2017, 00:15

Auch wir sind ein Paar, das sich vergangenes Jahr ganz bewusst gegen Kinderwunschbehandlung entschieden hat. Wir haben uns für eine Auslandsadoption entschieden und befinden uns momentan im Adoptionseignungsverfahren. Ich muss dazu sagen, dass es schon seit Jahren unser Wunsch war irgendwann ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren, auch wenn wir eigene Kinder bekommen hätten. Die Gründe weshalb wir uns gegen ein KiWu-Behandlung entschieden haben sind vielschichtig. Uns ist es wichtig eine Familie zu gründen, jedoch ist es uns nicht wichtig uns fortzupflanzen. Wir haben auf Reisen in Afrika schon viele Kinder gesehen, welche als Waisenkinder keine Zukunft in ihrem Land haben. Wir möchten zumindest einem Kind eine Chance auf eine bessere Zukunft geben. Wir wollen aus ethischen Gründen nicht in den Lauf der Natur eingreifen. Hormonbehandlungen sind nicht ohne Nebenwirkungen und unserer Meinung nach mit Vorsicht zu genießen, da auch die langfristigen Folgen noch nicht eindeutig geklärt sind. Wir sind nicht bereit uns dem psychischen Druck auszusetzen, welchen eine Behandlung mit sich bringt.
Letztlich muss das jedes Paar für sich selbst entscheiden und seinen Weg finden. Ich verurteile niemanden, der sich für eine KiWu-Behandlung entscheidet. Ich bewundere die Paare, welche diese Belastung auf sich nehmen. Ich erlebe jedoch immer wieder Unverständnis, dass wir uns gegen eine KiWu-Behandlung entschieden haben. Sich gegen eine KiWu-Behandlung entscheiden wird oft gleichgesetzt mit Aufgeben und kein Durchhaltevermögen zeigen. Es ärgert mich, mich immer wieder rechtfertigen zu müssen, dass wir uns aus Überzeugung für eine Auslandsadoption entschieden haben. Ich denke jeder muss 100% hinter seiner Entscheidung stehen
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Re: Wer ist dagegen?

Postby omega on 23 Apr 2017, 00:20

Die Schwester meiner Freundin lehnt auch sämtliche Maßnahmen ab. Ich glaube sie hatte schon 5 oder 6 Fehlgeburten in der 5. oder 6. Woche und verweigert jegeliche Untersuchungen die auf irgendwelche Chromoson oder Gendefekte hinweisen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann es nicht ganz verstehen aber wahrscheinlich können viele meinen Weg nicht nachvollziehen. Ich bin den Weg der KB gegangen. Viel weiter als die meisten hier und das meine ich nicht nur in Bezug auf die Kilometerzahl, weil wir ins Ausland gegangen sind. Sie ist jetzt sehr niedergeschlagen als sie erfahren hat, dass es bei mir jetzt endlich geklappt hat. Aber wie gesagt: Jeder muss für sich die richtige Entscheidung treffen. Allerdings sollte man sich dann nicht wundern, wenn einige Erfolg haben.
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Re: Wer ist dagegen?

Postby Maria Waldfogel on 23 Apr 2017, 00:21

Meine beste Freundin und ich haben gleichzeitig angefangen an unserem Kiwu zu basteln. Sie wurde im 1. ÜZ schwanger - die Kleine ist inzwischen fast 2 Jahre alt. Nun ist meine Freundin in der 28. SSW mit ihrem 2. Kind, ebenfalls Wunschkind, hat diesesmal im 2. ÜZ bei ihr geklappt. Ich muss ehrlich sagen, ihre erste SS ging mir ziemlich an die Substanz, denn ich hatte es mir doch auch so sehr gewünscht. Ich musste den Kontakt damals etwas reduzieren, um mich selbst zu schützen. Als die Kleine dann aber da war hat sich das alles wieder eingespielt (25 Jahre Freundschaft haut so schnell nix um). Ihre 2. SS hat mich total gefreut und ich empfinde es als Geschenk sie dabei so eng begleiten zu dürfen. Ich habe gemerkt, dass sich in mir etwas geändert hatte und ich mich richtig mit ihr freuen kann. Wir ergänzen uns nun, ich begleite fasziniert ihre SS und sie freut sich total über die Adoption und will alles genau wissen. Sie sagt sie findet es mindestens genauso spannend wie ihre eigene SS.
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Re: Wer ist dagegen?

Postby eva2Abel on 23 Apr 2017, 00:23

Wir haben uns auch schon, bevor wir wussten, dass es auf natürlichem Weg nicht klappt, gegen eine KB entschieden. Gründe: Ganz einfach: Wir fühlen uns beide super unwohl bei dem Gedanken. Das ist alles. Wir haben von Anfang an immer gesagt, dass wir in unserer Beziehung alle Entscheidungen gemeinsam treffen werden und dass mit wichitgen Entscheidungen immer beide zufrieden und glücklich sein müssen. Bei dem Gedanken an eine KB hatten wir beide sofort Bauchweh. Es wird wohl seinen Grund haben dass wir keine eigenen, sprich leiblichen Kinder haben werden. Wir hatten uns schon vor zwei Jahren für eine Adoption entschieden, leider ist das bei uns nicht so ohne weiteres möglich, aber das ist ein anderes Thema. Auch ich möchte hier niemanden angreifen, ich finde es gut dass es diese Möglichkeiten heute gibt, nur für uns ist es einfach nicht der richtige Weg!
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Re: Wer ist dagegen?

Postby kühn on 23 Apr 2017, 00:43

Ich kenne einige, die dagegen sind. Gründe: prinzipieller Art, weil schon Kinder da sind und man denkt, für ein weiteres nicht einen so großen Einsatz geben zu wollen. Aus Angst vor hormoneller Behandlung und auch aus Kostengründen. Und auch, kenne einen Fall, weil der Mann strikt dagegen ist (vermutlich weil er kein Sperma abgeben will in der Praxis). Viele ändern aber ihre Meinungen im Laufe der Kiwu-Zeit. Ich kenne jemanden, der immer gesagt hat, niemals eine IVF machen zu wollen, dann lieber ohne Kinder. Einige Jahre später haben sie es doch gemacht. Der Kiwu war zu stark. Ist eigentlich kein heikles Thema, finde ich. Wie stehst du dazu? Ich persönlich habe zu Beginn meiner Kiwu-Zeit vor einigen Jahren medizinische Hilfe gebraucht, aber zum Glück ging es ohne IVF. Nun bin ich fast 41 und habe drei Kinder, aber das vierte kommt oder eben nicht, medizinisch würde ich da nichts tun. Das fände ich übertrieben, denn es ist das Alter, das nun eine SS erschwert. Und dagegen kann man leider nichts tun:( Außer Eizellspende, was für mich nie in Frage käme
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Re: Wer ist dagegen?

Postby Bibolina on 23 Apr 2017, 00:46

Wir sind auch so ein Paar, das eine ICSI ablehnt. Wir fühlen uns einfach nicht wohl damit - haben aber keine besonderen religiösen oder ethischen Gründe. Es passt einfach nicht zu uns. Es hat lange gedauert, bis vorallem ich diese Tatsache akzeptieren konnte, denn ich habe mir immer wieder gesagt: Nun stell dich nicht so an, das machen tausende Frauen, also kannst du das auch machen. Du schreibst, wenn es nicht geht, dann will es die Natur nicht, dann zwingt man das Kind zum Kommen. Wenn du das so siehst, dann musst du wirklich konsequent auf medizinische Hilfe verzichten. Aber das schließt mit ein, dass ein Kind dann vielleicht gar nicht kommt. Es gibt diese Sichtweise, z.B. unter Heikpraktikern. Die sagen, ein Kind kommt besser, wenn man es loslässt. Ich persönlich halte nicht sonderlich viel von dieser Sicht aus einem simplen Grund. 1. Die Natur ist oft kompromisslos. 2. Manche Schäden werden erst erworben.
Es gibt Frauen, die haben kaputte Eileiter, Frauen da stimmen die Hormone nicht, es gibt Männer, deren Hoden geschädigt sind. Wenn man das Kind als Seele sieht, die zu einem kommen will, dann kann man das nutzen um kontra medizidische Hilfe zu argumentieren. Aber das muss nicht sein. Beides ginge für mich zusammen: ein Kind, das kommen will und die medizinische Hilfe. Meinst du man kann ein Kind wirklich auf medizinischem Weg zum Kommen zwingen? Ich würde eher so argumentieren, wenn ein Kind nicht kommen will, dann wird es das auch mit 5 ICSIs nicht tun. Aber vielleicht will das Kind ja sogar kommen, steht schon in den Starlöchern, kann es aber nicht, weil die Eltern eben dieses medizinische Problem haben. Ich weiß, das ging jetzt alles sehr in die esotherische Richtung, aber ich habe versucht auf deine Aussage Bezug zu nehmen. Letztlich kann man es sehen, wie man es will.
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Re: Wer ist dagegen?

Postby trixis on 23 Apr 2017, 00:50

Hallo, also das muss sicher jedes Paar für sich entscheiden. Bei uns ist der Kiwu so groß, und ich bin einfach nur froh dass es die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung gibt. Ich hätte sogar eine EZ-Spende dankbar angenommen, wenn es sein hätte müssen. Und das ist ja auch so eine Sache. Gott sei Dank hat es beim 3. ICSI-Versuch geklappt und ich bin jetzt in der 17. SSW. Ich hoffe die Babys bleiben bei uns! Und das mit der Natur - da bin ich derselben Meinung wie Honey (glaub ich jetzt, dass sie das geschrieben hat). Da dürfte man keine Medis einnehmen und schon gar nicht operieren gehen. Oder was ist dann mit Bluttransfusionen? Ich wünsche dir, dass du für dich die richtige Entscheidung triffst! Alles Gute und liebe Grüße
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Re: Wer ist dagegen?

Postby Windchen210 on 23 Apr 2017, 00:58

Ich finde auch, dass muss jedes Paar für sich selbst entscheiden. Mein Mann und ich hatten 6 Jahre auf normalem Wege probiert schwanger zu werden. Ich konnte irgendwan nicht mehr. Dann holten wir uns Hilfe in einer KiWu Klinik. Und der Grund lag bei mir, verschlossene Eileiter. Als ich das erfahren hatte, war für mich und mein Mann klar, wir probieren die IVF, weil sie der einzigste Weg ist zu einem Kind zu kommen. Ich hatte mir ehrlich gesagt nie Gedanken darüber gemacht, wenn ein Kind nicht kommen soll, dann will es die Natur so. Ich habe mich nur als über die Aussagen von anderen geärgert, werde locker, dann klappt das schon.
Wir vereinbarten, dass wir drei Versuche probieren und wenn es dann nicht sein sollte, dann lassen wir es sein. Aber wir haben es wenigstens probiert. Und heute haben wir zwei liebe Kinder, die nun ein Jahr alt sind. Es hat gleich beim ersten Versuch geklappt. Ich bereue die Entscheidung nicht! Ich hatte auch Angst vor den Hormonen bzw. den Eingriffen. Ich informierte mich vor der Behandlung auch viel im Internet und somit vereinbarte ich mit der Klinik, dass ich nicht hoch mit hormonen stimuliert werden möchte. Ich hatte Angst vor dem Überstimulationssyndrom. Also spritze ich weniger und hatte aber drei schöne Eizellen. Ich war halt der Meinung, ein rasches heranwachsen von mehreren ist unnatürlich. War einfach meine Entscheidung. Natürlich hätte ich die ganze Prozedur wieder durchmachen müssen, wenn es nicht geklaptpt hätte, während andere das nur einmal hätten spritzen müssen. Ich wünsche Euch ganz viel Glück, ihr werdet Euren Weg finden. Bin ich mir ganz sicher. Alles Gute!
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Re: Wer ist dagegen?

Postby naDin on 23 Apr 2017, 01:05

Klar kannst Du warten und auf die Natur hoffen, aber bei mir ist es so, dass ich mit 34 schon ziemlich nah an den Wechseljahren stand (hormonell) und es bei den 3 Versuchen sogar zu einem Abruch wegen 0 Eizellen kam. Zum Glück war der 3. Versuch positiv, sogar mit Zwillingen (leider endete diese Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt in der 11 SSW.) Trotzdem gehe ich diesen Weg demnächst wieder, jetzt mit noch beschisseneren Blutwerten. Ich habe heute noch fast täglich die Tränen in den Augen, wenn ich an bestimmte Situationen denke, ein RTW mit Blaulicht an mir vorüberfährt, ich schwangere Mütter mit einem Kleinkind sehe und mich frage, ob ich das auch nochmal sein darf - schwanger? Mutter von 2 Kindern? Ich wäre psychisch nie damit klargekommen, es nicht versucht zu haben. Parallel sind wir den Weg von Pflegeeltern gegangen...wenn man da den falschen Sachbearbeiter hat, bist Du abgemeldet. Und ich hätte dafür sogar auf den letzten Versuch verzichtet. Auf meinen Sohn. Es muss jede selbst wissen.
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Re: Wer ist dagegen?

Postby Fuchs on 23 Apr 2017, 01:07

Wir haben mit der künstlichen Befruchtung ein religiöses Problem.Meist werden für die IVF oder ähnliches mehr Eizellen produziert als später eingesetzt. Für uns wäre es quasi Mor", wenn Eizellen zwar befruchtet, dann aber verworfen würden. Selbst bei Kyro hat man ja hinterher meist immer noch nicht alle eingesetzt...Aber das sieht jeder anders und für jeden beginnt die Beseelung des Zellhäufchens wann anders. Das war einfach unser ganz persönliches Problem.
Unsere Schmerzgrenze war die Insemination, hat aber zum Glück trotz mäßigem Spermiogramm mit Verkehr nach Plan und unterstützter Eizellenreifung geklappt. Wobei beim ersten Kind der Zyklus auch der war, wo ich gesagt habe, entweder jetzt oder ich gebe auf, weil ich das ständige negativ nicht mehr gepackt habe. Bis zu dem Punkt Insemination entscheidet die Natur oder Gott, ob es klappt, danach nicht mehr. Wobei ich nicht weiß, wie ich mich entschieden hätte, wenn mir jemand hätte garantieren können, dass für die Entnahme nur drei oder vier Eizellen gereift wären und wir die nach und nach eingesetzt hätten...Wir waren allerdings parallel schon am Thema Adoption dran. An der Spermienqualität lässt sich nichts mehr machen? Alles Liebe
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