Wie geht es euch seelisch ?

Re: Wie geht es euch seelisch ?

Postby Engeline on 23 Feb 2018, 19:10

Ich kann dich so gut verstehen mit deinen Ängsten vor der ersten ICSI. Mir ging es genauso, als ich im Dezember damit gestartet bin. Ich wollte alles wissen, alles ausloten, was wird mit mir passieren usw. Da hört man dann die schlimmsten Geschichten zu Nebenwirkungen und Überstimmulation und die Angst wächst, dass so etwas einem auch passieren kann. Im Nachhinein kann ich nur sagen, jeder wird seinen eigenen Weg gehen. Vertrau deinem Arzt, er wird dich begleiten, dich untersuchen und die Medis so einsetzen, wie es deinem Körper gut tut.
Mir ging es währen der gesamten Behandlung gesundheitlich sehr gut. Ich hatte keinerlei Beschwerden, nur einen etwas kugeligen Bauch aufgrund der vergrößerten Eierstöcke. Natürlich kannst du dich ganz normal bewegen. Ob du jeden Sport machen kannst, solltest du vielleicht mit deinem Arzt besprechen. Wenn die Eierstöcke dann vergrößert sind, sollte man vorsichtig sein. Nein, es tut nicht weh, wenn die Eileins heranreifen. Mach dir keine Sorgen. Du wirst das schon meistern. Halte dir immer vor Augen, wofür du das Ganze machst! Ich wünsche dir alles Gute und ganz viel Kraft für die nächste Zeit!
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Re: Wie geht es euch seelisch ?

Postby trixis on 04 Mar 2018, 18:21

Grundsätzlich ging es mir sehr gut. Ich war davor voller Vorfreude, dass wir nun endlich mal was tun und unsere Chancen verbessern. Das hat mir ein besseres Gefühl gegeben als jeden Monat GVNP oder IUI mit schlechten Chancen. Nach der PU hatte ich keine Schmerzen, außer die regulären Mittelchen, die man unter der Narkose bekommt, habe ich nichts eingenommen und keine größeren Beschwerden gehabt. Die Warteschleife habe ich als gar nicht so schlimm empfunden, vielleicht kommt es auch ein wenig auf die seelische und menschliche Betreuung in der Klinik an: für uns war es ein absolutes Highlight, dass wir die Fotos von unseren Kleinen aus dem Embryoskop ausgeteilt bekommen haben und nach dem Transfer ein Ultraschallbild mit den beiden eingesetzten Embryonen erhalten haben. Das hat uns die Ärztin von sich auch mitgegeben und wir haben uns tatsächlich jeden Tag daran erfreuen können :-) Später hatte ich dann mit einer kleinen Überstimulation zu kämpfen, zeitgleich habe ich aber schon erfahren, dass die ICSI mich schwanger gemacht hat und somit war das alles erträglich, nachdem meine Beschwerden ärztlich abgeklärt wurden hatte ich dann auch keine Angst mehr und habe es einfach als Begleiterscheinung hingenommen.
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Re: Wie geht es euch seelisch ?

Postby Siri on 16 Mar 2018, 23:44

Ich bin seit 12 Jahren verheiratet. Am Anfang meiner Ehe habe ich 8 Monate die Pille genommen und mein Mann sprach mich auf das Thema Kinder an, ich habe gleich die Pille abgesetzt. Es wollte aber nicht klappen. 11 Jahre später klappte es endlich mit Clomifen, schöne Schwangerschaft, viel zugenommen, schreckliche Entbindung, Not Kaiserschnitt aber zum Glück kam meine Tochter gesund und munter auf die Welt. Ich habe nicht verhütet, wollte auch mein zweites aber es wollte wieder nicht klappen. Die Monate vergingen. Ein Jahr später stellte mein FA fest, dass ich in der 5 SSW bin. Nicht lange habe SB gehabt, ins KH gefahren, nix mehr da… Danach habe ich meine Hoffnung nicht aufgegeben, jetzt wollte ich es noch mehr! War in Behandlung: Gerinnungsstörung, Gelbkörperschwäche und Antikörper gegen Samenfäden festgestellt, außerdem hat mein Mann schlechtes Sperma! Dass ich eine Tochter habe ist einfach ein Wunder, wie mir mein FA gesagt hat. Zeit und Trauer verging…Dieses Thema war für mich schon durch, hatte nur Mönchspfeffer genommen (gegen PMS), und in dem stressigsten Monat 1 1/2 Jahre nach FG habe ich den Test gemacht – positiv! Diesmal sofort aufgepasst, nur liegen schöne Schwangerschaft... Nach etlicher Wartezeit kam meine zweite Tochter spontan aber mit 2 mal um Hals gewickelter Nabelschnur zur Welt leise… Aber dann hörte ich sie doch sie veränderte mein Leben, ich wollte es nur noch genießen, Mama zu sein, alle sprachen von 2 6er im Lotto, es wäre eigentlich unmöglich, das Sperma von meinen Mann nicht mitgezählt! Aber es ist sowie ist. 2 Jahre später habe ich meinen Sohn bekommen.
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Re: Wie geht es euch seelisch ?

Postby Maria Waldfogel on 21 Mar 2018, 02:17

Ich empfand die zwei Wochen vor der Punktion immer relativ schön. Man kann aktiv sein, sieht im Ultraschal immer die Eier. Andererseits hat man halt auch viele Termine, muss oft in die Kiwu fahren. Ich habe mich bezüglich anderen Hobbys etwas zurückgenommen, habe den Sport etwas zurückgefahren etc. Die letzten paar Tage sind schon immer relativ schmerzhaft. Wie starke Mensschmerzen. Die erste Punktion war der Horror für mich. Es war meine erste Narkose und ich hatte ziemlich Panik. Inzwischen freue ich mich da drauf. Ist wie eine Droge. Das macht super glücklich. Danach liege ich noch zusammen mit meinem Mann in einem schönen Aufwachraum. Der Tag nach Punktion ist der schlimmste. Dann ruft die Biologin irgendwann an und erzählt, wie viele reif waren, wie viele befruchtet sind etc. Der Transfer ist okay. Ich mache mir danach immer einen schönen Tag. Dann fängt die schlimmste Zeit an. Ich bin da psychisch gesehen schon ziemlich gestresst und es ist wirklich keine schöne Zeit. Ich lasse mich von meiner Hausärztin noch zwei, drei Tage nach dem Transfer krankschreiben und schaue viel Fernseher und versuche halt nicht so viel dran zu denken. Je näher der Urintest kommt, desto mehr Horror wird es. Allerdings muss ich sagen, dass ich mich nach meinem ersten negativ relativ schnell wieder erholt habe. Ich bin dann ziemlich schnell wieder in die Kiwu gefahren und habe die zweite vorbereitet. Man braucht eben mehrere Versuche... nach dem Versuch ist vor dem Versuch. Für meinen Mann ist es im Übrigen auch nicht immer leicht. Er muss schon einiges ertragen und reagiert manchmal auch gestresst, wenn ich zu traurig bin. Aber es schweißt auch sehr zusammen. Also unserer Partnerschaft hat es eher Vor- als Nachteile gebracht. Sowas zusammen zu erleben, da wird man zu einem Team. Wünsche euch viel Erfolg!
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Re: Wie geht es euch seelisch ?

Postby paprik_a on 23 Mar 2018, 20:49

Gibt es denn nicht die Möglichkeit, noch einen zweiten Psychologen zu konsultieren? Ich finde es auch wenig verantwortungsvoll, wenn die Psychologin rät, mit der Schwangerschaft noch zu warten. Das geht doch gar nicht, wie soll sie denn diesen Druck aushalten? Und wenn ich die Methoden meiner Psychologin richtig verstanden habe, ist es das letzte, was sie tun darf, sich in die Lebensplanung einzuschalten. Sie kann nur helfen herauszufinden, was sie will und wie sie damit umgeht. Aber entscheiden kann nur Deine Freundin selbst. Dasselbe gilt auch in der Tat für Dich: letztlich kannst Du nur helfen, indem Du zuhörst. Und Mitgefühl für die Situation hast. Richtige Lebenstipps will man eigentlich gar nicht. Es ist ganz wichtig, dass man sein eigenes Tempo haben darf. Manche Dinge sind einem vom Kopf her klar, aber man ist noch nicht so weit. Und die will man dann eigentlich nicht hören. Und was ich immer besonders destruktiv finde, ist die Haltung: Du musst optimistisch bleiben, sonst kann das gar nicht klappen.
Diesen Satz habe ich in den letzten Jahren so oft gehört und am Anfang habe ich mir das auch reingezogen. Habe mir Vorwürfe gemacht, weil ich nicht optimistisch war. Aber es ist nun einmal so, dass einem irgendwann jeder Optimismus flöten geht, zumindest zeitweise und b. es genug Frauen gibt, die problemlos schwanger geworden sind, obwohl sie ganz sicher waren, sie können das nicht. Also, wenn es dir häufig schlecht geht: du darfst dich schlecht fühlen! Ich fürchte, das ist in deiner Situation ganz normal und unvermeidlich. Schlimm ist es nur, wenn es so gar keine guten Tage mehr gibt. Bei mir gibt es die, und sie überwiegen auch. Das ist schon wichtig. Ich habe Endometriose, und kenne das Problem. Nur nicht verrückt machen lassen. Ich würde auch dran bleiben, aber letztlich ist es Schicksal, denn genügend Frauen werden auch mit starker Endometriose unproblematisch schwanger. Viele Grüße und ganz viel Glück
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Re: Wie geht es euch seelisch ?

Postby Siri on 25 Mar 2018, 18:00

Ich hab keine Eileiter mehr und bin auf eine IVF angewiesen. Wirklich anstrengend fand ich es immer Schwangerschaften zu verlieren und die dazugehörigen OPs. Ich hatte 3 ELSS und zwei FG. Das war psychisch immer extrem. Ich stecke gerade in meiner dritten und letzten IVF. Hatte gestern PU und warte auf den Anruf vom Doc, wie die Befruchtungsrate ist. Wenn ich Glück habe, bleibt noch was für eine Kryo übrig aber einen Frischversuch gibt es definitiv nicht mehr. Mit Hilfe einer Psychologin habe ich mein Ende gefunden und fühle mich damit sehr wohl. Die Behandlungen finde ich ok. Ich hatte nie eine Überstimulation und alles lief auch relativ nach Plan. Das nimmt natürlich viel Stress. Mit den Spritzen habe ich überhaupt keine Schwierigkeiten und Schmerzen oder Nebenwirkungen habe ich auch keine. Mal drücken hier oder da aber nichts Wildes. Manchmal bin ich schon am durch drehen aber lenke mich dann immer ab. Das hilft. Krank geschrieben bin ich immer eine Woche zwischen PU und TF. Das brauche ich aber dann gehe ich auch gerne wieder arbeiten, weil sich die Zeit bis zum BT sonst zieht wie Kaugummi. Ich arbeite gerne und hab keinen körperlich anstrengenden Job. Darum geht das gut. Viel ist immer von der eigenen psychischen Verfassung abhängig. Du solltest schon versuchen positiv zu sein und nicht zu viel rum googeln. Ab TF bis zum BT macht man schon eine ziemliche Achterbahn durch. Aber die Tage gehen auch rum. Sieh es immer als Chance Deinem Wunsch näher zu kommen. LG und alles Gute
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Re: Wie geht es euch seelisch ?

Postby yourAngel on 29 Mar 2018, 01:24

Ich hatte auch eine Heidenangst vor meinen Hormontiefs. Der Arzt hatte mir extra geraten, während der Zeit zu arbeiten, damit ich auch noch mal an was anderes denke... Und er hat mir geraten, auf der Arbeit jemanden einzuweihen. Ich fand das alles blöd. Denn gerade meine Arbeitsbeziehungen wollte ich mir nicht mit Stimungsschwankungen versauen. Bei der IUI vor 3 Jahren habe ich Puregon gespritzt und danach Utrogest genommen, und mein Mann musste mit einer Frau fertig werden, wie sie furienhafter kaum sein konnte. Später hatte ich noch mal Utrogest genommen und mich daraufhin abgrundtief mit einem Kollegen zerstritten. Insofern war ich auf alles gefasst. Für die aktuelle Behandlung habe ich nun in den super sauren Apfel gebissen und einem Kollegen gesagt, er soll eingreifen, wenn er merkt, dass ich mich in etwas hineinsteigere. Auch, wenn ich telefoniere. Er solle einfach irgendwas sagen, damit ich Zeit gewinne. Und stell Dir vor: Das war überhaupt nicht nötig. Ich war nicht ganz so ausgeglichen wie sonst, aber es war absolut okay. Das kann mehrere Ursachen haben: Vielleicht macht die Downregulierung es besser, so dass sich mein Körper nicht mehr mit den Medis streiten muss, wer nun hier das Sagen hat. Oder ich habe mich an Puregon gewöhnt. Jedenfalls war ich mir vorher sicher, dass ich ausrasten würde, das ist aber nicht passiert. Und das Wissen, dass mein Kollege mich zur Not rettet, war sehr beruhigend - hätte ich vorher auch nicht gedacht. Und unterm Strich kann man doch auch mal ausrasten - sag doch einfach, Du hättest grad furchtbar viel Stress, das passt dann schon. Liebe Grüße und viel Glück
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Re: Wie geht es euch seelisch ?

Postby Lisa_vogt on 25 Apr 2018, 00:44

Es ist nicht schlimm, wenn Du Dich momentan sehr auf den Kinderwunsch konzentrierst. Es bringt ja sowieso nichts, sich vorzunehmen, das nun plötzlich nicht zu tun. Dann macht man es erst recht. Es kann in seltenen Fällen zu einer Blockade führen, wenn man zu arg auf den Kinderwunsch starrt. Hier sind aber meist Frauen betroffen, die schon sehr lange warten und mit Kinderwunsch-Behandlung und allem Pipapo begonnen haben, das kann psychisch sehr belasten. Normalerweise ist eine gewisse Erwartungshaltung aber nicht so gravierend, wie oft behauptet wird. Ich selbst habe auch immer arg auf meinen Kinderwunsch gestarrt und bin trotzdem zweimal schwanger geworden (eine FG, ein Kind). Ich kenne viele Frauen im Freundeskreis, wo es ebenso war, sie haben ganz doll gewartet und es hat dann auch irgendwann geklappt. Liebe Grüße und sei beruhigt, es wird sicher bald klappen?
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Re: Wie geht es euch seelisch ?

Postby paprik_a on 18 May 2018, 17:10

Die physische und psychische Belastung durch eine IVF/ ICSI kann man nicht wegreden. Das ist leider so. Die Hormone können Nebenwirkungen haben, die sich unter anderem auf die Stimmung auswirken (vor allem nach der Punktion), aber sicherlich ist auch die Anspannung und die Angst vor einem negativen Ergebnis und der Zeit danach mit Schuld an depressiven Beschwerden. Andererseits sind diese Nebenwirkungen nicht zwangsläufig - du musst sie also nicht bekommen. Außerdem gehst du im Gegensatz zu einigen anderen Frauen sehr reflektiert an dieses Thema heran, sicherlich auch durch deine Vorgeschichte bedingt. Du wirst Selbstsorge betreiben und dich immer wieder fragen, wofür deine Kraft reicht und ob du eine Pause brauchst. Dein Mann wird sicherlich auch auf dich achten. Möglicherweise gehörst du - auch aufgrund deines Alters - zu den Glücklichen, bei denen es gleich beim ersten Versuch klappt. Dann wirst du mit vielen Problemen der Kinderwunschbehandlung gar nicht erst konfrontiert. Sollte es nicht gleich funktionieren, hast du immer die Möglichkeit, dich neu zu entscheiden - weitermachen, pausieren, ganz aufhören. Übrigens haben viele Kiwu-Praxen Adressen, wo du dir begleitend zur Behandlung psychologische Unterstützung holen kannst. Frag beim Erstgespräch einfach mal nach.
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Re: Wie geht es euch seelisch ?

Postby Pika4u on 26 May 2018, 03:21

Also ich muss sagen grundsätzlich ging es mir sehr gut. Ich war davor voller Vorfreude, dass wir nun endlich mal was tun und unsere Chancen verbessern. Das hat mir ein besseres Gefühl gegeben als jeden Monat GVNP oder IUI mit schlechten Chancen. Nach der PU hatte ich keine Schmerzen, außer die regulären Mittelchen, die man unter der Narkose bekommt, habe ich nichts eingenommen und keine größeren Beschwerden gehabt. Die Warteschleife habe ich als gar nicht so schlimm empfunden, vielleicht kommt es auch ein wenig auf die seelische und menschliche Betreuung in der Klinik an: für uns war es ein absolutes Highlight, dass wir die Fotos von unseren Kleinen aus dem Embryoskop ausgeteilt bekommen haben und nach dem Transfer ein Ultraschallbild mit den beiden eingesetzten Embryonen erhalten haben. Das hat uns die Ärztin von sich auch mitgegeben und wir haben uns tatsächlich jeden Tag daran erfreuen können :-) Später hatte ich dann mit einer kleinen Überstimulation zu kämpfen, zeitgleich habe ich aber schon erfahren, dass die ICSI mich schwanger gemacht hat und somit war das alles erträglich, nachdem meine Beschwerden ärztlich abgeklärt wurden hatte ich dann auch keine Angst mehr und habe es einfach als Begleiterscheinung hingenommen.
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