Erfahrungen mit Fremdsperma

Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby tilda on 21 Nov 2017, 01:11

Ich hab das Thema bei meinem Mann heute noch mal angeschnitten und ich hab gemerkt, dass er noch nicht im Reinen damit ist. Liegt daran, dass es bei uns nicht komplett mit einer ICSI hoffnungslos ist. Haben erst einen Versuch + eine IUI gehabt aber ich bin seelisch echt nicht in der Verfassung für einen neuen Versuch, das es mir irgendwie einfach erscheint andere Varianten in Betracht zu ziehen. Ist vielleicht egoistisch von mir, aber was bringt es mir wenn ich mich verliere nur um das gemeinschaftliche Kind zu bekommen. Mir ist es nicht so wichtig das es genetisch unseres ist, ich möchte halt eine Schwangerschaft von Anfang an erleben, mit positivem Test, Übelkeit am Morgen, Klamotten die nicht mehr passen, die Geburt, einfach alles. Und das wünsche ich meinem Mann auch.
Da ich jetzt auch schon seit über einem halben Jahr nicht in Behandlung war, hab ich das Thema in unserer KiWU noch nicht angesprochen. Denke die werden mir auch raten erst alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen. War dein Mann sofort von der Idee begeistert? Ist wahrscheinlich was anderes wenn man sonst keine Hoffnung mehr hat.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Engeline on 23 Nov 2017, 02:23

Wie wäre es denn umgekehrt mit einer Eizellenspende (ich weiß, bei uns illegal, warum auch immer)? Würde das denn Frauen leicht fallen, das Kind als eigenes anzunehmen? Wäre ich in der Situation des Mannes, würde sich für mich das ganze folgendermaßen darstellen. Ich könnte das sehr wohl akzeptieren, aber nur unter der Voraussetzung, dass ich wirklich zeugungsunfähig wäre. Aber nur schweren Herzens, weil die Realität nunmal so wäre. Das Kind würde ich dann natürlich als mein eigenes annehmen. Ist es ja (zumindest rechtlich gesehen) auch. Ich hätte eine unterschwellige Angst, dass die Mutter vielleicht so handelt (das muss nicht immer bewusst so sein, oft ist es vielleicht ganz unbewusst), als hätte sie, aufgrund ihrer genetischen Verwandtschaft mit dem Kind eine engere Beziehung zu ihm und ich würde dann gewissermaßen zur Elternschaft 2. Klasse verdammt. Diese Ängste müsste mir die Mutter dann aktiv nehmen. Dies gilt insbesondere auch für den Fall des Scheiterns der Ehe. Gerade dann zeigen sich ja Menschen oft von ihrer eher unangenehmen Seite. Die Frau müsste in ihren Handlungen also äußerst reflektiert sein, damit ich mich mit so einem Vorgehen wohlfühlen könnte.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Fuchs on 26 Nov 2017, 03:25

Dass dein Mann gekränkt ist, kann ich verstehen und sich selbst Spritzen zu setzen ist da kein Argument, welches das Einverständnis deines Mannes für Spendersamen voraussetzt. Würde dein Mann die Spritzen auf sich nehmen müssen und den Ultraschall bis hin zur Punktion würde er es ganz sicher auch tun! Aber nicht für sich, um das Gefühl erleben zu dürfen schwanger zu sein, sondern für Euch um das gewünschte Kind auf die Welt zu bringen und eine Familie sein zu können - Schwangerschaft ist doch nur der Beginn und eine kleine Etappe auf die vielen Jahre als Familie betrachtet!
Wenn die Entscheidung von Beiden getroffen und getragen wird, ist das völlig anders, aber würde ich als Mann direkt damit überfallen werden und dem nicht zustimmen wollen, so wie es bei Dir der Fall zu sein scheint... möchte ich nicht das Gefühl haben austauschbar zu sein, weil meine Partnerin mit jedem Mittel schwanger werden will. Das ist keine gute Basis für so eine Behandlung! Niemand kann dazu gedrängt werden und manchmal ist ein Nein eben auch ein Nein und muss auch von uns Frauen akzeptiert werden. Diese Entscheidung kann nur zusammen getroffen werden, weil sie schließlich auch von Beiden getragen werden muss.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Nala on 07 Dec 2017, 23:32

Produziert dein Partner gar keine lebensfähigen Spermien? Ihr wisst schon, dass diese direkt aus den Hoden entnommen werden können? Dann ist es auch genetisch euer gemeinsames Kind.
Habt ihr alle Beratungsmöglichkeiten schon in Anspruch genommen? Arzt? Kinderwunschklinik? Adoption: eine Frage der Gerechtigkeit; dann ist es genetisch mit euch beiden nicht verwandt. Aber der Frau wird dadurch das Erlebnis der Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit genommen. Zudem ist die Adoption junger, gesunder Säuglinge in Deutschland sehr schwierig. In meinem Bekanntenkreis gibt es aber vier Adoptivkinder (und 2 Pflegekinder), unmöglich ist es also nicht.
Ob ein Mann ein Kind aus einer anonymen Samenspende als sein eigenes annehmen und lieben würde? Das hängt vom Mann ab. Was sagt er dazu? Wünscht er sich auch ein Kind?
Ich hoffe, dass die allermeisten Männer damit keine Schwierigkeiten haben. Man kann sich übrigens eine Samenspende von einem Mann geben lassen, der äußerlich ein ähnlicher Typ ist wie der werdende soziale Vater ist, also Haar-, Haut- und Augenfarbe, Größe und Statur stimmen überein. Bei den Kinderwunschkliniken in Dänemark z. B. wird darauf geachtet.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby tilda on 09 Dec 2017, 00:02

Ich kann dir zwar auch nicht direkt was zur Samenspende sagen, aber ich bin gerade nach einer Eizellspende in Kiew (Ukraine) schwanger. Ich muss sagen, ich denke so gut wie gar nicht daran und die Kinder (es werden Zwillinge) sind halt meins und weder ich noch mein Mann wir haben keine Probleme damit. Ganz im Gegenteil, bin ich der Spenderin unendlich dankbar, dass sie mir meinen Traum erfüllen konnte... Vielleicht ist es bei einer Frau auch anders, schließlich tragen wir das Kind aus und sind ganz von Anfang an die Mutter. Aber, der Spender ist unbekannt, man hat keinen Bezug zu der Person und wenn man sich wirklich ein Kind wünscht, ist das schon eine gute Alternative. Meiner Meinung nach...Die Frage, die ich mir gestellt habe damals, war, ob ich auch ein adoptiertes Kind lieben konnte. Weil dann ist das Kind von ganz anderen Eltern. Meine Antwort war natürlich ja... Und dann kam auch die Entscheidung, wenn ich ein adoptiertes Kind lieben könnte, dann wieso nicht ein Kind, dass ein Teil von meinem Mann ist und ich es ausgetragen habe. Ich fühle mich ganz glücklich mit der Entscheidung ;) Liebe Grüsse
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby naDin on 10 Dec 2017, 21:02

Aus meiner Sicht wäre eine Fremd Insemination nur dann vertretbar, wenn dein Partner von der Unfruchtbarkeit abgesehen, komplett Gesund und Belastbar wäre und die sexuelle Komponente in der Beziehung stimmt. Ich sehe erhebliche negative Faktoren (früh Witwe, wünsch dir das nicht). Vom alter her ist eine Neuorientierung für dich möglich. Eine möglichst faire Trennung sollte wegen Inkompatibilität in Erwägung gezogen werden. Ich finde es großen Mist dass ich so einen Ratschlag geben muss, aber du bist es dir selbst verpflichtet über deine Wünsche und ihre Folgen gründlich nachzudenken. Für meine Frau habe ich auf Kinder verzichtet, solange die ehe gut lief habe ich es keine Minute bereut. Jetzt stehe ich vor den Trümmern derselben. Im Nachhinein hätte ich vielleicht gehen müssen, ich konnte es nicht, die Liebe war sehr stark. Deine Vorboten sind ungünstig, bedenke auch wie im Falle einer Trennung dein Partner in einer möglichen Krise abgefangen werden kann. Zu der körperlichen schwäche kann eine seelische dazukommen.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Louisa1998 on 12 Dec 2017, 01:44

Wir hatten schon eine ICSI und ein Kryo-Versuch mit dem Samen meines Mannes. Letzten Zyklus sollte eine IUI folgen... aber es wurde im SG plötzlich nichts gefunden. Alles einfach nur platt! Der Doc fing dann auch von TESE oder Spendersamen an zu reden. Das war erst einmal ein großer Schock. TESE kommt für meinen Mann im Augenblick nicht in Frage. Es wäre halt nicht gesagt, dass man da dann was Brauchbares findet. Für mich gibt es aber auch kein Leben ohne Kind. Habe ganz vorsichtig versucht meinen Mann zu fragen wie es mit Spendersamen und IUI aussehen würde. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich ihn betrügen würde. Oder zumindestens kam es mir so vor.
Aber er meinte, wenn wir wirklich diesen Schritt gehen müssen will er keine Privatesamenspende haben. Außerdem hatte er gemeint, dass er Angst hat, dass wenn man sich mal streiten sollte der Spruch fallen würde, dass es eh nicht sein Kind wäre. Ich denke, dass der erste Versuch ganz schön komisch sein würde. Aber dieses Kind würden wir beide ganz bestimmt so sehr lieben als wäre es von uns beiden. Er würde der Vater sein. Ein Vater ist der, der für das Kind da ist. Ihm zur Seite steht. Sein Herz an es verschenkt. Ob diese IUI nun stattfinden kann steht noch in den Sternen.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby yourAngel on Yesterday, 02:21

Aus meiner Sicht wäre eine Fremdinsemination nur dann vertretbar, wenn dein Partner von der Unfruchtbarkeit abgesehen, komplett Gesund und Belastbar wäre und die sexuelle Komponente in der Beziehung stimmt. Ich sehe erhebliche negative Faktoren (früh Witwe, wünsch dir das nicht). Vom alter her ist eine Neuorientierung für dich möglich. Eine möglichst faire Trennung sollte wegen Inkompatibilität in Erwägung gezogen werden. Ich finde es großen Mist dass ich so einen Ratschlag geben muss, aber du bist es dir selbst verpflichtet über deine Wünsche und ihre Folgen gründlich nachzudenken. Für meine Frau habe ich auf Kinder verzichtet, solange die ehe gut lief habe ich es keine Minute bereut. Jetzt stehe ich vor den Trümmern derselben. Im Nachhinein hätte ich vielleicht gehen müssen, ich konnte es nicht, die Liebe war sehr stark. Deine Vorboten sind ungünstig, bedenke auch wie im Falle einer Trennung dein Partner in einer möglichen Krise abgefangen werden kann. Zu der körperlichen schwäche kann eine seelische dazukommen.
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