Erfahrungen mit Fremdsperma

Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Ruth on 27 Nov 2016, 23:13

Ich möchte euch kurz meine Geschichte erzählen und hoffe auf eure Erfahrungen: Ich bin 36 mein Mann 38. Mein Mann ist von Geburt an zeugungsunfähig, da ihm beide Hoden entfernt wurden. Daher war für mich immer klar, ein Kind können wir nur mit Hilfe von Fremdsamen bekommen. Die letzten Jahre habe ich mir hierüber nie Gedanken gemacht, auf Nachfragen, wann wir denn endlich mal Kinder bekommen, antwortete ich immer: viel zu früh, das hat noch Zeit, etc... Im Prinzip war das aber nicht mein wirkliches Gefühl sondern eher eine Ausrede. Nun habe ich den Wunsch, doch endlich ein Kind zu bekommen und jetzt, wo ich mich mit dem Thema auseinandersetze bin ich mir nicht mehr sicher, ob das wirklich der richtige Weg ist. Ich habe viel im Internet recherchiert und nun kommen erste Zweifel. Soll ich mich wirklich so einer Behandlung untersetzen, wie es ist ein Kind von einem "Fremden" zu bekommen, können wir dieses Kind voll als unser eigenes akzeptieren? Andererseits sehe ich es als große Chance, Hilfe die uns gegeben wird um unseren Wunsch zu erfüllen. Wie sind eure Erfahrungen hierzu? Wie waren eure Gedanken vor, während und nach der Behandlung? Ich würde mich wirklich sehr freuen eure Gedanken hierzu zu erfahren
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Engeline on 28 Nov 2016, 00:06

Wir machen auch eine Behandlung mit Spendersamen. Ich bin mittlerweile mit dieser Art der Behandlung völlig im Reinen und habe auch keine Angst mehr davor- ich sehe es als unsere Chance auf ein Kind. Deine Gedanken hatte ich aber auch alle und ich habe viel gelesen und mich viel mit meinem Partner ausgetauscht. Bei uns war es vor allem die Angst, ob mein Mann damit irgendwann einmal Probleme bekommen könnte. Du kannst mich natürlich gerne fragen (vielleicht auch per PN) wenn du magst,
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby majorka4 on 28 Nov 2016, 00:11

Uns geht es was die Gefühle angeht fast genauso wie dir. Wir hatten schon eine ICSI und ein Kryo-Versuch mit dem Samen meines Mannes. Letzten Zyklus sollte eine IUI folgen... aber es wurde im SG plötzlich nichts gefunden. Alles einfach nur platt! Der Doc fing dann auch von TESE oder Spendersamen an zu reden. Das war erst einmal ein großer Schock. TESE kommt für meinen Mann im Augenblick nicht in Frage. Es wäre halt nicht gesagt, dass man da dann was Brauchbares findet. Für mich gibt es aber auch kein Leben ohne Kind. Habe ganz vorsichtig versucht meinen Mann zu fragen wie es mit Spendersamen und IUI aussehen würde. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich ihn betrügen würde. Oder zumindestens kam es mir so vor.
Aber er meinte, wenn wir wirklich diesen Schritt gehen müssen will er keine Privatesamenspende haben. Außerdem hatte er gemeint, dass er Angst hat, dass wenn man sich mal streiten sollte der Spruch fallen würde, dass es eh nicht sein Kind wäre. Ich denke, dass der erste Versuch ganz schön komisch sein würde. Aber dieses Kind würden wir beide gaaaanz bestimmt soooo sehr lieben als wäre es von uns beiden. Er würde der Vater sein. Ein Vater ist der, der für das Kind da ist. Ihm zur Seite steht. Sein Herz an es verschenkt. Ob diese IUI nun stattfinden kann steht noch in den Sternen.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Pika4u on 28 Nov 2016, 00:13

Ich persönlich hätte mit einer Eizellspende deutlich weniger Probleme als mit einer Samenspende, wenn es für den Partner aber ok ist, dann würde ich mich auch darauf einlassen, das Kind darf dann schon erfahren, wie es entstanden ist, aber ich würde sicherlich nicht jedem Hans und Franz auf die Nase binden, was Sache ist. Freunde ja, aber ich würde mich auch nicht aufdrängen, es ihnen zu erzählen, wenn es sich im Konsens ergibt, dann ja. So, ich hoffe, ich konnte mich einigermaßen verständlich ausdrücken. Habe dieses Thema gerade mit einer sehr guten Freundin durchdiskutiert, dort steht es zur Vermeidung einer Erbkrankheit zur Debatte. Die Freundin und ihr Mann würden eine Samenspende vorziehen, ich würde lieber fremde Eizellen nehmen, wobei die Samenspende natürlich vom Ablauf her deutlich einfacher ist.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby yourAngel on 28 Nov 2016, 00:14

Ich hätte kein Problem mit einer Samenspende. Ob mein Mann damit ein Problem hätte weiß ich nicht. Wir haben nie darüber gesprochen. Ich hätte auch kein Problem mit einer Eizellspende. Was mein Mann davon hält, weiß ich allerdings auch nicht. Ich habe ein Kind aus einer früheren Beziehung. Kontakt zum KV besteht nicht. Mein Mann hat Sohnemann voll akzeptiert, wird Papa genannt und von Sohnemann auch geliebt wie der Papa. Biologie ist das eine. Die Sozialisierung das andere. Ich habe in der eigenen Familie erlebt, wie viel höher das letztere zu werten ist. Daher: keine ethischen Bedenken!
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Lisa_vogt on 28 Nov 2016, 00:15

Hallo! Wenn es nicht anders geht - dann JA. Ist aber wohl wie mit allem. Wenn man nicht betroffen ist sieht man es anders als wenn dies dann wirklich der einzigste Weg ist. Für viele ist schon eine IVF oder ICSI unvorstellbar. Anders sieht es aus wenn es nur so geht. Verstehe jeden der den Weg der Samen- bzw. Eizellenspende geht. Bin aber froh dass wir diesen Weg nicht gehen mussten. Wären ihn aber gegangen. Erzählen würde ich dies aber nur ganz ganz wenigen. Auf keinem Fall meinen Schwiegereltern - dann könnte ich dies auch gleich in die Zeitung schreiben (ist aber eine andere Sache). Keine Ahnung wann ich das Kind über diesen Umstand aufklären würde. Am liebsten wohl nie aber zu lange sollte man wohl damit nicht warten.
LG
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby paprik_a on 28 Nov 2016, 00:20

Hallo,
mein Mann und ich haben die 7. IUI mit Fremdsamen hinter uns. Wir sind sehr traurig, denn leider hat es wieder nicht geklappt, obwohl wir den Spender gewechselt haben. Wir wünschen uns von ganzem Herzen ein Baby! Dabei haben wir kein Problem damit, den Spermer eines Fremden zu benutzen…Für uns war es von Anfang an klar, dass es zur Erfüllung unseres Wunschen, keinen anderen Weg, als diesen geben wird. Eine Adoption kommt für uns nicht in Frage. Uns ist es wichtig, dass wenn wir ein Baby bekommen, dass es wenigstens etwas, von einem, von uns beiden hat. Für uns ist es total in Ordnung und auch nichts Unnormales, solange kein Sex mit einem Fremden passiert. Das geht für uns z.B. garnicht! Wir mussten und die Fragen allerdings bevor es los ging, auch stellen. Auch bei einem Psychologen. Man wird ausführlich beraten. Pro und Contras werden aufgelistet. Die Frage, ob das Kind dann wissen sollte, von wem es stammt, wurde ebenfalls gestellt. Mein Mann und ich sind der Meinung, dass das Kind ein Recht darauf hat, zu wissen, wie es entsanden ist und welche Wege man gehen musste. Das kann nur gut für das Familienleben sein! Zumal in der heutigen Zeit, das Kind auch wissen darf, von wem es ist, denn mit seinem 18. Lebensjahr, hat das Kind für sich dann zu entscheiden, ob es das wissen will, wer der dankbare Spender war, oder nicht. Wir finden das gut! Es ist doch ein Wunschkind. Und vor allem, ein Kind der Liebe. Kann es denn etwas Schöneres geben? Jeder muss für sich entscheiden, was gut für ihn ist und was geht oder nicht geht
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Siri on 28 Nov 2016, 00:22

Wir sind mit der Samenbank gut gefahren. Wir haben auch lange versucht schwanger zu werden und haben uns dann für die Variante Samenbank entschieden. Es ist teurer, als bei einem privaten Spender... Aber! Man ist rechtlich abgesichert, bzw. kann sich sicher sein, dass der Spender die Eltern nicht kennt und meist ist es auch gut, wenn die Eltern den Spender nie gesehen haben. Vom Akt selbst, ist es für die meisten Frauen auch angenehmer, da die Befruchtung in der Samenbank nur mittels Geräten erfolgt, aber der eigentliche Spender nicht in sie eindringen muss. Nur in den wenigsten Fällen sind Frauen für solch ein Opfer bereit! Die Samenbanken übernehmen auch den Aufwand, Ähnlichkeiten festzustellen und passend dazu den Spender auzuwählen...
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Ruth on 28 Nov 2016, 00:27

Ich bin Anfang 30 und würde gerne ein paar Meinungen einholen, wann ihr den Schritt in Richtung Samenspende gehen würdet. Es ist nicht so, dass mein Partner unfruchtbar ist, ich kann mir allerdings aufgrund seiner Gesundheitssituation keine eigenen Kinder mit ihm vorstellen bzw. mir schwindet jede Vorfreude, wenn ich daran denke, was die Kleinen alles erben könnten. Freilich weiß man nie, was sich wie vererben wird, aber ich finde doch, dass vorhandenes Wissen einen beim Handeln beeinflussen sollte. Mein Partner ist bei dem Thema offener, er kommt aus einer Familie mit vielen Krankheiten, da ist niemand alt geworden und er sieht keine Veranlassung, für seine Kinder eine bessere gesundheitliche Ausgangsbasis zu schaffen. Seine gesundheitliche Situation, die uns in der Freizeit leicht einschränkt und die unsere gemeinsame Zeit sicher auch etwas reduzieren wird, nehme ich gerne und liebend in Kauf. Ich bin lieber früh Witwe, als mich gegen die Liebe zu entscheiden.
Da wir aufgrund seiner Krankheiten sowieso in eine Klinik müssen, um eine künstlichen Befruchtung vornehmen zu lassen, würde ich gerne einen Schritt weiter gehen, und einen Samenspender wählen. Ich habe in letzter Zeit viel zu diesem Thema gelesen, auch zu Co-Elternschaft usw. Für mich ist es Teil meines Denkens geworden, mich von traditionellen Familienbildern zu verabschieden und in den Vordergrund zu stellen, dass man sich liebt und dass man von ganzem Herzen Kinder will - und diesen nur das Beste wünscht.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Agnes.frankes on 28 Nov 2016, 00:30

Hallo, Ruth! Eltern wollen das Beste für Ihre Kinder. Völlig ok und verständlich. Eltern wollen gesunde Kinder und weniger Probleme. Und den Kindern Probleme ersparen. Wenn dieser Mann damit klar kommt, dass ihre künftigen Kinder nicht seine leiblichen Kinder sind? Ich habe schon mehrere Männer erlebt, die nur ihre leiblichen Kinder annehmen und akzeptierten konnten. Aber andere Kinder nicht. Auch nicht die Kinder von neuen Partnerinnen. Außerdem Ärzte befragen und Untersuchungen. Ist das Erbgut dieses Mannes wirklich so riskant?
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